Erfolgreiche Feuerwehreinsätze bei Sturmschäden

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Höhenretter beseitigen Sturmschäden
  • Flachdach und Schornstein drohen in Stuttgart-Ost auf die Straße zu fallen
  • Absturzgefährdete Dachteile an der Grabkapelle auf dem Württemberg
  • Sieben weitere Sturmschäden im Stadtgebiet Stuttgart
  • Einsatz von Höhenrettung und Feuerwehrkran in Stuttgart-Ost

Stuttgart.| Am frühen Montagmorgen erreichte die Integrierte Leitstelle Stuttgart gegen 05:30 Uhr die Meldung über ein abgerissenes Flachdach in der Stuifenstraße in Stuttgart-Ost. Die ersten Einsatzkräfte fanden ein absturzgefährdetes Flachdach vor. Zudem befand sich ein Schornstein in gefährlicher Schieflage.

Die Einsatzkräfte sperrten den Gefahrenbereich ab und forderten weitere Einsatzkräfte nach. Spezialisten der Höhenrettungsgruppe begaben sich auf das Dach. Über Seile gesichert bereiteten sie den Abtransport von Flachdach und Schornstein vor. Über einen Feuerwehrkran wurden das Flachdach und der Schornstein abgetragen und auf der Straße abgelegt. Nach weiteren Sicherungsmaßnahmen am Dach konnte der Einsatz beendet und die Absperrmaßnahmen aufgehoben werden.

Absturzgefährdete Dachteile an der Grabkapelle auf dem Württemberg
Gegen 14:30 Uhr wurden die Höhenretter der Feuerwehr Stuttgart erneut alarmiert. An der Grabkapelle auf dem Württemberg hatten sich an zwei Vordächern Teile des Flachdachs gelöst und waren absturzgefährdet. Durch die Höhenretter der Feuerwehr wurden die Dachteile in einem zweistündigen Einsatz gesichert.

Weitere wetterbedingte Einsatzstellen
Im Stadtgebiet kam es zu sieben weiteren, wetterbedingten Einsätzen. In Neuwirtshaus, Mönchfeld und Vaihingen mussten Bäume mittels Kettensägen beseitigt werden. In Bad Cannstatt wurde eine absturzgefährdete Jalousie durch die Besatzung einer Drehleiter demontiert und in Stuttgart-Nord wurden die Blechverkleidung eines Kamines gesichert.


SG BBM stolpert erneut gegen einen Tabellenletzten

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Verrückte Handballwelt in Bietigheim. Die letzte (Heim-)Niederlage kassierte Zweitligist SG BBM Mitte Dezember ausgerechnet gegen Schlusslicht TuS Ferndorf. Dann folgte eine Serie von vier Siegen, die am Freitag mit einer 27:29 (13:15)-Heimschlappe gegen den Tabellenletzten TSV Bayer Dormagen ihr abruptes Ende fand.

Während die Schwaben ihren Aufwärtstrend am 22. Spieltag nicht fortsetzen können, ist Dormagen wieder im Geschäft. Die personell dauergebeutelten Rheinländer, die erneut kurzfristig Spieler ersetzen mussten, gaben die Rote Laterne an den TuS Ferndorf zurück.

Entsprechend gelöst war die Stimmung von TSV-Coach Peer Pütz nach dem Schlusspfiff: „Die Mannschaft wollte hier eine Reaktion auf das 24:34 gegen Hamm zeigen. Wir haben bis zum Umfallen gekämpft und uns auch nach der Anfangsphase nicht hängen lassen.“ Schnell stand es 4:0 für die SG BBM und auch beim 8:4 leuchtete nach einer Viertelstunde noch eine komfortable Schwaben-Führung von der Anzeigentafel der Viadukthalle. „Wir haben unsere Chancen nach dem 4:0 nicht genutzt, unsere Fehlwürfe bringen den Gegner ins Spiel“, beklagte Nicola Vlahovic viele verpasste Gelegenheiten in der Anfangsphase. Danach war die Bietigheimer Spielüberlegenheit dahin, der Tabellenneunte suchte im Positionsangriff zunehmend seinen Spielrhythmus. Auf der anderen Seite zeigte sich Dormagens Rückraumreihe treffsicher, Ian Hüter, Ante Grbavac und André Meuser versenkten ihre Würfe. Nach 23 Spielminuten ging Dormagen nicht unverdient erstmals mit 11:12 in Führung.

