Gemeindewahlausschuss lässt 14 Bewerbungen zur OB-Wahl zu

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Stuttgart.| Der Gemeindewahlausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag, 13. Oktober, darüber entschieden, welche Kandidatinnen und Kandidaten bei der OB-Wahl am 8. November 2020 offiziell antreten dürfen. Zugelassen werden 14 von insgesamt 17 eingegangenen Bewerbungen. Für die Zulassung waren erforderlich: eine fristgerechte, schriftliche Bewerbung (bis zum 12. Oktober), 250 gültige Unterstützungsunterschriften, eine Wählbarkeitsbescheinigung sowie eine eidesstattliche Versicherung, dass die Bewerber nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind.

Der Gemeindewahlausschuss legte in seiner Sitzung zudem die Reihenfolge der Namen auf dem Stimmzettel fest. Die Bewerbungen wurden dabei nach der Reihenfolge ihres Eingangs sortiert. Bei zeitgleichem Eingang entschied das Los.

Die offizielle Reihenfolge auf dem Stimmzettel lautet:
1. Marian Schreier
2. Dr. Frank Nopper
3. Dr. Malte Kaufmann
4. Hannes Rockenbauch
5. John Heer
6. Friedhild Miller
7. Issam Abdul-Karim
8. Marco Völker
9. Martin Körner
10. Werner Ressdorf
11. Sebastian Reutter
12. Veronika Kienzle
13. Dr. Ralph Schertlen
14. Michael Ballweg

Ab dem 19. Oktober beginnt die Zustellung der Briefwahlunterlagen an die Wahlberechtigten, die diese schon beantragt haben. Außerdem ist dann eine persönliche Beantragung der Briefwahlunterlagen und die persönliche Stimmabgabe im Rathausfoyer und in den Bezirksämtern des äußeren Stadtgebiets möglich.


Laurents Hörr mit drittem Saisonsieg im Le Mans Cup

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Mit ihrem Duqueine D08-Nissan fuhren Laurents Hörr, Jean Glorieux und ihr Luxemburger Team DKR Engineering im fünften Saisonlauf in Monza erneut einen Sieg ein.

Bereits im Qualifying schaffte der Bronze-Pilot Glorieux mit Startplatz drei eine gute Ausgangslage für das zweistündige Rennen am Samstagnachmittag.

Nach einem guten Start schob sich der Belgier direkt auf Platz zwei und konnte trotz diverser Safetycar-Phasen die Position bis zum Pflichtboxenstopp halten, wo er an den deutschen Fahrer Hörr übergab.

Nach einer kurzen Full Course Yellow-Phase schloss der junge Stuttgarter schnell die Lücke zum Führenden Ligier #37 und konnte diesen dann vor der Variante della Roggia überholen. Im weiteren Verlauf des Rennens ließ der 23-jährige Hörr dann nichts mehr anbrennen und ging mit einem soliden Vorsprung über die Ziellinie.

„Das Auto war Klasse heute und das gesamte Team hat einen fehlerfreien Job gemacht“, resümierte Hörr am Samstagabend.

In der Meisterschaft des Le Mans Cups legte das Team nun, mit 25 Punkten Vorsprung, eine komfortable Ausgangsbasis für das letzte Saisonrennen in Portimão.

Am Sonntag ging Hörr dann noch in der European Le Mans Series mit seinen Teamkollegen Triller und Kirmann in das vierstündige Rennen.

Hier erreichte Hörr im Qualifying einen guten dritten Startplatz, diese Position verteidigte der Bronze-Fahrer Triller in den ersten beiden Rennstunden auch erfolgreich. Leider verlor das Team durch diverse Full Course Yellow- und Safetycar-Phasen wieder einige Positionen und beendete das Rennen schließlich nach vier Stunden auf Platz sieben.

„Leider waren wir heute durch unsere Fahrerpaarung taktisch etwas eingeschränkt, das hat uns ein besseres Ergebnis gekostet“, so Hörr nach dem Rennen am Sonntag.

Die nächsten Rennen für Laurents Hörr finden am 31. Oktober / 1. November in Portimão (Portugal) statt (Le Mans Cup und ELMS).


Stuttgart verfügt neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

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Stuttgart.| In der Landeshauptstadt Stuttgart gelten ab Mittwoch, 14. Oktober, neue Vorgaben zur Eindämmung des Coronavirus. Sie regeln private Feiern, das Tragen von Mund- Nasen-Bedeckungen im City-Ring, den Verkauf und den Konsum von Alkohol, den Schulunterricht sowie den Besuch von Fußballspielen. Die dazugehörigen Verfügungen hat die Stadt am Montag, 12. Oktober, veröffentlicht. Rechtlich bindend sind sie ab Mittwoch. Sie gelten zunächst bis einschließlich Sonntag, 1. November. Bei Nichteinhaltung droht ein Bußgeld.

An privaten Feiern in Privaträumen dürfen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen. In angemieteten Räumen dürfen es nicht mehr als 25 Personen sein.

