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Verband Region Stuttgart: Haushalt 2027

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Zukunftsinvestitionen bei starker Konsolidierung

Mit dem Haushalt 2027 setzt der Verband Region Stuttgart seinen Konsolidierungskurs fort und investiert zugleich gezielt in Digitalisierung, Innovation, Energieversorgung, Mobilität und Regionalentwicklung. Das Gesamtvolumen beträgt 565,6 Mio. Euro. Trotz der Investitionen sinken die Umlagen des Verbands um 18 Prozent.

Stuttgart 23.09.2026.| Mit dem Haushaltsentwurf 2027 verbindet der Verband Region Stuttgart einen starken Konsolidierungskurs mit konsequenten Zukunftsinvestitionen. Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl stellte in seiner Haushaltsrede vor der Regionalversammlung am Mittwoch die zentralen Schwerpunkte des kommenden Jahres vor. „Wir sparen nicht an der Zukunft. Wir sparen, um Zukunft möglich zu machen“, betonte Dr. Lahl. Nachdem bereits im Haushalt 2026 die Gesamtumlage um über acht Prozent beziehungsweise über 8 Millionen Euro reduziert wurde, schlägt der Regionaldirektor für 2027 eine weitere Senkung um 18 Prozent vor. Insgesamt werden Städte, Gemeinden und Landkreise in 2027 um weitere 16,6 Millionen Euro entlastet. „Wir haben die Umlagen des Verbands schrittweise reduziert, über mehrere Jahre hinweg“, so Lahl – in einer Zeit, in der die kommunalen Steuereinnahmen insgesamt noch gestiegen seien.

„Die Region Stuttgart befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung“, sagte Dr. Lahl.

„Die entscheidende Frage lautet nicht, ob sich unsere Region verändert, sondern wie wir diesen Wandel gestalten. Die Voraussetzungen dafür sind da: starke Unternehmen, exzellente Wissenschaft, engagierte Kommunen und Menschen, die Verantwortung übernehmen.“

Mit diesen Stärken im Rücken gelte es die Herausforderungen anzunehmen: industrielle Transformation, internationaler Innovationswettbewerb, Energiewende, Digitalisierung, KI und der Druck auf die öffentlichen Haushalte. „Aber die Region war immer dann erfolgreich, wenn sie Herausforderungen angenommen hat und mutig war, Neues zu wagen.“

Der eingebrachte Haushaltsplanentwurf hat ein Gesamtvolumen von 565,6 Mio. Euro und weist eine Gesamtumlage von rund 75,8 Mio. Euro aus. Die Gesamtumlage liegt damit 16,6 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Sie setzt sich zusammen aus Verbandsumlage mit einem Volumen von 29,4 Mio. Euro (Verringerung um 12,9 Prozent zum Vorjahr), ÖPNV-Umlage mit einem Volumen von 46,2 Mio. Euro (Verringerung um 20,7 Prozent zum Vorjahr) und der Umlage Abfallwirtschaft mit 0,2 Mio. Euro.

Milliardeninvestitionen in die Zukunft der S-Bahn

Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Mobilität. Mit der Neuausschreibung des S-Bahn-Verkehrs ab 2034 schafft der Verband die Grundlage für die größte verkehrspolitische Weichenstellung seiner Geschichte. Künftig sollen weit mehr als 200 Fahrzeuge in Verantwortung des Verbands Region Stuttgart betrieben werden. Das Investitionsvolumen bewegt sich dabei in Milliardenhöhe. Bereits ab 2028 werden für die Fahrzeugbeschaffung erhebliche Vorauszahlungen erforderlich. Die Verwaltung rechnet dabei mit Größenordnungen von etwa 150 Millionen Euro. Daneben werden zahlreiche Infrastrukturprojekte weiter vorangebracht, darunter die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen, die S7 auf der Panoramabahn, die Elektrifizierung der Teck-Bahn sowie Untersuchungen für weitere Schienenprojekte in der Region. Allein für die Planung der S7 und der Elektrifizierung der Teck-Bahn sind im Jahr 2027 rund 4 Millionen Euro vorgesehen.

Digitalisierung

Ein weiterer Schwerpunkt des Haushalts liegt auf der digitalen Transformation der Region. Mit dem weiteren Aufbau der Smart Region Stuttgart soll ein urbanes Konzept, das digitale Technologien, Vernetzung und Daten nutzt, Städte und Gemeinden in der Region Stuttgart lebenswerter, effizienter, inklusiver und nachhaltiger gestalten.

