Neue Corona-Verordnung tritt am 11. Oktober in Kraft

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Landrat Roland Bernhard warnt vor Leichtfertigkeit angesichts steigender Inzidenz

Kreis Böblingen.| Die Regelungen, die Ende September von den Ländern beschlossen wurden, sind in die Corona-Verordnung des Landes eingepasst. Am 11. Oktober tritt sie in Kraft. Zudem regelt ein Erlass des Landes die Obergrenzen für Feiern. Wird ein Inzidenzwert von 35 erreicht, gilt eine Obergrenze von 50 Personen für private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen, privat wird dringend empfohlen, auf maximal 25 Teilnehmer zu begrenzen. Bei einer Inzidenz von 50, gilt im öffentlichen Raum die Obergrenze 25, privat 10. Der Inzidenzwert meint die Zahl von Neuinfektionen der vergangenen 7 Tage, bezogen auf 100.000 Einwohner. „Wir haben den Wert täglich im Blick und können mit diesen gesetzlichen Grundlagen schnell reagieren“, so Landrat Bernhard.

Aktuell liegt der Inzidenzwert im Landkreis Böblingen bei 28,6 (Stand 9.10.), baden-württembergweit bei 22,5 (Stand 8.10.). Die zuletzt gestiegene Zahl an Neuinfektionen treibt auch hier den Wert nach oben. Noch habe man keinen HotSpot, aber es sei damit zu rechnen, dass auch im Landkreis Böblingen die Ampel bald von Grün auf Gelb springe, d.h. auf einen Inzidenzwert von 35. „Deshalb müssen wir wachsam sein und uns selbst an die Einhaltung der Regeln erinnern. Vor jeder Veranstaltung oder privaten Feier sollten wir uns fragen, ob sie sein sollte“, appelliert der Landrat. Beruf und Schulen hätten Vorfahrt vor dem Wunsch nach privatem Vergnügen. Die AHA-Regeln, Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten und eine Alltagsmaske tragen, mit den neuen Buchstaben C für Corona-Warn-App und L für Lüften müssten ständig gegenwärtig sein.

Im benachbarten Landkreis Esslingen wurde gestern zudem eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen verfügt, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. „Wenn ein kritischer Inzidenzwert erreicht ist, sind auch wir hier im Landkreis Böblingen gezwungen, einschränkende Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Landrat Bernhard.


Fabian Knobelspies – SVL-Ironman

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Ludwigsburg.| Dieser Herbsttag mit einem wolkenverhangenen Himmel und gelegentlichen Regenschauern passt ganz zu seiner Stimmung. Eigentlich wäre Fabian Knobelspies jetzt nämlich auf Hawaii. Eigentlich. Auf der Insel im Pazifik wäre es gnadenlos heiß. Die besten Triathleten der Welt würden sich vorbereiten auf ihren wichtigsten Wettkampf des Jahres jetzt am Wochenende. Der Ironman auf Hawaii ist seit Jahrzehnten das Saison-Highlight der weltweit besten Triathleten.

Der SVL-Triathlet Fabian Knobelspies hatte sich früh und mit einer Topzeit für Hawaii 2020 qualifiziert. Doch nun sitzt er an diesen Mittag Anfang Oktober unte r der Woche in einem Café in Ludwigsburg und erzählt. „Ich bin schon eine bisschen wehmütig“, sagt der 32-jährige Spitzensportler und lächelt etwas gequält.

Die Corona-Pandemie hat ihm – wie ungezählten anderen Sportlern auch – einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Andererseits, sagt Fabian, sei für ihn ganz persönlich die Absage „aus sportlicher Sicht gut“. Knobelspies hatte sich Anfang Januar bei einem Sturz vom Rad nämlich schwer verletzt. Die Diagnose nach dem Unfall auf dem Weg zu Arbeit war ernüchternd: Beckenbruch. Sein Training musste er lange unterbrechen. „Ich hätte in diesem Jahr auf Hawaii vermutlich solide gefinisht“, sagt er – mehr hätte er vermutlich aber nicht erreicht. Sein großes Ziel „top fünf in der Altersklasse“ sein nun halt auf Oktober 2021 verschoben.

Fabian Knobelspies ist ein Ludwigsburger durch und durch. Geboren in der Barockstadt. Abschluss an der Gottlieb-Daimler-Realschule. Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Ludwigsburg. Nach dem Studium in Kehl Rückkehr zur Stadt Ludwigsburg, wo er beim Bauamt in einem Digitalisierungsprojekt arbeitet.

