Die SG BBM Bietigheim setzt im Topspiel ein deutliches Zeichen im Aufstiegsrennen. Gegen den Tabellenvierten VfL Eintracht Hagen gewinnt der Spitzenreiter trotz angespannter Personalsituation souverän mit 37:30 und bleibt auf Kurs Richtung 1. Handball-Bundesliga.
Der 30. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga begann in der EgeTrans Arena zunächst mit positiven Nachrichten: 2.536 Zuschauer feierten vor dem Anpfiff die Vertragsverlängerungen von Fynn-Luca Nicolaus und Till Hermann.
Die Partie selbst startete mit hoher Intensität. SG-Keeper Martin Tomovski parierte früh den ersten Abschluss der Gäste und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. Im direkten Gegenzug kam es im Angriff der SG zu einer entscheidenden Szene: Nach einem Foul an Dominik Claus, der dabei einen Schlag ins Auge erhielt, sah VfLSpieler Philip Jungemann die Rote Karte. Claus musste verletzt vom Feld und konnte nicht weiterspielen. Ein früher Rückschlag, der die ohnehin angespannte Personalsituation der SG zusätzlich verschärfte.
Dennoch ließ sich Bietigheim davon nicht aus dem Konzept bringen, blieb hochmotiviert und setzte sich bereits nach wenigen Minuten auf 3:0 ab. Fynn-Luca Nicolaus erklärte nach dem Spiel: „Das ist vielleicht so der einzige Vorteil der letzten Woche. Wir sind es so ein bisschen gewöhnt, dass uns Spieler wegfallen und wir wild improvisieren müssen. Dadurch haben wir das dann ganz gut gemeistert.“
Im weiteren Verlauf nahm die SG den intensiven Kampf der Gäste aus dem Ruhrgebiet an, stand defensiv stabil und profitierte von einem stark aufgelegten Tomovski, der unter anderem zwei Siebenmeter parierte. Hagen fand kaum Lösungen gegen die konsequente Abwehrarbeit der Gastgeber. Nach rund 15 Minuten stellte Moritz Strosack per Tempogegenstoß auf 9:6, die SG kontrollierte die Partie und ging mit einer verdienten 18:13Führung in die Halbzeit.
Im Angriff übernahm Nicolaus zunehmend Verantwortung und war gerade in der Phase der personellen Engpässe ein zentraler Faktor im Rückraum. „Es war brutal intensiv, schon nach der ersten Halbzeit. Da blieb keine Zeit den Kopf anzuschalten. Wir hatten keinen Spieler auf der Bank, deswegen musste jeder Verantwortung übernehmen – und das hat zum Glück funktioniert“, sagte der 22-Jährige.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die SG BBM klar spielbestimmend. Nach 40 Minuten erhöhte Maxim Orlov auf 27:20 und stellte früh die Weichen endgültig auf Sieg. Bietigheim überzeugte weiterhin mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und ließ keinen Zweifel mehr am Ausgang der Partie aufkommen. Der Endstand lautete 37:30. Tom Wolf blieb mit sieben Treffern makellos, Orlov erzielte insgesamt neun Tore, Fabian Wiederstein steuerte fünf Treffer bei, während Tomovski mit elf Paraden erneut ein sicherer Rückhalt war.
Mit dem Heimsieg behauptet die SG BBM ihre Spitzenposition im Aufstiegsrennen. Vier Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz sieben Punkte. Der Fokus richtet sich nun auf das Derby am nächsten Samstag in Oppenweiler, wo die SG mit einem Sieg den vorzeitigen Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga perfekt machen kann.