Bietigheim hält Anschluss an die Spitze

0

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die SG BBM Bietigheim hat am Freitag einen 33:29(13:16)-Heimerfolg gegen den EHV Aue vorgelegt. Vom Ausgang der anderen Partien im breiten Verfolgerfeld der 2.HBL hängt ab, ob die Schwaben nach dem 21. Spieltag im Kampf um die Aufstiegsplätze dran oder schon mitten drin sind.

Zumindest im zweiten Abschnitt überzeugte der Bundesliga-Absteiger mit einer soliden Vorstellung die 2098 Zuschauer in der Bietigheimer EgeTrans-Arena, an dessen Ende der zehnte Erfolg im elften Spiel gefeiert werden durfte. „Wir haben gegen Aue gewonnen, das war unser Ziel“, zeigte sich SG-Trainer Hannes Jón Jónsson zufrieden. „Im letzten September hätten wir dieses Spiel noch verloren.“

Der Nachsatz des Isländers darf durchaus anerkennend in Richtung der Gäste gewertet werden, die im ersten Abschnitt einen starken Auftritt hinlegten. „Kompliment an meine Mannschaft für die Einstellung heute“, sagte Stephan Swat, der seiner ausfallgeschwächten Mannschaft Siegeswillen attestierte. „Wir hatten sechs Spieler nicht dabei, uns fehlten die Alternativen. Am Ende war ein bisschen der Substanzverlust sichtbar“, so der Gästecoach.

„Wir haben lange gebraucht, bis wir Stabilität in der Abwehr gefunden haben“, hat Jochen Zürn, Sportlicher Leiter der SG BBM, beobachtet. Trotz anfänglicher 4:1-Führung hatte Bietigheim das Spiel alles andere als im Griff. Ein ums andere Mal setzten sich die im Eins-gegen-Eins starken Auer wie Adrian Kammlodt im linken Rückraum oder Bengt Bornhorn am Kreis durch. Aue profitierte zudem konsequent von einer Reihe von Ballverlusten des Tabellenfünften, der nach vorne längst nicht so diszipliniert spielte wie beispielsweise bei seinen letzten Auswärtsauftritten. „Zwischen den Spielen in Essen und in Eisenach ist so eine Partie gegen den Tabellenelften ganz gefährlich“, bemerkte Zürn. Nach einer Viertelstunde lagen die erzgebirgischen Handballer beim 8:9 erstmals vorn. Die folgende Auszeit der SG BBM konnte es auch noch nicht richten. Aue baute die Führung bis auf 11:15 aus. Gut, dass ein Doppelschlag von Christian Schäfer den Schaden bis zum 13:16-Halbzeitstand noch begrenzte.

„Das Spiel sollte uns eine Lehre sein, gegen jede Mannschaft ans Limit zu gehen“, sagte Jochen Zürn, nicht ohne noch nachzulegen: „Wie die Jungs dann den Schalter finden, das ist schon eine Qualität“. Bietigheim brauchte nur wenige Minuten, um das Spiel beim 17:17 wieder auszugleichen. Nach dem erneuten Führungstreffer durch Mimi Kraus zum 23:22 bogen die Schwaben dann endgültig auf die Siegerstraße ein. „Jonas Maier hat uns in dieser Phase sehr geholfen“, sagte Jónsson. „Das war wahrscheinlich seine beste Partie bislang bei uns“. Der 26-Jährige Torsteher stand nicht nur, weil die Torhüterleistungen in den letzten Spielen verbesserungswürdig waren, in besonderem Rampenlicht. Am Freitag fehlte zudem der erkrankte Jürgen Müller.

Die zweite Halbzeit war intensiver von uns“, bemerkte Jónsson, dessen Team spätestens nach dem 28:24 in den letzten zehn Minuten nichts mehr anbrennen ließ. Aues kleiner Kader konnte keine Schippe mehr drauflegen, während Bietigheim mit seinen Alternativen wucherte. Beispiel rechter Rückraum. Da hatte Tim Dahlhaus mit sieben Treffern eine starke erste Hälfte abgeliefert, nahm dann aber auf der Bank Platz. Dominik Claus setzte fortan ebenso erfolgreich seine Akzente. Mimi Kraus durfte sich nach dem Fehlstart im ersten Abschnitt eine längere Auszeit nehmen, nur um im zweiten Abschnitt umso stärker zurückzukehren, sodass auch Aues Coach Swat den Spielmacher lobte: „Er hat sehr gute Entscheidungen getroffen“. Am Kreis wechselten sich Patrick Rentschler und Jonathan Fischer ab, zusammen hatten beide unterm Strich acht Treffer aus der Nahdistanz auf ihrem Konto.

Die Bietigheimer Handballer feierten einen verdienten Sieg, an dessen Ende sich auch Jochen Zürn wieder ein wenig mehr aus der Reserve wagte: „Mit den zehn Siegen aus elf Spielen haben wir uns wieder in die große Verlosung gebracht.“ Es bleibt spannend an der Spitze der 2. HBL.