Er sei in einer sportaffinen Familie aufgewachsen, habe vieles ausprobiert, erzählt Knobelspies. Fußball zum Beispiel und Tischtennis. Beim Basketball sei er etwas länger hängen geblieben. Mit dem Vater und den Geschwistern sei er viel gerannt.

Mit Anfang Zwanzig tritt er für die LG Neckar/Enz an, mag die längeren Laufstrecken. Seinen ersten Marathon indes setzt Knobelspies in den Sand. „Ich bin viel zu schnell angegangen und gar nicht ins Ziel gekommen.“ Dieser Misserfolg ist nicht vergessen, aber längst abgehakt. 2014 der erste Triathlon. Knobelspies startet nun für das Team Silla Hopp aus Murr.

Rennen kann der junge Mann gut, das weiß er ja. Rad fahren ist auch okay. Aber im Wasser tut sich der Sportler schwer. Das allerdings ändert sich bald. Der Fabian wird ein immer bessere Schwimmer. Fürs Schwimmen, sagt er heute und grinst, „scheine ich doch ein bisschen Talent zu haben“ – was stark untertrieben ist. Wer diesem Fabian Knobelspies mal beim Training im Freibad zugeschaut hat, der weiß: Er schwimmt wie ein Fisch.

Im Jahr 2016 – bei seinen ersten Langdistanz-Triathlon (3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42 Kilometer rennen) – knackt Knobelspies auf Anhieb die magische Neun-Stunden-Grenze. Viele werden auf ihn aufmerksam. Mit der super Zeit verfehlt er seine erste Qualifikation für Hawaii nur um vier Sekunden. Sein Ehrgeiz ist endgültig geweckt. 2017 ist er topfit, beim Qualifikations-Rennen dann aber leider verletzt.

2018 schafft Knobelspies die Quali, wechselt zum SV Ludwigsburg, wird in Hawaii in seiner Altersklasse 31. Und er fragt sich danach: „Will ich weiter auf diesem Niveau trainieren?“ Ja klar, er will! Knobelspies sagt, er verbringe Woche für Woche sicherlich 15 bis 20 Stunden mit rennen, Rad fahren und schwimmen.

Eigentlich sollte 2019 das Übergangsjahr werden, doch nun wird auch 2020 zwangsläufig zu so einem Jahr des Übergangs – wegen des Sturzes vom Rad und wegen Corona. Als der Beckenbruch halbwegs auskuriert ist, steigt der SVL-Ironman wieder ins Training ein. Laufen und Radfahren ist kein Problem. Aber Schwimmen. Die Bäder sind wegen des Lockdowns geschlossen.

Notgedrungen ist Fabian Knobelspies viel früher im Jahr als sonst zum Schwimmtraining im Freiwasser, meistens daheim in Ludwigsburg im Neckar. Das Wasser ist noch arg kalt, aber es hilft ja nichts. In der kompletten Saison 2020 absolviert Knobelspies nur einen einzigen Wettkampf: einen Zehn-Kilometer-Lauf in Bietigheim. Den gewinnt er, in 35:36 Minuten. Also alle Wettkämpfe des Jahres als Bester beendet, „das ist doch eine gute Quote“, sagt Knobelspies an dem Tag im Café – und lächelt dabei ein bisschen gequält.

Heuer hat Fabian anders trainiert als sonst, „größere Umfänge, weniger Intensität“. Er habe auch „neue Sachen“ ausprobiert, ist zum Beispiel mal „einen 300er gefahren“, 300 Kilometer auf dem Rennrad rund um Stuttgart. Auch im Corona-Jahr steht tägliches Training auf dem Programm. Ab und zu schiebe sein Trainer einen „Entlastungstag“ ein, das heißt dann: ausnahmsweise mal nur eine Stunde schwimmen.

Zum SVL habe er in erster Linie wegen der ambitionierten Mannschaft und wegen der top Trainingsbedingungen gewechselt. Kein anderer Verein in der Region Stuttgart biete so tolle Möglichkeiten für Schwimmer. Im Campusbad könne er täglich trainieren, im Hohenecker Freibad schwimme er besonders gerne. Und zum Aufwärmen nach dem Training im Neckar gibt’s im SVL-Bootshaus warme Duschen. Was will man mehr? Vielleicht im Winter eine Traglufthalle über dem Sportbecken des Freibads, sagt Knobelspies und grinst wieder, diesmal ganz entspannt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Für das Ende dieses merkwürdigen Jahres mit der blöden Pandemie hat sich Fabian Knobelspies, ganz für sich allein, zwei kleinere Ziele gesetzt: Er will über zehn Kilometer und über die Halbmarathon-Distanz (21 Kilometer) persönliche Bestzeiten laufen. Ein Kampf also nur gegen den inneren Schweinehund und gegen die Uhr am Handgelenk. Das komplette Training in den nächsten zwölf Monate sei ausgerichtet auf den Ironman auf Hawaii am zweiten Oktoberwochenende 2021.