Für folgende öffentliche Verkehrsflächen in der Innenstadt (sog. City-Ring), die durch die genannten Straßen, Wege und Plätze umschlossen werden, gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung: Arnulf-Klett-Platz (mit Arnulf-Klett-Passage), Friedrichstraße, Theodor-Heuss-Straße, Rotebühlplatz (einschließlich City Plaza und Rotebühlpassage), Paulinenstraße, Rupert-Mayer-Platz, Vorplatz der Kirche St. Maria, Feinstraße, Österreichischer Platz, Hauptstätter Straße, Charlottenplatz (einschließlich Charlotten-Passage), Konrad-Adenauer-Straße, Gebhard-Müller-Platz, Schillerstraße. Es werden jeweils beide Seiten der genannten Straßen und alle Seiten der genannten Plätze erfasst.
Die Vorgabe gilt auch für alle Wochenmärkte in Stuttgart.

Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder unter 6 Jahren oder Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund- Nasen-Bedeckung tragen können. Außerdem sind ausgenommen Bauarbeiter bei der Arbeit und Personen, die essen oder trinken, joggen oder Fahrrad fahren.

Fortan untersagt ist der Verkauf von alkoholischen Getränken an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr des Folgetags: Diese Regel gilt für Gastro-Betriebe, die Getränke zum Mitnehmen („To Go“) verkaufen sowie für Läden und Supermärkte.

An diesen Tagen ist auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und in Anlagen ab 23 Uhr der Konsum alkoholischer Getränke untersagt. Die Vorgabe bezieht sich neben dem City-Ring auf die Bereiche:
– Mittlerer und Unterer Schlossgarten
– Wilhelmsplatz (Stuttgart-Mitte)
– Feuersee
– Weißenburgpark
– Marienplatz
– Erwin-Schoettle-Platz
– Karlshöhe
– Bismarckplatz
– Berliner Platz einschließlich Bosch-Areal
– Stadtgarten
– Pariser Platz
– Mailänder Platz
– Höhenpark Killesberg
– Parkanlage Villa Berg
– Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt
– Bahnhofsvorplatz in Bad Cannstatt
– Kurpark in Bad Cannstatt
– Wilhelm-Geiger-Platz in Feuerbach
– Löwenmarkt in Weilimdorf.

Bei öffentlichen Veranstaltungen ist im gesamten Stadtgebiet durchgängig eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Fußballspiele sind unter Auflagen nur noch mit bis zu 200 Teilnehmenden möglich. Die Stuttgarter Kickers erhalten für die beiden anstehenden Heimspiele am 14. und am 17. Oktober eine Ausnahmegenehmigung für die Teilnahme von 500 Zuschauern, weil die Karten bereits verkauft waren.

Masken sind auch zu tragen in den auf der Grundschule aufbauenden allgemeinen Schulen, den beruflichen Schulen sowie den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ab Beginn der Hauptstufe, jeweils in öffentlicher und freier Trägerschaft. Die Vorgabe gilt – auch während des Unterrichts – für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie sonstige anwesende Personen. In den Grundschulen sind Masken zu tragen von den Lehrkräften sowie sonstigen anwesenden Personen ab 16 Jahren, auch hier während des Unterrichts.
Für die Schüler ab der Klassenstufe 8 beginnt der Unterricht frühestens zur zweiten Stunde. Diese Anordnung soll den öffentlichen Nahverkehr entlasten.

Aufgehoben wird das Verbot sexueller Dienstleistungen. Grund dafür ist ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs sowie eine neue Landesverordnung.


Infektionszahlen im Kreis Esslingen steigen weiter

Schulbeginn wird gestaffelt, Maskenpflicht präzisiert

Kreis Esslingen.| Am Wochenende ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Esslingen weiter angestiegen, sie lag am Montagvormittag bei 74,4. Das Infektionsgeschehen konzentriert sich weiterhin auf ein diffuses Geschehen im familiären Umfeld sowie Hotspots in Flüchtlingsunterkünften und in einem Frachtzentrum. Das haben Kontaktnachverfolgungen im Gesundheitsamt am Wochenende weiter erhärtet.

Seit vergangenen Freitag ist im Landkreis Esslingen die Allgemeinverfügung in Kraft, wonach die Teilnehmerzahl von privaten Feiern in öffentlichen Räumen auf 25 und in privaten Räumen auf zehn begrenzt ist. „Um die Infektionsketten im familiären Umfeld zu unterbrechen ist es jetzt wichtig, diese Begrenzung unbedingt einzuhalten“, sagt Landrat Heinz Eininger. Dabei komme es darauf an, dass die Allgemeinverfügung umgesetzt werde, durch die Einsicht jedes Einzelnen und auch mit Kontrollen durch die Ortspolizeibehörden.

Daneben setzt das Gesundheitsamt auf die Information vor allem in Familien mit Migrationshintergrund. Mit einer Aufklärungskampagne und Informationsblättern in mehreren Sprachen soll dort auf die Gefahr durch das Coronavirus und auf vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor der Infektion aufmerksam gemacht werden.

