Reds erkämpfen sich zwei knappe Siege beim Tabellen-Schlusslicht

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Mit den 5:2- und 7:5-Erfolgen gegen Ulm halten die Stuttgart Reds Anschluss zur Tabellenspitze

Mit zwei unerwartet knappen Siegen beim Tabellenletzten IT Sure Falcons Ulm haben die Bundesliga-Baseballer des TV Cannstatt ihren dritten Platz in der 1. Baseball-Bundesliga verteidigt. Einem erst in allerletzter Minute erreichten 5:2 der Stuttgart Reds folgte ein ebenfalls bis zum Ende umkämpftes 7:5 im zweiten Spiel.

Mit nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen zählen die Ulmer IT Sure Falcons auch in dieser Saison zu den schwächeren Teams der 1. Baseball-Bundesliga Süd. Zwei Siege waren deshalb für die Stuttgart Reds Pflicht, wollte man den Anschluss an die beiden führenden Teams aus Regensburg und Heidenheim nicht verlieren. Doch die Cannstatter „Roten“ taten sich an der Donau schwer.

Für Stuttgart pitchte José Mendoza im ersten Spiel des Tages wieder überragend und Ulm konnte zunächst nur im 2. Inning einen Run erzielen. Doch die Reds konnten gegen den jungen Ulmer Pitcher Christoph Ehrich, der die ersten 6 Spielabschnitte bestritt, noch weniger ausrichten. Tatsächlich hatte die knappe 1:0-Führung Ulms bis ins letzte Inning Bestand. In einem ereignisarmen Spiel gingen den Reds immer mehr die Möglichkeiten aus.

Bei einem Aus im 9. Inning war dann Stuttgarts erfahrener Hitter Xavier Gonzalez am Schlag und versuchte sein Glück gegen Ulms Pitcher Finn Freisberg mit einem „Bunt“. Der lief zwar nicht optimal durchs Infield-Gras, doch Freisberg nahm den Ball auf und warf ungenau an die erste Base. Gonzalez war „safe“. Walks von José Pimentel und Jannik Denz sorgten bei einem zwischenzeitlichen Strikeout von Jonas van Bergen für „Bases loaded“ – allerdings bei zwei „Aus“. Die Spannung war mit Händen zu greifen.

Würde Stuttgart die letzte Chance nutzen? Es war ausgerechnet der erst mitten im Spiel eingewechselte Ramon Uhl, der ein schönes Single genau durch die Mitte schlug, damit zwei Runs und die Stuttgarter 2:1-Führung ermöglichte. Ulm wechselte in der nächsten „Bases-Loaded“-Situation den Pitcher. Danilo Weber „begrüßte“ ihn mit einem Double bis fast an die Feldbegrenzung und schraubte so die Reds-Führung auf 5:1. Ulm konnte in der 2. Hälfte des Innings gegen den immer noch für Stuttgart werfenden José Mendoza zwar einen weiteren Run herausschlagen, aber den Sieg der Reds nicht gefährden.

Wie schon eine Woche zuvor warf José Mendoza ein „Complete Game“, für das er 143 Pitches benötigte. 12 Strikeouts, nur 3 Walks und ein Saison-ERA von 2.21 zeigen seine Dominanz. Mendoza hat in Ulm seinen dritten „Win“ dieser Spielzeit eingefahren.

Ins zweite Spiel, das Austin Hassani für Stuttgart auf dem Wurfhügel begann, starteten die Reds besser und gingen nach einem Verteidigungsfehler der Falcons 0:1 in Führung. Im vierten Inning sorgten Hits von Fabian Beck und José Pimentel für das 0:3 bevor Ulm im gleichen Spieldurchgang auf 1:3 verkürzte. Überzeugende Pitcherleistungen und der eine oder andere Verteidigungslapsus prägten die erste Spielhälfte. Im 6. Inning hatte sich die Ulmer Lineup dann allerdings auf Austin Hassani eingestellt: Zwei Singles brachten direkt hintereinander Läufer auf die Bases.

Reds-Coach Curtis Di Salle wechselte als neuen Pitcher Dustin Ward ein. Dessen erster Kontrahent war Benjamin Tsui, der einen Fastball Wards so voll erwischte, dass der Ball hoch und weit über den Zaun im Leftfield segelte. Ulm übernahm die Führung: 4:3! Die Reds schüttelten sich kurz und schlugen bereits im folgenden Halbinning zurück. Dank unpräziser Würfe des eingewechselten Ulmer Pitchers Tom Krüger kamen drei Stuttgarter per Walk auf die Bases. Ein toller Schlag von Xavier Gonzalez, der den Ball genau in die Lücke zwischen Left- und Centerfielder beförderte, reichte aus, dass alle Runner nach Hause liefen.

Wieder 4:6 zu Gunsten der Stuttgart Reds. Im 8. Inning verließ Ward kurzzeitig etwas die Präzision, was Ulm nach zwei Walks und einem Fehlwurf durch Reds-Catcher Andrija Tomic zum 5:6-Anschluss verwertete. Tomic glich den Fehler aber schnell wieder aus: Im letzten Inning brachte er mit einem Single Marco Cardoso zum 5:7 nach Hause. Drei schnelle Aus von Dustin Ward stellten den knappen Sieg sicher und Stuttgart war die Erleichterung nach den beiden, unerwartet lang umkämpften Spielen anzumerken.

Offensiv ragten im zweiten Spiel Marco Cardoso und Andrija Tomic mit je zwei der insgesamt 8 Hits heraus. Xavi Gonzalez hatte 3 RBI. Ein eindrucksvolles Triple des schnellen Jannik Denz im 8. Inning konnte leider durch die nachfolgenden Hitter nicht in Punkte umgesetzt werden. Austin Hassani, der acht Strikeouts warf und keinen einzigen Walk verursachte, erhielt den „Win“. Dustin Ward – ebenfalls mit acht Strikeouts in 3.2 Innings – ein „Save“.

Ausblick

Mit sechs Siegen und drei Niederlagen belegen die Stuttgart Reds Tabellen-Platz 3 in der Südgruppe der 1. Baseball-Bundesliga. Am Samstag, 14. Mai 2022, ist im TVC Ballpark auf dem Cannstatter Schnarrenberg der Tabellen-Fünfte Mainz Athletics (4 Siege, 6 Niederlagen) zu Gast. Das erste Spiel startet um 13:00 Uhr, das zweite Spiel ist für 16:30 Uhr angesetzt.