SG BBM Bietigheim: Maier, Reich; Dahlhaus (7), Fischer (5), Asmuth (4), Schäfer (4/1), Kraus (4), Rentschler (3), Claus (3), Link (2), Vlahovic (1), Rønningen, Öhler, Boschen, L. Urban, Bader.

EHV Aue: Rasimas, Bochmann, Musil; Kammlodt (8), Bornhorn (8/5), Petreikis (3), Slachta (3), Paraschiv (2), De Santis (2), Roch (2), Neumann (1), Ebert, Roth, Kozubik, Leubner.

Spielverlauf: 4:1 (6.), 8:9 (15.), 11:12 (20.), 11:15 (27.), 13:16 (30.), 17:17 (34.), 20:19 (37.), 21:22 (41.), 25:24 (47.), 29:25 (54.), 31:27 (55.), 33:29 (60.).

Zeitstrafen: Vlahovic (23.), Rentschler (41.) – Roch (30.,49.), Kammlodt (42.) Siebenmeter: 1/2 – 5/5

Schiedsrichter: Marvin Cesnik / Jonas Konrad (DHB Nachwuchskader)

Zuschauer: 2098 (EgeTrans Arena Bietigheim)


Welche Länder wetten in Europa am meisten?

0

Geschäftliche Information

Das iGaming ist wohl einer der größten Industriezweige der Welt und ohne Anzeichen für eine Flaute, da neue Initiativen zu mehr Einnahmequellen für die großen Unternehmen führen. Da immer mehr für Marketing ausgegeben wird, um die Zahl der Teilnehmer zu erhöhen und neue Gesetze in immer mehr Ländern der Welt verabschiedet werden, um das Glücksspiel zu legalisieren, könnten wir sehen, dass noch mehr Gebiete von dem profitieren, was zu einer globalen Kraft geworden ist.

Online-Glücksspiele spielen in dieser Szene eine große Rolle, während eine starke Zunahme der Fusions- und Akquisitionsaktivitäten in den letzten Jahren dazu beigetragen hat, starke, strategische Allianzen zu schaffen, um das Geschäft in neuen Regionen voranzutreiben. Daher werfen wir einen Blick auf  die  größten Glücksspiel-Länder in Europa, die Echtgeld Spielautomaten mit Lizenz haben, wie auch Online Casinos.

Tschechische Republik
Woran denken Sie, wenn Sie den Namen Prag sehen? Hirsch- und Junggesellinnenabschiede? Bierverkostungen und Brauereibesichtigungen? Kneipentouren? Während all das in der Tat eine große Attraktion ist, zusammen mit über hundert kulturellen und historischen Stätten, die Ihre Mühe wert sind, gibt es eine andere Seite von Prag, die für uns Spieler viel mehr Spaß macht. Und die atemberaubende Architektur und die weitläufigen Grünflächen bieten eine wunderschöne Kulisse und tragen ein wenig zur Opulenz des Glücksspiels bei.

Wovon wir sprechen, ist natürlich die Möglichkeit, in einem wunderschönen Casino mit all dem Glanz und Glamour zu spielen, den man von einer solchen Einrichtung erwartet. Prag als Glücksspielziel Spielautomaten sind nicht nur in Hotelkasinos, sondern auch in Spielhallen, Herna-Bars und in den Kneipen, die “Pivnice” genannt werden, leicht zu finden. Sie müssen das Ambassador Casino im gleichnamigen Hotel besuchen, das günstig am berühmten Wenzelsplatz gelegen ist. Alternativ können Sie Ihr Glück im Millennium Casino im Marriott Hotel oder im Atrium Casino im Hilton Hotel Prag versuchen.

Amsterdam
Die Stadt in Amsterdam ist eine hervorragende Stadt, die Ihnen alles bietet, was Sie zur Unterhaltung für eine Nacht, ein Wochenende oder sogar eine Woche benötigen. Die Zeit vergeht scheinbar wie im Flug, da alle Sinne durch die vielen verführerischen Aktivitäten und die Sehenswürdigkeiten in dieser legendären Stadt der Sünde angeregt werden. Empfehlenswert ist ein Besuch des Holland Casino Amsterdam Centre. Sein schickes Aussehen und seine Atmosphäre werden Sie glauben lassen, Sie wären in Las Vegas. Allerdings sollten Sie bedenken, dass der Eintritt kostenpflichtig ist und Sie keine kostenfreien Getränke erhalten.

Sobald Sie Ihre Casino-Bedürfnisse befriedigt haben, sollten Sie unbedingt das göttliche Fastfood probieren. Ja in der Tat selbst jemand, der kein Fan vür Fast Food ist, würde die Chips mit Mayo aus den Automaten zu schätzen wissen. Die kultigen holländischen Automaten sind 24 Stunden am Tag aktiv und das dort angebotene Speisenangebot ist billig und lecker. Wenn man sich in die Spiele und die Atmosphäre im Holland Casino verliebt hat, kann man sich davon in der Filiale am Flughafen Schiphol verabschieden.