SG BBM-Keeper Konstantin Poltrum parierte mit dem Halbzeitpfiff einen Siebenmeter von Jan Reimer, sonst wären die Hausherren noch deutlicher in Rückstand gelegen. So stand es 13:15. Einen nachhaltigen Hallo-Wach-Effekt zeitigte die Poltrum-Parade allerdings nicht. Dormagen baute seine Führung weiter bis auf 17:23 Tore aus. Den Angriffsbemühungen SG BBM fehlte allzu häufig die Gefährlichkeit, als SG BBM-Coach Iker Romero bereits seine dritte Auszeit zog.

Wieder kam der Impuls zur Aufholjagd von ganz hinten. Der ins Tor zurückgewechselte Nick Lehmann wehrte drei Würfe in Serie ab, Bietigheim schaltete endgültig in den Kampfmodus um. Beim Stand von 23:25 bot sich bereits die Chance zu Anschluss, den wenig später Alexander Pfeifer mit einem der wenigen Tempotore zum 25:26 markierte. Die Viadukthalle stand spätestens nach dem 26:26, erneut durch Pfeifer. Doch wer darauf setzte, dass Dormagen angesichts der zahlreichen Ausfälle im Vorfeld dem kräfteraubenden Spiel Tribut zollen musste, sollte sich in der Schlussphase täuschen. Während den Gastgebern in den letzten fünf Spielminuten nur noch ein Torerfolg gelingen sollte, Christian Schäfers 27:28 vom Siebenmeterpunkt, packte Dormagen mit den Toren zum 27:29-Endstand zwei verdiente Punkte in den Bus zurück nach Dormagen.

„Ein solches Ergebnis kann passieren“; spielte Iker Romero auf die erste Niederlage seiner SG BBM gegen einen Tabellenletzten im Dezember an. „Aber zwei solche Niederlagen, das hat nichts mit Zufall zu tun. Das Spiel am Mittwoch in Emsdetten ist zwar ein ganz anders, es wird jetzt aber nicht einfacher für uns.“

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus (4), Dahlhaus (1), Schäfer (9/4), de la Peña (2), M. Urban, Barthe (1), Asmuth, Weßeling (3/1), Pfeifer (4), Boschen, Fischer (2).

TSV Bayer Dormagen: Juzbasic, Simonsen; Reuland (3), Meuser (3), Leitz, I. Hüter (9), Reimer (4/1), Zurga, P. Hüter (2), Grbavac (5), Seesing (2), Steinhaus (1), Mast.

Spielverlauf: 4:0 (5.), 8:4 (16.), 10:11 (23.), 11:14 (28.), 13:15 (30.), 13:18 (35.), 17:23 (41.), 22:24 (48.), 26:26 (55.), 26:28 (57.), 27:29 (60.).
Zeitstrafen: Barthe (11.), Fischer (27.), Weßeling (32.), Dahlhaus (45.) – I. Hüter(5., 57.), P. Hüter (8., 36.), Seesing (28., 43.), Steinhaus (60.)
Siebenmeter: 5/6 – 1/2
Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild (Internationale Schiedsrichter des DHB) Zuschauer: 420 (Viadukthalle, Bietigheim)


Bevölkerungsentwicklung in Stuttgart weiter rückläufig

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Einwohnerbilanz 2021 veröffentlicht

Stuttgart.| Die Bevölkerungszahl in Stuttgart ist im Jahr 2021 zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Amts. Laut Einwohnermelderegister ging die Zahl um 4.547 zurück. Am 31. Dezember 2021 waren demnach 603.713 Personen mit Hauptwohnung in Stuttgart gemeldet. Dr. Matthias Fatke, Leiter des Statistischen Amts, sagte: „Das sind 11.000 Personen weniger als zum Höchststand Ende 2019, das macht einen Unterschied von 1,8 Prozent.“

2021 lag der Wanderungssaldo der Landeshauptstadt mit minus 5.436 im dritten Jahr in Folge im negativen Bereich (2020: – 7.146, 2019: – 1.099). Die Zahl der Zuzüge stieg jedoch im Vergleich zum Vorjahr auf 42.010 (2020: 39.977), die Zahl der Fortzüge blieb nahezu konstant bei 47.446 (2020: 47.123).