Gummersbach macht Aufstieg in Bietigheim (fast) perfekt

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Angestachelt von den Punktverlusten der Verfolger am Vortag gewinnt Spitzenreiter VfL Gummersbach in eindrucksvoller Manier am Samstag sein Spiel bei der SG BBM Bietigheim. Nach dem 26:34(16:19)-Erfolg in der Bietigheimer EgeTrans Arena steht hinter der Rückkehr der Oberbergischen in die 1. Liga nur noch ein theoretisches Fragezeichen. Bietigheim zeigte ein gutes Spiel, dennoch reichte die Leistung nicht, um den Tabellenführer zu gefährden. Die 1810 Fans in der EgeTrans-Arena sind für die SG BBM Rekordkulisse in einer heftig unter dem Einfluss von Corona stehenden Saison.

Für die Statistiker: Bei fünf ausstehenden Spielen kann der VfL nur noch durch das Torverhältnis auf den dritten Platz verdrängt werden. Und da haben die Jungs von Gudjon Valur Sigurdsson jetzt ein Polster von 137 Toren vor der HSG Nordhorn-Lingen. „Gummersbach steigt verdient auf, sie haben die beste Mannschaft in der Liga“, gratulierte Iker Romero. „Respekt vor dem Gegner ist immer gut, aber heute hatten wir zu viel Respekt“, stellte Bietigheims Coach auch fest. Lob gab es selbstverständlich von VfL-Trainer Sigurdsson für die Leistung seines Teams. „Wir sind heute stolz und glücklich. Wir haben in der ersten Halbzeit überragend im Angriff gespielt und waren sehr effektiv, auch über die gesamte Spielzeit gesehen.“

Gummersbach übernahm schnell die Initiative im Spiel, führte mit 7:11 Toren und verzeichnete erst nach 20 Minuten den ersten Fehlwurf überhaupt beim Stand von 11:14. SG BBM-Coach Romero hatte da schon seine Abwehr um- und mit Pascal Welz einen Überraschungsmann ins Tor gestellt.

Als 23-Jähriger stand Welz zuletzt im Tor seines Heimatvereins, spielte dann in Horkheim und Kornwestheim und hatte die Handballschuhe eigentlich schon längst an den berühmten Nagel gehängt. Acht Jahre später hilft „Passi“ jetzt aus, solange Konstantin Poltrum noch nicht voll einsatzfähig ist. Der Stammkeeper der SG BBM nahm zwar auf der Bank Platz, kämpft aber immer noch mit Beeinträchtigungen nach einem Kopftreffer, den er im Training einstecken musste. Für Welz ein schöner Moment und mit 6 Paraden in 25 Einsatzminuten nach gerade einer Trainingseinheit mit der Mannschaft durchaus auch ein erfolgreicher. Für höchstens drei Spiele steht der 31-Jährige aushilfsweise zur Verfügung.

Weil auch die SG BBM im ersten Abschnitt ihre Chancen hatte und nutzte, gelang es dem Tabellenführer vor der Pause noch nicht, entscheidend davonzuziehen. Einen 12:17-Rückstand verkürzte Bietigheim wieder. Christian Schäfer traf Sekunden vor dem Wechsel zum 16:19. Und in einer ausgeglichenen Auftaktphase des zweiten Abschnitts kam die SG BBM tatsächlich noch einem näher heran, das 21:23 in der 38. Minute markierte erneut Schäfer vom Siebenmeterpunkt.

Es spricht aber für die Qualität des Spitzenreiters, dass er gerade in dieser Drangphase seine Abwehr stabilisierten konnte. „Anfang der 2. Halbzeit haben wir gut gedeckt, kamen in die Gegenstöße. Tibor Ivanisevic hat dann überragend gehalten“, analysiert Sigurdsson. Kaum drei Minuten später stand es wieder 21:27 und die SG BBM musste einen weiteren Tiefschlag verkraften. Dominik Claus verletzte sich in einer Abwehraktion gegen Gummersbachs Julian Köster so schwer, dass er mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. „Für mich ist heute wichtig, dass die Verletzung von Dominik nicht so schwer wird, wie wir zuerst befürchten mussten“, sagte Romero gleich nach dem Spiel. „Ich hoffe, er wird schnell zurückkommen.“

Auf den restlichen Spielverlauf allerdings hatte der Ausfall im rechten Rückraum wenig Einfluss. Gummersbach war wieder stabil. „Wir waren in Richtung Tor nicht mehr aggressiv genug, haben deshalb auch viele Gegentore über die schnelle Mitte erhalten“, musste Romero eingestehen. Immerhin wuchs Gummersbachs Vorsprung bis zum 26:34- Endstand nicht mehr wesentlich an. Mit mehr Effektivität in der Chancenverwertung hätte das Ergebnis am Ende leicht freundlicher für Bietigheim ausfallen können. Die letzten drei Torerfolge gingen an die Gäste. Der Jubel des VfL mit seinen 50 mitgereisten Fans über den elften Auswärtssieg der Saison jedenfalls hatte schon etwas von Aufstiegsfeier Teil 1.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann, Welz; Vlahovic (4), Claus (2), Öhler (1), Dahlhaus (1), Schäfer (3/2), de la Peña (5), M. Urban, Barthe (3), Asmuth, Weßeling (1), Pfeifer (4), Boschen (2), Fischer.

VfL Gummersbach: Nagy, Ivanisevic; Fanger, Vidarsson (2), Köster (8), Blohme (4), Schroven (1/1), Häseler, Hermann, Herzig (2), Pregler (5), Santos (3), Kiesler, Stüber, Zeman (1), Bozovic (8/1).

Spielverlauf: 1:4 (7.), 7:9 (13.), 9:13 (18.), 12:17 (24.), 16:19 (30.), 21:23 (38.), 22:30 (48.), 25:30 (54.), 26:33 (60.).
Zeitstrafen: Fischer (20.), Boschen (37.) – Kiesler (25.), Zeman (35.), Schroven (54.)
Siebenmeter: 2/3 – 2/2
Schiedsrichter: Tanja Kuttler / Maike Merz (IHF und EHF Internationale Schiedsrichter)
Zuschauer: 1810 (EgeTrans Arena, Bietigheim-Bissingen)


Beim Radfahren Geschwindigkeit an Straßenverhältnisse anpassen

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Bei erkennbaren Schlaglöchern und Unebenheiten der Straße müssen Radfahrerinnen und Radfahrer ihr Tempo drosseln. Stürzen sie an solchen Stellen, können sie die Gemeinde oder sonstige Eigentümerinnen oder Eigentümer des Weges nicht haftbar machen. Die Württembergische Versicherung AG, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf ein Urteil des Landgerichts Köln (5 O 86/21) hin.