Paris, Frankreich
Paris ist für seine kulturellen Attraktionen und romantischen Aussichten bekannt. Als Glücksspieldestination ist Paris weitgehend unentdeckt. Wir sollten daher nicht vergessen, dass das Roulette in diesem Land seinen Ursprung hat und dass die Franzosen auch in der Geschichte des Kartenspiels wichtige Spuren zurückgelassen haben. Obgleich Sie Paris möglicherweise oft genug besucht haben, um sich dort zu Hause zu fühlen, mögen Sie es bisher nicht als ein Ort für Glücksspiele betrachtet haben.

Zwar gibt es in Paris eine ganze Reihe von Casinos, wie zum Beispiel Le Cercle Central und Cercle Clichy Montmartre, doch lassen Sie sich nicht vom Namen Casino de Paris täuschen. Diese Casinos wären vor allem von Pokerspielern bevorzugt, aber es gibt auch andere Spiele.

Malta
Uns ist klar, dass es sich bei der Stadt Malta, im Gegensatz zu Paris und Amsterdam, um keine Stadt handelt. Haben Sie gewusst, dass das maltesische Staatsgebiet nur winzige 316 Quadratkilometer umfasst? Deshalb können Sie es in wenigen Stunden umfahren. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Straßen frei sind. Das ist das größte Problem auf dieser kleinen Insel, auf welcher jeder erwachsene Mensch ein Auto besitzt. Die Insel ist ein Steuerparadies und ein Knotenpunkt des iGaming. Es verwundert daher nicht, dass viele Glücksspielunternehmen und Casino Betreiber dort Niederlassungen besitzen.

Abgesehen von einigen der besten Online-Casinos in der Republik Malta gibt es außerdem einige weltberühmte landbasierte Casinos. Diese sind insbesondere bei den Gästen von Kreuzfahrten sehr beliebt. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe, die im Mittelmeer unterwegs sind, legen in den berühmten Häfen Maltas an und ermöglichen ihren Passagieren eine gute Zeit in den luxuriösen Casinos, wie z.B. Portomaso und Dragonara Casino, wobei das letztere auch von Evolution Gaming in ihrer Live-Plattform zur Verfügung gestellt wird.


Trotz Zwischenvermietung keine Steuer fällig

0

Beim Verkauf von Wohnimmobilien gilt im Normalfall eine Spekulationsfrist von zehn Jahren. Ist der Zeitraum zwischen Erwerb und Veräußerung kürzer, muss der Besitzer die Wertsteigerung des Objekts versteuern.
Anders sieht es aus, wenn der Haus- oder Wohnungseigentümer seine vier Wände für eigene Wohnzwecke nutzt. Dann ist der Erlös aus einem Verkauf dieser Immobilie in aller Regel nicht steuerpflichtig. Was geschieht jedoch, wenn das Objekt vor der Veräußerung noch einige Monate zwischenvermietet wurde? Die Wüstenrot Bausparkasse AG weist auf ein interessantes Urteil des Bundesfinanzhofs hin.

Werden Haus oder Wohnung veräußert, muss der vormalige Besitzer auf den Verkaufserlös keine Steuern zahlen, wenn er im Jahr des Verkaufs und den beiden Vorjahren die Immobilie selbst bewohnt hat. Diese Minimalfrist bestimmt das Gesetz. Im konkreten Fall hatte ein Mann 2006 eine Eigentumswohnung gekauft und bis April 2014 durchgehend selbst bewohnt. Im Mai zog er aus, verkaufte die Wohnung aber erst im Dezember des Jahres. In der Zwischenzeit vermietete er die Räume.

Diese Zwischenvermietung nahm das zuständige Finanzamt zum Anlass, den Verkaufserlös zu besteuern. Die Begründung: Der Besitzer habe die Wohnung nicht bis zum Verkaufsdatum selbst genutzt. Gegen diese Entscheidung klagte der Betroffene. Er sah die gesetzlich vorgegebene Mindestzeitspanne für die Selbstnutzung sehr wohl als erfüllt an – auch wenn er in den letzten Monaten vor dem Verkauf die Wohnung nicht mehr persönlich bewohnt habe. Daher forderte er, dass der Verkaufserlös nicht besteuert wird.

Der Bundesfinanzhof – das höchste deutsche Finanzgericht – gab dem Mann im Herbst 2019 Recht (Az. IX R 10/19). Er führte aus, dass das Gesetz zwar eine Eigennutzung im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Kalenderjahren vorschreibe. Nicht geregelt sei jedoch, an wie vielen Tagen im Jahr des Objektverkaufs der bisherige Eigentümer die Immobilie selbst bewohnt haben müsse. Auch eine nur zeitweise Selbstnutzung sei im Sinne des Gesetzes völlig ausreichend. Der Erlös aus dem Verkauf der Eigentumswohnung bleibt nach diesem Urteil letztlich steuerfrei.


“Cold Case” aufgeklärt

Kriminalpolizei ermittelt Tatverdächtigen zu einem am 14. Juli 1995 in Sindelfingen verübten Mord

Akribische Ermittlungsarbeit, der sprichwörtliche lange Atem und nicht zuletzt die stetig fortschreitende Weiterentwicklung im Bereich der DNA-Analyse hat die Kriminalpolizeidirektion Böblingen in einem fast 25 Jahre alten, bislang ungeklärten Mordfall in Sindelfingen zu einem heute 69-jährigen Tatverdächtigen geführt, der am Mittwoch in Hamburg festgenommen wurde.