Zusätzlich wird der Aufbau des Digitalen Zwillings der Region Stuttgart fortgeführt. Das digitale Planungsinstrument soll Verfahren beschleunigen, Transparenz erhöhen und Kommunen bei Planungsaufgaben unterstützen. Für die Weiterentwicklung des Digitalen Zwillings sind 150.000 Euro eingeplant. Darüber hinaus soll eine zusätzliche Personalstelle geschaffen werden, um das Thema dauerhaft organisatorisch zu verankern.

Förderung von Zukunftstechnologien und Innovationen

„Auch wenn es in der aktuellen Zeit nicht einfach ist: Wir müssen nicht nur bündeln und zusammenführen, sondern auch monetär Verantwortung übernehmen“, so Lahl weiter. Mit dem Förderprogramm „Zukunftstechnologien“ investiert der Verband Region Stuttgart auch 2027 gezielt in neue Wachstumsbranchen. Dafür sollen insgesamt 5 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Um die Region so breit wie möglich aufzustellen, sollen auch weitere Bereiche gefördert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Mikro- und Elektrotechnik. Hierfür sind 416.500 Euro vorgesehen, um den Netzwerkaufbau und die Umsetzung von Aktivitäten für KMU fortzusetzen. Weitere Mittel sollen in die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien, Green Tech, sowie die digitale Wirtschaft fließen.

Fachkräfte gewinnen und halten

Fachkräftesicherung und -gewinnung bleiben zentrale Zukunftsaufgaben für die Region Stuttgart. Für Qualifizierung, Weiterbildung und Fachkräftegewinnung sind im Haushalt 2027 insgesamt 285.600 Euro eingeplant. Programme wie die Q-Guides, Career Walks und der Welcome Service sollen Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung unterstützen. Darüber hinaus investiert der Verband in internationales Standortmarketing. Hierfür stehen 416.500 Euro zur Verfügung.

Energieversorgung als Zukunfts- und Standortfrage

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energiewende. Gemeinsam mit mehr als 20 Partnern aus Energieversorgung, Kommunen, Wirtschaft und Verwaltung wurde die Initiative „Energie.Region.Stuttgart“ gestartet. Jetzt geht es darum gemeinsam zu handeln, wo einzelne Akteure allein an ihre Grenzen stoßen und Netze, Erzeugung, Speicherung und Infrastruktur in den Blick zu nehmen.

Parallel dazu engagiert sich der Verband in der Allianz Grüner Wasserstoff Region Stuttgart. Gemeinsam mit den Stadtwerken Stuttgart und Unternehmen der Region sollen die Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Wasserstoffmarkt geschaffen werden.

Eine zentrale Aufgabe im Jahr 2027 wird die Sicherung künftiger Deponiekapazitäten in der Region. Aktuell befindet sich der Verband ganz am Anfang des Verfahrens – für die Fortführung werden insgesamt 250.000 Euro bereitgestellt.

IBA’27 und BUGA 2043 als regionale Zukunftsprojekte

Mit der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27) unterstützt der Verband Region Stuttgart weiterhin innovative Ansätze für Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaanpassung. Für das Ausstellungsjahr stellt der Verband in den Jahren 2026 bis 2028 insgesamt 3 Millionen Euro bereit. Darüber hinaus beteiligt sich der Verband gemeinsam mit seinen Partnern an den Vorbereitungen für eine mögliche Bundesgartenschau 2043 entlang des Neckars.

Zukunftskonvent soll regionale Kräfte bündeln

Aus dem neuen Strukturbericht Region Stuttgart 2027 und den Ergebnissen des Zukunftskonvents soll eine gemeinsame Entwicklungsagenda für die Region abgeleitet werden. Diese entsteht im Dialog mit Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. „Die großen Zukunftsfragen lassen sich nicht mehr isoliert beantworten. Die Zukunft der Region Stuttgart wird dort entschieden, wo Zusammenarbeit gelingt“, so Dr. Lahl.

Die Fraktionen bringen ihre Anträge zum Haushaltsentwurf in die Regionalversammlung am Mittwoch, den 21. Oktober, ein. Danach finden die Beratungen in den Ausschüssen statt: am Mittwoch, den 11. November, im Planungsausschuss, am Mittwoch, den 18. November, im Verkehrsausschuss und abschließend am Mittwoch, den 25. November, im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2027 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, den 16. Dezember, beschließen.


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