Waspo Hannover zu stark für Ludwigsburg

0

Die SVL-Wasserballer haben ihr Heimspiel am Samstag im Sportbad Neckarpark in Stuttgart gegen Waspo Hannover deutlich verloren, zu deutlich, sagt der Vizepräsident. Nach viermal acht Minuten heißt es 4:20 für den Deutschen Meister.

Waspo Hannover gewinnt das erste Anschwimmen. Aber macht zunächst kein Tor. Dann ist der Ball bei Ludwigsburg, Schuss Tobi Bauer, Parade. Nächster Angriff Hannover, schön gehalten vom Ludwigsburger Keeper Josip Katusa. Es ist zu wenig Bewegung im Ludwigsburger Angriffsspiel. Nächster Angriff von Waspo, die zweite Parade des S VL-Torwarts. Und wieder läuft eine 30-Sekunden-Angriffszeit des SVL ab – ohne Tor.

Nächster Angriff Waspo, Treffer zum 0:1. Den Ludwigsburgern fällt nicht viel ein. Schuss Bauer, Latte. Gegenangriff, Katusa hält erneut. Die sechste Minute, der zweite Treffer für Waspo. Dann macht Sergio Prieto Hernandez das 1:2 für den SVL. Kende John verteidigt toll. Unterzahl Ludwigsburg, kein Gegentor. Ein paar Sekunden vor dem Ende des Viertels aber das 1:3 für die Gäste. Bis dato ist insgesamt wenig Tempo im Spiel.

Die Partie gegen Waspo ist das dritte Heimspiel des SV Ludwigsburg. Das erste gegen Spandau Berlin ging verloren, gegen den SSV Esslingen haben die Ludwigsburger gewonnen. Waspo ist mit einer überraschenden Niederlage gegen den ASC Duisburg im Gepäck nach Schwaben gereist. Der SVL hat in dieser Begegnung ohnehin keinen Druck. Einen Sieg gegen den Deutschen Meister erwartet kaum jemand. Im Sportbad treffen nun der Dritte in der Bundesligatabelle – Hannover – und der Fünfte aufeinander. Ludwigsburg hat bislang zwei Siege und zwei Niederlagen eingefahren, Hannover hat dreimal gewonnen und einmal verloren.

Die Spiele des SVL gegen Waspo haben bis dato immer gezeigt: der Klassenunterschied ist unverkennbar. Ziel der Ludwigsburger ist Platz drei in der Abschlusstabelle, man will näher heran kommen an die Top-Teams. Der SVL hat allerdings schon ein bisschen Boden verloren – mit der Niederlage gegen den ASC Duisburg. Das Motto bleibt aber: möglichst dran bleiben an den Spitzenmannschaften. Waspo, das wissen alle lange vor dem Anpfiff, ist ein superschwerer Gegner, aber schlagbar, sagen manche. Man muss aber hinten stabiler stehen – und vorne Tore machen. Was im Fortgang dieser Partie in Stuttgart leider kaum gelingen wird.

Auch das zweite Viertel mit dem besseren Start für Waspo: Anschwimmen wieder gewonnen und sofort das 1:4. Dann Foul SVL, Strafwurf für Hannover. Katusa ist zwar dran am Ball, aber Treffer zum 1:5. Überzahl Ludwigsburg, ein viel zu schneller Abschluss. Ballverlust. Konter und das 1:6. Und wenig später das 1:7 und das 1:8. Ludwigsburg tut sich schwer. Ist das Spiel bereits verloren? Vermutlich ja. Bauer setzt sich durch, aber Abschlusspech, Pfosten, kein Treffer. Dann der nächste schnelle Konter von Hannover. 1:9. Und bald das 1:10. Der Halbzeitpfiff; Waspo hat im zweiten Viertel den Turbo gezündet.

In der Pause sagt der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle: Waspo sei ein anderer Gegner als der SSV Esslingen. Ohne den „überragenden Josip Katusa“ würde Ludwigsburg noch viel schlechter dastehen. Er hoffe, der SVL werde die zweite Hälfte des Spiels „freundlicher gestalten“. Man schwimme in zu viele Konter. „Und wir schaffen es nicht, unsere Center anzuspielen. Wir tun uns schwer.“ Was besser machen? Wie rankommen? Dieters Antwort: „Nicht so einfache Tore bekommen. In der Abwehr stabiler stehen, etwas mehr Glück haben.“

Die zweite Hälfte. Das Anschwimmen geht abermals an Hannover. Aber der Angriff verpufft. Es bleibt vorerst beim 1:10. Immerhin. Parade SVL. Ludwigsburg verteidigt jetzt etwas besser. Angriff, Prieto Hernandez macht das 2:10. Nächster SVL-Angriff. Foul Hannover. Strafwurf für Ludwigsburg. Bauer verwandelt nicht. Leider. Und wieder eine Parade von Katusa, die mittlerweile Neunte.

Den SVL-Spielern fehlt die Cleverness, vielleicht auch die Erfahrung. In der fünften Minute das 2:11 für Hannover und wenig später auch noch das 2:12. Zwei tolle Tore aus der Distanz. Parade Nummer zehn von Katusa. Der Ball ist aber zurück bei Waspo, Treffer zum 2:13. Kurz vor Schluss das 2:14. Hannover hat das Spiel komplett im Griff. Ludwigsburg findet keine Mittel. Und fängt auch noch das 2:15. Ende des Viertels.

Die letzten acht Minuten. Ludwigsburg gewinnt das Anschwimmen – und Jakov Skiljic macht den Anschlusstreffer. 3:15. Ergebniskosmetik. Bald fallen das 3:16 und das 3:17. Nino Blazevic macht das 4:17, ein schöner Treffer aus der Distanz. Waspo verwaltet das Ergebnis nur noch. Und macht dann doch bald das 4:18. Dieses Spiel ist längst gelaufen.