Die weitere Verfügung zum Tragen einer Maske auf öffentlichen Plätzen wurde präzisiert: dieses ist überall dort notwendig, wo ein Mindestabstand von eineinhalb Meter nicht eingehalten kann.

Das Landratsamt empfiehlt wo es möglich ist, eine Staffelung des Schulbeginns zur ersten und zweiten Schulstunde ab der Klassenstufe 9 zu prüfen. „Damit wollen wir vor allem das zeitweise hohe Fahrgastaufkommen in Schulbussen entzerren und so zum Infektionsschutz beitragen“, sagt Eininger. Gleichzeitig dankte er den Schulen, die das bereits umsetzen, für ihr „umsichtiges und verantwortungsvolles Vorgehen“.

„Beim neuerlichen Anstieg der Infektionszahlen ist zu beachten, dass wir im Landkreis Esslingen derzeit deutlich mehr testen als noch im März“, erklärt Dr. Dominique Scheuermann, die Leiterin des Gesundheitsamts im Landratsamt. Dadurch werde die Dunkelziffer der Infizierten in Relation deutlich minimiert, es steige aber auch die Zahl der positiven Testergebnisse.

Nach dem Erlass der Allgemeinverfügungen muss nun abgewartet werden, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt. Die Menschen mit einer aktuellen Corona-Infektion haben sich zirka ein bis zwei Wochen vor der positiven Meldung infiziert. Die Maßnahmen von vergangenen Freitag können noch keine Wirkung entfaltet haben. Nachdem sich das Virus gegen Ende der Sommerferien von Reiserückkehrern aus Risikogebieten in Familien eingetragen wurde, verbreitet es sich nun von dort aus in Kindertageseinrichtungen und Schulen, an Arbeitsstätten, in Vereinen und sonstigen Einrichtungen.

Ein Schwerpunkt von Corona-Infektionen ist weiterhin in Flüchtlingsunterkünften auszumachen. Dort werden nun Reihentestungen durchgeführt. „Auch hier wollen wir mit einer Informationskampagne in mehreren Sprachen auf die Problematik einer Infektion und vorbeugenden Maßnahmen aufmerksam machen“, sagt der Gesundheitsdezernent Christian Baron. Bei Gesprächen mit Menschen in Flüchtlingsunterkünften und auch bei den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in einem Frachtzentrum sei aufgefallen, dass Flüchtlinge oder Mitarbeiter aus Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und aufgrund mangelnder Erfahrung mit der medizinischen Versorgung oft einen Besuch beim Arzt scheuten.

Zur Unterstützung des Gesundheitsamts sind am Montagnachmittag die ersten Einsatzkräfte der Bundeswehr ins Landratsamt gekommen. Bei der Kontaktnachverfolgung sind auch täglich etwa 25 Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Landratsamts im Einsatz. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen unterstützt das Gesundheitsamt 14 Mitarbeitern aus dem Call-Center des Kreditinstituts.


Anzahl der Corona-Neuinfektionen auf alarmierendem Stand

Landkreis Böblingen überschreitet am Wochenende den kritischen Inzidenz-Wert von 35

Krteis Böblingen.| Nach den Land- bzw. Stadtkreisen Esslingen, Mannheim und Stuttgart hat auch der Landkreis Böblingen am vergangenen Wochenende die kritische Marke bei der Corona-Inzidenz von 35 überschritten. „Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen war das absehbar“, so Landrat Roland Bernhard. „Ich rechne damit, dass wir uns auch der zweiten kritischen Marke von 50 annähern und appelliere an Sie alle, sich verantwortlich zu verhalten.“ (Der Inzidenzwert meint die Zahl von Neuinfektionen der vergangenen 7 Tage, bezogen auf 100.000 Einwohner).

Man tue alles, was möglich sei, um die Kontaktpersonennachverfolgung aufrecht zu halten und so gleichzeitig den Überblick über die Ausbruchsgeschehen zu behalten. Aktuell ist Letzteres, wie auch in den anderen betroffenen Kreissen, diffus. D.h. es gibt keine genau benennbaren HotSpots, sondern die Neuinfektionen verteilen sich auf den ganzen Landkreis.

Mit dem Erreichen des Inzidenzwerts von 35 erlässt der Landkreis Böblingen eine Verfügung, nach der für private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen die Obergrenze von 50 Personen gilt; privat wird dringend empfohlen, auf maximal 25 Teilnehmer zu begrenzen. „Bei einer Inzidenz von 50 werden diese Zahlen auf 25 in öffentlichen Räumen bzw. 10 im privaten Bereich abgesenkt. Zudem werden wir dann, analog zum Vorgehen im Landkreis Esslingen, eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum einführen, insbesondere überall da, wo der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann.“ Man bereite sich angesichts der zuletzt steil angestiegenen Zahlen und mit Blick auf die Nachbarkreise, die zu landesweiten HotSpots geworden sind, bereits jetzt auf diese strengeren Maßnahmen vor, kündigt der Landrat an.