Knobelspies will auf dem Weg nach Hawaii im Frühsommer entweder bei der EM über die Mitteldistanz antreten oder beim Ironman in Hamburg. Er sei sich noch nicht ganz sicher, ob es besser ist auf der kürzeren Strecke zu testen oder ob er eine Langdistanz benötigt, um sich beim Start auf Hawaii richtig gut zu fühlen. Sollte er beim Ironman in Hamburg antreten, dann sei das Zwischenziel klar: der Sieg in der Altersklasse. Ferner würde er gerne mit der Mannschaft des SVL aus der Landesliga in die Zweite Bundesliga aufsteigen.

Fulltimejob bei der Stadt Ludwigsburg, dazu quasi nochmal ein Halbtagsjob als Triathlet. Bleibt noch Zeit? Nicht wirklich, sagt Knobelspies. Vielleicht, um ab und zu mal ein Buch zu lesen. Hat er darüber nachgedacht Profi-Triathlet zu werden? Der Gedanke sei sicherlich mal im Kopf gewesen, „aber das ist keine Option für mich“. Er wolle beruflich weiter kommen, sei womöglich dafür auch „zu konservativ“ – und bevorzuge es ohnehin als guter Amateur die Profis im Feld zu ärgern. „Das ist mir lieber als anders herum“ – wenn er als Profi also von Amateuren-Leistungssportlern gejagt und womöglich abgehängt würde.

Er denke ohnehin nur bis zum zweiten Oktober-Wochenende 2021, das er keinesfalls nochmal unter grauem Himmel in seiner Heimatstadt Ludwigsburg in einem Café am Rande es Rathaushofs verbringen will. Knobelspies will lieber 3,8 Kilometern weit im salzigen Wasser des Ozeans kraulen, 180 Kilometern mit Blick auf die Lavawüste Rad fahren und 42 Kilometern auf einem gnadenlos heißen Highway rennen.


Coronabedingte Schließungen von Kitas

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Verwaltung verzichtet auf Elternbeiträge

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart verzichtet rückwirkend ab Juli 2020 auf Kita- und Essensbeiträge, wenn städtische Kitas oder einzelne Kita-Gruppen mindestens 14 Tage am Stück aufgrund einer Anordnung des Gesundheitsamtes geschlossen bleiben müssen. Freie Träger erhalten eine entsprechende Ausgleichszahlung der Stadt, wenn sie diese Regelung ebenfalls zugunsten der Eltern anwenden. Dies hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. Oktober einstimmig beschlossen. Auch Betriebszuschüsse an freie Träger werden im Fall einer Schließung weiter gewährt.

Bis Ende September waren neun städtische Kitas von Teilschließungen betroffen. Eine angeordnete Schließung dauert grundsätzlich 14 Tage. Daher hat der Gemeinderat einen Verzicht in Höhe von pauschal 50 Prozent des regulären monatlichen Elternbeitrags beschlossen, wenn Kinder und Eltern von einer (Teil- )Schließung betroffen sind. Sollte sich der Schließungszeitraum verlängern, erhöht sich der prozentuale Anteil entsprechend. Auf einen fraktionellen Antrag hin hat der Gemeinderat entschieden, dass bei Schließung an sieben Tagen ein Gebührenverzicht im Umfang von 25 Prozent erfolgen soll.

Keine Befreiung von Elternbeiträgen erfolgt bei individueller Hinderung am Kita-Besuch. Dazu gehören etwa die Einreise aus einem Risikogebiet oder die Infektion eines Familienmitglieds.


Christian Walter scheidet aus dem Gemeinderat aus

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Stuttgart.| Stadtrat Christian Walter scheidet am 31. Oktober 2020 aus dem Stuttgarter Gemeinderat aus. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 8. Oktober förmlich festgestellt, dass ein wichtiger Grund für das Ausscheiden vorliegt: Walter war am 16. August zum Bürgermeister von Weil der Stadt gewählt geworden und tritt sein neues Amt am 2. November an.

