von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die Handballatmosphäre ist zurück in der mit 787 Zuschauern gut gefüllten Viadukthalle in Bietigheim, der Erfolg noch nicht. Am ersten Spieltag 2. Handball-Bundesliga unterlag die SG BBM am Samstag dem ThSV Eisenach mit 26:29 (13:14) Toren. Der Erfolg der Wartburgstädter war dank einer effizienteren Chancenauswertung verdient.

Nein, das war nicht der Traumstart in die Punktspielrunde, wie ihn sich Iker Romero bei seinem Cheftrainer-Debüt mit seiner Mannschaft vorgenommen hatte. Am Ende bejubelte wie schon bei ihrem letzten Auftritt in Bietigheim im Juni die Mannschaft von Markus Murfuni ausgelassen die Premierenpunkte. „Der Sieg tut gut“, freute sich der ThSV-Coach über den Coup. „Dass wir hier gewinnen, hat keiner auf dem Schirm.“

„Natürlich haben wir uns mehr erwartet, Eisenach hat das sehr gut gespielt“, musste Romero eingestehen, der aber seine Mannschaft in Schutz nahm. „Das erste Heimspiel ist immer schwer“, bemerkte der Spanier zum Umstand, dass die SG BBM ihr Potential und nebenbei die Elemente der spanischen Handballschule noch nicht erfolgreich auf die Platte bringen konnte. „Wir müssen uns weiter und weiter verbessern, die Saison ist noch sehr lang.“

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass Eisenach der erwartet schwere Auftaktgegner werden würde. Die Thüringer Handballer führten nach der Anfangsviertelstunde mit 4:9. Eisenach zeigte gleich zu Beginn eine bärenstarke Chancenauswertung, während die drei Tore von Dominik Claus bis zu diesem Zeitpunkt nicht darüber hinwegtäuschen konnten, dass die SG BBM die größeren Probleme mit ihren Wurfversuchen hatte. „Kompliment an meine Mannschaft, sie hat in der Abwehr grandios gefightet“, freute sich Murfuni. „Und wir hatten einen saustarken Johannes Jepsen im Tor, der 14 Bälle wegmacht.“ Damit hat Eisenachs Neuzugang das Torhüterduell gegen Bietigheims neuen Keeper Konstantin Poltrum und Nick Lehmann, der im zweiten Abschnitt eingewechselt wurde, für sich entschieden. Aber auch das 21-jährige Torwarttalent konnte nicht verhindern, dass die SG BBM zum Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel fand. Sven Weßeling traf per Siebenmeter kurz vor der Pause zum 12:13-Anschluss.

Der 23-jährige von Emsdetten an Enz und Metter gewechselte Rückraumlinke war am Ende mit 8 Toren erfolgreichster Werfer auf dem Feld. Weßelings couragierter Auftritt hat Lust auf mehr gemacht. In dieser Form wird er eine tragende Rolle im Spiel der SG BBM einnehmen. Und dann deutet die SG BBM kurz nach der Pause einmal an, wie das Spiel der Schwaben auch laufen könnte. Bietigheim führte nach drei schnellen Treffern von Tim Dahlhaus, Christian Schäder und Juan de la Pena erstmals mit 16:14 Toren – prompt gefolgt von drei Fehlwürfen. „Wir sind in der 2. Halbzeit schleppend ins Spiel gekommen“, beschrieb Eisenachs Murfuni später diese Phase. „Aber wir haben die Ruhe bewahrt und am Ende den längeren Atem gehabt.“ Zunächst drehte Eisenach das Spiel erneut zum 16:19, fand dabei immer wieder Lösungen und Wurfchancen aus nahezu allen Positionen. Und als Bietigheim in der Schlussphase mit aller Macht drängte, war da noch ein Jepsen im Tor der Gäste, der beispielsweise beim Stand von 22:25 zweimal gegen die frei vor ihm auftauchenden Jonathan Fischer und Dominik Claus rettete.

Weßeling verkürzte zwar noch auf 24:26. Eisenach antwortete auf die wütenden Angriffe der Hausherren mit sicheren Abschlüssen und nahm Zeit von der Uhr. Spätestens als Eisenachs Linksaußen Ivan Snajder mit seinem sechsten Tor im sechsten Versuch zum 24:27 traf, war gut zwei Minuten vor dem Ende die Partie entschieden.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus (3), Öhler, Dahlhaus (3), Schäfer (3), de la Peña (4), Barthe (1), Asmuth (1), Weßeling (8/2), Pfeifer, Boschen, Fischer (2).

ThSV Eisenach: Jepsen, Voncina, Eichberger; Iffert (2), Wöhler, Hangstein (6/3), Walz (2), Hideg (5), Tokic (4), Sousa, Dicker, Donker (1), Schneibel, Snajder (6), Weyhrauch (2), Saul (1).

Spielverlauf: 1:4 (8.), 4:9 (17.), 10:12 (24.), 13:14 (30.), 16:14 (33.), 16:19 (40.), 19:23 (48.), 23:25 (55.), 25:27 (59.), 26:29 (60.).
Zeitstrafen: Weßeling (14.), Dahlhaus (38.) – Dicker (24.), Snajder (29.), Saul (52.), Walz (59.)
Siebenmeter: 2/4 – 3/4
Schiedsrichter: Marvin Cesnik / Jonas Konrad (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 787 (Sporthalle am Viadukt, Bietigheim)