Landrat Roland Bernhard: „Schönbuchbahn soll zum Schuljahresbeginn 2019 wieder bis Böblingen fahren“

Kreis Böblingen.| Am Donnerstag, 7. März, informierte Landrat Roland Bernhard in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schönbuchbahn über den aktuellen Stand der Kosten beim Streckenausbau und bei der Elektrifizierung der Bahn.

Da es im Projektverlauf an diversen Stellen, unter anderem durch geschützte Eidechsen, Kampfmittelfunde und Fehlplanungen, zu Verzögerungen gekommen ist, hat sich nicht nur die Wiederinbetriebnahme der Schönbuchbahn auf der Gesamtstrecke verzögert, auch die Kostenprognose hat sich verändert.

Landrat Roland Bernhard nannte bei der Verbandsversammlung eine konkrete Zeitschiene für die ausstehenden Etappen bis zur Wiedereröffnung der gesamten Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen und zur Einführung des 15-Minuten-Taktes in den Hauptverkehrszeiten zwischen Böblingen und Holzgerlingen: „Wenn ab jetzt alles glatt läuft und alle Beteiligten ihr Bestes geben, schaffen wir den Start zum Schuljahresbeginn im September 2019.“

Während die Kostenprognose für den Bau des neuen Betriebshofes bei rund 19 Millionen Euro stabil geblieben sind entstehen beim Streckenausbau Mehrkosten von etwas mehr als 9 Millionen Euro auf dann 76,8 Millionen Euro. Als der Zweckverband den Antrag auf Fördergelder beim Land Baden-Württemberg im November 2017 einreichte, ging man noch von 67,7 Millionen Euro aus.

„Wir haben einige unbefriedigende Botschaften hinnehmen müssen“, meint Landrat Roland Bernhard. „Aber nachdem inzwischen fast alle Gewerke beauftragt sind, dürften wir allmählich Kostensicherheit erlangen.“ Zugleich sieht er Möglichkeiten, einen wesentlichen Teil jener Mehrkosten erstattet zu bekommen, die durch Fehlplanungen entstanden sind. Geschäftsführer Reinhold Bauer erläutert dazu, dass „die verantwortlichen Firmen in Regress genommen werden, und wir dies notfalls gerichtlich durchsetzen.“ Es gehe dabei um eine erhebliche Summe. Anlass zur Regressforderung geben vor allem 80 von rund500 Oberleitungsmasten, die falsch berechnet wurden und um die 50 falsche Mastgründungen. Durch diese und andere Fehler kam es zu Verzögerungen und Stillständen auf der Baustelle, die weitere Folgekosten bei anderen Gewerken nach sich zogen.

Die Gesamtkosten des Projektes, zu denen neben den Baukosten auch Grunderwerbs- und Planungskosten zählen, erhöhen sich seit der letzten Prognose von 104,5 Millionen Euro auf 115,5 Millionen Euro. „Nicht nur die unvorhergesehenen Probleme haben die Kosten erhöht, auch die Baupreise sind allein von 2017 auf 2018 um 4,8% gestiegen. Davon sind alle Bauherren betroffen“, so Reinhold Bauer.