Christian Walter wurde bei der Kommunalwahl 2014 für die „Studentische Liste – Junges Stuttgart“ in den Gemeinderat gewählt und gehörte während der Wahlperiode der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-PluS an. Nach der Kommunalwahl vom Mai 2019 rückte er für die Junge Liste als Nachfolger für Julia Schmid in das Gremium nach, die wichtige Gründe für ihr Nichteintreten in den Gemeinderat geltend gemacht hatte. In der bisherigen Wahlperiode gehörte Walter der Fraktionsgemeinschaft PULS an.

Als Walters Nachfolgerin wird auf Beschluss des Gemeinderats die als nächste Ersatzperson festgestellte Bewerberin des Wahlvorschlags der Jungen Liste Stuttgart, Verena Hübsch, in den Gemeinderat nachrücken, sofern sie keinen wichtigen Grund für die Ablehnung geltend macht und keine Hinderungsgründe vorliegen.


Sven Burkhardt verlängert seinen Vertrag vorzeitig

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Freiberg a. N.| Man kann diskutieren, ob es nun der zweite oder dritte Frühling in der Karriere von Sven Burkhardt ist. Keine zwei Meinungen gibt es allerdings, wenn man das das Leistungsniveau des 37-jährigen, im SGV-Tor bewerten möchte. Topfit und hochmotiviert bringt er Woche für Woche herausragende Leistungen und ist maßgeblich daran beteiligt, dass Freiberg in den bisherigen 10 Spielen nur 3 Gegentore hinnehmen musste. Aber auch seine menschliche, offene Art und seine mentale Stärke ist ein wichtiger Mosaikstein im Team des Tabellenführers. Alles wichtige Gründe für den Freiberger Oberligisten, den bis zum 30.06.2021 laufenden Vertrag mit „Sveni“, schon jetzt um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Sportdirektor Dr. Christian Werner: Sven ist absoluter Leistungsträger in unserer Mannschaft. Zusätzlich ist seine Erfahrung sowohl auf, als auch neben dem Platz, extrem wichtig für unser Mannschaftsgefüge. Diese Vertragsverlängerung hat sich Sven wirklich verdient und ich freue mich persönlich sehr, dass er auch im nächsten Jahr ein wichtiger Teil des Teams sein wird. Sein Vertrag gilt ligenunabhängig.

Sven Burkhardt: “Ich freue mich über das Vertrauen des Vereins in meine Person. Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren noch viele richtig überraschen werden und ich bin richtig heiß darauf, unsere Ziele zu erreichen.”


Aktuelle Corona-Situation im Landkreis Esslingen

Am Mittwochabend ist im Landkreis Esslingen die Sieben-Tages-Inzidenz von 50 überschritten worden, sie lag am Donnerstagvormittag bei 52,3. Der Landkreis schränkt private Feiern weiter ein und ordnet eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum an.

Kreis Esslingen.| Beim Infektionsgeschehen im Landkreis zeichnen sich zwei Entwicklungen ab. Nach wie vor gibt es ein diffuses Infektionsgeschehen mit Corona-Infektionen im familiären Umfeld, vereinzelt auch in Schulen, Vereinen und Flüchtlingsunterkünften. Seit Mittwochabend ist klar, dass sich ein Frachtzentrum in Köngen zu einem Hotspot in der Verbreitung des Coronavirus entwickelt hat. Das Gesundheitsamt arbeitet dort in der Fallermittlung und Kontaktpersonennachverfolgung.

Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamts und des Gesundheitsamtes im Landratsamt waren am Donnerstagvormittag vor Ort und haben erörtert, ob und wie der Betrieb dort unter den gegebenen Umständen fortgeführt werden kann. Je nach Situation werden dort Maßnahmen ergriffen. Diese können bis hin zur Schließung des Betriebs reichen.

Seit Beginn der zweiten Welle sind im Kreisgebiet Infektionsfälle in mindestens 26 Schulen und 5 Kindertageseinrichtungen aufgetreten. In Werkstätten und Jugendhilfeeinrichtungen sind drei Einrichtungen betroffen. Bei den Unterkünften für Asylbewerber und Flüchtlinge sind neun Einrichtungen betroffen, in zwei davon gab es 14 bzw. 15 Infizierte. Bei diesen handelt es sich um Unterkünfte ohne räumliche Einteilung in kleinere Wohngemeinschaften. In beiden Fällen werden Sicherheitsdienste zur Überwachung der Einhaltung der Quarantäne eingesetzt. Derzeit sind keine Ausbrüche in Pflegeheimen bekannt.