Während die Zahl der Zuzüge aus dem Umland nach Stuttgart geringfügig abnahm, stieg die Zahl der Fortzüge ins Umland. Der entstandene Wanderungsverlust ans Umland von minus 5.208 bedeutet einen neuen Rekordwert (2020: – 4.505). Seit 2014 lag der Wanderungssaldo mit den Kreisen der Region Stuttgart bereits mehrfach tiefer als minus 4.000 jährlich. Um das Jahr 2010 herum waren es nur minus 2.000 pro Jahr gewesen.

Mit den übrigen Regionen Baden-Württembergs verzeichnet die Landeshauptstadt insgesamt noch geringfügige Wanderungsgewinne. So zogen aus diesen Landesteilen im letzten Jahr per saldo plus 186 Personen nach Stuttgart (2020: + 293). Der Wanderungssaldo mit anderen Bundesländern blieb hingegen mit minus 2.040 weiterhin deutlich negativ (2020: – 2.045).

Attina Mäding, Sachgebietsleiterin im Statistischen Amt, sagte: „Während die Abwanderung ins Umland weiter zugenommen hat, ist die Zuwanderung aus dem Ausland wieder angestiegen.“ Trotz der andauernden Corona-Pandemie konnte Stuttgart im Jahr 2022 wieder Wanderungsgewinne aus dem Ausland erzielen. Der Wanderungssaldo lag bei plus 1.794, während Stuttgart im Vorjahr erstmals seit dem Jahr 2008 per saldo Bevölkerung an das Ausland verloren hatte (- 674).

Im Jahr 2021 nahm die Zahl der Stuttgarterinnen und Stuttgarter ohne deutsche Staatsangehörigkeit um plus 1.104 auf 156.821 zu. Zugleich lag der Saldo durch Staatsangehörigkeitsänderungen bei minus 2.089 ausländischen Personen. Der ausländische Bevölkerungsanteil umfasst somit weiterhin 25,6 Prozent. Im Jahr 2020 war die Anzahl der ausländischen Personen einmalig gesunken.

Zahl der Geburten und der Sterbefälle gestiegen
Wie im Vorjahr überstieg die Zahl der Geburten die der Sterbefälle um 889 (2020: + 807). Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 6.777 Kinder geboren (2020: 6.256). Jedoch stieg auch die Anzahl der Sterbefälle nochmals auf 5.888 an (2020: 5.449). Sterbefälle werden – wie auch die anderen Bevölkerungsbewegungen – erst mit einer gewissen Verzögerung gemeldet und im Register verarbeitet, so dass Personen, die in der zweiten Hälfte des Dezembers versterben, teilweise erst im Januar des Folgejahres gezählt werden.

Die Anzahl der Sterbefälle lag in den Jahren 2020 und 2021, die durch die Corona- Pandemie geprägt waren, im Mittel um zirka fünf Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die jeweilige Infektionslage in den Wintermonaten, Hitzeperioden im Sommer und die Altersstruktur der Einwohnerschaft beeinflussen die Anzahl der jährlichen Sterbefälle und führen zu schwankenden Werten.

Im Jahr 2021 konnte nur Stammheim nennenswerte Bevölkerungsgewinne (+ 104) erzielen. Mit den weiteren Ausnahmen von Feuerbach (+ 55), Birkach (+ 21) und Mühlhausen (+ 8) kam es in allen anderen Stadtbezirken zu geringen bis deutlichen Bevölkerungsverlusten. Am stärksten betroffen waren Bad Cannstatt (- 1.006), Stuttgart-Ost (- 501) und Stuttgart-West (- 496). Relativ zu ihrer Bevölkerungszahl verloren Botnang (- 2,2 %) und Degerloch (- 1,8 %) die meisten Einwohnerinnen und Einwohner.