Am heutigen Montag, 12.10.2020, liegt der Inzidenzwert bei 34,47, die Zahl der Neuinfektionen ist um 22 auf 367 gestiegen (Stand 12.10., 7 Uhr). Durch den unterschiedlichen Berichtszeitpunkt sind die jeweils am Nachmittag erst veröffentlichten Werte auf den Seiten des Landesgesundheitsamts bzw. des Robert-Koch-Instituts regelmäßig davon leicht abweichend. In den vier Kliniken des Klinikverbunds Südwest im Landkreis Böblingen sind aktuell 12 Patienten stationär, davon 4 beatmet.

„Ich schließe mich Herrn Ministerpräsident Kretschmann an und appelliere dringend an die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen“, so Bernhard. „Zuletzt sind bei den Neuinfektionen auch zunehmend wieder ältere Personen und damit eine vulnerable Personengruppe betroffen. Ich bitte deshalb auch insbesondere junge Menschen – jetzt ist nicht die Zeit, um Party zu machen.“ Die Maßnahmen sind im Erlass des Sozialministeriums definiert. „Jeder weiß, was kommen kann. Und jeder darf schon jetzt mehr tun als er muss.“ Bei jeder größeren Ansammlungen und jeder privaten Feier sollte man hinterfragen, ob sie vermieden oder auf ungefährlichere Zeiten verschoben werden könnte.


Doppelsieg in Zolder: Rast sorgt für Spannung

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  • Titelverteidiger gewinnt auch das Sonntagsrennen
  • Nur noch zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer Nico Müller
  • Audi Sport Team Abt Sportsline gewinnt vorzeitig die Teammeisterschaft

Zolder.| René Rast vom Audi Sport Team Rosberg macht die DTM spannend: Der Titelverteidiger gewann in Zolder (Belgien) nach seinem überlegenen Sieg am Samstag auch das Sonntagsrennen und hat nur noch zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer Nico Müller. Das Audi Sport Team Abt Sportsline sicherte sich trotzdem vorzeitig die Teammeisterschaft.

Auf dem Weg zu seinem vierten Saisonsieg zeigte Rast Nervenstärke und hatte auch das nötige Quäntchen Glück. Vor dem Rennen schlugen wegen einer Verpuffung plötzlich Flammen aus dem Motorraum seines Audi RS 5 DTM. Rast konnte trotzdem am Rennen teilnehmen und legte aus der zweiten Startreihe einen Blitzstart hin: Noch vor der ersten Kurve hatte er die beiden vor ihm gestarteten BMW überholt. Die Entscheidung seines Teams, Rast in Runde zwölf zum Reifenwechsel an die Box zu holen, erwies sich als goldrichtig: Nur eine Runde später kam das Safety-Car auf die Strecke. Damit waren all jene Fahrer chancenlos, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen waren – darunter auch der Meisterschaftsführende Nico Müller.

„Das war ein verrücktes Rennen, in dem viele Dinge passiert sind“, sagte Rast. „Das Feuer in der Startaufstellung. Am Start von drei auf eins noch vor der ersten Kurve. Das Safety-Car. Wir haben heute die richtigen Entscheidungen getroffen und hatten erneut ein perfektes Auto. Ich habe immer gesagt, dass ein oder zwei Rennen alles entscheiden und sich die Dinge ganz schnell wieder drehen können. Man hat heute gesehen, was alles passieren kann.“

Fast schon kurios ist, dass das Safety-Car ausgerechnet durch einen seiner beiden Titelrivalen verursacht wurde. Robin Frijns hatte sich in der Anfangsphase vom achten Startplatz auf Rang drei nach vorn gekämpft, als er nach seinem Reifenwechsel in der Boxenausfahrt auf eine feuchte Stelle kam und gegen die Leitplanken prallte. „Das war ganz alleine mein Fehler, der mir für mich, vor allem aber auch für mein Team sehr leidtut“, sagte Frijns. „Der Ausfall tut weh, aber noch werden über 100 Punkte vergeben – es ist weiter alles möglich.“

Das Safety-Car brachte auch seinen Teamkollegen Nico Müller um wertvolle Punkte. „René und Mike (Rockenfeller) haben die Boxentafel bekommen, noch ehe Gelbe Flaggen draußen waren“, sagte Müller nach seinem enttäuschenden neunten Platz. „Die beiden hatten das Glück, noch vor dem Safety-Car zu stoppen. Leider haben dieses Mal nicht alle im Feld die Chance bekommen, ihren Boxenstopp zu absolvieren, ehe das Safety-Car auf die Strecke geschickt wird. Das hat mich heute mindestens 13 Punkte gekostet und kann die Meisterschaft entscheiden.“