In Abstimmung mit Sozialminister Manfred Lucha beschloss der Landkreis Esslingen, private Feiern weiter einzuschränken und ordnete eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum an: Bei Feiern in öffentlichen und angemieteten Räumen dürfen nicht mehr als 25 Besucher, bei Feiern in privaten Räumen dürfen nicht mehr als zehn Besucher teilnehmen. Beide Verfügungen gelten von Freitag, 9. Oktober 2020, 0 Uhr an. Die Beschränkung privater Feiern zielt direkt auf den derzeit häufigsten Verbreitungsweg des Virus ab, auf die Verbreitung im familiären Umfeld“, sagte Landrat Heinz Eininger am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch im Landratsamt. Der Weg der Verbreitung des Virus könne anhand des Kontaktpersonenmanagements im Gesundheitsamt sehr genau nachvollzogen werden: „In vielen Fällen haben Reiserückkehrer aus Risikogebieten das Virus im familiären Umfeld weiterverbreitet. Aus der Familie heraus wird nun das Virus in Kindergärten, Schulen und Arbeitsstätten eingetragen“, erläuterte Dr. Dominique Scheuermann, Leiterin des Gesundheitsamts des Landkreises Esslingen

Der Landrat sprach weitere dringende Empfehlungen aus: nicht relevante Veranstaltungen sollen derzeit abgesagt werden. Sportveranstaltungen, vor allem in der Halle, sollen bis auf weiteres ohne Publikum stattfinden. „Ich setze jetzt auf die Vernunft und Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen im Landkreis: Der Virus verbreitet sich durch Nähe und Kontakte, also müssen jetzt Nähe und Kontakte minimiert werden! Wir haben die Maßnahmen mit der gebotenen Verhältnismäßigkeit gewählt und ich hoffe sehr, dass wir nicht noch weitere, dann einschneidende Einschränkungen veranlassen müssen“, mahnte Landrat Eininger.

Situation in den Kliniken
In den kreiseigenen Medius-Kliniken sind in den vergangenen Tagen wieder mehr Menschen stationär aufgenommen worden, die einen schwereren Krankheitsverlauf durchmachen. In Kirchheim/Teck sind am Donnerstag drei Patienten auf der Isolationsstation, in Nürtingen fünf Patienten auf der Isolationsstation und zwei auf der Intensivstation. Beide müssen beatmet werden. In Ruit wird ein Patient auf der Intensivstation versorgt.

Situation im Corona-Abstrichzentrum
Am Corona-Abstrichzentrum (CAZ) in Nürtingen lassen sich in den vergangenen Tagen wieder mehr Menschen testen. In den nächsten Tagen wird ein zweiter CAZ-Standort an der Messe wieder in Betrieb genommen.

Personalsituation im Gesundheitsamt
Mittlerweile sind neben den etwa zehn Mitarbeitern im Gesundheitsamt zusätzlich rund 50 Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Landratsamtes zur Unterstützung bei der Kontaktpersonennachverfolgung im Einsatz. Auf mehreren Kanälen wird weiteres Personal angeworben. Mittlerweile hat das Landratsamt auch einen Amtshilfeantrag zum Einsatz von Bundeswehrkräften gestellt.


Wagenhallen Stuttgart: Gesamtprojekt fertig

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Künstlerateliers des Kunstvereins Wagenhalle öffnen

Stuttgart.| Die Wagenhallen sind saniert. Jetzt öffnen auch die ausgebauten Künstlerateliers des Kunstvereins Wagenhalle. Die fertiggestellten Hallen sowie die neuen Ateliers wurden am Mittwoch, 7. Oktober, erstmals präsentiert. Damit ist das Gesamtprojekt nach knapp vier Jahren fertig. Das Veranstaltungs- und Kulturzentrum wurde bereits im Oktober 2018 wiedereröffnet.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist beeindruckt von dem, was entstanden ist. Er sagte: „Nun ist auch der letzte und größte Baustein der Wagenhallen fertiggeworden, der Kunstverein mit seinen Künstlerateliers, Projekträumen und einem Veranstaltungszentrum. Kulturtreibende und Stadt haben das gemeinsam gestemmt.“ Ein renommiertes Architektenbüro aus Stuttgart hätte für die Sanierung gewonnen werden können. Der OB weiter: „Für mich persönlich ist es eine Freude, dass dieser weitere Stern, der am Stuttgarter Kulturhimmel leuchtet, noch in diesem Jahr fertig geworden ist. Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieses spannende Areal weiter entwickeln wird, denn kulturell und städtebaulich haben wir hier mit der Ausweichspielstätte für Oper und Ballett und der Entwicklung des Rosensteinviertels noch viel vor!“