Am Freitag, den 14. Juli 1995, gegen 23:40 Uhr, wurde eine damals 35-jährige Frau auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeitsstelle in der Tilsiter Straße in Sindelfingen von einem unbekannten Täter überfallen und mit zahlreichen Messerstichen getötet.

Die damalige Landespolizeidirektion Stuttgart I richtete in der Folge die Sonderkommission “Tilsit” ein, deren monatelange Ermittlungen aber nicht zu einem konkreten Tatverdacht führten. Der heute 69-Jährige, der zur Tatzeit im Kreis Böblingen wohnte, war damals durch die Ermittlungen und kriminaltechnischen Untersuchungen mit ihren damaligen Möglichkeiten nicht in den Fokus der Ermittler geraten.

Mord verjährt nicht und diese Tötungsdelikte unterliegen daher auch nach einem vorläufigen Abschluss der Ermittlungen regelmäßigen Wiederholungsüberprüfungen. Im Rahmen einer solchen Überprüfung wurde eine damals am Körper des Opfers gesicherte DNA-Mischspur im Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalsamts Baden-Württemberg erneut untersucht. Das Untersuchungsergebnis erhärtete nunmehr den Tatverdacht gegen den 69-Jährigen.

Die folgenden Ermittlungen führten die Kriminalpolizei nach Hamburg, wo der Tatverdächtige zwischenzeitlich wegen eines weiteren Tötungsdelikts und einer Erpressung eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt hatte. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei Hamburg wurde der 69-jährige Deutsche schließlich in einer dortigen Schrebergartensiedlung ausfindig gemacht und von Hamburger Spezialkräften mit Unterstützung von Zielfahndern des Stuttgarter Landeskriminalamts in einem von ihm bewohnten Gartenhaus widerstandlos festgenommen.

Er wurde am Donnerstag einem Haftrichter in Hamburg vorgeführt, der den auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn erlassenen Haftbefehl wegen Mordes in Vollzug setzte und ihn in eine Justizvollzugsanstalt einwies.

Kriminaldirektor Mathias Bölle, der Leiter der Kriminalpolizeidirektion Böblingen freut sich über diesen Ermittlungserfolg: “Dieser Fall zeigt uns einmal mehr, zu welch herausragenden Ergebnissen die hartnäckige und intensive Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen im Zusammenspiel mit modernen kriminaltechnischen Methoden führen kann.” Bölle würdigte dabei auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei Hamburg, deren Unterstützung maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen habe.


SG BBM will gegen den EHV Aue konzentriert ans Werk

0

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Nach neun Siegen aus den letzten zehn Begegnungen wirkt das Heimspiel der SG BBM Bietigheim am Freitag gegen den EHV Aue (19:30 Uhr EgeTrans Arena) fast schon wie eine Pflichtaufgabe. Trainer Hannes Jón Jónsson ist sich sicher: „Meine Mannschaft ist fokussiert und wird diesen Gegner nicht unterschätzen.“

Gute Nerven benötigte die SG BBM nicht nur im letzten Spiel beim Tabellenzweiten TUSEM Essen, als die Schwaben in der Schlussminute zum ersten Mal überhaupt in Führung gingen und das Spitzenspiel mit 32:31 gewannen. Gute Nerven und Geduld sind auch bei einem Blick auf die Tabelle gefordert. Denn da hat sich trotz der Siegesserie aus der Sicht des Bundesliga-Absteigers seit dem Punktspiel-Neustart 2020 kaum etwas verändert. Bietigheim bleibt auf den fünften Tabellenplatz, der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz bei zwei Punkten. „Die Liga ist einfach verrückt“, sagt Jónsson. „Wir können nur auf uns schauen, müssen versuchen unser Spiel zu gewinnen. Nach dem Schlusspfiff sehen wir dann in der Kabine, ob die anderen Ergebnisse für uns gelaufen sind.“

An diesem 21. Spieltag könnte es noch einmal enger an der Spitze werden, denn mit Gummersbach trifft der Dritte auf den Tabellenführer aus Coburg. Sechs bis acht Teams umfasst die Topgruppe aktuell. Bei dem Gedränge wäre es gut, wenn die „Pflichtaufgabe“ gegen den Tabellenelften EHV Aue erfolgreich bewältigt wird. „Aue ist eine Mannschaft mit viel Spirit“, bemerkt Jónsson. „Wenn die spüren, dass etwas geht, werden sie brandgefährlich.“ So wie im letzten Heimspiel gegen den TuS Ferndorf. Nach 40 Minuten sahen die erzgebirgischen Handballer beim Stand von 18:26 schon wie der sichere Verlierer aus und erkämpften sich noch in der Schlusssekunde die Ausgleichschance. Weil der starke Kreisläufer Bengt Bornhorn vom Punkt scheiterte, gab es kein Happy End – Endstand 31:32. Im Hinspiel Mitte September ließ die SG BBM in der Erzgebirgshalle in Lößnitz allerdings keine solchen Hoffnungen bei den Gastgebern aufkommen, Bietigheim siegte ohne den damals noch angeschlagenen Mimi Kraus klar mit 26:31 Toren.