Foul SVL, Strafwurf Waspo. Treffer zum 4:19. Noch zwei Minuten auf der Uhr. Ludwigsburg vertändelt den Ball. Konter. Nächstes Foul SVL, Fünfmeter, gehalten von Katusa, dem besten SVL-Spieler des Abends. Wenige Minuten vor Schluss macht Hannover den 20. Treffer. Der Schlusspfiff. Die Partie geht mit 4:20 an Waspo.

20 Gegentore! Das sind schlicht zu viele. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel ist nicht zufrieden und sagt: „Das war zu wenig, klar, Waspo ist besser – das ist unstrittig.“ Er habe sich aber mehr erhofft, speziell von der Abwehr. „Immer 20 oder mehr Gegentore bekommen gegen Mannschaften, die man irgendwann mal näherungsweise erreichen will, das darf nicht passieren.“ Jetzt gegen Waspo war das so – und zuvor gegen Spandau und auch gegen Duisburg. Bei 20 Gegentoren sei „die Offensive noch das kleinere Problem“, so Nagel. Enttäuschend sei dieses Heimspiel gelaufen.

„Uns bleibt nichts übrig als Hannover zu diesem nie gefährdeten Sieg zu gratulieren“, sagt der SVL-Sprecher im Online-Livestream, Jan Wörsinger, nach dem Abpfiff. Ein höflicher Andrija Basic von Waspo Hannover sagt im Kurzinterview: „Das war für uns kein leichtes Spiel, wir wissen: der SVL ist ein gutes Team, aber wir waren besser. Wir haben 100 Prozent gegeben und unseren Job gemacht.“ Zu der Niederlage von Waspo gegen Duisburg vor zwei Wochen erklärt Basic: „Ein richtig schlechtes Spiel. Wir hatten einen schlechten Tag.“ Nun gelte es, das nächste Spiel gegen Spandau 04 – den Hauptkonkurrenten um die Meisterschaft – zu gewinnen.

Zvonimir Andelic vom SVL sagt sinngemäß: das Spiel gegen Waspo sei eine gute Vorbereitung für die nächsten Spiele gegen Neukölln und die White Sharks Hannover gewesen, diese beiden Partien an den nächsten zwei Wochenenden müssten unbedingt gewonnen werden. Waspo sei an diesem Abend im Sportbad „klar besser“ gewesen. Der SVL-Keeper erklärt: „Wir müssen mehr an uns arbeiten.“


Torefestival gegen den Tabellenletzten

0

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die SG BBM Bietigheim feiert beim 36:22 (17:12)-Erfolg über die Wölfe Würzburg ihren höchsten Saisonsieg. Aufwärts geht es für die Jungs von Iker Romero, während der Tabellenletzte am Freitag nicht an den Überraschungserfolg gegen den ThSV Eisenach anknüpfen konnte.

„Das System funktioniert. Bei uns greifen immer mehr Rädchen ineinander“, stellte ein zufriedener Konstantin Poltrum nach dem Schlusspfiff fest. Der Keeper der SG BBM vergoldete eine starke Abwehrleistung seines Teams mit zehn Paraden im zweiten Abschnitt. Die eigentliche Post ging aber im Bietigheimer Angriff ab, der mit einer Wurfquote von über 73 Prozent die Würzburger Hintermannschaft ganz schön alt aussehen ließ. „Wenn du keinen Zugriff findest und keine Emotionen in die Abwehr reinlegst, dann verlierst du hier berechtigt mit 14 Toren“, versuchte sich Wölfe-Kapitän Patrick Schmidt in einer ersten Analyse.

Vom späteren deutlichen Ergebnis war 20 Minuten lang noch nichts zu erkennen. „Wir waren da in etwa gleichwertig“, stellte Wölfe-Coach Julian Thomann zum 11:10-Zwischenstand fest. Vor allem die Tore von Lukas Böhm und Oliver Seidler am Kreis hielten die Gäste gut im Spiel. „Der Knackpunkt ist direkt nach der Halbzeit, als wir in einer Minute drei Gegentore kriegen. Wir waren dann in allen Bereichen nicht mehr bereit Abstiegskampf zu spielen, der Widerstand war gebrochen“, redete Thomann Klartext.

„Meine Mannschaft hat da weitergemacht, wo sie vor fünf Tagen in Dessau-Roßlau aufgehört hat“, freute sich dagegen Iker Romero. „Der Wille war da, immer mehr zu geben, immer mehr Tempo zu gehen“, so der spanische Trainer. Und erneut gehen die Routiniers in der Anfangsaufstellung voran. Christian Schäfer glänzte mit einer perfekten Wurfquote. Bis auf einen im zweiten Abschnitt verwandelten Siebenmeter markierte der Rechtsaußen seine Tore schon im ersten Abschnitt. Dann durfte Youngster Vincent Brenner auf der Schäfer-Position lange zeigen, was er kann. Bietigheim spielt aus einer sicheren Abwehr und erhöht kurz vor der Pause den Druck. Fabian Wiederstein markiert praktisch mit dem Pausenpfiff den 17:12-Halbzeitstand.

Und nach dem Wiederanpfiff hatten längst noch nicht alle der 983 Zuschauer ihren Platz wieder gefunden, da war die Partie vollends in Bietigheimer Hand. Die SG BBM erhöhte mit drei Treffern innerhalb einer Minute auf 20:12. Auch nachdem Wölfe-Coach Thomann beim 26:16, der ersten zweistelligen Führung der Gastgeber, seine Auszeit genommen hatte, war kein nennenswerter Widerstand mehr im Spiel der Mainfranken. Wenig Mühe hatten auch die beiden Unparteiischen Sophia Janz und Rosana Sug mit einer souverän geleiteten Partie.

Zeit für die SG BBM also, etwas für die Seele zu tun, die unter den vier Niederlagen im „Schwarzen November“ (Romero) etwas gelitten hatte. Beispielsweise mit den vier Treffern von Nikola Vlahovic. „Es war für mich schon wichtig dem Trainer zu zeigen, dass ich auch im Angriff eine Alternative sein kann“, kommentierte der 23-Jährige seine Leistung. Auf der rechten Angriffsseite fehlte bei der SG BBM der erkrankte Maximilian Hejny, bei Würzburg war erneut Keeper Jonas Maier nicht dabei.