Beim gemeinsamen Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten sagte der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer: „Für unsere Stuttgarter Kulturlandschaft sind die Wagenhallen unverzichtbar. Der Umbau hat sich gelohnt: Das Ergebnis überzeugt vor allem durch die vielfältige und individuelle Nutzbarkeit der Räume. Sie bieten viel Spielraum für kreative Entfaltung. Wir freuen uns sehr, dass die Künstlerinnen und Künstler ihre neuen Ateliers beziehen können.“

Foto: Leif Piechowski, Rechte: LHS

Peter Holzer, Leiter des Hochbauamts, erklärte: „Unser Ziel war es, den industriellen Charme der Wagenhallen zu erhalten. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Architekten ist uns dies gelungen: Die Hallen konnten so saniert werden, dass sie ihre ursprüngliche Gestalt beibehalten haben – gleichzeitig sind die baurechtlichen Anforderungen erfüllt.“

Das Wagenhallen-Gelände umfasst insgesamt ca. 14.000 Quadratmeter. Davon entfallen 9.500 Quadratmeter auf den Kunstverein Wagenhalle. Die restliche Fläche teilen sich der Kulturbetrieb Wagenhallen (4.000 Quadratmeter) und die Tanzschule Tango Ocho (450 Quadratmeter).

Die Wagenhallen Stuttgart dienten seit Ende des 19. Jahrhunderts als Lokomotiven- Werkstatt. Bahnen und Busse wurden hier untergestellt und gewartet. Die Stadt Stuttgart ist seit 2003 Eigentümer der Liegenschaft und hat das Gebäude für kulturelle Zwecke sowie als Lager und Werkstätten an den Kulturbetrieb Wagenhallen GmbH & Co. KG verpachtet. Im Juli 2015 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Veranstaltungsstätte und künstlerische Produktionsstätte Wagenhallen zu sanieren und umzubauen.


Coronavirus: Private Feiern nur noch eingeschränkt möglich

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Stadt verfügt Grenzen für Teilnehmerzahl

Stuttgart.| In der Landeshauptstadt Stuttgart sind private Feiern ab Freitag, 9. Oktober, nur noch eingeschränkt möglich. Die Regelung gilt zunächst bis einschließlich 25. Oktober. Das hat die Stadtverwaltung am Mittwoch, 7. Oktober, verfügt. Grund ist die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus in der Stadt, insbesondere das Überschreiten des Schwellenwertes von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das Landesgesundheitsamt hat aktuell einen Wert von 35,4 errechnet.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Wir fühlen uns stark an die Situation im März erinnert. Immer mehr Fälle werden registriert, das Infektionsgeschehen wird diffuser. Das bereitet uns Sorgen. Deswegen handeln wir jetzt: zielgerichtet und angemessen.“ Es gehe darum, das öffentliche Leben weitestgehend aufrecht zu erhalten. „Wir wollen einen weitreichenden Lockdown verhindern. Damit Kinder in die Kita oder in die Schule gehen und Geschäfte offenbleiben können, schränken wir private Zusammenkünfte ein, so wie es auch andere Kommunen gemacht haben.“ Kuhn warb um das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger: „Jeder von uns kann selbst dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.“

Nach einer Allgemeinverfügung des Amts für öffentliche Ordnung sind private Zusammenkünfte nur noch möglich, wenn weniger als 25 Personen zusammenkommen. Dies gilt in Privaträumen. In öffentlichen oder angemieteten Räumen gilt eine Beschränkung auf 50 Personen. Wer sich nicht daran hält, muss laut der Allgemeinverfügung mit „unmittelbarem Zwang“ rechnen. Geahndet werden Verstöße mindestens mit 250 Euro Bußgeld, im Einzelfall sind nach Angaben des Ordnungsamts auch bis zu 25.000 Euro möglich. Ausnahmen für Veranstaltungen sind nur nach Genehmigung des Amts möglich.

Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, erklärte: „Die Maßnahme kommt aus Gründen des Infektionsschutzes zur richtigen Zeit. Der Trend neuer Infektionen ging zuletzt spürbar nach oben. Wir hatten den Schwellenwert sogar am vergangenen Freitag überschritten, was erst durch Nachmeldungen offenbar wurde. Ein starker Anstieg der Fallzahlen zeichnet sich ab.“

Ehehalt unterstrich, dass sich überall in Deutschland Ausbrüche vermehrt auf Feiern und Partys zurückführen ließen. Ehehalt wörtlich: „Überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, laut reden, sich locker austauschen, verbreiten sich Viren. Wenn wir Infektionen nachverfolgen und Ketten durchbrechen wollen, müssen wir den Hebel hier ansetzen. Ich setze auf die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. Gerade jetzt gilt es, das Erlernte einzuhalten. Wir dürfen nicht gefährden, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“

Das Gesundheitsamt appelliert darüber hinaus, die Maskenpflicht sowie die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sowie Räume oft zu lüften.


Warum ist bei der Auswahl eines ERP-Systems ein Lastenheft notwendig?

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Geschäftliche Information

Das ERP-Lastenheft
Bei der Auswahl eines ERP spielt das Lastenheft eine wichtige Rolle. Für den Unternehmer stellt das Lastenheft den Rahmen für die Auswahl des Enterprise-Resource-Planning-Systems dar. Mithilfe dieses Dokumentes werden sämtliche Entscheidungen und Vereinbarungen protokolliert. Kurz gesagt handelt es sich bei dem Lastenheft um ein Dokument, welche die Ansprüche des Auftraggebers an das Enterprise-Source-Planning-System enthält. Die Erstellung eines Lastenheftes stellt den Ausgangspunkt für die Auswahl eines ERP-Systems. Der Prozess von ERP-Projekten setzt sich im Wesentlichen aus drei Phasen zusammen. Die Auswahl des ERP, der Vertrag und die Einführung des ERP. Das Lastenheft beinhaltet alle wichtigen Informationen für die Auswahl eines idealen ERP-Systems. Die Auswahl eines ERP-Systems hängt von den funktionalen Ansprüchen, den nichtfunktionalen Ansprüchen und den Informationen zum Kontext zusammen. Zu den Informationen zum Kontext gehört beispielsweise die Größe des Unternehmens, während zu den funktionalen Ansprüchen unter anderem die Verwaltung des Lagers und zu den nichtfunktionalen Ansprüchen die Schnittstellen gehören. Insgesamt sollte das Lastenheft Auskunft über den Service bzw. die Produkte des Unternehmens, die gegenwärtigen Ziele, die Anforderungen an das ERP-System und die Alleinstellungsmerkmale gegen. Im Weiteren sollte ein vollständiges Lastenheft Hinweise auf Ansprechpartner sowie einen realistischen Terminplan beinhalten. Die Auftragnehmer müssen dem ERP-Lastenheft entnehmen können, welche Erwartungen seitens des Auftraggebers bestehen. Ein Lastenheft für ERP-Systeme von abas-erp.com – ERP-Softwarehersteller, enthält alle wichtigen Informationen , welche der Auftragnehmer benötigt. Selbstverständlich sollte im Hinblick auf die Anforderungen eine gewisse Übersichtlichkeit gewährleistet sein. Das bedeutet, dass eine bloße Ansammlung von Forderungen keine effiziente Vorgehensweise darstellt. Die Erarbeitung eines ERP-Lastenheftes kann sehr aufwendig sein, da der optimale Detailgrad im Hinblick auf die Formulierung der Anforderungen an das ERP-System gefunden werden muss. Ein rudimentäres Lastenheft würde zu Missverständnissen führen, während ein zu ausführliches Lastenheft die Realisierung des Projektes deutlich erschweren würde. Schließlich muss der Aufwand der Arbeit im Verhältnis zum finanziellen Nutzen stehen.

Risikominimierung durch die Erstellung eines ERP-Lastenheftes
Im Weiteren können anhand eines ERP-Lastenheftes die Risiken bei der Auswahl einer ERP-Software reduziert werden, da die erhobenen Anforderungen eindeutig definiert wurden. Es existieren viele verschiedene mögliche Ursachen für das Misslingen eines ERP-Projekts. Unter anderem können zu den Gründen des Scheiterns unzureichende oder nicht vorhandene Anforderungen zu den Prozessen und Funktionen, Probleme bei der Installation der Software, Stammdaten mit mangelhaften Qualitäten und eine Projektleitung mit unzureichenden Erfahrungen oder Qualifikationen gehören.

Eine Gemeinsamkeit haben alle ERP-Softwares. Sie können Daten verarbeiten. Allerdings benötigt jedes Unternehmen eine individuell angepasste Funktionalität und Handhabung. So können beispielsweise nicht vorliegende Funktionen erhebliche Kosten für die Unternehmer verursachen. Allein aus diesem Grund ist es wirklich sinnvoll, jegliche Anforderungen sowie Ansprüche an das ERP-System zu erarbeiten und in einem ERP-Lastenheft festzuhalten.

