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Stuttgart macht bei der Earth Night das Licht aus

LokalesStuttgartStuttgart macht bei der Earth Night das Licht aus

Stuttgart.| Künstliches Licht prägt das Stadtbild weit über den Abend hinaus – und wirkt sich zugleich auf Energieverbrauch, Insekten und nachtaktive Tiere aus. Die bundesweite Aktion „Earth Night“ macht am 11. September auf dieses Thema aufmerksam. Ab 22 Uhr bleiben künstliche Lichtquellen so weit wie möglich ausgeschaltet.

Die Aktion findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Sie soll auf Lichtverschmutzung aufmerksam machen und zugleich ein Zeichen für Klimaschutz und einen bewussteren Umgang mit Energie setzen. Von weniger künstlichem Licht profitieren insbesondere Insekten und nachtaktive Tiere, deren natürliche Lebensräume und Verhaltensweisen durch Beleuchtung beeinträchtigt werden können.

Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, sagt: „Die Earth Night soll jeden Einzelnen dazu anregen, sich Gedanken über unnötige Lichtverschmutzung sowie den eigenen Energieverbrauch zu machen.“ Die Landeshauptstadt setzt dabei nicht nur auf diese eine Aktionsnacht, sondern engagiert sich ganzjährig dafür, Lichtverschmutzung und Energieverbrauch zu reduzieren.

Im privaten Alltag lässt sich mit einfachen Maßnahmen ebenfalls dazu beitragen, Lichtverschmutzung zu reduzieren. Unnötige Außenbeleuchtung sollte ausgeschaltet und rein dekorative Gartenbeleuchtung möglichst vermieden werden. Bewegungsmelder und Zeitschalter helfen dabei, Licht nur dann einzusetzen, wenn es tatsächlich benötigt wird. Leuchten sollten möglichst nach unten gerichtet sein – schwächere, warmweiße Lichtquellen sind zu bevorzugen. Wer abends Jalousien oder Vorhänge schließt, verhindert zudem, dass unnötig Licht nach außen dringt.

Landeshauptstadt hat Beleuchtung deutlich zurückgefahren

Die Landeshauptstadt selbst hat ihre Beleuchtung bereits deutlich reduziert. Seit Beginn der Energiekrise im Herbst 2022 werden dauerhaft mehr als 30 Gebäude, Brunnen und Denkmäler nicht mehr angestrahlt. Seitdem konnten so rund 230 Megawattstunden Strom eingespart werden. Mit dieser Strommenge könnte ein Elektroauto fast 30-mal die Erde umrunden. Hinzu kommen erste Abschaltungen von Straßenbeleuchtungen auf Außerortsstrecken. Seit Mitte 2024 wurden dadurch weitere rund 340 Megawattstunden Strom eingespart. Bis Mitte 2027 sollen zusätzliche Beleuchtungen auf Außerortsstrecken zeit- oder präsenzgesteuert reduziert werden.

Neben dem gezielten Abschalten setzt Stuttgart auf die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technik. Die Stuttgart Netze GmbH betreibt im Auftrag der Landeshauptstadt die öffentliche Straßenbeleuchtung. Ende 2025 waren bereits mehr als die Hälfte aller Straßenleuchten mit LED-Technik ausgestattet. Bis 2030 sollen sämtliche öffentlichen Leuchtmittel im Stadtgebiet ersetzt sein. Dadurch soll der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung gegenüber 1990 um 65 Prozent sinken. Erprobt werden zudem intelligente Beleuchtungslösungen. Straßenlaternen sollen mithilfe von Bewegungssensoren erkennen können, ob sich Radfahrerinnen und Radfahrer, Fußgängerinnen und Fußgänger oder Autos nähern, und ihre Helligkeit entsprechend anpassen. Darüber hinaus testet die Stuttgart Netze GmbH unterschiedliche Lichtspektren, die für Menschen gut sichtbar sind, Insekten aber möglichst wenig beeinträchtigen.


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