E-Scooter: Freizeitspaß mit Risiko

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Regelgerechtes Verhalten muss sich noch etablieren

Kaum zugelassen und schon sind sie überall: Allein in Berlin standen im Juli 2019 etwa 4.800 Elektroroller, so genannte E-Scooter, zum Ausleihen zur Verfügung. Damit zieht Deutschland kräftig nach. In anderen Ländern gehören sie schon länger zum Stadtbild in den Innenstädten. Zahlreiche Neugierige laden sich die Apps herunter und schalten sich einen E-Scooter probeweise frei. Meist ohne zu wissen, auf was man dabei achten sollte. Die Folge: viele Unfälle, zum Teil mit tödlichem Ausgang. In den USA, wo die E-Scooter seit Ende 2017 auf dem Markt sind, reglementieren die Städte inzwischen die Zahl der zugelassenen Leih-Roller.

Erstes prominentes Todesopfer ist die britische Youtuberin Emily Hartridge. Die 35-Jährige hatte den E-Scooter kurz zuvor von ihrem Freund geschenkt bekommen. Unterwegs kollidierte sie in einem Kreisverkehr mit einem Lastwagen und verstarb an den Unfallfolgen. Mit einem Helm hätte sie möglicherweise überlebt. Aber auch in Deutschland kam es bereits kurz nach der Zulassung zu schweren Unfällen: In Frankfurt stürzte eine junge Frau auf der Friedensbrücke im Stadtteil Sachsenhausen vom E-Scooter und verletzte sich schwer. Sie hatte gemeinsam mit ihrem 27-jährigen Begleiter auf dem Gefährt gestanden. Ein Alkoholtest bei dem Mann ergab einen Wert von zwei Promille. In Düsseldorf fuhr eine Fahrradfahrerin auf einem Radweg, als ein 50-Jähriger auf einem E-Scooter entgegen der vorgeschriebenen Richtung auf sie zukam. Beide versuchten noch auszuweichen, stießen aber dennoch zusammen. Der Fahrer des E-Scooters wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert. Später stellte sich heraus, dass das Rollermodell gar nicht für den Straßenverkehr zugelassen war.

Auch ohne Regelverletzung ist E-Scooter-Fahren gefährlich

Nicht jede E-Scooter-Fahrt endet so schlimm wie in diesen drei Fällen. Doch viele Nutzer unterschätzen die Risiken. Im Vergleich zu Fahrrädern besitzen E-Scooter wesentlich kleinere Räder und man macht kurze, oft ruckartige Lenkbewegungen. Wer die Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde einmal ausreizt, wird das möglicherweise schon als ziemlich rasant empfinden. Man kann sich nicht sicher sein, in überraschenden Situationen schnell genug ausweichen und bremsen zu können. Deswegen sollte man sich mit den Bremsvorrichtungen und der Bremswirkung der verschiedenen Modelle erst einmal vertraut machen, bevor man auf Tempo und Strecke geht. Einmal unterwegs, kann jedes Hindernis auf der Straße eine Gefahr sein, etwa ein hoher Bordstein oder Kopfsteinpflaster. Auch wenn man sich an die Verkehrsregeln hält, kann man ohne Einwirkung von außen schnell stürzen. Dafür muss man nur kurz aus dem Gleichgewicht geraten. Neben dem Sturz an sich wird dann auch der Verkehr zur Lebensgefahr: Liegt man am Boden, kann es passieren, dass man angefahren oder überrollt wird.

