Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die SG BBM Bietigheim hat am Freitag einen 33:29(13:16)-Heimerfolg gegen den EHV Aue vorgelegt. Vom Ausgang der anderen Partien im breiten Verfolgerfeld der 2.HBL hängt ab, ob die Schwaben nach dem 21. Spieltag im Kampf um die Aufstiegsplätze dran oder schon mitten drin sind.

Zumindest im zweiten Abschnitt überzeugte der Bundesliga-Absteiger mit einer soliden Vorstellung die 2098 Zuschauer in der Bietigheimer EgeTrans-Arena, an dessen Ende der zehnte Erfolg im elften Spiel gefeiert werden durfte. „Wir haben gegen Aue gewonnen, das war unser Ziel“, zeigte sich SG-Trainer Hannes Jón Jónsson zufrieden. „Im letzten September hätten wir dieses Spiel noch verloren.“

Der Nachsatz des Isländers darf durchaus anerkennend in Richtung der Gäste gewertet werden, die im ersten Abschnitt einen starken Auftritt hinlegten. „Kompliment an meine Mannschaft für die Einstellung heute“, sagte Stephan Swat, der seiner ausfallgeschwächten Mannschaft Siegeswillen attestierte. „Wir hatten sechs Spieler nicht dabei, uns fehlten die Alternativen. Am Ende war ein bisschen der Substanzverlust sichtbar“, so der Gästecoach.

„Wir haben lange gebraucht, bis wir Stabilität in der Abwehr gefunden haben“, hat Jochen Zürn, Sportlicher Leiter der SG BBM, beobachtet. Trotz anfänglicher 4:1-Führung hatte Bietigheim das Spiel alles andere als im Griff. Ein ums andere Mal setzten sich die im Eins-gegen-Eins starken Auer wie Adrian Kammlodt im linken Rückraum oder Bengt Bornhorn am Kreis durch. Aue profitierte zudem konsequent von einer Reihe von Ballverlusten des Tabellenfünften, der nach vorne längst nicht so diszipliniert spielte wie beispielsweise bei seinen letzten Auswärtsauftritten. „Zwischen den Spielen in Essen und in Eisenach ist so eine Partie gegen den Tabellenelften ganz gefährlich“, bemerkte Zürn. Nach einer Viertelstunde lagen die erzgebirgischen Handballer beim 8:9 erstmals vorn. Die folgende Auszeit der SG BBM konnte es auch noch nicht richten. Aue baute die Führung bis auf 11:15 aus. Gut, dass ein Doppelschlag von Christian Schäfer den Schaden bis zum 13:16-Halbzeitstand noch begrenzte.

„Das Spiel sollte uns eine Lehre sein, gegen jede Mannschaft ans Limit zu gehen“, sagte Jochen Zürn, nicht ohne noch nachzulegen: „Wie die Jungs dann den Schalter finden, das ist schon eine Qualität“. Bietigheim brauchte nur wenige Minuten, um das Spiel beim 17:17 wieder auszugleichen. Nach dem erneuten Führungstreffer durch Mimi Kraus zum 23:22 bogen die Schwaben dann endgültig auf die Siegerstraße ein. „Jonas Maier hat uns in dieser Phase sehr geholfen“, sagte Jónsson. „Das war wahrscheinlich seine beste Partie bislang bei uns“. Der 26-Jährige Torsteher stand nicht nur, weil die Torhüterleistungen in den letzten Spielen verbesserungswürdig waren, in besonderem Rampenlicht. Am Freitag fehlte zudem der erkrankte Jürgen Müller.

Die zweite Halbzeit war intensiver von uns“, bemerkte Jónsson, dessen Team spätestens nach dem 28:24 in den letzten zehn Minuten nichts mehr anbrennen ließ. Aues kleiner Kader konnte keine Schippe mehr drauflegen, während Bietigheim mit seinen Alternativen wucherte. Beispiel rechter Rückraum. Da hatte Tim Dahlhaus mit sieben Treffern eine starke erste Hälfte abgeliefert, nahm dann aber auf der Bank Platz. Dominik Claus setzte fortan ebenso erfolgreich seine Akzente. Mimi Kraus durfte sich nach dem Fehlstart im ersten Abschnitt eine längere Auszeit nehmen, nur um im zweiten Abschnitt umso stärker zurückzukehren, sodass auch Aues Coach Swat den Spielmacher lobte: „Er hat sehr gute Entscheidungen getroffen“. Am Kreis wechselten sich Patrick Rentschler und Jonathan Fischer ab, zusammen hatten beide unterm Strich acht Treffer aus der Nahdistanz auf ihrem Konto.

Die Bietigheimer Handballer feierten einen verdienten Sieg, an dessen Ende sich auch Jochen Zürn wieder ein wenig mehr aus der Reserve wagte: „Mit den zehn Siegen aus elf Spielen haben wir uns wieder in die große Verlosung gebracht.“ Es bleibt spannend an der Spitze der 2. HBL.

SG BBM Bietigheim: Maier, Reich; Dahlhaus (7), Fischer (5), Asmuth (4), Schäfer (4/1), Kraus (4), Rentschler (3), Claus (3), Link (2), Vlahovic (1), Rønningen, Öhler, Boschen, L. Urban, Bader.

EHV Aue: Rasimas, Bochmann, Musil; Kammlodt (8), Bornhorn (8/5), Petreikis (3), Slachta (3), Paraschiv (2), De Santis (2), Roch (2), Neumann (1), Ebert, Roth, Kozubik, Leubner.

Spielverlauf: 4:1 (6.), 8:9 (15.), 11:12 (20.), 11:15 (27.), 13:16 (30.), 17:17 (34.), 20:19 (37.), 21:22 (41.), 25:24 (47.), 29:25 (54.), 31:27 (55.), 33:29 (60.).

Zeitstrafen: Vlahovic (23.), Rentschler (41.) – Roch (30.,49.), Kammlodt (42.) Siebenmeter: 1/2 – 5/5

Schiedsrichter: Marvin Cesnik / Jonas Konrad (DHB Nachwuchskader)

Zuschauer: 2098 (EgeTrans Arena Bietigheim)