Ein Mann war mit seinem Rennrad bei voller Fahrt an einer Bodenschwelle gestürzt. Dabei brach er sich das Schlüsselbein und sein Rad erlitt einen Totalschaden. Er verklagte die Gemeinde, ihm das Fahrrad zu ersetzen, da die Schwelle einen verkehrswidrigen Zustand dargestellt habe und kein Warnhinweis angebracht war. Damit kam er jedoch nicht durch.

Laut dem Urteil war an der Sturzstelle deutlich erkennbar, dass die Straße nicht unerheblich durch Schlaglöcher und Risse beschädigt war. Der Radler hätte daher mit besonderer Vorsicht fahren und sein Tempo entsprechend reduzieren müssen. Warnhinweise seien nur notwendig, wenn bestehende Gefahren auch für sorgfältige Benutzerinnen und Benutzer der Straße nicht oder nicht rechtzeitig erkennbar sind. Im Übrigen stellte die Bodenschwelle, über die der Radler gestürzt war, keinen verkehrswidrigen Zustand dar, da sie notwendig war, um Oberflächenwasser abzuleiten und im Winter drohende Vereisungen zu vermeiden.


Bosch steigt in Komponenten-Entwicklung für die Wasserstoff-Elektrolyse ein

Technik für H2-Produktion soll 2025 in Serie gehen
  • Bosch entwickelt mit dem Stack das Kernelement von Elektrolyseuren.
  • Bosch investiert bis Ende des Jahrzehnts bis zu 500 Millionen Euro in neues Geschäftsfeld.
  • Bosch-Chef Hartung: „Wir wollen den raschen Aufbau einer Produktion von Wasserstoff in Europa mit Bosch-Technik unterstützen.“

Stuttgart / Renningen – Bosch gibt Gas bei regenerativ erzeugtem Wasserstoff: Für einen wirksamen Klimaschutz will das Unternehmen künftig nicht nur H2 nutzen, sondern sich auch an der Herstellung beteiligen. Daher steigt Bosch jetzt in die Entwicklung von Komponenten für Elektrolyseure ein. In diesen Anlagen wird Wasser mithilfe von Strom bevorzugt aus den erneuerbaren Quellen Windkraft oder Photovoltaik per Elektrolyse in sogenannten grünen Wasserstoff und Sauerstoff umgewandelt. „Der Klimaschutz kann nicht warten. Wir wollen den raschen Aufbau einer Produktion von Wasserstoff in Europa mit Bosch-Technik unterstützen“, kündigte Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Vorlage der Jahresbilanz an. „Dafür nutzen wir unser Brennstoffzellen-Know-how“, ergänzte Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Das Unternehmen siedelt die Elektrolyse-Komponenten aufgrund der bestehenden Kompetenzen im Bereich Mobility an und investiert hierfür bis Ende des Jahrzehnts bis zu 500 Millionen Euro. Im Zuge von Defossilisierung, Diversifizierung von Energiequellen und CO2-Reduzierung steigt der Bedarf an regenerativem H2 rasant, nicht nur in energieintensiven Branchen wie der Stahl- und Chemieindustrie oder dem Schwerlastverkehr, sondern auch in privaten Gebäuden – laut EU bis 2030 auf rund zehn Millionen Tonnen jährlich. Für den Elektrolyseur-Komponentenmarkt insgesamt erwartet Bosch zu diesem Zeitpunkt weltweit ein Volumen von rund 14 Milliarden Euro, mit den größten Wachstumsraten in Europa. Damit Wirtschaft und Gesellschaft unabhängiger von fossilen Energieträgern werden und neue Energien erschließen können, will Bosch insgesamt in den nächsten drei Jahren gut drei Milliarden Euro in klimaneutrale Technik wie Elektrifizierung und Wasserstoff investieren.
„„Der Klimaschutz kann nicht warten. Wir wollen den raschen Aufbau einer Produktion von Wasserstoff in Europa mit Bosch-Technik unterstützen““
sagt Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH

Bosch entwickelt mit dem Stack das Herzstück von Elektrolyseuren

Wie in der Brennstoffzelle bildet der Stack, also der Stapel mehrerer Hundert einzelner Zellen, auch im Elektrolyseur das zentrale Element. In jeder der in Serie geschalteten Zellen wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff umgewandelt – umgekehrt zur Brennstoffzelle, in der aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie entsteht. In beiden Systemen erfolgt die chemische Reaktion jeweils über eine Proton-Exchange-Membran (PEM). Bosch kombiniert den Elektrolyseur-Stack mit Steuergerät, Leistungselektronik und Sensoren zum sogenannten Smart Module. Bei der Entwicklung wird Bosch auch mit Partnern zusammenarbeiten. Von 2025 an will das Unternehmen Smart Modules an Hersteller von Elektrolyse-Anlagen sowie Industrie-Dienstleister liefern. Erste Pilotanlagen sollen bereits kommendes Jahr in Betrieb gehen.

Bosch wird kompakte Module kombinieren und mit geringem Aufwand integrieren. Zum Einsatz kommen sollen sie sowohl in kleinen Anlagen bis zehn Megawatt Leistung als auch in gigawattstarken Großanlagen im On- und Offshore-Bereich – sei es im Neubau oder wenn bereits bestehende Anlagen zur H2-Gewinnung auf grünen Wasserstoff umgestellt werden. Um die Wasserstoff-Produktion so effizient wie möglich zu gestalten und gleichzeitig die Lebensdauer des Stacks zu verlängern, sollen die Smart Modules darüber hinaus über die Bosch-Cloud vernetzt werden. Ziel ist es auch, durch modular aufgebaute Elektrolyseure die Wartung an den Anlagen flexibler zu machen – indem beispielsweise bei anstehenden Arbeiten nicht die komplette Anlage, sondern nur Teilbereiche abgeschaltet werden müssen. Bosch erarbeitet Servicekonzepte, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft auch das Recycling der Komponenten umfassen.