Entsprechend gedämpft war die Stimmung im Audi Sport Team Abt Sportsline trotz des vorzeitigen Gewinns der Teammeisterschaft. „Das war für uns ein harter Tag, und wir sind heute sehr enttäuscht“, sagte Teamchef Thomas Biermaier. „Ich bin trotzdem sehr stolz, dass wir schon vier Rennen vor Schluss die Teammeisterschaft gewonnen haben. Die Mannschaft hat das ganze Jahr eine tolle Leistung gezeigt. Und jeder, der uns kennt, weiß: Wir werden stark zurückkommen.“

Im Schatten des dramatischen Titelkampfes holte Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix mit Platz zwei sein bisher bestes Saisonergebnis. „Ein zweiter Platz ist gut und ich freue mich über den Pokal, den ich mit nach Hause zu meinen Kindern nehmen darf“, sagte „Rocky“. „Natürlich war es heute entscheidend, vor dem Safety-Car an die Box zu kommen. Da haben wir alles richtig gemacht, danke an mein Team. Nicht ganz happy bin ich, dass ich nicht mit René mithalten konnte. Ich glaube, wir wissen, wo wir uns verbessern müssen, und hoffe, nächstes Wochenende näher an ihm dran zu sein.“
Riesenjubel auch im Kundenteam WRT Team Audi Sport: Mit Fabio Scherer, Harrison Newey und Ferdinand Habsburg auf den Plätzen fünf, sechs und sieben punktete das belgische Team bei seinem Heimspiel in Zolder mit allen drei Autos.

Ohne Punkte blieben Loïc Duval und Jamie Green auf den Plätzen 13 und 15. Duval wurde wegen eines „Unsafe Release“ beim Boxenstopp bestraft. Green musste zweimal an die Box kommen, weil er seinen ersten Reifenwechsel unmittelbar nach dem Restart absolvierte. In diesem Fall zählt der Stopp nicht als Pflichtstopp.

„Das war auch heute wieder ein erfolgreicher Tag für Audi“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Ein Doppelsieg ist ein sehr gutes Ergebnis. Vor allem, nachdem wir erstmals seit langer Zeit kein Auto in der ersten Startreihe hatten. Nach 20 Pole-Positions in Folge ist uns das heute nicht gelungen. Trotzdem einen Doppelsieg zu schaffen, ist toll. Insgesamt bin ich aber nicht hundertprozentig zufrieden. In den Audi-Reihen habe ich heute etwas zu viele Fehler gesehen – das müssen wir bis zum nächsten Rennen verbessern.“

Am kommenden Wochenende stehen in Zolder zwei weitere DTM-Rennen auf dem Programm. Die Entscheidung in der Fahrermeisterschaft dürfte aber wohl erst beim Finale in Hockenheim fallen. Nico Müller führt mit 259 Punkten nur noch knapp vor René Rast (249) und Robin Frijns (243).


Coronavirus: Infektionszahlen steigen weiter

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  • Gesundheitsamt kann Nachverfolgung nicht sicher gewährleisten
  • Bundeswehr um Amtshilfe gebeten
  • OB Kuhn: „Wir müssen jetzt entschieden handeln“

Stuttgart.| Die Corona-Infektionszahlen steigen in Stuttgart weiter stark an: Seit dem Vortag gilt die Eingriffsstufe, weil durch 82 neue Infektionen eine 7-Tage-Inzidenz von 50,5 je 100.000 Einwohner erreicht wurde. Der Trend scheint sich zu verschärfen, genaue Zahlen wird das Landesgesundheitsamt voraussichtlich am frühen Abend veröffentlichen. Auf Grund dieser Entwicklung hat sich die Stadtspitze am Sonntag- Mittag, 11. Oktober, auf weitere Einschnitte verständigt. Diese werden im Lauf der nächsten Tage in Stuttgart gelten.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte nach einer Telefonkonferenz der Lagebesprechung „Corona“: „Wir müssen jetzt entschieden handeln, um die Zahl der Neuinfektionen sofort wieder runter zu bekommen. Nur so können wir Schulen, Kitas, Wirtschaft und Handel offen halten. Nur so kann es gelingen, dass wieder alle Fälle durch das Gesundheitsamt nachvollzogen werden können. Diese Nachvollziehbarkeit ist das A und O bei der Eindämmung der Pandemie.“

Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, äußerte sich sehr besorgt: „Die Zahlen steigen so stark, dass das Gesundheitsamt die für die Kontrolle der Pandemie so wichtige Nachverfolgung der Kontaktpersonen nicht mehr gewährleisten kann. Wir mobilisieren daher alle Kräfte innerhalb der Stadtverwaltung und erbitten Hilfe bei der Bundeswehr.“ Ehehalt appellierte: „Wir alle müssen die Zahl der Begegnungen untereinander deutlich reduzieren. Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie auch die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und unbedingt Masken tragen. Jetzt ist jeder und jede Einzelne gefordert.“

Um die Nachverfolgung wiederherzustellen, sollen über den so genannten „Pandemie-Pool“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Ämter unmittelbar das Gesundheitsamt unterstützen. Zugleich wird die Verwaltung Amtshilfe bei der Bundeswehr ersuchen. Auch das Amt für öffentliche Ordnung soll entlastet werden.