Selbst die Zeit für das eine oder andere Kabinettstückchen war gekommen. Nikola Vlahovic legt zum Kempa auf, Alexander Pfeifer verwandelt bei seinem ersten längeren Einsatz nach überstandener Ellbogenverletzung von Linksaußen zum 36:21.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Genz; Vlahovic (4), Claus (4), Öhler (3), Wolf (4/1), Schäfer (8/5), de la Peña (3), Wiederstein (3), Velz, Barthe (2), Asmuth, Brenner (1), Pfeifer (2), Fischer (2).

Wölfe Würzburg: Wieser; Siegl, Daugs, Böhm (6), Karle, Neagu (1), Schmidt (6), Kaufmann (1), Dürr (2), Hack (1), Beran, Rose, Seidler (4), Merk (1).
Spielverlauf: 3:3(7.), 7:3 (11.), 10:9 (19.), 15:12 (28.), 17:12 (30.), 20:12 (33.), 24:16 (40.), 29:17 (47.), 35:20 (58.), 36:22 (60.).

Zeitstrafen: Fischer (49.) – Rose (9.), Dürr (20.), 02.12.2022
Siebenmeter: 6/6 – 0/0
Schiedsrichter: Sophia Janz / Rosana Sug (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 983 (Viadukthalle, Bietigheim)


Villa Berg wird zum „Offenen Haus für Musik und Mehr“

0

Gemeinderat beschließt Konzept für Nutzung und Betrieb

Stuttgart.| Die Villa Berg ist eines der großen kulturpolitischen Projekte in Stuttgart. Das „Offene Haus für Musik und Mehr“ soll Ende 2025 eröffnet werden. Der Gemeinderat hat jetzt ein Konzept für die Nutzung und den Betrieb beschlossen.

Der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Mit der Ratsentscheidung geht es einen großen Schritt voran in Richtung des Offenen Hauses für Musik und Mehr. Die Villa Berg wird ein exzellentes Musikprogramm und innovative kulturelle Angebote mit attraktiven Räumlichkeiten für bürgerschaftliches Engagement verbinden. Außerdem können Besucherinnen und Besucher Zeit im Haus verbringen, ohne eine Veranstaltung besuchen oder etwas konsumieren zu müssen. Das hilft, Berührungsängste abzubauen. Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter werden eingeladen, dieses architektonische Juwel mit seiner bedeutenden Geschichte zu erleben.“

Mit dem beschlossenen Nutzungskonzept geht die Stadt Stuttgart neue Wege: Erstmals wird eine Kulturinstitution von Anfang an mit großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Das Konzept baut auf Leitlinien auf, die 2016 in einem modellhaften Beteiligungsprozess entwickelt worden waren. Dieser partizipative Ansatz soll sich bis in die Organisationsstruktur der Villa Berg fortsetzen und neue Möglichkeiten für Programmgestaltung und kulturelle Teilhabe ermöglichen. Vielversprechend ist auch die Verbindung von Villa und Park. Die derzeit laufende Sanierung des bei Anwohnenden und Besuchern beliebten Parks erlaubt es, behutsam Möglichkeiten für kulturelle Angebote unter freiem Himmel zu schaffen. Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner führt aus: „Selbstverständlich ist sich die Stadt ihrer Verantwortung gegenüber der Nachbarschaft, der geschützten Natur und der historischen Substanz des Parks bewusst und nimmt diese sehr ernst. Zugleich bietet sich die einmalige Chance, neue Wege für niederschwellige kulturelle Angebote zu beschreiten. Wir freuen uns schon sehr darauf, allen Menschen in Stuttgart und darüber hinaus diese einzigartige urbane Kulturinstitution vorzustellen.“


Neues zum Fahrplanwechsel im Landkreis Esslingen

0

Die wichtigsten Änderungen im Landkreis ab 11. Dezember 2022 – alle Verbindungen bereits in der elektronischen Fahrplanauskunft über App oder Web abrufbar

Kreis Esslingen.| Jedes Jahr gibt es zum großen Fahrplanwechsel Mitte Dezember Neuerungen und Verbesserungen beim Bus- und Bahnangebot. In dieser Pressemitteilung sind die wichtigsten Neuerungen bei Bus und Bahn zusammengefasst, die den Landkreis Esslingen betreffen. Alle Verbindungen sind bereits in der elektronischen Fahrplanauskunft des VVS über die VVS-App oder die Internetseite abrufbar.

Änderungen bei der S-Bahn

Im Lauf des Jahres 2022 sind neue Fahrzeuge an die S-Bahn Stuttgart geliefert worden. Dadurch können in der Hauptverkehrszeit nun nahezu alle S-Bahnen mit drei Einheiten als Langzug fahren.

15-Minuten-Takt an Samstagen

Ab 11. Dezember sind an Samstagen deutlich mehr S-Bahnen als bisher unterwegs: Die S-Bahnen auf den Linien S1 bis S6 sowie S60 sind dann nicht nur nachmittags, sondern von etwa 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr durchgehend alle 15 Minuten unterwegs. Lediglich auf den Abschnitten Plochingen – Kirchheim (T) (S1), Marbach – Backnang (S4) und Renningen – Böblingen (S60) bleibt es beim durchgehenden Halbstundentakt. Auf den Gleisabschnitten dort können nicht mehr Züge als bisher fahren.

Die S2 fährt ab dem Fahrplanwechsel auch an Samstagen von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr alle 15 Minuten nach Filderstadt, im Gegenzug endet die S3 während dieser Zeit bereits in Vaihingen.

Alle 15 Minuten nach Herrenberg

Ab dem Fahrplanwechsel fahren alle Züge der S1 durchgehend bis Herrenberg. Damit gibt es keine S1 mehr, die bereits in Böblingen endet bzw. erst dort startet. So besteht von Montag bis Samstag auch zwischen Böblingen und Herrenberg ein 15-Minuten-Takt. Um den Konflikten im Fahrplan auszuweichen, fahren die zusätzlichen Züge beschleunigt ohne Halt zwischen Böblingen und Herrenberg.