Bosch kann mit Massenfertigung und Skaleneffekten punkten

Im Gegensatz zu vielen Elektrolyse-Komponenten auf dem Markt werden sich die Bosch Smart Modules in Masse fertigen und dadurch nicht zuletzt Skaleneffekte erzielen lassen. „Neben der Geschwindigkeit bilden die Kosten einen entscheidenden Faktor beim Hochlauf der Wasserstoff-Produktion. Hier können wir mit unserer Industrialisierungskompetenz und unserem Automotive-Know-how punkten“, sagte Heyn. An mehreren europäischen Standorten will Bosch möglichst rasch mit der Industrialisierung beginnen. Dazu zählen Bamberg und Feuerbach in Deutschland, Tilburg in den Niederlanden, Linz in Österreich sowie Budweis in Tschechien.

Bosch sichert mit der Erweiterung des Portfolios Arbeitsplätze

Die Transformation der Automobilindustrie stellt für die gesamte Branche eine enorme Herausforderung dar. Bosch begegnet dieser einmal mehr mit Innovation. Mit dem Einstieg in das neue Geschäftsfeld, mit dem Bosch seine Mobility-Sparte um einen Non-Automotive-Bereich erweitert, nutzt das Unternehmen die Chance, weiter Beschäftigung zu sichern. So sollen in den kommenden Jahren mehrere Hundert Mitarbeitende im Bereich der Elektrolyse-Komponenten tätig werden. „Wir schlagen gleich drei Fliegen mit einer Klappe, indem wir ökologisch, ökonomisch und sozial einen wichtigen Beitrag leisten“, betonte Bosch-Geschäftsführer Heyn.

Bosch arbeitet an mobiler und stationärer Brennstoffzelle

Bosch ist vom Energieträger Wasserstoff überzeugt und arbeitet auch an der stationären wie an der mobilen Brennstoffzelle. Erstere soll unter anderem in Form kleiner dezentraler Kraftwerke in Städten, Rechenzentren, Handel, Gewerbe, im maritimen Bereich und beim Betreiben von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Mit der mobilen Brennstoffzelle will Bosch den klimaneutralen Transport von Waren und Gütern zunächst in Lkw ermöglichen. Das Portfolio für Fahrzeuge reicht dabei von einzelnen Sensoren über Kernkomponenten wie dem elektrischen Luftverdichter und dem Stack bis zum kompletten Brennstoffzellen-Modul. Der Serienstart soll noch in diesem Jahr erfolgen.


Photovoltaik-Pflicht auf neuen Wohngebäuden ab 1. Mai

Bei Bauanträgen für Nichtwohngebäude bereits seit 1. Januar – bei grundlegenden Dachsanieren ab 1.1.2023 – Fach-Veranstaltung bei Kreissparkasse am 28. Juni

Kreis Böblingen.| Photovoltaik-Anlagen liefern klimafreundlichen und günstigen Solarstrom und sind ein wichtiger Pfeiler für die Energiewende. Deshalb wurden sie bei neuen Nichtwohngebäuden und neuen Parkplätzen ab 35 Stellplätzen in Baden-Württemberg seit Januar 2022 Pflicht. Ab 1. Mai 2022 gilt die Pflicht nun auch für neue Wohngebäude und ab 1. Januar 2023 sind die Solarstromanlagen auch bei grundlegenden Dachsanierungen von bestehenden Gebäuden zu installieren.

Mit der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach wird man unabhängiger vom öffentlichen Stromversorger und leistet einen lukrativen Beitrag zur Energiewende. Der Strom wird vor Ort erzeugt und teilweise selbst verbraucht, das entlastet die Stromnetze. Den anderen Teil des Stroms können die Anlageneigentümer gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen. Wer den Strom selbst nutzt, spart den Kauf von teurerem Strom aus dem Netz.

Wer also ab sofort einen Bauantrag für ein neues Büro-, Verwaltungs- oder Wohngebäude einreicht, muss 60 % der solargeeigneten Dachfläche mit Solarmodulen belegen. Als solargeeignet gelten Dachflächen, die ausreichend besonnt sind. Das trifft auf unverschattete Dachflächen zu, die nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtet sind. Dächer mit einer Dachneigung von mehr als 20 Grad, die nach Norden zeigen, sind weniger geeignet. Auch Photovoltaikanlagen, die über Parkplätzen installiert sind, lohnen sich: Sie erzeugen auf ohnehin versiegelten Flächen grünen Strom und spenden gleichzeitig Schatten für darunter parkende Autos. Mit der weiteren Verbreitung der Elektromobilität werden die Fahrzeuge künftig auch die Verbraucher des günstigen Stroms sein. Denkbar ist die Kombination mit Ladesäulen für E-Autos. So kann der erzeugte Strom unmittelbar vor Ort verwendet werden.

„Photovoltaikanlagen sind der einzige Bestandteil des Gebäudes, der mehr Geld einbringt, als er kostet“, so Berthold Hanfstein, Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Böblingen. Die neue landesweite Pflicht sei in der Umsetzung aber nicht trivial. Deshalb hat die Energieagentur für den ersten Arbeitskreis Energie nach zweijähriger Zwangspause eine hochkarätige Referentin des Umweltministeriums eingeladen. Sie wird über Details aus der so genannten Durchführungsverordnung und über erste Rückmeldungen aus der Praxis der Nachweisführung berichten. Der Arbeitskreis Energie wendet sich an Fachpersonen und findet bei der Kreissparkasse Böblingen am 28.6.2022 statt. Weitere Informationen zum Programmablauf und zur Anmeldung finden sich unter www.ea-bb.de/Aktuelles/Veranstaltungen.

Eine kostenlose, neutrale Erstberatung rund um die energetische Sanierung, wie zum Beispiel eine Optimierung oder Erneuerung des Heizsystems, gibt es nach Terminvereinbarung bei der Energieagentur Kreis Böblingen. Zusätzlich können kostengünstige Energie-Checks vor Ort in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vereinbart werden. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 07031/663-2040 oder im Internet unter www.ea-bb.de.


Reds-Damen hadern mit dem Glück

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Beide Partien bei den Freising Grizzlies denkbar knapp verloren

Mit einer Woche Verspätung ging nun auch in der Damen Bundesliga die Spielsaison 2022 los. Nachdem die Auftaktpartie in Tübingen vergangene Woche buchstäblich ins Wasser fiel, reisten die Damen des TV Cannstatt am 01. Mai nach Freising. Bei nasskaltem Wetter trafen sich zwei Teams mit Meisterambitionen in der Softball Bundesliga-Süd. Dabei mussten sich die Gäste aus Stuttgart zweimal knapp, jeweils wegen einem fehlenden Run, geschlagen geben. Dabei waren die Trainer Markus Weil und Christoph Manske mit der Teamleistung in beiden Spielen sehr zufrieden. Was fehlte, war in den entscheidenden Spielszenen das nötige Quäntchen Glück.