Verwarngelder bei Benutzung des Gehwegs

Viele Spaziergänger fühlen sich vor allem in großen Städten massiv von den motorisierten Rollern bedrängt, doch Regelverstöße werden oft nicht geahndet. „E-Scooter zu kontrollieren ist momentan nicht die Priorität Nummer eins bei der Polizei“, erläutert Michael Mertens, Verkehrsexperte der Gewerkschaft der Polizei (GdP), „aber wenn wir die Zeit finden, tun wir das auch. Wer den Fußgängerweg benutzt, der muss mindestens mit 15 Euro Verwarngeld rechnen, je nach Behinderung und Gefährdung sogar mit 30 Euro.“ Neben der Fahrt auf dem Fußgängerweg sind die häufigsten Regelverstöße Fahrten unter Alkoholeinfluss, Fahrten zu zweit oder die Nutzung eines in Deutschland nicht zugelassenen E-Scooter-Modells. Das Auftauchen der E-Scooter verdichte den sowieso schon starken Verkehr auf den Fahrradwegen, gibt der GdP-Verkehrsexperte zu bedenken: „Hier sind die Stadtplaner gefordert. Sie müssen ausreichend Platz für alle Verkehrsteilnehmer schaffen und dafür auch Geld in die Hand nehmen.“

Ein Kopfschutz ist vernünftig

In der Anfangsphase des E-Scooter-Verleihs in Deutschland sind kaum Menschen zu sehen, die dabei einen Helm tragen. Dies ist auch keine gesetzliche Pflicht. Eine solche Pflicht würde wohl auch das Aus für das Geschäftsmodell der Verleihfirmen bedeuten, denn dann würden alle spontanen Ausleihen unmöglich werden. Michael Mertens betont, dass er niemandem den Spaß am E-Scooter-Fahren verderben will. „Aber wir werben intensiv für das Tragen eines Helms. Das sollte sich durchsetzen, ähnlich wie beim Skifahren. Ich fahre selbst seit mehr als 40 Jahren Ski und stelle fest, dass inzwischen fast alle Menschen freiwillig einen Helm tragen, weil man gesehen hat: Das kann Leben retten!“ Ob dies nun mit einem klassischen Fahrradhelm geschieht oder mit einem anderen Kopfschutz, wie etwa einer Halskrause mit integriertem Airbag, ist aus seiner Sicht zweitrangig: „Wichtig ist für uns, den Kopf geschützt zu wissen, damit die Unfallfolgen reduziert werden.“

Stolperfalle E-Scooter

Auch bei den Kommunen sieht Mertens noch Handlungsbedarf: E-Scooter werden nach Ende der Ausleihzeit oft sorglos auf Gehsteigen abgestellt. Fallen sie um, werden sie zu Stolperfallen für alle Fußgänger. Die Kommunen sind gefordert, den Verleihfirmen klare Regeln vorzugeben, wo die Scooter nach Gebrauch wieder abgestellt werden können. Mehr Engagement der betroffenen Kommunen fordert auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. In einem Brief an den deutschen Städtetag bat er die Kommunen, ihre Möglichkeiten „für eine sichere und sachgemäße Nutzung in vollem Rahmen“ auszuschöpfen.

Welche Verkehrsregeln gelten

Die Regeln für E-Scooter nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung im Überblick:

  • E-Scooter können ab einem Alter von 14 Jahren genutzt werden. Es besteht keine Führerscheinpflicht.
  • Wo es einen Radweg oder einen Radfahrstreifen gibt, müssen E-Scooter diesen benutzen. Ansonsten gehören E-Scooter auf die Fahrbahn.
  • E-Scooter müssen eine Lenk- oder Haltestange besitzen und dürfen nicht schneller als max. 20 km/h fahren.
  • Junge Menschen unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit dürfen unter Alkoholeinfluss überhaupt nicht E-Scooter fahren. Ansonsten gilt die Grenze von 0,5 Promille – wie für Autofahrer.
  • E-Scooter müssen verkehrssicherheitsrechtliche Mindestanforderungen u. a. im Bereich der Brems- und Lichtsysteme, der Fahrdynamik und elektrischen Sicherheit erfüllen.
  • E-Scooter sind versicherungspflichtig. Es gibt eine kleine Versicherungsplakette zum Aufkleben.