Bei der S1 werden die Fahrzeiten auf dem Abschnitt Plochingen – Kirchheim (T) um eine Minute verschoben, weil künftig zusätzlich Fernzüge von/bis Wendlingen auf denselben Gleisen unterwegs sind. Die S1 fährt deshalb in dem Abschnitt künftig eine Minute früher ab und kommt auch eine Minute später an.

Sperrung der S-Bahn Stammstrecke

In den Sommerferien vom 29. Juli bis 13. September 2023 müssen Fahrgäste mit Einschränkungen auf der Stammstrecke rechnen. Wegen weiterer Sanierungsarbeiten und Vorarbeiten für das Projekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ muss diese komplett gesperrt werden – für den etwa sechswöchigen Zeitraum wird ein Baustellenfahrplan und ein Ersatzverkehr eingerichtet. Wie dieser im Detail gestaltet werden wird, ist noch nicht bekannt.

Regionalzüge

Wegen der Stammstreckensperrung im kommenden Sommer wird es zu größeren Einschnitten beim Regionalverkehr bis Stuttgart Hbf geben. Züge enden teilweise schon früher oder fallen aus.

SWEG Bahn Stuttgart:

Linien RE 12 (Tübingen – Heilbronn) und RB 18 (Tübingen – Osterburken)

Auf der Strecke von Tübingen über Stuttgart nach Heilbronn sind die Züge künftig montags bis samstags bis Mitternacht annähernd im Halbstundentakt unterwegs. Auch an Sonn- und Feiertagen gibt es tagsüber neu einen annähernden Halbstundentakt. Zukünftig werden beide Linien als Metropolexpress, kurz MEX, bezeichnet und sind als MEX 12 und MEX 18 unterwegs.

Go-Ahead:

Linie MEX 16 (Stuttgart – Geislingen – Ulm)

Auf der Bahnstrecke durch das Filstal sind durch die Eröffnung der Schnellfahrstrecke Wendlingen – Ulm weniger Fernzüge als bisher unterwegs. Bei den Zügen der Linie MEX 16 werden die Fahrzeiten deswegen so verändert, dass zwischen Geislingen und Stuttgart ein annähernder Halbstundentakt entsteht. Außerdem fahren alle Züge durchgehend bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof und enden nicht mehr teilweise in Plochingen oder Esslingen.

Ersatzfahrzeuge wegen Fahrzeugumbau

In den kommenden Jahren werden alle Fahrzeuge des Verkehrsunternehmen Go-Ahead, die im Raum Stuttgart im Regionalverkehr unterwegs sind, mit dem neuen digitalen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet. Dies ist notwendig, damit die Züge künftig über den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof (Stuttgart 21) fahren können. Aus diesem Grund werden auf einigen Fahrten der Linien RE 8, RE 90 und MEX 13 eingeschränkt barrierefreie Züge eingesetzt.

DB Regio AG:

Linie RE5 (Lindau – Ulm – Geislingen – Stuttgart)

Bisher hatten die Züge der Linie RE5 in beide Richtungen einen Aufenthalt von etwa 15 Minuten in Ulm. Dieser fällt ab dem Fahrplanwechsel weg, was zu geänderten Abfahrts- und Ankunftszeiten zwischen Stuttgart und Ulm führt. Auswirkungen auf die Fahrzeiten zwischen den Bahnhöfen hat das nicht. Die Züge enden zudem bereits in Friedrichshafen Stadt und fahren nicht mehr durch bis Lindau.

Linie IRE 200 (Wendlingen – Ulm)

Mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Wendlingen – Ulm nimmt die neue Linie IRE 200 den Betrieb auf. Sie pendelt stündlich zwischen Wendlingen und Ulm mit Zwischenhalt am neuen Bahnhof Merklingen auf der Schwäbischen Alb. Weil die Strecke zwischen Wendlingen und Stuttgart mit Fern-, weiteren Regionalzügen und S-Bahnen sehr dicht belegt ist, können die Züge nicht bis Stuttgart weiterfahren. In Wendlingen besteht Anschluss Richtung Stuttgart und Tübingen.

Änderungen beim Stadtbahn- und Busverkehr im Landkreis Esslingen

Stadtbahnen:

Linie U8 (Vaihingen – Heumaden)

Die Linie U8 ist künftig in der morgendlichen Rush-Hour zwischen etwa 6.30 Uhr und 9 Uhr an Schultagen im 10-Minuten-Takt zwischen Heumaden und Vaihingen unterwegs, verkürzte Fahrten der U8 bis zur Waldau gibt es nicht mehr.

Einzelne Bahnen der Linie U8 fahren auch weiter nach Ostfildern.

In den kommenden Jahren soll die Linie U8 auch nachmittags alle 10 Minuten im Einsatz sein.

Busse:

Linie X4 (Degerloch – Nürtingen)

Die erste Fahrt um 5.40 Uhr von Degerloch nach Nürtingen entfällt. Dafür gibt es eine zusätzliche Fahrt um 20.50 Uhr ab Degerloch nach Nürtingen.

Linie X7 (Harthausen – Degerloch)

Die erste Fahrt am Morgen um 5.50 Uhr ab Degerloch nach Harthausen fällt weg. Dafür fährt neu um 20.50 Uhr einen Bus von Degerloch Richtung Harthausen.

Linie 73 (Neuhausen – Plieningen – Degerloch)

Am Wochenende sowie an Feiertagen wird das Angebot zwischen 7 und 9 Uhr auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Bisher gab es zu diesen Zeiten nur einen Stundentakt.