Zu Beginn der ersten Partie hatten beide Teams die Chance gleich zu punkten. Während Stuttgarts Annie Stepniak an der Homeplate ganz knapp aus gemacht wurde, schafften die Grizzlies hingegen den Run zu scoren. Die Berührung der Stuttgarter Catcherin Alia Petzold kam einen Bruchteil zu spät, und somit ging Freising früh mit 1:0 in Führung. Dann passierte offensiv erstmal nichts mehr. Zu stark waren die beiden Pitcherinnen und deren jeweilige Defensive. Im 4. Inning brachte dann Freising eine Läuferin bis an die dritte Base. Stuttgarts Catcherin rutschte bei einem Pitch der Ball unter die Schutzausrüstung, und Freising konnte so zum 2:0 erhöhen. Bereits mit dem nächsten Pitch war dann die bayrische Schlagfrau Elinor Weyer Strike Out und das dritte Aus war aus Stuttgarter Sicht geschafft. Freising gelang im gesamten Spiel nur vier Hits. Doch auch Stuttgarts Offensive blieb im ersten Spiel der Saison blass. Immerhin schaffte man insgesamt fünf Hits im Spiel, und damit einen Hit mehr als die Gegner. Doch nur einer der Schläge brachte im 6. Inning den Anschlusspunkt zum 1:2. Hope Cornell gelang es den Ball deutlich aus dem Stadion zu schlagen, Homerun für Stuttgart. Doch alle anderen Reds-Läuferinnen strandeten an den Bases, wodurch Freising die erste Partie knapp mit 2:1 für sich entschied.

Auch die zweite Partie begann für die Stuttgarterinnen recht glücklos. Freising schaffte es gleich die ersten drei Schlagfrauen Aus zu machen. Während sich Stuttgarts Pitcherin Jenny Weil schwertat und gleich richtig unter Druck stand. Die Grizzlies schafften es bei zwei Aus alle Bases zu laden. Freisings nächste Schlagfrau schlug den Ball ins Infield, Stuttgarts Annie Stepniak machte das Play an der 1. Base und Stuttgart meinte schon, doch noch punktelos aus dem Inning zu kommen, doch entschied sich der Schiedsrichter bei der durchaus knappen Angelegenheit für den Safe Call. Statt dem dritten Aus waren damit wieder alle Bases besetzt und wie schon beim ersten Spiel gleichbedeutend die frühe Führung der Grizzlies. Doch es kam noch weitaus schlimmer: Bis die Reds dann endlich das 3. Aus im 1. Inning gelang, konnten noch weitere drei Punkte von Freising erzielt werden. Das Pech der Schwaben hielt weiter an, als im zweiten Inning ein Ball ins Rightfield geschlagen wurde. Alle Stuttgarter hofften, dass nun der Schiedsrichter den Ball im nicht spielbaren Bereich erkannt habe, doch war der Ball wohl knapp auf der Linie, und somit konnte Freising bereits im 2. Spielabschnitt mit zwei weiteren Runs den Spielstand auf eine komfortable 6:0 Führung erhöhen. Doch die Reds Damen gaben nicht auf und machten ihrerseits nun mit guten Offensivaktionen Druck auf Freising. Nachdem es nach sechs gespielten Innings 7:2 für Freising stand, pushten sich die Stuttgarterinnen noch einmal und wollten die Wende. Und dies half: Quasi jede Spielerin im Lineup traf nun mit dem Schläger den Ball, Freising agierte nervös und machte plötzlich Fehler. Sensationelle 8 Punkte schafften die Reds im letzten Spielabschnitt zum zwischenzeitlichen 10:7 für die Roten. Nun ging Freising in ihre letzte Offensive. Und Stuttgart ging es nun genauso wie Freising davor. Man traf in der Defensive die falsche Entscheidung, machte Fehler oder hatte einfach Pech, und die Schlagfrauen der Grizzlies trafen die Lücken in der Stuttgarter Verteidigung. Freising hatte bereits bei 2 Aus den Ausgleich geschafft, als auch noch der letzte Schlag zwischen Stuttgarts Infield und Outfield flog und Freisings Siegpunkt ermöglichte. Zu Ende war eine tolle Partie, die anfangs Freising schon als klaren Sieger sah. Doch das Aufbäumen der Reds, kurz vor Ende des Spiels, brachte die Reds vermeintlich auf die Siegerstraße. Allerdings hatte Freising noch eine Antwort in ihren letzten Schlagmöglichkeiten und gewann dann doch noch mit 11:10.

Die Reds können sich nun am kommenden Wochenende von den beiden schmerzlichen Niederlagen erholen und hoffen am 15. Mai auf Wiedergutmachung gegen die Regensburg Legionäre. Spielbeginn ist um 13:00 Uhr und um 15:30 Uhr auf dem Schnarrenberg beim TV Cannstatt.


SVL kämpft sich ins Halbfinale

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Was für ein Wasserball-Wochenende im Freibad Hoheneck! Der SV Ludwigsburg hat mit einem Sieg in aller letzter Sekunde am Samstag und mit einer souveränen Vorstellung am Sonntagabend die White Sharks Hannover geschlagen und das Halbfinale erreicht. Am Freitag, 13. Mai, ist der deutsche Rekordmeister Spandau 04 zu Gast im Ludwigsburg Freibad.

Strahlende Gesichter, wohin man auch schaut. Sonntagabend, kurz nach 21 Uhr im Freibad Hoheneck. Die Bundesliga-Wasserballer des SV Ludwigsburg haben eben das letzte von drei Viertelfinalspielen gegen die White Sharks Hannov er souverän gewonnen.

Der deutsche Nationalspieler Timo van der Bosch steht mit hoch rotem Kopf am Beckenrand, atmet tief ein und wieder aus, ein uns wieder aus – und erklärt dann: „Ich bin platt, platt und zufrieden.“ Speziell das dritte Viertel dieses Spiels gegen die Sharks sei „top“ gewesen. Fast alles lief nach Plan. Er werde diese Spiele bestimmt „die nächsten zwei Tage merken“, sprich schwere Muskeln haben.

