Sieg sollte für die Euro-Qualifikation reichen

Zwei Spiele gewonnen und ein Unentschieden erkämpft: Die SVL-Wasserballer haben am Wochenende beim Turnier in Esslingen, bei dem es um die Bundesliga-Plätze fünf bis acht ging, ihr ausgegebenes Ziel erreicht. Die Ludwigsburger stehen in den Abschlusstabelle ganz oben. Platz fünf dürfte zugleich die Qualifikation für das internationale Geschäft bedeuten. Es steht aber noch eine Entscheidung der LEN aus, der Europäische Dachverband für Wassersport will demnächst festlegen wie viele Teams antreten dürfen.

Am Ende wird alles gut, sagt man. Stimmt. Die Bundesliga-Saison ist zu Ende gespiel t – und die SVL-Wasserballer sind sehr zufrieden. Das ausgegebene Ziel ist erreicht, obgleich alle wissen: womöglich wäre ein bisschen mehr drinnen gewesen als Platz fünf. Doch dieser Platz fünf dürfte zugleich die Qualifikation für den Euro-Cup bedeuten.

Das Turnier am ersten Juni-Wochenende hat für die SVLer mit einem deutlichen Sieg im Derby gegen den Lokalrivalen SSV Esslingen begonnen (13:6). Der Start in dieses erste Spiel am Freitagabend indes ist beschwerlich. Die Ludwigsburger liegen zunächst mit 0:2 zurück, bald steht es 2:4. So hatten sich der Team-Manager Adrijan Jakovcev, der Trainer Aleksa Manic und die Spieler das nicht vorgestellt.

Der SVL-Torwart Ivan Pisk ist aber in Topform, pariert viele gute Schüsse der Esslingen. Und als der SVL-Torjäger Marko Martinic dann auch noch voll aufdreht – dreht sich auch das Spiel. Zur Halbzeit steht es 5:4. Und dann bald 7:4 für den SVL. Im dritten Viertel führt Ludwigsburg bald mit 9:6. Auch als Esslingen in doppelter Überzahl spielt gelingt den Gegnern kein Tor. Der Sprecher von SSV, der das Spiel live im Internet kommentiert, sagt: „Wir werden müde.“ Kurz vor Schluss schießt Martinic sein sechstes Tor zum Endstand 13:6 für Ludwigsburg. Das Spiel ist gewonnen, der erste Schritt getan.

Für den SVL: Josip Katusa, Luka Vulovic (1 Tor), Timo van der Bosch (1), Leopold Friedrich, Marko Martinic (6), Veljko Stanimirovic (1), Domagoj Mijatovic (1), Kristijan Lipar (1), Mattia Ruggeri, Mitko Nachev (1), Nino Blazevic (1), Eric Fernandez Rivas, Ivan Pisk

Samstagabend, nächstes Spiel. Gegen die SG Neukölln. Der SVL führt bald mit 3:1. Aber der Gegner bleibt dran. Die Partie wird turbulent – turbulent und spannend – mit einigen Nicklichkeiten, mit Rausstellungen und mit zwei Roten Karten gegen Ludwigsburg. Der Sprecher auf dem Esslinger Youtube-Kanal spricht allerdings auch von einem „Genuss fürs Auge“.

Der SVL zieht davon, im zweiten Viertel steht es bald 5:3. Aber Neukölln bleibt weiter dran, gleicht wenig später zum 5:5 aus. Im dritten Viertel geht Neukölln erstmals in Führung, 7:8. Das Team aus Berlin ist von Trainer offenkundig gut eingestellt, und die Spieler sind fit. Der Sprecher fragt: „Ist der SVL ratlos?“ Nein, der SVL gleicht schlussendlich aus, nach dem Schlusspfiff steht es 9:9. Ludwigsburg führt die Tabelle knapp an. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel sagt am späten Abend: „Alles ist okay, wir sollten am Sonntag aber nicht verlieren.“

Für den SVL: Josip Katusa, Luka Vulovic, Timo van der Bosch (1 Tor), Leopold Friedrich, Marko Martinic (4), Veljko Stanimirovic, Domagoj Mijatovic (1), Kristijan Lipar, Mattia Ruggeri, Mitko Nachev (2), Nino Blazevic (1), Eric Fernandez Rivas, Ivan Pisk

Sonntag, 10 Uhr: das quasi-Entscheidungsspiel gegen die White Sharks Hannover. Hannover müsste gewinnen, um Platz fünf zu erreichen, dem SVL reicht ein Unentschieden. Bis zur Halbzeit hält Hannover einigermaßen gut mit, dann indes zieht der SVL auf und davon. Nach 0:2 zu Beginn steht es bald 4:2 für Ludwigsburg. Dieter Gscheidle, SVL-Urgestein, sagt in der Halbzeitpause: „Unsere Abwehr ist gut, die Chancenverwertung lässt aber noch zu wünschen übrig.“ Er erwarte allerdings einen „eindeutigen Sieg“ für Ludwigsburg. Der Dieter wird Recht behalten.

Der SVL-Torwart Pisk zeigt tolle Paraden, Martinic und seine Kollegen treffen. Der Sprecher sagt: „Jetzt wird das Spiel fast langweilig“. Schön für den SV Ludwigsburg, der nach dem dritten Viertel mit 7:4 führt. Mit einem Tor des SVL-Nationalspielers Timo von der Bosch endet das Spiel mit 9:4 für Ludwigsburg.

Für den SVL: Josip Katusa, Luka Vulovic (2 Tore), Timo van der Bosch (2), Leopold Friedrich, Marko Martinic (4), Veljko Stanimirovic, Domagoj Mijatovic, Kristijan Lipar, Mattia Ruggeri, Mitko Nachev, Nino Blazevic (1), Eric Fernandez Rivas, Ivan Pisk

Timo sagt nach dem letzten Spiel: Platz fünf sei gut, „kein Spiel verloren, nicht immer gut gespielt, aber daran erinnert sich in eine paar Monaten eh niemand mehr“. Gewonnen ist gewonnen. Viele Spieler machen nach dem Turnier erstmal ein bisschen Urlaub. Für Timo geht es am Mittwoch indes noch zur Nationalmannschaft, weitere fünf Tage Training.

Matthias Nagel spricht mit Blick auf das letzte Spiel und auf die ganze, mitunter schwierige Corona-Saison von einem „versöhnlichen Abschluss“. 5:1 Punkte im Turnier in Esslingen seinen gut. Okay, so Nagel, „es hätte mehr sein können gegen Neukölln“. Insgesamt wäre womöglich Platz vier drinnen gewesen. Der SVL sei aber wieder ein Stück näher an die Top-Vier-Mannschaften heran gerückt. Die vorige Saison hatte Ludwigsburg mit Platz sechs abgeschlossen. Zu Beginn dieser Runde hatte der Team-Manager erklärt, der SVL wolle Jahr für Jahr eine Platz gut machen. Also alles im Plan.

Nagel sagt: „Wir freuen uns auf die Pause“, die Saison mit der erstmaligen Teilnahme am Euro-Cup im Winter sei lang gewesen. Mitte August beginne das Training wieder, und Mitte September solle der Deutsche Pokal ausgespielt werden. „Und dann wollen wir unbedingt wieder international spielen.“ Die LEN werde voraussichtlich in den nächsten Wochen entscheiden, wie viele deutsche Mannschaften spielen dürfen.