Die Kontroverse
Manche Anbieter von ERP-Softwares sind der Meinung, dass ERP-Lastenhefte überflüssig sind. Zu den Argumenten gehören die Aufwendigkeit der Erstellung der Lastenhefte sowie die unnötige Erhöhung der Kosten und für die Verwirklichung des ERP-Projektes. Auf der anderen Seite sind einige Anbieter der Auffassung, dass das Lastenheft ein unerlässliches Element im Rahmen der Planung eines ERP-Projektes darstellt. Immerhin können aus einem sorgfältig erarbeiteten ERP-Lastenhefte alle relevanten Details für den Auftraggeber entnommen werden. Außerdem können wegen fehlender Anweisungen zu den Erwartungen des Unternehmers nervige Nachforderungen entstehen.


Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt Vorwarnstufe

Kreis Esslingen.| In der vergangenen Woche sind 217 Menschen im Landkreis Esslingen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montagmorgen bei 40,6. Am Dienstag tritt eine Allgemeinverfügung zur Besucherbeschränkung bei Feiern in Kraft.

Am vergangenen Wochenende sind 119 Menschen im Landkreis Esslingen mit einem positiven Corona-Test registriert worden, in den vergangenen sieben Tagen waren das 217 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montagvormittag bei 40,6 und damit deutlich über der Vorwarnstufe für Stadt- und Landkreise.

„Das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet entwickelt sich derzeit diffus“, sagt Dr. Dominique Scheuermann, die Leiterin des Esslinger Gesundheitsamts. Es lassen sich Infektionen sowohl in Familien, oft in Großfamilien, ausmachen ebenso wie in Sportvereinen, in Unterkünften für Flüchtlinge sowie in einem Betrieb.“ Die Situation in den Kliniken im Landkreis sei nach wir vor ruhig, mit nur wenigen Fällen auf den Isolierstationen.

„Als Reaktion auf den Anstieg der Infektionszahlen im familiären Umfeld schränken wir mit einer Allgemeinverfügung den Teilnehmerkreis bei Feiern ein“, sagt der Gesundheitsdezernent Christian Baron. Von Dienstag an gilt: bei Feiern in öffentlichen und angemieteten Räumen dürfen nicht mehr als 50 teilnehmen, in privaten Räumen sollen nicht mehr als 25 Besucher teilnehmen, so die dringende Empfehlung. „Wir setzen die Maßnahmen gezielt ein, weitere Einschränkungen sollen so möglichst vermieden werden“, sagt der Gesundheitsdezernent. Im Landratsamt ist inzwischen wieder der Verwaltungsstab einberufen worden, der einmal wöchentlich die aktuelle Lage erörtert.

Nach Abstimmung mit dem Ministerium für Soziales und Integration sowie dem Landesgesundheitsamt wird das Gesundheitsamt im Landkreis Esslingen die Lage weiterhin verstärkt beobachten, zudem werden Tests nach der nationalen Teststrategie und den Vorgaben des Sozialministeriums durchgeführt. Im Kreisgebiet werden Tests im Corona-Abstrichzentrum (CAZ) in Nürtingen, in 38 Corona-Schwerpunktpraxen im Landkreis (www.kvbawue.de/buerger/notfallpraxen/corona-anlaufstellen/corona-karte/) und für Reiserückkehrer am Flughafen Stuttgart angeboten.

Im Zusammenhang mit der Häufung von Corona-Infektionen bittet der Gesundheitsdezernent zur Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln: „Bitte beachten Sie in den kommenden Tagen und Wochen unbedingt die AHA-Regeln: Abstand halten, Hygiene beachten und wo immer geboten Alltagsmaske tragen!“

Grippeschutzimpfung empfohlen
Das Gesundheitsamt empfiehlt in diesem Jahr zudem eine Grippeschutzimpfung vor allem für Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen. Das sind vor allem Menschen über 60 Jahre, chronisch Erkrankte, medizinisches Personal und gesunde Schwangere. Auch Personal mit viel Publikumsverkehr und Personen, die im Haushalt eine Person betreuen, die zur Risikogruppe zählt, wird eine Impfung empfohlen. „Gerade während der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen wichtig, um schwere Verläufe oder gar Ko-Infektionen mit dem Corona-Virus zu vermeiden“, sagt Dr. Scheuermann. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt dafür.