Ein weiteres Indiz für die Kampfstärke der Truppe von Trainer Stephan Swat: Mit Ausnahme der 25:35-Niederlage am ersten Spieltag in Dormagen konnte der EHV seine Auswärtsspiele stets eng gestalten. So wie zuletzt in Coburg, als sich der Tabellenführer nur knapp mit 24:22 durchsetzen konnte. Gut möglich, dass am Freitag auch vom Tabellenfünften in der EgeTrans Arena eine gehörige Portion Geduld gefordert sein wird. Die Power beim EHV Aue kommt aus dem Rückraum. Neben dem torgefährlichen Spielmacher Benas Petreikis erzielte Adrian Kammlodt auf der linken Königsposition bereits 96 Saisontreffer. Kammlodt wechselte wie Gabriel de Santis vom HC Elbflorenz ins Erzgebirge.

Der Schwede de Santis spielt wie Bietigheims Tim Dahlhaus im halbrechten Rückraum. Daneben hätten die Beiden am Freitag als frisch gebackene Papas noch ein weiteres gemeinsames Thema. Doch ob da auf dem Spielfeld Zeit bleibt, sich auszutauschen? Wohl kaum. Dahlhaus wartet nach zwei torlosen Spielen noch auf seinen ersten Torerfolg im Jahr 2020. „Bei Tim habe ich in der Richtung keine Bedenken“, wiegelt Jónsson ab. Der Neu-Papa zeigt sich im Training in einer guten Form. Wie überhaupt das Angriffsspiel der Schwaben immer selbstsicherer von der Hand geht. Kommt die Rückraum-Achse mit Mimi Kraus, Jonas Link und Dominik Claus ins Rollen – wie nach der Pause in Essen, ist das für jeden Gegner schwer zu verteidigen. „Das Zusammenspiel funktioniert, wurfstark, stark im 1:1, immer weniger technische Fehler“, charakterisiert Jónsson nicht nur dieses Trio. „Das gilt im Moment für unser gesamtes Angriffsspiel“, betont der Isländer.

Mit dem Selbstvertrauen aus der jüngsten Siegesserie scheint so manches wie von selbst zu laufen. „Eigentlich ist es unmöglich, mit nur vier Torhüterparaden ein Spiel zu gewinnen“, wundert sich auch Jónsson noch über den verrückten Spielverlauf beim TUSEM Essen. Die Abwehr aber sei gut gestanden, Kampfgeist und Wille waren da und Aufgeregtheit sei zu keinem Zeitpunkt zu spüren gewesen, „selbst nicht beim 16:21-Rückstand“. „Jeder hat seinen Job gemacht und sich an unser Konzept gehalten“. Das wird Jónsson seinen Jungs auch am Freitag gegen den EHV Aue einimpfen.


2020: Deutsche Bahn plant ca. 2740 Einstellungen in Baden-Württemberg

0
  • Bundesweit 25.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht
  • Lokführer, Instandhalter und Fahrdienstleiter weiterhin stark nachgefragt

Stuttgart/Berlin, 12. Februar 2020.| Einstellungsoffensive auf Rekordniveau geht weiter: Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr alleine in Baden-Württemberg neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Bundesweit sollen rund 25.000 neue KollegInnen und Kollegen an Bord geholt werden – inklusive 4700 Nachwuchskräfte. Zum Vergleich: 2019 gab es in Deutschland mehr als 24.000 Einstellungen, 4200 davon waren Azubis.

„Die Deutsche Bahn hat sich ein mächtiges Wachstumsprogramm auf die Fahnen geschrieben“, sagt DB-Personalvorstand Martin Seiler, „deutlich mehr Infrastruktur und mehr Züge – und dazu gehören dann natürlich auch deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen, die sich beispielsweise am Ausbau der Infrastruktur beteiligen oder eben auch die neuen Züge fahren.“

Im Rahmen ihrer Strategie „Starke Schiene“ plant die DB in den kommenden Jahren rund 100.000 Einstellungen. In Zeiten von konjunktureller Schwäche bauen andere Unternehmen Stellen ab, die Bahn baut Arbeitsplätze auf. 500 verschiedene Berufsbilder gibt es, außerdem 50 Ausbildungsberufe.

