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StartLokalesLudwigsburgVermarktung für Tiny House im ehemaligen Trafoturm startet

Vermarktung für Tiny House im ehemaligen Trafoturm startet

LokalesLudwigsburgVermarktung für Tiny House im ehemaligen Trafoturm startet

Azubi-Projekt geht in die nächste Phase – Bezugsfertigkeit für Herbst geplant

Ludwigsburg.| In der Heinrich-Schweitzer-Straße in Ludwigsburg wird derzeit ein stillgelegter Trafoturm zum Tiny House umgebaut. Die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH (WBL) startet nun die Vermarktung des ungewöhnlichen Wohnprojekts, Interessierte können sich ab sofort für ein Mietverhältnis bewerben. Eine Besonderheit des Projekts: Gestaltung und Umsetzung werden maßgeblich von Auszubildenden verwirklicht. Im Herbst soll das Häuschen bezugsfertig sein.

Außergewöhnlicher Wohnraum auf kleiner Fläche

Aus dem ehemaligen Trafoturm entsteht ein kompaktes Wohnangebot für Menschen, die bewusst auf kleiner Fläche wohnen möchten – ideal für Studierende, Menschen beim Einstieg ins Berufsleben und Alleinstehende, die ein außergewöhnliches Zuhause suchen. Die Warmmiete mit 650 Euro monatlich bewusst fair und bezahlbar. Das Objekt wird möbliert vermietet mit maßgeschneiderter Inneneinrichtung und durchdachter Möblierung. Die Waschmaschine findet Platz im Nachbargebäude.

Auf rund 25 Quadratmetern verteilen sich künftig Wohnzimmer, Küche und Bad im Erdgeschoss, ein Arbeitsbereich auf einer Zwischenebene sowie ein Schlafbereich im oberen Geschoss. Ergänzt wird das Tiny House durch eine großzügige Terrasse mit Blick in Richtung Heinrich-Schweitzer-Straße.

Trotz Umbau bleibt die Geschichte des Gebäudes sichtbar: Der charakteristische Sockel wird weiterhin farblich abgesetzt sein, die Lüftungsschächte bleiben erhalten und auch die markanten Stahltüren werden Teil des Erscheinungsbildes bleiben. Eine neue Türen im Eingangsbereich und zur Terrasse sorgen für mehr Komfort und eine aufgewertete Wohnqualität.

Foto: Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH

Auszubildende gestalten das Projekt

Eine Besonderheit des Projekts: Zahlreiche Auszubildende verschiedener Unternehmen und Gewerke arbeiten aktiv an Planung, Organisation und Umsetzung mit. Die Auszubildenden der Wohnungsbau Ludwigsburg übernehmen die Projektorganisation, koordinieren Abläufe und stimmen sich mit den beteiligten Handwerksbetrieben ab. Die Azubis der beteiligten Handwerksbetriebe wirken maßgeblich auf der Baustelle mit und sammeln wertvolle Erfahrungen am realen Objekt.

„Der Trafoturm ist weit mehr als ein Wohnprojekt“, sagt Andreas Veit, Geschäftsführer der Wohnungsbau Ludwigsburg. „Er bietet Auszubildenden die Chance, ein Bauvorhaben mitzugestalten, Entscheidungen zu begleiten und Verantwortung zu übernehmen. Genau solche Erfahrungen machen Ausbildung besonders wertvoll.“

Gemeinsam mit weiteren Auszubildenden begleitet die angehende Immobilienkauffrau Alena Berger begleitet das Projekt von Beginn an und übernimmt dabei eine zentrale Rolle in der Projektorganisation. Sie koordiniert Termine und Abstimmungen, hält den Kontakt zu beteiligten Gewerken, begleitet Baustellentermine und sorgt dafür, dass Informationen zwischen den Projektbeteiligten zusammenlaufen. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz hat sie Visualisierungen erstellt, die zeigen, wie Küche, Wohnbereich und Terrasse später aussehen könnten.

„Bei einem so spannenden Projekt muss man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und auch mal um die Ecke denken“, sagt Alena Berger. „Viele Lösungen entstehen erst, wenn man kreativ wird und neue Wege ausprobiert.“

Die Baustelle macht Fortschritte

Seit dem Baustart im März hat sich auf der Baustelle viel getan. Die beteiligten Auszubildenden haben geholfen, das Gebäude vollständig zu entkernen, Leitungen für Strom, Wasser und Heizung zu verlegen und eine neue Bodenplatte einzubauen. Um zusätzlichen Wohnraum auf der kleinen Grundfläche zu schaffen, wurde eine neue Geschossebene eingezogen.

Zwei bestehende Fensteröffnungen wurden aus Brandschutzgründen geschlossen, neue Fenster entstehen an anderer Stelle. Aktuell wird der vorhandene Innenputz entfernt. Anschließend folgen die Elektro-Rohinstallation, Dämmung und Putzarbeiten.

Ein weiterer Meilenstein ist für August geplant: Die Auszubildenden der Schreinerei Dabelstein werden die in Handarbeit vorgefertigten Module für Treppe, Küche, Bad und Schlafbereich einbauen.

Handwerk sichtbar machen

Mit dem Trafoturm möchte die WBL auch auf die attraktiven Möglichkeiten einer Ausbildung im Handwerk aufmerksam machen. „Wir brauchen mehr junge Menschen im Handwerk“, sagt Andreas Veit. „Es bietet spannende Berufswege mit viel gestalterischem Spielraum, Teamarbeit und Platz für eigene Ideen.“ Da Arbeitskräfte knapp sind, ist handwerkliche Kompetenz stark nachgefragt.

Die Handwerkskammer Region Stuttgart bietet mit ihrem Projekt „130 Chancen“ einen einfachen Einstieg in die Vielfalt handwerklicher Berufe. Dort können sich junge Menschen über handwerkliche Ausbildungsberufe und Karrierewege informieren.

Interesse weit über die Baustelle hinaus

Auch, da die Auszubildenden bei dem Projekt im Mittelpunkt stehen, stößt der Trafoturm bereits während der Bauphase auf großes öffentliches Interesse. Regionale Medien begleiten die Arbeiten, darunter Regio TV mit einer mehrteiligen Beitragsreihe. Gleichzeitig gewähren die Auszubildenden immer wieder Blicke hinter die Kulissen und führen auf den Social-Media-Kanälen der WBL durch die einzelnen Projektschritte.

Aufgrund des medialen Interesses freut sich die WBL besonders, wenn die neue Bewohnerin oder der neue Bewohner auch nach dem Einzug gelegentlich Einblicke in das besondere Wohnprojekt ermöglichen wird.

Förderung durch das Land Baden-Württemberg

Einen stillgelegten Trafoturm als Wohnraum zu nutzen – mit dieser Idee hat sich die Wohnungsbau Ludwigsburg am Wettbewerb „LückenNutzen“ der Patenschaft Innovativ Wohnen Baden-Württemberg beteiligt. Das Projekt wurde zur Förderung ausgewählt und erhält vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg einen Zuschuss von bis zu 78.968 Euro.


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