Die Stadtverwaltung wird anordnen, dass private Feiern nur noch mit zehn Teilnehmern in privaten und 25 Teilnehmer in öffentlichen und angemieteten Räumen zulässig sind. Die Allgemeinverfügung wird am Dienstag veröffentlicht und dann ab Mittwoch, 14. Oktober, 0.00 Uhr, gelten. Mit verstärkten Kontrollen soll darüber hinaus gegen illegale Partys vorgegangen werden.

Weiterhin soll das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb des Stuttgarter City-Rings verpflichtend werden. Eine Allgemeinverfügung wird die Örtlichkeiten und Verbindlichkeiten benennen. Auch sie ist in Vorbereitung.

Der Verkauf und der Konsum von Alkohol soll eingeschränkt werden. Das Amt für öffentliche Ordnung bestimmt derzeit die Plätze, an denen ab 23 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden darf. Bereits ab 21 Uhr dürfen anliegende Geschäfte keine alkoholischen Getränke mehr verkaufen – davon ausgenommen sind konzessionierte Gastronomiebetriebe. Die Beschränkungen für den Konsum und den Verkauf von Alkohol sollen für zwei Wochen gelten. Eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe wird aktuell nicht verfolgt.

Das Rathaus bleibt ein offenes Haus. Allerdings sollen Teilnehmer von Konferenzen, Ausschusssitzungen und Dienstbesprechungen eine Maske tragen. Mit dem Personalrat wird die Stadt eine Ausweitung der geltenden Maskenpflicht besprechen, diese Pflicht gilt bislang nur für die Gänge.

Zuschauer sind bei Fußball-Spielen vorübergehend nicht zulässig. Bei anderen Sport- oder Kulturveranstaltungen sind bis zu 500 Zuschauer zulässig, sie müssen durchgehend eine Maske tragen.

Der Oberbürgermeister wird zu Beginn der Woche die wichtigsten Dienstleister in der Stadt kontaktieren. Kuhn wird Banken, Versicherungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Kanzleien bitten, die Möglichkeiten zum Home-Office zu schaffen oder auszuweiten.

Die Stadt will als Trägerin der Schulen für mehr Abstand in Bussen und Bahnen sorgen. Dazu soll der Beginn des Unterrichts entzerrt werden. Denkbar wäre eine Anordnung auf Basis des Infektionsschutzgesetzes, die Schülern ab einer bestimmten Klassenstufe vorgibt, später mit dem Unterricht zu beginnen. Die Stadt strebt an, dies im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg zu erreichen.


Bietigheim verliert zum Saisonauftakt

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Enttäuschung in den Gesichtern der Spieler und Zuschauer in der Bietigheimer EgeTrans Arena. Die SG BBM verliert am Samstag ihr Heimspiel vor den Corona-bedingt maximal 500 Fans mit 25:26 (10:11) Toren gegen den TSV Bayer Dormagen, der sich seinerseits für eine ähnlich unerwartete Auftaktniederlage gegen Aufsteiger Dessau-Roßlau vor einer Woche rehabilitieren konnte.

Auch in der Gestik regierte die Enttäuschung. SG BBM-Keeper Aron Edvardsson ließ sich nach dem Schlusspfiff demonstrativ auf die Ersatzbank plumpsen. Fast 40 Prozent der Bälle auf sein Tor konnte der Isländer abwehren und dennoch hatte es nicht zum Sieg gereicht. „In der Abwehr stehen wir gut, mit einem überragenden Torhüter“, sagt auch Hannes Jón Jónsson. „Die Rückraumreihe hat heute nicht funktioniert“, so der SG BBM-Coach.

„Die ersten 14 Minuten waren für mich entscheidend, als wir nur drei Gegentore kassierten“, lobte TSV-Trainer Dusko Bilanovic seine Defensive. „Das hat uns Sicherheit für die 60 Minuten gebracht. Heute haben wir zwei Big Points geholt.“ Sein Team führte zu dem Zeitpunkt bereits mit 3:6 Toren. „Bietigheim wird im ersten Spiel auch nervös sein, damit hatten wir gerechnet“, so Bilanovic. Für sein Team war es anders als für die SG BBM bereits das zweite Punktspiel. Und auch im weiteren Verlauf konnte die SG BBM die Unsicherheit nicht abschütteln, auch nicht, als sich das Team um Kapitän Jan Asmuth die Führung beim 7:6 wieder zurückerkämpft hatte.