Hier die größten Berufsgruppen, in denen die DB einstellt, ausbildet und qualifiziert (inklusive Nachwuchskräfte, bundesweit und nach Bundesland):

– Lokführer (ca. 2300/ca. 230)
– Fahrweginstandhalter (ca. 3300/ca. 335)
– Fahrdienstleiter (ca. 2000/ca. 290)
– Schienenfahrzeuginstandhalter (ca. 1500/ca. 50)
– Servicemitarbeiter am Bahnhof (ca. 800/ca. 100).
– Servicemitarbeiter im Zug (ca. 1100/140)
– Busfahrer (ca. 1600/ca. 280)

Weitere Stellenausschreibungen gibt es u.a. für IT-Spezialisten, Ingenieure, Bauprojekte/-überwacher, Sicherheitsmitarbeiter, Reinigungskräfte, Gebäude- und Anlageninstandhalter, für Büromanagement, für Finanzexperten, Einkäufer etc. Mehr Infos hier: https://karriere.deutschebahn.com/karriere-de


Blumengroßmarkt soll langfristig im Großmarkt Stuttgart bleiben

0

Stuttgart.| Schnittblumen, Topfpflanzen, Grünschnitt, Floristenbedarf, und, und, und… Seit vielen Jahren ist der Blumengroßmarkt ein wichtiger Standort für den Blumenfachhandel im Stuttgarter Großmarkt. „Der Blumengroßmarkt mit seinen Anbietern ist ein wichtiger Umschlagplatz für uns, das soll und wird so auch in Zukunft bleiben“, betont Thomas Lehmann, Geschäftsführer der Märkte Stuttgart GmbH.

„Wir wollen den Blumengroßmarkt langfristig erhalten. Deswegen wollen wir den Händlern innerhalb des Großmarktes ein mehrjähriges Angebot mit einem wirtschaftlich attraktiven Mietzins unterbreiten“, betont ebenso Stuttgarts Finanz- Bürgermeister Thomas Fuhrmann, gleichsam Aufsichtsratsvorsitzender der Märkte Stuttgart GmbH.

Betreiber ist die Blumengroßmarktgenossenschaft, die einst gegründet wurde, um im weitesten Sinne die Blumenhalle und die Ladehalle zu erbauen. Die Märkte Stuttgart GmbH als Eigentümer des Stuttgarter Großmarktes hat der Genossenschaft, vor mehr als zwei Jahren neue Mietverträge vorgelegt. „Es war einfach an der Zeit, die Verträge, die zum Teil über 50 Jahre alt sind, anzupassen“, sagt Lehmann. So wurden viele Verhandlungen geführt und kurzzeitig sah es im Dezember 2017 auch so aus, als habe man ein Vertragsangebot gefunden, das von der Genossenschaft akzeptiert wurde. Doch das zunächst angenommene Vertragsangebot wurde am nächsten Tag von der Genossenschaft widerrufen.

Daraufhin wurden in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Märkte Stuttgart GmbH die ersten Altverträge gekündigt. Gleichwohl blieb man weiter im Gespräch, und der Genossenschaft und ihren Mitgliedern wurde angeboten, die Erzeugergemeinschaft weiter zu führen, nur die Mietverträge sollten zu günstigeren Konditionen direkt von der Märkte Stuttgart GmbH mit den Händlern abgeschlossen werden. Auch für die in die Jahre gekommene Ladehalle sollte ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Außerdem sollte die Genossenschaft für die über 40 Jahre alten Hallen eine angemessene Entschädigung erhalten.

Nach Auslaufen der ersten Kündigungsfristen der Mietverträge im Laufe des Jahres 2018 wurde der Genossenschaft die Weiternutzung der Flächen innerhalb des Großmarktes gestattet. Ebenso wurde in die Verträge aufgenommen, dass verschiedene Punkte wie z.B. die Frühjahrs- und Herbstbörsen, die Schulung und Mitgliedschaft im Gärtnereiverband, aktuelle und kommende Werbemaßnahmen und weitere Themen weitergeführt werden.

Auf dieser Basis gab es weitere Gespräche mit den Beteiligten, die aber im Hinblick auf die Entschädigung der bestehenden Halleninfrastruktur zu keinem konsensfähigen Ergebnis geführt haben. Lehmann sagt: „Leider liegen die finanziellen Vorstellungen deutlich auseinander.“ Die Forderungen der Genossenschaft liegen bei weit mehr als 3 Millionen Euro, das wäre deutlich mehr als für einen Neubau aufzuwenden wäre. Ein Gutachten der Märkte Stuttgart taxiert den Wert für die Halle auf rund 400.000 Euro. Da trotz intensiver Gespräche keine Einigung zu erzielen war, wurde in Abstimmung mit den Gremien beschlossen, die Entschädigungssumme gerichtlich klären zu lassen.


Forstamt warnt nach Abflauen des Sturmtiefs vor Gefahren im Wald

0

Kreis Esslingen.| Die stürmischen Tage haben im Wald ihre Spuren hinterlassen: Im Landkreis Esslingen hat des Sturmtief „Sabine“ rund 5.000 Kubikmeter Sturmholz geworfen. Das Forstamt warnt Waldbesucher vor Gefahren, selbst wenn sich der Sturm gelegt hat. Dürre Äste, die noch in den Baumkronen hängen, sind durch den Wind gelockert worden und können nun bereits durch kleinste Windbewegungen herunterfallen.

„Spaziergänger sollten derzeit den Wald meiden“, lautet der Rat des Kreisforstamtes. Vor allem der Aufenthalt unter alten Baumkronen berge Gefahren, da alte Bäume einen höheren Anteil an abgestorbenen Ästen aufweisen. Auch vom Wind in Schräglage gebrachte Bäume können ohne Vorwarnung zu Boden gehen. Dass viele Bäume durch die vorangegangenen Trockenheitsjahre geschwächt sind und in der Folge Feinwurzelanteile eingebüßt haben, erhöht die Gefahr.