Der Ludwigsburger Goalgetter Marko Martinic sagt, ihm sei immer klar gewesen – auch nach dem ersten Viertelfinalspiel, das in Hannover mit 12:9 verloren gegangen war: „Wir sind das bessere Team.“ Bei manchen Spielern sei das Problem phasenweise „der Kopf“ gewesen. Nach der Niederlage beim Auswärtsspiel am Mittwoch hätten einige seiner Kollegen viel über diese eine Niederlage nachgedacht – beim zweiten Spiel am Samstagnachmittag sei allen klar gewesen: „Wir MÜSSEN gewinnen.“ Entsprechend nervös sei man ans Werk gegangen.

Nach dem Sieg am Sonntagabend, den viel als „historischen“ für den SVL bezeichnen, erklären der SVL-Präsident, Volker Heyn, und sein Vize, Matthias Nagel unisono: Saisonziel erreicht. Die Mannschaft spielt Mitte Mai die Halbfinals gegen den deutschen Rekordmeister Spandau 04. Der SVL wird diese Saison also mindestens mit Platz vier beenden. Mindestens. Denn eins ist klar: auch wenn das Halbfinale gegen Spandau verloren werden sollte, in den dann folgenden Spielen um Platz drei sollen Siege her.

Der SVL Teammanager Adrijan Jakovcev – er hatte zum Start der Liga Platz vier als das ehrgeizige Ziel ausgegeben – sagt nach der Partie am Sonntag: das erste und das zweite Viertel seien noch nicht so ganz nach seinem Geschmack gelaufen. Aber die zweite Hälfte habe der SVL super gespielt. Speziell das dritte Viertel habe ihm sehr gut gefallen. Jakovcev spricht von einer „Wahnsinns-Leistung“ gegen sehr gute Hannoveraner. Die White Sharks seien eine „Spitzenmannschaft“. Dieses Spiel werde in die Geschichte des SV Ludwigsburg eingehen. Der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle sagt, alle Männer hätten großartige Leistungen gezeigt, für ihn sei der Mannschaftskapitän und Torwart „der Mann des Tages“. Ivan Pisk hatte zig teilweise sensationelle Paraden gezeigt und den SVL immer im Spiel gehalten.

Rückblick. Samstagnachmittag, 17 Uhr. Der SVL muss den Rückstand nach dem verlorenen Auswärtsspiel wettmachen. Und die Spieler tun sich zunächst schwer. Ludwigsburg gerät gleich in Rückstand, Eric Fernandez Rivas gelingt zwar bald der Ausgleich zum 1:1, aber dann liegt der SVL zunächst fast immer zurück, einmal gelingt noch der Ausgleich, aber bis ins letzte Viertel tun sich die Ludwigsburger schwer. Sie schießen über das Tor, verteidigen ungeschickt, bekommen zu viele Treffer. Einer der Zuschauer im Freibad sagt: „Vorne ist das Problem.” Marko Martinic hält den SVL im Spiel, er erzielt die Treffer zwei, drei und fünf. Nach dem dritten Viertel führt Hannover, es steht 5:6. Wieder ist es Martinic mit seinen Toren, der den SV Ludwigsburg und die Fans hoffen lässt.

Der SVL kommt in Schwung. Kurz vor Schluss steht es 9:7 für Ludwigsburg. Noch zwei Minuten sind auf der Uhr. Der Sieg sollte nicht mehr in Gefahr geraten, doch es kommt anders. Die Sharks erzielen das 9:8 und kurz vor dem Schlusspfiff auch noch den Ausgleich per Strafwurf. Nun sind nur noch ein paar Sekunden auf der Uhr. Angriff Ludwigsburg. Der Ball landet im Toraus, Eckball für den SVL. Ein blitzschneller Schuss aufs Tor den Timo van der Bosch noch abfälscht – und dem Nationalspieler gelingt das schier Unmögliche: mit dem Schlusspfiff fällt das 10:9. Was für eine unglaubliche Partie. Viele Zuschauer, die Spieler, der Trainer, der Teammager und der Vorstand haben vermutlich alle diesen einen Gedanken im Kopf: Macht das letzte Spiel an nächsten Tag bitte nicht wieder ganz so spannend.

Sonntagabend, 20 Uhr. Die Sonne scheint, die Stimmung am Beckenrand ist gut. Anpfiff des alles entscheidenden Spiels. Der SVL beginnt schlecht. Schnell steht es 0:2, Hannover legt wieder vor. Nach dem ersten Viertel ist auf der Anzeigetafel ein 1:3 zu lesen. Doch bald kommt Ludwigsburg immer besser ins Spiel. Nach der Halbzeit steht es 3:4. Nun drehen van der Bosch, Martinic und Co. voll auf. Das dritte Viertel ist für die Ludwigsburger Fans ein wahrer Genuss. Ein Tor nach dem anderen fällt: 4:4, Vitor Pavicic-Capucho, 5:4 Mateja Bosic, 6:4 Martinic, 7:4 Aleksa Manic. Mit dem Beginn des letzten Viertels steht es 8:6 für Ludwigsburg. Hannover kommt zwar nochmal auf 8:7 ran, doch dann erzwingen van der Bosch, Mikael Metodiev und Pavicic-Capucho die weiteren Treffer zum 12:10 Endstand. Und die Party an diesen legendären Sonntagabend am Beckenrand des Freibads in Hoheneck beginnt.


Wüstenrot: Mit Bausparen der Zinswende begegnen

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Die Bauzinsen in Deutschland steigen in raschem Tempo: Standardkredite mit zehnjähriger Zinsbindung, die noch im Dezember 2021 für unter ein Prozent Zins erhältlich waren, liegen aktuell schon bei über zwei Prozent Zins. Und viele Expertinnen und Experten sehen bereits eine „3“ vor dem Komma noch in diesem Jahr voraus. Mit einem Bausparvertrag als Zinssicherung kann man sich gegen diese ungünstige finanzielle Entwicklung am besten wappnen.

Stephan Müller, Leiter Vertrieb von Wüstenrot: „Der große Vorteil des Bausparens ist die uneingeschränkte Niedrigzinsgarantie. Diese resultiert aus der Tatsache, dass Bausparmittel unabhängig vom Kapitalmarkt aus dem Bausparkollektiv heraus begeben werden. Die finanziellen Belastungen sind daher für die gesamte Laufzeit einer Finanzierung stabil und heute schon kalkulierbar.“

Für Immobilieninteressentinnen und -interessenten, die beispielsweise erst in fünf oder zehn Jahren an einen Erwerb denken, ist das ein unschätzbarer Vorteil, denn bei ihnen ist die Unsicherheit über die weitere Zinsentwicklung am größten. Mit Bausparen wird wichtiges Eigenkapital für eine Teilfinanzierung aufgebaut und in Zinssicherung investiert.