Jónsson brachte Neuzugang Juan de la Peña bereits in der Anfangsformation. Der Spanier blieb bei seinem ersten Einsatz im Trikot der SG BBM eher unauffällig. Doch damit war er am Samstag im Bietigheimer Rückraum nicht alleine. „Vorne hat das Spiel in die Tiefe gefehlt. Wenn die Rückraumspieler gar nicht funktionieren, wie heute wird es schwierig ein Spiel zu gewinnen. Wir können unser Spiel nicht nur auf Christian Schäfer aufbauen.“ Der Rechtsaußen der SG BBM „funktionierte“ wie ein Uhrwerk, traf am Ende 13 Mal und war neben Edvardsson der beste Akteur der Hausherren. Erfolgreiche Würfe aus 9 Metern sah Jónsson nur vom Gegner, der an der Schulter angeschlagene Tim Dahlhaus blieb auf der Bank.

Geradezu fahrlässig war jedoch, wie die SG BBM nach dem 10:9 eine Pausenführung aus der Hand gab. In Unterzahl ließ man sich zweimal den Ball stibitzen, Dormagen traf ins verwaiste SG-Tor zum 10:11-Halbzeitstand. Dasselbe wiederholte sich noch einmal nach dem Seitenwechsel. Zunächst war Bietigheim mit viel Wut im Bauch aus der Kabine gekommen, lag schnell mit 14:12 in Führung, ehe Dormagen in Überzahl wieder allzu leicht das Spiel drehen konnte (14:17). „Das war brutal, dabei war unser Unterzahlspiel war bisher immer „rock solid““, wie Jónsson klagte. „Die Jungs waren motiviert“, war sich der Isländer sicher. Aber längst hatte sich zu viel Unsicherheit breit gemacht unter den Blauen.
Denn selbst in der Schlussphase hatte Bietigheim noch seine Chancen auf den Ausgleich, aber beispielsweise Paco Barthe oder Jan Asmuth scheiterten frei am guten Dormagener Keeper Sven Bartmann. Der mögliche Ausgleich fiel nicht mehr. „Wenn du alles zusammennimmst, kannst man nicht sagen, dass wir heute mehr verdient hätten“, so Jónsson.

SG BBM Bietigheim: Edvardsson, Lehmann; Schäfer (13/4), Link (3), Barthe (3), Claus (2), Asmuth (1), Rentschler (1), Fischer (1), Vlahovic (1), Öhler, L. Urban, de la Peña, Boschen, M. Urban, Dahlhaus.

TSV Bayer Dormagen: Bartmann, Juzbasic; I. Hüter (7), Senden (4), Meuser (4), Juric, Richter (4/3), P. Hüter (2), Sterba (2), Grbavac (2), Noll (1), Iliopoulos, Reimer, Mast.

Spielverlauf: 2:5 (11.), 6:6 (19.), 10:9 (28.), 10:11 (30.), 14:12 (33.), 14:17 (38.), 16:20 (44.), 21:22 (53.), 23:25 (59.), 25:26 (60.).

Zeitstrafen: Asmuth (28., 36.) – P. Hüter (5.), Grbavac (10.), Meuser (38.), Senden (53.)
Siebenmeter: 4/5 – 3/5
Schiedsrichter: Tobias Schmack / Philipp Dinges (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 500 (EgeTrans Arena Bietigheim)


Coronavirus: In Stuttgart gilt „Eingriffsstufe“

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7-Tage-Inzidenz von 50,5

Stuttgart.| In Stuttgart wurden 82 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit weist die Stadt eine 7-Tage Inzidenz von 50,5 auf. Das hat das Landesgesundheitsamt am Samstagabend, 10. Oktober, berechnet. Somit gilt die sogenannte Eingriffsstufe.

Die Stadt bereitet derzeit Einschnitte vor wie die Einführung einer Sperrstunde, Alkoholkonsumbeschränkungen und die Maskenpflicht innerhalb des City-Rings. Zudem will sie eine Entflechtung des Unterrichtbeginns erreichen, Arbeitnehmer zum Home-Office ermuntern, das Masketragen im Rathaus erweitern. Dies hatte der Verwaltungsstab „Corona“ am Freitag, 9. Oktober, in Auftrag gegeben, mit dem Ziel soziale Kontakte zu reduzieren und die Pandemie möglichst einzudämmen.

Das Gesundheitsamt arbeitet daran, die neuen Ansteckungen nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu ermitteln. Wer ein positives Testergebnis erhält, wendet sich am besten an: [email protected].


Einschneidende Maßnahmen bei steigenden Corona-Fallzahlen angekündigt

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OB Kuhn: „Stuttgart soll heil durch die Corona-Krise kommen“

Stuttgart.| Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat einschneidende Maßnahmen angekündigt für den Fall, dass in Stuttgart die Zahlen der Infektion mit dem Coronavirus weiter ansteigen und die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tage gerissen werden. Ziel sei es, einen gesellschaftlichen Lockdown abzuwenden.