Nachdem sich der Sturm gelegt hat, beginnen jetzt die Aufräumarbeiten im Wald. Da in Sturmhölzern oft schwer kalkulierbaren Spannungen auftreten, zählt die Aufarbeitung der geworfenen Bäume zu den gefährlichsten Forstarbeiten überhaupt. „Das ist absolute Spezialistentätigkeit“, betont die Leiterin des Kreisfortamtes, Cordula Samuleit. Vom Sturm betroffene Privatwaldbesitzer sollten nicht vorschnell mit Aufräumarbeiten beginnen, sondern sich zuerst Rat von ihrem zuständigen Revierleiter holen, so die Amtsleiterin.

Für das kommende Wochenende sind weitere Sturmböen angesagt. Eine ähnliche Sturmserie ist den Forstleuten noch von den Stürmen Vivian und Wiebke 1990 in Erinnerung. Damals gab es gewaltige Sturmholzmengen, vor allem in der Baumart Fichte. „Unser Wald ist heute im Vergleich sehr viel widerstandfähiger und robuster geworden, trotzdem sind einzelne oder kleinflächige Schäden weiterhin möglich“, lautet die Einschätzung von Forstamtsleiterin Samuleit. Die Bemühungen der Förster, stabile und naturnahe Wälder aufzubauen, zahlen sich in der aktuellen Situation ganz klar aus. Der Laubholzanteil im Landkreis Esslingen liegt mittlerweile bei 77 Prozent.


Wasserballer gehen am Wochenende leer aus

0
Nichts zu holen für die Bundesligawasserballer des SV Ludwigsburg

Nach einer 9:16-Niederlage gegen den OSC Potsdam in der Pro-A am Samstag, folgte am Sonntag das Aus im Viertelfinale des deutschen Pokals gegen Ligakonkurrent ASC Duisburg (10:15).

Es war eine Deutschland-Tour, die die Bundesligawasserballer des SV Ludwigsburg am vergangenen Wochenende beim OSC Potsdam in der Liga am Samstag und beim ASC Duisburg im deutschen Pokal-Viertelfinale am Sonntag unternahmen: 1500 km betrug die Gesamtfahrstrecke für zwei Spiele in zwei Tagen.

„Das ist nicht sportlich, wie der deutsche Schwimmverband die Spiele organisiert“, sagt SVL-Coach Adrijan Jakovcev. Nach insgesamt glücklosen Spielphasen und einer nicht immer souveränen Schiedsrichterleistung kehrte der SVL mit null Punkten im Gepäck zurück: Gegen den Vorjahresdritten OSC Potsdam (9:16) gabs in der Liga nichts zu holen.

Im deutschen Pokalviertelfinale schied der SVL gegen den Pro A-Liga-Konkurrenten ASC Duisburg (10:15) aus. „Es war kein gutes Wochenende für uns. Beim Spiel gegen Potsdam waren wir nicht auf unseren eigentlichen Spiellevel und gegen Duisburg haben wir bis zum Schluss gekämpft und am Ende glücklos verloren“, sagt SVL-Torwart und Kapitän Ivan Pisk.

Die von SVL-Trainer Adrijan Jakovcev ausgetüftelte Taktik, die Konter der Potsdamer zu unterbinden, ging erst spät auf: Potsdam schwamm Jakovcev und Co. bereits im zweiten Viertel auf 7:2 vor 150 Zuschauern im Sport-Bad blu davon. „Potsdam hatte seine Überzahlspiele gut ausgespielt. Bei Ludwigsburg war der Schlendrian im Angriff drin“, sagte ein Zuschauer. Der SVL kämpfte sich trotz zahlreicher Hinausstellungen auf 6:8 im dritten Viertel heran. Im Gegenzug konterte der Gastgeber mit einen überragenden Lukas Küppers (8 Tore) im letzten Viertel auf 16:9 davon.

Heim – OSC Potsdam: Max Vernet Schweimer, Konstantin Hüppe (1 Tor), Sascha Seifert, Thilo Popp, Philipp Gottfried (1), Felix Korbel, Florenz Korbel (2), Lukas Küppers (8), Ferdinand Korbel (1), Matteo Dufour (2), Hannes Schulz, Lu Meo Ulrich (1), Marc Langer

Gast – SV Ludwigsburg 08: Josip Katusa, Leopold Friedrich, Timo van der Bosch (2), Marko Martinic (3), Veljko Stanimirovic (1), Domagoj Mijatovic (1), Antonio Tadic, Philipp Kotowski (1), Mitko Nachev, Jan Wörsinger, Dieter Gscheidle (1), Ivan Pisk

Das deutsche Pokalviertelfinale gegen den ASC Duisburg war von vielen Nicklichkeiten durchsetzt. Eine Reaktion der Schiedsrichter blieb aus. Nach den Wasserball-Reglement ein sofortiger Spielverweis und ein Mann weniger für die gegnerische Mannschaft bis Spielende.

