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StartLokalesLudwigsburgZustimmung zur Widerspruchslösung beim Aktionstag zur Organspende

Zustimmung zur Widerspruchslösung beim Aktionstag zur Organspende

LokalesLudwigsburgZustimmung zur Widerspruchslösung beim Aktionstag zur Organspende

Mit einem Informationsstand auf dem Ludwigsburger Marktplatz hat die Stadt Ludwigsburg anlässlich des Tags der Organspende am 6. Juni auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit Betroffenen, medizinischen Fachleuten und engagierten Unterstützenden konnten sich Besucherinnen und Besucher über das Organspende-Register, den Organspendeausweis sowie die aktuell diskutierte Widerspruchslösung informieren.

Bürgermeister Sebastian Mannl, der den Aktionstag besuchte, betonte die Bedeutung einer bewussten Entscheidung: „Organspende kann Leben retten. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen sich informieren, eine persönliche Entscheidung treffen und diese dokumentieren. Der Aktionstag hat gezeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist.“

Ein weiteres wichtiges Thema war die Patientenverfügung. Vielen Besucherinnen und Besuchern war nicht bekannt, dass darin ausdrücklich festgehalten werden sollte, wenn eine Organspende gewünscht wird. Häufig wurde zudem gefragt, ob es eine Altersgrenze für Organspenden gibt. Dr. Uschi Traub klärte auf: „Die älteste Spenderin in Deutschland war 98 Jahre alt und ihre Leber konnte ein Leben retten. Der Zustand der Organe und Gewebe wie Hornhaut oder Gehörknöchelchen wird zum Zeitpunkt des Hirntodes festgestellt.“

Besonders eindrücklich waren die persönlichen Geschichten von Menschen, deren Leben durch eine Organspende gerettet wurde oder die aktuell auf ein Spenderorgan warten. Kader Unursal (36), die nach neun Jahren Dialyse vor zwei Jahren eine Spenderniere erhielt, schilderte ihre Erfahrungen: „Der größte Unterschied: Während der Dialyse habe ich jeden Tag versucht zu überleben und seit der Transplantation ist es wirklich ein Leben.“ Die Dankbarkeit gegenüber dem Organspender und dessen Familie könne sie kaum in Worte fassen. Auch Renate Leonhardt, seit März 2025 lebertransplantiert, Martin Sembritzki, seit Dezember 2019 lebertransplantiert, sowie Matthias Erlacher, seit Oktober 2013 lebertransplantiert, unterstützten die Aktion und standen den Besucherinnen und Besuchern für Gespräche zur Verfügung.

Großes Interesse galt der Frage, wie die Organspende in Deutschland künftig geregelt werden soll. Bei einer Abstimmung am Informationsstand sprachen sich 61 Marktbesucherinnen und Marktbesucher für die Einführung einer Widerspruchslösung aus, während vier Personen die derzeitige Entscheidungslösung bevorzugten. Stephan (61), der seit viereinhalb Jahren auf eine Spenderniere wartet, brachte seine Sicht auf den Punkt: „Man kann keinen zwingen zu spenden, aber ich finde, es ist eine Verpflichtung, sich zu entscheiden.“

Martin Sembritzki von Lebertransplantierte Deutschland e. V. zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Die Aktion auf dem Marktplatz war eine wichtige und gelungene Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich konnte vielen Besucherinnen und Besuchern eine kleine Entscheidungshilfe geben.“

Die Stadt Ludwigsburg dankt allen Beteiligten für ihr Engagement und ruft dazu auf, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, eine persönliche Entscheidung zu treffen und diese zu dokumentieren.


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