Für Freitag, 9. Oktober, meldet das Landesgesundheitsamt 40 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Damit haben sich seit Ausbruch der Pandemie 3.196 Stuttgarterinnen und Stuttgarter infiziert. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz liegt bei 41,2 pro 100.000 Einwohnern.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte auf einer Pressekonferenz: „Stuttgart soll heil durch die Corona-Krise kommen. Jetzt entscheidet sich, wie schwierig der Winter wird. Ich fordere alle auf, die Zahl der Begegnungen zu reduzieren, Masken zu tragen, die Abstands- und Hygieneregeln ernst zu nehmen und so oft es geht zu lüften.“ Gerade junge Menschen sollten vorsichtiger sein und Rücksicht nehmen zum Wohl aller Stuttgarter. Kuhn weiter: „Wir müssen umsichtig sein gegenüber Menschen, die schwer erkranken könnten. Wir müssen darauf achten, dass das Gesundheitsamt Infektionsketten nachvollziehen kann und die Kliniken die Kapazitäten bereitstellen können. Dazu sind große Einschnitte nötig. Mein Ziel ist, Kitas, Schulen und Geschäfte offen zu halten.“ Kuhn forderte die Stuttgarter auf, in den Herbstferien nicht in Risikogebiete zu reisen und besser in Stuttgart zu bleiben. Vor der Pressekonferenz hatte sich der OB mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und zehn Oberbürgermeistern deutscher Großstädte ausgetauscht.

Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, führte aus: „Die Entwicklung ist besorgniserregend. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob wir in Stuttgart ein exponentielles Wachstum erleben.“ Die Ausbreitung des Virus werde zunehmend diffus, so Ehehalt. Es gebe Erkrankungen in Alten- und Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften, auf Baustellen und im Rahmen privater Feiern. Gerade Letzteres sieht der Leiter des Gesundheitsamts als Problem: „Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, ist das Risiko einer Ansteckung erhöht. Mich beunruhigt, dass die Sozialkontakte steigen und immer mehr Infizierte nicht wissen, wo sie sich angesteckt haben. Das erschwert es dem Gesundheitsamt, die Kontaktketten nachzuverfolgen.“ Die Arbeitsbelastung mache seinen Mitarbeitern zu schaffen: „Wir sind erschöpft. Das gebe ich offen zu.“ Entspannung sei erst zu erwarten, wenn die 20 geschaffenen Stellen besetzt seien und Mitarbeiter anderer Ämter über den „Pandemie-Pool“ das Gesundheitsamt entlasteten. Zudem würden viele Prozesse digitalisiert: Betroffene könnten ihre Symptome oder mögliche Kontaktpersonen digital melden.

Der Medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Jan Steffen Jürgensen, berichtete: „Im Klinikum ist die Lage bislang stabil. Wir sehen aber bei den durchgeführten Tests, dass die Zahl der Betroffenen steigt – vor allem bei den Jüngeren. Bezogen auf die Latenz, also auf die Verzögerungszeit bis die schweren Verläufe in den Kliniken ansteigen, ist das alarmierend. Man kann nicht erst gegensteuern, wenn die Todeszahlen steigen. Das ist zu spät.“

Erster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Wir versuchen, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu erhalten, dazu gehört die Ausweitung von Arbeitszeitmodellen wie rollierenden Systemen und Schichtbetrieb. Alle externen Veranstaltungen im Rathaus sind bis mindestens Jahresende abgesagt, Dienstbesprechungen und interne Veranstaltungen sind auf ein Mindestmaß beschränkt. Der Gemeinderat wird ebenfalls bis mindestens Jahresende in der Liederhalle tagen, die Ausschüsse im Großen Sitzungssaals des Rathauses.“

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, erklärte: „Wir sind als Stadt dazu befugt, per Allgemeinverfügung Maßnahmen zu treffen. Dies betrifft auch die Maskenpflicht: Bereits jetzt haben wir bei Verstoß einen Bußgeldrahmen von 50 bis 250 Euro und bei Diskotheken einen Rahmen von 2.500 bis 10.000 Euro. Das wollen wir ausschöpfen.“

Maßnahmen beim Überschreiten des kritischen Schwellenwertes

Sollte die Stadt die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 binnen sieben Tagen reißen, sind laut OB Kuhn folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Weniger Teilnehmer bei Feiern: Zu privaten Feiern in Privaträumen können nur zehn statt aktuell 25 Personen zusammenkommen, in öffentlichen bzw. angemieteten Räumen nur noch 25 statt 50.
  • Masken im öffentlichen Raum: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird innerhalb des Cityrings in Stuttgart-Mitte verpflichtend.
  • Entflechtung des Unterrichtbeginns: Bestimmte Klassenstufen sollen eine Stunde später mit dem Unterricht beginnen, mit dem Ziel, den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten. OB Kuhn wird dazu mit der zuständigen Landesverwaltung das Gespräch suchen.
  • Mehr Masken im Rathaus: Teilnehmer von Besprechungen sollen durchgängig Masken tragen.
  • Mehr Home-Office: Arbeitnehmer sollen wieder verstärkt zu Hause arbeiten. Kuhn appellierte an die Arbeitgeber in Stuttgart, wo möglich mehr Home- Office anzubieten.

Das Amt für öffentliche Ordnung prüft aktuell die Einführung einer Sperrstunde sowie Alkoholkonsumbeschränkungen.