Linien 142 (Reichenbach Bahnhof – Risshalde – Siegenberg – Bahnhof) und 148 (Reichenbach Bahnhof – Siegenberg – Risshalde – Bahnhof)

Der Stadtverkehr in Reichenbach an der Fils wird komplett neugestaltet und an den neuen Fahrplan der MEX16-Züge angepasst. Es gibt dann zwei Ringlinien: Die Busse der Linie 142 fahren vom Bahnhof zur Risshalde und über Siegenberg zurück zum Bahnhof. Die Linie 148 fährt umgekehrt zuerst zum Siegenberg und dann zur Risshalde. Beide Linien sind zu den meisten Zeiten jeweils stündlich unterwegs, sodass von jedem Zug mit oder ohne Umweg eine Fahrtmöglichkeit zu allen Haltestellen auf dem Linienweg besteht. In den Stoßzeiten sind beide Linien alle halbe Stunde unterwegs, dann starten zwei Busse gleichzeitig am Bahnhof und es gibt direkte Fahrmöglichkeiten zur Risshalde und zum Siegenberg ohne Umweg.

Weiterhin werden spät abends und an Sonn- und Feiertagen deutlich mehr Busse als bisher fahren. Zudem wird die zentrale Bushaltestelle in Reichenbach von „Stuttgarter-/Hauptstraße“ in „Ortsmitte“ umbenannt.

Extra Schulbusse von Reichenbach nach Plochingen und zurück gibt es wegen des regelmäßigeren Takts des MEX 16 künftig nicht mehr.

Linien 112 (Serach – Wäldenbronn Kreuzung) und 132 (Rüdern – Oberesslingen)

Die vorübergehend eingerichtete Quartiersbuslinie 112 in Esslingen wird wegen schwacher Nachfrage wieder eingestellt. Im Gegenzug sind die Busse auf der Linie 132 montags bis freitags nicht nur vormittags, sondern auch nachmittags stündlich unterwegs. In den kommenden Jahren soll diese Linie Schritt für Schritt zu einer vollwertigen Buslinie ausgebaut werden.

Anpassungen an den 15-Minuten-Takt nach Filderstadt an Samstagen

Weil die S-Bahnen der Linie S2 ab dem Fahrplanwechsel auch an Samstagen alle 15 Minuten unterwegs sind, werden auch die Abfahrtszeiten von verschiedenen Buslinien auf den Fildern an die S-Bahn angepasst. Auf verschiedenen Abschnitten gibt es künftig einen dichteren Takt:

  • Linien 812, 813 und 815 im Abschnitt Bernhausen – Bonlanden: 15-Minuten-Takt statt 30-Minuten-Takt
  • Linien 816 und 817 im Abschnitt Bernhausen – Neuhausen: Drei Busse pro Stunde alle 30/15/15 Minuten statt wie bisher immer alle 30 Minuten
  • Linie 826 im Abschnitt Leinfelden-Waldenbuch: 15-Minuten-Takt statt 10-/20-Minuten-Takt
  • Linien 76 und 77 zwischen Echterdingen und Bonlanden: 15-Minuten-Takt statt 10/20-Minuten-Takt

Neue Bushaltestellen

Im Bereich Nürtingen Rieth geht die neue Bushaltestelle Schellingstraße in Betrieb. Dort halten die Linien 181 (Nürtingen ZOB – Rieth) und 186 (Hardt – Nürtingen ZOB – medius Klinik)

Über alle weiteren Änderungen im Zuge des Fahrplanwechsels 2022 können sich Fahrgäste auf der Seite www.vvs.de/fahrplanwechsel informieren. Alle Änderungen im gesamten VVS-Gebiet sind dort ausführlich beschrieben.


Neues zum Fahrplanwechsel im Landkreis Böblingen

0

Die wichtigsten Änderungen ab 11. Dezember 2022 – alle Verbindungen bereits in der elektronischen Fahrplanauskunft über App oder Web abrufbar

Kreis Böblingen.| Jedes Jahr gibt es zum großen Fahrplanwechsel Mitte Dezember Neuerungen und Verbesserungen beim Bus- und Bahnangebot. In dieser Pressemitteilung sind die wichtigsten Neuerungen bei Bus und Bahn zusammengefasst, die den Landkreis Böblingen betreffen. Alle Verbindungen sind bereits in der elektronischen Fahrplanauskunft des VVS über die VVS-App oder die Internetseite abrufbar.

Änderungen bei der S-Bahn

Im Lauf des Jahres 2022 sind neue Fahrzeuge an die S-Bahn Stuttgart geliefert worden. Dadurch können in der Hauptverkehrszeit nun nahezu alle S-Bahnen mit drei Einheiten als Langzug fahren.

15-Minuten-Takt an Samstagen

Ab 11. Dezember sind an Samstagen deutlich mehr S-Bahnen als bisher unterwegs: Die S-Bahnen auf den Linien S1 bis S6 sowie S60 sind dann nicht nur nachmittags, sondern von etwa 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr durchgehend alle 15 Minuten unterwegs. Lediglich auf den Abschnitten Plochingen – Kirchheim (T) (S1), Marbach – Backnang (S4) und Renningen – Böblingen (S60) bleibt es beim durchgehenden Halbstundentakt. Auf den Gleisabschnitten dort können nicht mehr Züge als bisher fahren.

Die S2 fährt ab dem Fahrplanwechsel auch an Samstagen von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr alle 15 Minuten nach Filderstadt, im Gegenzug endet die S3 während dieser Zeit bereits in Vaihingen.

Alle 15 Minuten nach Herrenberg

Ab dem Fahrplanwechsel fahren alle Züge der S1 durchgehend bis Herrenberg. Damit gibt es keine S1 mehr, die bereits in Böblingen endet bzw. erst dort startet. So besteht von Montag bis Samstag auch zwischen Böblingen und Herrenberg ein 15-Minuten-Takt. Um den Konflikten im Fahrplan auszuweichen, fahren die zusätzlichen Züge beschleunigt ohne Halt zwischen Böblingen und Herrenberg.

Bei der S1 werden die Fahrzeiten auf dem Abschnitt Plochingen – Kirchheim (T) um eine Minute verschoben, weil künftig zusätzlich Fernzüge von/bis Wendlingen auf denselben Gleisen unterwegs sind. Die S1 fährt deshalb in dem Abschnitt künftig eine Minute früher ab und kommt auch eine Minute später an.