„Auf unsere Anfrage, haben sie die Aktion nicht gesehen“, sagt Jakovcev. Ob das ein Nachspiel für Eidner hat? „Wir haben keine Absicht, da rechtlich vorzugehen. Wir sind uns über die Bedeutung seiner Rolle für Duisburg beim Pokal-Final-Four bewusst und werden uns auf das nächste Spiel konzentrieren“, sagt Jakovcev.

Heim – ASC Duisburg: Stefan Popovic, Dennis Eidner (4 Tore), Gilbert Schimanski, Moritz Schmidt, Bastian Schmellenkamp (1), Manuel Grohs, Nils Illinger, Nick Möller, Mark Gansen (1), Dorde Tanaskovic (2), Efstratios Manolakis (4), Jan Bakulo (2), Maximilian Rompf (1)

Gast – SV Ludwigsburg 08: Josip Katusa, Leopold Friedrich, Timo van der Bosch, Atila Beretka, Marko Martinic (4), Veljko Stanimirovic, Domagoj Mijatovic, Antonio Tadic, Philipp Kotowski (1), Mitko Nachev (1), Dieter Gscheidle (4), Jan Wörsinger, Ivan Pisk


Stuttgart 21: Durchschlag Tunnel Südkopf

0
Bahnsteighalle an drei von vier Röhren angeschlossen

Stuttgart, 11.02.2020.|  Die Deutsche Bahn hat beim Projekt Stuttgart 21 den nächsten Meilenstein erreicht und ist von Süden her mit dem Tunnelvortrieb am künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen.

Die Mineure sind nach knapp 15 Monaten Vortrieb unter Tage am Dienstag, 11. Februar 2020, mit der ersten von zwei Röhren am Südkopf des Durchgangsbahnhofs durchgeschlagen. Zusammen mit dem Tunnelportal am Kriegsberg im Norden der künftigen Bahnsteighalle ist der künftige Hauptbahnhof jetzt bereits über drei von vier Tunnelröhren zu erreichen. Mit dem Durchschlag ist erstmals eine durchgängige Verbindung sowohl zur Filderebene im Süden der Landeshauptstadt als auch zur bestehenden Bahntrasse im nördlich gelegenen Neckartal geschaffen.

„Die Vortriebe im großen Ausbruchsquerschnitt laufen wesentlich schneller als vorausgesehen. Es ist eine hervorragende Leistung der Mineure, Ingenieure und beteiligten Gutachter. Wir sind stolz auf das Erreichte“, sagt Günter Osthoff, der verantwortliche Projektleiter der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH für die Planfeststellungsabschnitte 1.2 und 1.6a.

Durchschlag der zweiten Röhre voraussichtlich im Frühjahr
Aufgrund der Gesteinsbeschaffenheit brechen überwiegend Bagger die Tunnel im sogenannten Anfahrbereich Süd zum künftigen Hauptbahnhof aus. Das Teilstück besteht aus zwei rund 230 Meter langen, zweigleisigen Röhren. Der Ausbruchquerschnitt als Maulprofil beträgt in der Höhe 18 Meter sowie in der Breite knapp 20 Meter und wird im Vollausbruch hergestellt. Die Überdeckung zwischen Tunnelfirste und dem Gründungsniveau der Bebauung im Kernerviertel nimmt dabei von 47 Meter auf etwa acht Meter ab.

Der Anfahrbereich Süd bildet den letzten Abschnitt des 9,5 Kilometer langen, mit einer Tunnelvortriebsmaschine aufgefahrenen Fildertunnels. Dieser ist im Stuttgarter Talkessel nicht nur an den künftigen Hauptbahnhof angeschlossen, sondern auch mit dem konventionell vorgetriebenen Tunnel Obertürkheim (6,7 Kilometer) in Richtung Neckartal verbunden.

Der Durchschlag der zweiten Röhre, in der noch 67 Meter Vortrieb zu leisten sind, erfolgt voraussichtlich in diesem Frühjahr.

Stuttgart 21 ist die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2009 mit dem Finanzierungsvertrag von Bund, Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Flughafen Stuttgart GmbH und der Deutschen Bahn beschlossen. Gebaut werden:

vier neue Bahnhöfe
57 Kilometer neue Schienenwege, die mit bis zu 250 km/h befahren werden
59 Kilometer Tunnelröhren
16 Tunnel und Durchlässe
44 Brücken

Stuttgart 21 trägt dazu bei, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen, schließt den Flughafen an die Fernbahn an und verlagert so Verkehr von der Straße auf die Schiene. Beispiele:

Stuttgart Hbf–Flughafen: 8 Minuten statt heute 27 Minuten
Ulm–Flughafen: 30 Minuten statt heute 1:35 Stunden
Rottweil–Flughafen: 59 Minuten statt heute 2:02 Stunden
Tübingen–Flughafen: 35 Minuten statt heute 65 Minuten

Der künftige Durchgangsbahnhof ermöglicht zudem viele neue umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr und entlastet so auch die an der Belastungsgrenze fahrende S-Bahn.