Wüstenrot bietet beispielsweise mit dem Wüstenrot Wohnsparen Premium Bauspardarlehenskonditionen ab 1,77 Prozent effektiv bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro. Das Angebot liegt aktuell bereits unter den Marktzinsen und könnte in zehn Jahren einen noch viel deutlicheren Zinsvorsprung aufweisen. Hinzu kommt: Bausparen ist vielfach gefördert. Von der Wohnungsbau-Prämie über die Arbeitnehmer-Sparzulage bis hin zum Wohn-Riester unterstützt der Staat den individuellen Immobilientraum.

Auch für Modernisierungen, die in absehbarer Zeit auf Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer zukommen, lohnt sich das Bausparen. Mit einem Sollzins ab 0,45 Prozent im Tarif Wüstenrot Wohnsparen Komfort lassen sich die zukünftigen Investitionen sehr zinsgünstig stemmen.

Unterschied von Zehntausenden Euro

Auch Anschlussfinanziererinnen und -finanzierer, die in einigen Jahren vor Ablauf der Zinsbindung ihres derzeitigen Kredits stehen, sollten genau rechnen. Denn jeder Prozentpunkt Zinsanstieg kostet viel Geld. Bei einem Nettodarlehensbetrag von nur 200.000 Euro bedeutet eine Erhöhung der aktuellen Bauzinsen um einen Prozentpunkt Mehrkosten von rund 2.000 Euro pro Jahr. Bei einem Anstieg um sogar drei auf rund fünf Prozent, was historisch gesehen in Deutschland eine oftmals normale Zinshöhe darstellte, verteuert sich der Kredit pro Jahr um 6.000 Euro. Bei einer zehnjährigen Laufzeit resultiert somit ein Unterschiedsbetrag von 60.000 Euro.

Für Anschlussfinanzierer gilt daher: Im Vergleich mit einer Umschuldung, einer Prolongation des Kredits oder dem Abschlusses eines Forward-Darlehens ist ein Bausparvertrag oftmals das ideale Instrument, um sich effektiv vor höheren Zinsen zu schützen. Hier wird eine Anschlussfinanzierung mit einem Vorsorge-Bausparvertrag eingeplant. Weiterer Vorteil bei kleineren Restdarlehen: Zum Ende der Kreditlaufzeit kann eine bestehende Restschuld komplett mit einem zinsgünstigen Bausparervertrag abgelöst werden. Ein großer Vorteil ist weiterhin, dass Sondertilgungen beim Bauspardarlehen jederzeit und in beliebiger Höhe möglich sind.

Wenn alles passt: Zügig finanzieren

Aktuelle Kaufinteressentinnen und -interessenten stehen derzeit vor einer leichteren Entscheidung. Der momentane Zinsanstieg sollte zwar niemanden zu voreiligen Handlungen anspornen. Sofern Objekt, Finanzierung, Handwerkerleistungen und sonstige Rahmenbedingungen stimmen, sollte die Immobilienfinanzierung mit einem klassischen Immobilienkredit oder einer Kombination unter Einbindung eines Bauspardarlehens jedoch rasch unter Dach und Fach gebracht werden.


Stuttgart Reds fahren zwei Heimsiege gegen Mannheim ein

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Bei den 3:0- und 8:4-Erfolgen gegen die Mannheim Tornados beeindrucken die Cannstatter Baseballer mit Pitching- und Defensiv-Leistungen

Die Bundesliga-Baseballer des TV Cannstatt haben sich beeindruckend zurückgemeldet. Nach zuvor zwei deutlichen Niederlagen gegen Regensburg zeigten die Pitcher der Stuttgart Reds am letzten April-Tag ihre Klasse. Bei den beiden 3:0- und 8:4-Heimsiegen in der Baustelle des neuen Baseballstadiums auf dem Schnarrenberg beeindruckte auch die Defensive der Reds.

Bei kühlem Wetter waren nur die Hardcore-Fans auf das TVC-Gelände gekommen, um die „Roten“ zu unterstützen, die nach den Niederlagen gegen Regensburg – das aktuell stärkste Team der Liga – in die untere Tabellenhälfte abgerutscht waren.

Für die Reds stand im ersten Spiel José Mendoza auf dem Werferhügel. Und schon der Beginn der Begegnung brachte einen Vorgeschmack auf das, was diesen Doppelspieltag prägen sollte: tolles Pitching und hervorragende Defensivleistungen der Reds. Der erste Schlagmann der Tornados, Oscar Bustamante, schlug den Ball hoch und weit in die äußerste linke Ecke des Spielfeldes, doch Reds-Outfielder Jonas van Bergen erlief den Ball beeindruckend zum ersten Aus. Auch Marcel Giraud, der jetzt für Mannheim werfende Ex-Stuttgarter, gab sich kaum eine Blöße und es entwickelte sich ein Spiel mit wenig Baserunnern und meist schnellen „Aus“. Giraud verletzte sich allerdings schon im zweiten Inning und musste gegen Daniel Gosselin ausgewechselt werden, der die Reds-Pitcher mit seinen angeschnittenen Würfen ebenso gut im Griff hatte. Einzig Marco Cardoso, der Reds-Neuzugang ließ in dieser Anfangsphase mit einem Hit und aggressivem Baserunning aufhorchen.

Es stand nach 5 Innings immer noch 0:0 als den Reds dann endlich die ersten Runs gelangen. Bei bereits zwei Aus schlug Andrija Tomic einen Ground Ball Richtung dritte Base und war schneller „safe“ als die Tornados-Verteidigung werfen konnte. Durch einen der vielen Errors auf Seiten der Gäste konnte Tomic bis zur dritten Base vorrücken, ehe Marco Cardoso ein „Double“ die Leftfield-Linie runter schlug und Tomic so den ersten Punkt erlief. Moritz van Bergen folgte mit dem nächsten Base Hit und Cardoso erhöhte auf 2:0 ehe Dustin Ward durch einen Tornados-Fehler sicher an die Base kam und van Bergen das 3:0 erzielte.