Sperrung der S-Bahn Stammstrecke

In den Sommerferien vom 29. Juli bis 13. September 2023 müssen Fahrgäste mit Einschränkungen auf der Stammstrecke rechnen. Wegen weiterer Sanierungsarbeiten und Vorarbeiten für das Projekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ muss diese komplett gesperrt werden – für den etwa sechswöchigen Zeitraum wird ein Baustellenfahrplan und ein Ersatzverkehr eingerichtet. Wie dieser im Detail gestaltet werden wird, ist noch nicht bekannt.

Regionalzüge

Wegen der Stammstreckensperrung im kommenden Sommer wird es zu größeren Einschnitten beim Regionalverkehr bis Stuttgart Hbf geben. Züge enden teilweise schon früher oder fallen aus.

DB Regio AG:

Linie RB 63 (Herrenberg – Tübingen – Bad Urach)

Nach dem Ausbau und der Elektrifizierung der Ammertalbahn nehmen im Lauf des ersten Halbjahres 2023 gebrauchte, elektrische Triebwagen den Betrieb auf. Die Züge sind dann zwischen Herrenberg und Tübingen alle 30 Minuten im Einsatz, zu Stoßzeiten zwischen Entringen und Tübingen alle 15 Minuten. Der Halt Herrenberg Zwerchweg wird neu auch unter der Woche angefahren.

Nebenbahnen:

Linie RB 46 (Böblingen – Dettenhausen)

Von Montag bis Freitag ist die Schönbuchbahn künftig zwischen 12.20 Uhr und 18.50 Uhr alle 15 Minuten zwischen Holzgerlingen und Böblingen unterwegs. Außerdem fahren die Züge abends bis Betriebsschluss durchgehend im Halbstundentakt auf der gesamten Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen, ebenso wie an Sonn- und Feiertagen von 8 Uhr bis 19 Uhr. Zudem fährt an Samstagen ein zusätzlicher Zug um 1.02 Uhr ab Dettenhausen nach Böblingen.

Änderungen beim Busverkehr im Landkreis

Linie X2 (Rotebühlplatz – Leonberg)

Abends um 20.21 Uhr gibt es eine zusätzliche Fahrt ab Rotebühlplatz nach Leonberg.

Linie 794 (Tailfingen – Herrenberg ZOB – Vogelsang)

Die Route der Linie 779 (Herrenberg ZOB – Vogelsang – Herrenberg ZOB) wird von der Linie 794 übernommen. Die Linie 794 fährt ab Fahrplanwechsel über den Herrenberger ZOB hinaus ins Wohngebiet Vogelsang, wo bisher die Linie 779 unterwegs war. Fahrgäste profitieren zum einen von mehr Fahrten ins Vogelsang-Gebiet, zum anderen von neuen umsteigefreien Verbindungen vom Vogelsang zum Beispiel in die Herrenberger Innenstadt, dem Schulzentrum Längenholz, zum Krankenhaus sowie zum Hallenbad. In diesem Zusammenhang bekommt auch die Haltestelle Käthe-Kollwitz-Straße, die bisher nur in einer Fahrtrichtung angefahren wurde, einen zweiten Bussteig. An dieser Haltestelle stoppen dann alle Busse in beiden Richtungen. Am Herrenberger ZOB fahren die Busse der Linie 794 außerdem an einem neuen Bussteig direkt vor dem Bahnhofsgebäude ab.

Linie 780 (Herrenberg Kalkofenstraße – Schwarzwaldsiedlung – Affstätter Tal – ZOB – Hallenbad (Stadtwerke Herrenberg))

Die Linie 780 fährt künftig über ihre bisherige Endhaltestelle Herrenberg ZOB hinaus bis zum Hallenbad. Durch einen neuen Linienverlauf zwischen ZOB und Hallenbad können die Busse im Wohngebiet Alzental an der neuen Haltestelle Johannesstraße halten. Bisher gab es dort keine Busverbindung. Die Verlängerung ermöglicht es auch Fahrgästen, die bisher schon die Linie 780 genutzt haben, das Schulzentrum Längenholz, das Krankenhaus sowie das Hallenbad ohne Umstieg zu erreichen.

Linie 774 (Herrenberg – Nagold (RAB / Süsser / Klumpp))

Weil die S1 ohne Lücken im Fahrplan alle 15 Minuten nach Herrenberg fährt, fährt die Linie 774 montags bis freitags tagsüber um 15 Minuten versetzt ab. Gemeinsam mit der Linie X77 entsteht auf der Route von Herrenberg nach Nagold und zurück ein 15-Minuten-Takt.

Außerdem erschließt die Linie 774 künftig den neuen interkommunalen INGpark im Bereich Nagold-Eisberg. Dafür fahren die Busse über die neue Straßenverbindung Schickardtallee, wo zwei neue Haltestellen (INGpark Nord und INGpark Süd) eingerichtet werden. Die Anbindung des INGparks wird sich möglicherweise noch um einige Wochen verzögern.

Linie 790 (Herrenberg – Nebringen – Öschelbronn (– Unterjettingen) – Mötzingen)

Ab dem Fahrplanwechsel fährt jede zweite Fahrt der Linie 790 zwischen Öschelbronn und Mötzingen über Unterjettingen statt wie bisher auf dem direkten Weg. Um die Pünktlichkeit dennoch zu gewährleisten, gibt es beim Takt ab der Haltestelle Mötzingen Rathaus künftig einige Unregelmäßigkeiten im Fahrplan. Dafür stehen Fahrgästen doppelt so viele Fahrten zwischen Mötzingen, Unterjettingen und Öschelbronn zur Auswahl. Von Öschelbronn Post nach Herrenberg kommen Fahrgäste außerdem von nun an ohne Umstieg.

Über alle weiteren Änderungen im Zuge des Fahrplanwechsels 2022 können sich Fahrgäste auf der Seite www.vvs.de/fahrplanwechsel informieren. Alle Änderungen im gesamten VVS-Gebiet sind dort ausführlich beschrieben.


