Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Mit sechs Siegen aus den letzten 7 Begegnungen ist Bundesliga-Absteiger SG BBM endgültig in der oberen Tabellenhälfte der 2.HBL angekommen. Zum Auftakt der Rückrunde erwartet die Bietigheimer Handballer am zweiten Weihnachtsfeiertag (17 Uhr, WESTPRESS arena) eine Aufgabe der ganz schweren Art beim Zweiten ASV Hamm- Westfalen. „Man kann einen Sieg in Hamm sicher nicht einplanen. Aber wir wollen natürlich noch einmal alles versuchen“, sagt Trainer Hannes Jón Jónsson.

Einen zusätzlichen Motivationsschub fürs letzte Spiel des Jahres benötigen die Männer um Kapitän Jan Asmuth nicht. Es genügt alleine eine Rückbesinnung auf den ersten Spieltag, als sich Bietigheim bei der 18:27-Heimniederlage böse überraschen ließ und in der Folge in den ersten Spielen nur schwer in Tritt kam. Seit jenem 25. August haben „Mimi“ Kraus und Co. stets mehr Tore erzielt als bei diesem frühen Saison-Tiefpunkt. Offensiv wie defensiv sieht Jónsson sein Team inzwischen stark verbessert: „Wir haben uns zurückgemeldet. Die Gegner wissen inzwischen, dass wir nicht mehr so weit weg sind.“

Die optimalere Spielvorbereitung genießt der Tabellenzweite. Hamm hat nach dem 24:22-Erfolg in Hüttenberg fast zwei Wochen Zeit, sich auf dieses Spitzenspiel vorzubereiten. Die Bietigheimer Handballer indes werden sich aufgrund der Weihnachtsfeiertage erst am Spieltag in den Bus zur rund 430 km entfernten Lippestadt setzen. WESTPRESS Arena? Moment mal, da war doch was: der letzte Auftritt der Schwaben endete vor zwei Jahren nach missglückter Anfahrt und reichlich verspäteter Ankunft in der Halle in einer deftigen 19:35-Niederlage. Die Bietigheimer Handballer immerhin trösteten sich in der Saison 2017/18 am Ende mit dem Aufstieg in die Bundesliga.

Verlockend wäre der Gedanke schon. Mit einem Erfolg könnte die SG BBM aus eigener Kraft den Abstand zu einem Aufstiegsplatz verkürzen. Aber: Das Team von Trainer und Sportlichem Leiter Kay Rothenpieler, der den ASV am Ende der Saison verlassen wird, hat in den sieben Spielen in eigener Halle noch keinen Punkt liegen lassen. Mit dem Auftakt in Bietigheim bestätigte Hamm eine starke Frühform, ließ dann aber auswärts einige Punkte liegen. Mit vier Siegen in Folge rückte der letztjährige Tabellenvierte zuletzt wieder auf den zweiten Platz vor und ein möglicher Aufstieg mit jedem Spieltag weiter in den Fokus.

Ein Ziel, das auch Jónsson dem Tabellenzweiten mit Blick auf dessen Kader zutraut. Die Ausgeglichenheit auf allen Positionen ist eine der Stärken der Westfalen. Nicht weniger als elf Spieler erzielen im Schnitt mehr als ein Tor pro Partie, was zeigt: Hamm ist auf allen Positionen doppelt gut besetzt. Waren es im Hinspiel noch Fabian Huesmann und Merten Krings, die den Bietigheimern je sieben Tore einschenkten, kann sich die SG BBM bei weitem nicht nur auf dieses Duo fokussieren. Auf der anderen Seite glänzt Felix Storbeck im Tor mit Spitzenquote an gehaltenen Bällen vor einer körperlich robusten Hammer Defensive.

„Eines ist ganz klar: Wir müssen in Hamm in Abwehr und Angriff anders auftreten als gegen Hüttenberg, wenn wir dort überhaupt an Punkte denken wollen“, sagt Hannes Jón Jónsson. Es wird ein gänzlich anderes Spiel werden als das jüngste 34:32 gegen Hüttenberg. Am Samstag hatte Jónsson wenig Freude an der Spielgestaltung und erst recht an den 32 Gegentoren gegen den 15. der Tabelle. Personell wird sich dennoch wenig ändern bei den Schwaben. Maximilian Trost wird zum letzten Mal im Kader der SG BBM stehen, ehe er zur Rückrunde zu seinem Heimatverein Nußloch in die 3.Liga wechselt und dort auf mehr Spielanteile hoffen darf.

Auf Linksaußen schlüpfte Max Öhler kurzzeitig in die vakante Rolle von Martin Marcec, der der SG BBM nach seinem Kreuzbandriss in Dresden als der erste Langzeitverletzte bis zum Saisonende fehlen wird. Abwehrchef Patrick Rentschler schließlich, der gegen Hüttenberg 60 Minuten auf der Bank saß, wird in Hamm zum Einsatz kommen, das bestätigte Jonsson: „Patrick hätte trotz seiner Knieprobleme spielen können. Ich erwarte, dass ihm die Pause gutgetan hat.“