Diese Führung verteidigten die Reds im 7. und 8. Spielabschnitt unter anderem durch die ersten beiden von vier „Double Plays“ des Tages: Kam tatsächlich mal ein Mannheimer auf Base, hielt die Verteidigung ihrem Pitcher José Mendoza in beeindruckender Weise den Rücken frei. Mendoza wurde von Inning zu Inning stärker und warf tatsächlich mit 155 Pitches ein „Complete Game Shutout“, das nach nur 2 Stunden und 50 Minuten zu Ende ging.

In der Offensive war Marco Cardoso, mit drei Hits – darunter 2 Doubles – der auffälligste „Rote“ in diesem ersten Spiel.

Die Energieleistung Mendozas erlaubte es Reds-Coach Curtis di Salle, das zweite Spiel mit Juan Pimentel auf dem Mound zu beginnen. Der 19-jährige Spanier war anfangs noch etwas ungestüm, ließ zwei Tornados per Walk auf Base, kontrollierte dann aber immer besser Pitches und Emotionen.

Gegen sein Mannheimer Gegenüber, den Brasilianer Igor Januario, konnten die Reds schon im ersten Inning punkten. Andrija Tomic war durch ein Double auf Base als Marco Cardoso ihn durch ein schönes Single ins Rightfield nach Hause brachte. Bereits ein Inning später setzten die Reds noch einen drauf: Jonas van Bergen und Ruben Kratky, die beide in dieser Saison noch kein offensives Erfolgserlebnis hatten, sowie der von einem Pitch getroffene Xavi Gonzalez hatten alle Bases besetzt, als Andrija Tomic den Ball über den Centerfielder der Gäste hinweg bis fast an den Zaun schlug. Auf sein Double hin konnten alle drei Baserunner punkten – 4:0.

Durch einen Bewegungsfehler, einen sogenannten Balk, des Mannheimer Pitchers erzielte Jannik Denz im 5. Inning das 5:0 bevor dann dem Starting Pitcher der Reds offenbar der Arm schwer wurde. Mit zwei Singles und einen Walk luden die Tornados die Bases und der Reds-Coach reagierte: Dustin Ward löste Juan Pimentel auf dem Werferhügel ab. Ward gelag zwar ein schnelles erstes Strike Out, er musste aber dann einen Punkt nach dem anderen hinnehmen. Der Vorsprung war 5:4 geschrumpft als ein Pop-Up von Merlin Bendlin im Handschuh des Reds-Third Baseman zum dritten Aus landete.

Sollte das Spiel noch einmal kippen? Die Reds hielten schon im nächsten Halbinning unbeirrt dagegen. Hits von Danilo Weber und Xavi Gonzalez brachten das 6:4.  Und während Dustin Ward gegen Mannheim immer mehr seine Klasse zeigte, erhöhten die Hausherren weiter den Vorsprung. Im 7. Inning, nachdem Ferlon Gijsbertha den Werferhügel für Mannheim übernommen hatte, waren es Jannik Denz und Ruben Kratky, die einem weiteren Run herausschlugen. Im 8. Inning brachte dann ein Sacrifice Fly von Moritz van Bergen den 8:4-Schlussstand. Für die letzten drei „Aus“ gegen die Tornados war schließlich Austin Hassani verantwortlich, ebenfalls ein Neuzugang der Reds. Drei schnelle Strike Outs und die Reds-Fans konnten mit ihrer Mannschaft jubeln.

„Winning Pitcher“ des Spiels ist Juan Pimentel, der fünf Strikeouts warf sowie fünf Walks und vier Hits zuließ. Drei der Mannheimer Runs gingen auf sein Konto. Auffälligster Offensivspieler war Andrija Tomic mit zwei der acht Stuttgarter Hits sowie drei Runs-batted-in. Sechs Stolen Bases zeigen, wie aggressiv Stuttgart auch beim Base Running war.

Mit nun 4 Siegen und 3 Niederlagen haben die Baseballer des TV Cannstatt auch in der Tabelle wieder Anschluss nach oben gefunden. Am kommenden Samstag treten die Reds in Ulm zweimal beim Tabellen-Schlusslicht IT Sure Falcons an.


Stuttgart 21: Fuß der letzten Kelchstütze steht

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  • Bahn betoniert unteren Abschnitt von 28. Kelchstütze
  • Mehr als die Hälfte das Bahnhofsdachs ist geschlossen

Stuttgart.| Der Rohbau des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs, dem Herzstück von Stuttgart 21, ist seinem Finale einen weiteren Schritt näher. Die Deutsche Bahn hat am heutigen Donnerstag planmäßig den unteren Abschnitt der letzten zu errichtenden Kelchstütze betoniert. Damit steht die Basis für jeden der 28 charakteristischen Baukörper. 20 Kelchstützen haben jeweils bereits den oberen Teil mit dem typischen Lichtauge erhalten und sind damit im Rohbau weitgehend fertig. Mehr als die Hälfte des künftigen Bahnhofsdachs ist inzwischen geschlossen.

Für den letzten sogenannten Kelchfuß wurde in den vergangenen Wochen die Bewehrung und die aus vier massiven Elementen bestehende Schalung hergestellt. Am Donnerstagmorgen, 28. April 2022, haben die Arbeiter schließlich rund 35 Kubikmeter Beton in die Negativform dieses Kelchfußes gegossen. Noch in diesem Frühjahr soll erneut Beton fließen: Dann wird die 21. Kelchstütze im Rohbau vollendet.

Einzigartige Dachkonstruktion

Die einzigartige Betonschalenkonstruktion für die künftige Bahnsteighalle wurde in dieser Form noch nie gebaut. Für Ingenieure und Arbeiter stellt deren Bau eine große technische Herausforderung dar. In einem Kelch befinden sich 350 Tonnen Bewehrungsstahl, die sich auf 22.000 einzeln vermessene Stahlstreben verteilen. Ein jeweils vorab hergestellter, bis zu sechs Meter hoher Kelchfuß besteht aus bis zu 85 Kubikmeter Beton, der darauf befindliche obere Abschnitt ist in 700 Kubikmeter Beton gegossen. Der Durchmesser beträgt im oberen Bereich rund 32 Meter, der Durchmesser der Öffnung für das Lichtauge 16 Meter.

Der Bau des künftigen Bahnhofs nahm im Jahr 1997 im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs seinen Anfang. Das 32-köpfige Preisgericht wählte damals aus 126 eingereichten Vorschlägen einstimmig den Entwurf des Büros Ingenhoven aus.