Wichtige Etappe für ein nachhaltiges und klimaneutrales Quartier

0

Richtlinien für den ruhenden Verkehr im Stadtentwicklungsgebiet Stuttgart Rosenstein beschlossen

Stuttgart.| Mit dem Ziel, Stuttgart Rosenstein als autoarmes Quartier und Null-Emissionszone zu realisieren, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am 29. November einen wichtigen Beschluss zum ruhenden Verkehr gefasst. Der Beschluss sieht je Wohnung maximal 0,3 Kfz-Stellplätze vor. Im Teilgebiet A2 (Europaquartier) sinkt der Stellplatzschlüssel wegen der unmittelbaren Nähe zum Hauptbahnhof auf 0,2 Kfz- Stellplätze je Wohnung. Um für ein hohes Maß an Mobilität zu sorgen, sehen die städtischen Planer für den neuen Stadtteil ein breites Angebot an Carsharing- Angeboten vor: Für jeweils 10 Wohnungen soll ein Stellplatz für ein Carsharing- Fahrzeug geschaffen sein.

Besucherinnen und Besucher des Stadtteils, die mit einem eigenen Fahrzeug anreisen, sollen auf die kostenpflichtigen Stellplätze der Quartiershubs zurückgreifen können. Ein Ausweichen des Parksuchverkehrs in angrenzende Stadtgebiete soll über das kostenpflichtige Parkraummanagement verhindert werden. Für soziale Dienste, Handwerker oder Kurier- und Logistikdienste sieht die Planung spezielle Parkflächen vor.

Bürgermeister Peter Pätzold betonte im Hinblick auf den neuen Stadtteil: „Stuttgart Rosenstein ist als innovativer und damit zukunftsweisender Stadtteil konzipiert, in dem wir auch im Bereich der innerstädtischen Mobilität neue Wege gehen. Mit dem heutigen Beschluss konnten wir eine wichtige Etappe in Richtung eines sehr nachhaltigen und klimaneutralen Quartiers bewältigen.“

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Stuttgart Rosenstein müssen nicht zwingend über ein eigenes Auto verfügen: Angesichts der zentralen und damit verkehrsgünstigen Lage haben sie die Möglichkeit, die meisten ihrer Wege mit umweltverträglichen Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Lastenrad oder dem ÖPNV zu bewältigen. Durch den Neubau der S-Bahnhaltestelle an der Mittnachtstraße wird die innerstädtische Anbindung noch verbessert. Es ist geplant, dass hier alle sechs S- Bahn-Linien halten werden. Damit wird die Station zu einem der wichtigsten innerstädtischen Knoten- und Umsteigepunkte.

Bei Stuttgarts aktuell größtem Entwicklungsprojekt sollen Radschnell- und Fußwege konfliktfrei organisiert sein. Der Rahmenplan für Stuttgart Rosenstein sieht neben der Schaffung einer eigenen Quartiersbus-Linie mehrere sogenannte Quartiershubs vor. Sie bündeln die Mobilität, unterstützen als Verteiler für Warenlieferungen die Nahversorgung und können zu sozialen Treffpunkten werden. Sowohl private als auch Fahrzeuge aus dem Carsharing-Angebot sollen hier abgestellt werden können.

Für die weitere Planung des Stadtteils Stuttgart Rosenstein wurden mit dem Beschluss die Kfz-Stellplatznachweispflicht für Wohnnutzungen und Nicht- Wohnnutzungen aufgehoben.


Gericht erleichtert Mieterhöhung nach Modernisierung

0

Vermieterinnen und Vermieter können nach durchgeführten Modernisierungen die Miete um acht Prozent der aufgewendeten Kosten erhöhen. Sie müssen dies ihren Mieterinnen und Mietern in einem Schreiben nachvollziehbar erläutern. Die Wüstenrot Bausparkasse AG, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH VIII ZR 361/21) hin, das die Anforderungen an ein solches Schreiben erleichtert.

Die Vermieterin eines Gebäudekomplexes hatte unter anderem eine Dämmung der Außenwände, des Daches und der Kellerdecken durchgeführt. In einem Schreiben an die Mieterinnen und Mieter erhöhte sie die Miete und beschrieb, wie sich die Gesamtkosten der einzelnen Maßnahmen auf die Wohnungen verteilen. Außerdem informierte sie über die zu erwartenden Energieeinsparungen. Einige Mieterinnen und Mieter wehrten sich gegen die Mieterhöhung und zogen vor Gericht. Sie machten dabei geltend, dass die Vermieterin in dem Schreiben nur die Gesamtkosten der einzelnen Maßnahmen genannt habe, nicht aber, wie sich diese zusammensetzen. Die Mieterhöhung sei damit unwirksam. Damit kamen sie zunächst vor dem Landgericht Bremen durch. Der BGH hob jedoch die Urteile auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück.

Laut dem Urteil hatte die Vermieterin die durchgeführten Maßnahmen im Mieterhöhungsschreiben ausreichend erläutert. Sie habe auch ausgeführt, welcher Anteil an den Gesamtkosten nicht auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werde, da sie Instandsetzungen betreffen, die von den Vermietern auf ihre Kosten durchzuführen sind. Eine weitere Detaillierung sei nicht nötig gewesen, damit die Mieterinnen und Mieter die Mieterhöhung plausibel nachvollziehen konnten. Falls sie die Angaben prüfen wollten, konnten sie von der Vermieterin Auskünfte einholen und sich Belege vorlegen lassen. Damit seien sie ausreichend vor unberechtigten Mieterhöhungen geschützt.


Luftqualität in Stuttgart verbessert sich

0

Jahresmitteltemperaturen steigen

Stuttgart.| Die Luftqualität in Stuttgart hat sich im Betrachtungszeitraum seit 2015 weiter verbessert. Dies wurde in der Sitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt am 25. November bekannt gegeben. Es ist eine deutliche und kontinuierliche Abnahme der städtischen Feinstaub- (PM10) und Stickstoffdioxid- (NO2) Konzentrationen zu beobachten, insbesondere an Stationen, die in der Nähe von Verkehrsadern liegen.

Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) wurden im Jahr 2021 in Stuttgart an allen relevanten Messstellen eingehalten, ebenso die Grenzwerte für Feinstaub (PM10). Allerdings diskutiert die EU-Kommission aktuell ihre Luftqualitätsstandards (Zieljahr 2030) in Anlehnung an die neuen WHO-Leitlinien (2021), wodurch neue Grenzwerte wahrscheinlich werden.

In dem Zeitraum von 2015 bis 2020 ist ein allgemein leicht ansteigender Trend in den jährlichen Ozon-Konzentrationen zu beobachten. Die Anzahl der Tage mit Überschreitungen hängt stark von den meteorologischen Bedingungen während der Sommermonate ab. Im Jahr 2020 traten verstärkte heiße Sommerwetterbedingungen auf, die beispielsweise im Vergleich zum Jahr 2021 die Ozonbildung stark begünstigten.

Die Witterungsbedingungen in den Jahren 2015 bis 2021 waren geprägt von milden Temperaturen, geringen Niederschlagsmengen und einer erhöhten Sonnen- einstrahlung. Zwischen den Jahren 2015 bis 2021 wurden an der Messstation der Universität Hohenheim vier der bisher fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen beobachtet. Das bisher wärmste Jahr, das Jahr 2018, war an der Messstation in Hohenheim mit einer Jahresmitteltemperatur von 11,5 Grad Celsius um 2,2 Kelvin wärmer als das langjährige Temperaturmittel des klimatologischen Referenzzeitraums 1961 bis 1990 in Hohenheim. Der gesamte Zeitraum 2015 bis 2021 war in Hohenheim im Mittel mit rund 2 Kelvin deutlicher wärmer als der klimatologische Referenzzeitraum.

Insgesamt wurde zwischen 2015 und 2021 in Hohenheim nur 87 Prozent der Niederschlagssumme des lokalen langjährigen Mittelwertes der klimatologischen Referenzperiode gemessen. In Hohenheim war das Jahr 2015 mit nur 68 Prozent der Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums das trockenste Jahr.

Die Sonnenscheindauer lag in den Jahren 2015 bis 2021 in Hohenheim um 28 Prozent höher als die mittlere Sonnenscheindauer im klimatologischen Referenzzeitraum. Das sonnigste Jahr in Hohenheim war das Jahr 2020, das 35 Prozent mehr Sonnenscheinstunden gegenüber dem klimatologischen Referenzwert aufwies.

Die Messergebnisse der letzten Jahre verdeutlichen die Auswirkungen des Klimawandels. Dazu betont der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold: „Es steht fest, dass der Klimawandel dauerhaft in Stuttgart angekommen ist und die Bemühungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel verstärkt in die Umsetzung gehen müssen.“


Neue Fenster verhindert

0

Eigentümer musste seine Wohnung veräußern

Im äußersten Falle, wenn keine anderen Mittel mehr helfen, kann eine Eigentümergemeinschaft ein Mitglied dazu zwingen, sein Eigentum zu verkaufen. Davor muss es nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS allerdings zu einer schweren Pflichtverletzung gekommen sein. (Landgericht Dortmund, Aktenzeichen 17 S 69/21)
Das Urteil im Detail

Der Fall: Ein Eigentümer sabotierte nachhaltig den mehrheitlich beschlossenen Einbau von neuen Fenstern im gesamten Hause. Er zog vor Gericht und unterlag in dieser Sache, er untersagte den Bauarbeitern das Betreten seiner Wohnung und er widersetzte sich schließlich sogar einer gerichtlichen Anordnung, die ihn verpflichtete, den Arbeitern Zutritt zu gewähren. Die Angelegenheit zog sich nach dem ursprünglichen WEG-Beschluss über Jahre hin, am Ende entschied sich die Gemeinschaft mehrheitlich für den Entzug des Eigentums.

Das Urteil: Die Entscheidung, von dem höchst widerspenstigen Eigentümer den Verkauf seiner Wohnung zu fordern, sei rechtlich korrekt gewesen. Zu diesem Ergebnis kam eine Zivilkammer des Landgerichts Dortmund. Die „hartnäckige Verweigerung der Duldung des Fensteraustauschs“ habe dazu geführt. Selbst während des Entziehungsverfahrens habe der Betroffene noch auf seiner Haltung beharrt und damit bewiesen, dass er sich nicht an Anordnungen halten wolle.


Christbäume an jeder Ecke?

0

Gericht entschied über den Verkauf in einer Grünanlage

Sie gehören im Dezember zum Stadtbild. Weihnachtsbaumverkäufer findet man an vielen Straßen und Plätzen. Das macht es den Kundinnen und Kunden leicht. Doch eine Gemeinde kann selbst nach längerer Tradition den Verkauf an einem bestimmten Ort untersagen. So hat es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS die Rechtsprechung entschieden. (Verwaltungsgericht Berlin, Aktenzeichen 24 L 348.16)

Das Urteil im Detail

Der Fall: Ein Verkäufer ging nach jahrelanger Genehmigung davon aus, dass er auch weiterhin Christbäume in einer öffentlichen Grünanlage anbieten dürfe. Doch die Behörde verweigerte dies mit Hinweis auf Schädigungen der Erholungsanlage in den Vorjahren. Auf Vertrauensschutz könne sich der Kläger nicht berufen, denn ihm sei schon in der Vergangenheit mitgeteilt worden, dass er vermutlich in Zukunft keine Erlaubnis mehr erhalte. Außerdem gebe es besser geeignete Standorte in der Nachbarschaft.

Das Urteil: Das Verwaltungsgericht war der Meinung, Grünanlagen dürften nur so genutzt werden, wie es sich aus deren Zweckbestimmung und deren Natur ergebe. Der Verkauf von Christbäumen zähle nicht zwingend dazu. Ein überwiegendes öffentliches Interesse sei ebenfalls nicht zu erkennen. Zwar spreche nichts dagegen, die Bevölkerung wohnortnah mit Weihnachtsbäumen zu versorgen, aber es müsse eben darauf geachtet werden, wo dies mit weniger Folgeschäden der Fall sei.