Telefonsex-Fallen aus Tschechien

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Alte Abzock-Masche wurde neu belebt

Das Handy vibriert. Eine Nachricht trifft ein: Jemand hat versucht, mich zu erreichen, aber offensichtlich habe ich das nicht bemerkt. In der Nachricht ist eine Telefonnummer hinterlegt. Es kann auch sein, dass das Handy nur einmal geklingelt hat und ich mich frage, wer das wohl gewesen ist. Viele Menschen reagieren in dieser Situation spontan: Sie rufen zurück, ohne eine Ahnung zu haben, wer sie da gerade erreichen wollte. Dies kann jedoch fatale Folgen haben.

Schon seit mindestens 15 Jahren versuchen betrügerische Firmen auf diese Weise, unberechtigte Forderungen für die Nutzung teurer Telefon-Hotlines einzutreiben. Denn falls man zurückruft, handelt es sich entweder um eine teure, umgeleitete Telefonverbindung ins Ausland, bei der die Betrüger die hohen Verbindungskosten kassieren, oder um die Service-Nummer eines vermeintlichen Telefondienstleisters. Durch den spontanen Rückruf hat das Unternehmen die Rufnummer registriert und stellt im Anschluss eine hohe Rechnung. Manche Firmen setzen die Menschen mit der Behauptung unter Druck, die Adressaten hätten bei einer Telefonsex-Hotline angerufen. In den Rechnungen bzw. den Mahnschreiben ist dann von einem „Service für Erwachsene“, von einer „Telefonsexdienstleistung“ oder einem „Service für besondere sexuelle Ansprüche“ die Rede. Mit Formulierungen wie „Vermeiden Sie weitere Maßnahmen“ wird den Betroffenen bewusst Angst gemacht. Viele Menschen begleichen solche erfundenen Forderungen stillschweigend. Im Jahr 2021 haben solche Betrugsversuche wieder zugenommen. Die Täter agieren dabei aktuell unter wechselnden Firmennamen aus Tschechien. Darauf weist die Europäische Verbraucherzentrale Deutschland (EVZ) hin. Betroffene werden von bis zu drei unterschiedlichen Unternehmen kontaktiert und erhalten mehrere Mahnschreiben: Vom Telefonsex-Dienstleister, vom Inkassobüro und vom Forderungsmanagement.

Polizei vermutet hohe Dunkelziffer

Gefordert werden meist 90 Euro in bar per Einschreiben an eine Postfach-Adresse in Tschechien oder als SEPA-Überweisung auf ein tschechisches Konto. Nach der Einschätzung aus Polizeikreisen sind meist ältere Männer die Zielpersonen dieser Betrugsmasche. Die Zahl der von der Kriminalpolizei bearbeiteten Fälle sei eher gering, jedoch werde die Dunkelziffer als sehr hoch eingeschätzt. Das sei typisch für solche Deliktbereiche. Die Mahnschreiben gehen mehrheitlich per Post ein, seltener per E-Mail oder SMS. Falls die Betrugsfirmen die Telefonnummern und Adressen nicht über Anrufe herausbekämen – manchmal wird auch nach der Adresse für die angebliche Zustellung eines Pakets gefragt – könne man Adressen und Handynummern auch illegal im Darknet erwerben. Offensichtlich stümperhaft formulierte Mahnschreiben kann man wahrscheinlich getrost ignorieren. Oft fehlt eine vollständige Absenderadresse des Unternehmens oder Empfängerdaten sind falsch geschrieben. Doch wer keinen ungewissen Ausgang einkalkulieren will, kann auch gezielt gegen diese Mahnschreiben vorgehen.

Schriftlich Widerspruch einlege

Auf der Website des EVZ kann man sich ein Muster-Anschreiben herunterladen, mit dem man den unberechtigten Forderungen der Betrugsfirmen widerspricht. Um einen Nachweis über den Versand dieses Schreibens zu erhalten, sollte dies per Einschreiben erfolgen. Auch die Polizei sollte informiert werden. Dort bearbeiten die für Betrug zuständigen Kommissariate diese Fälle. Betroffene können sich aber auch an ihre örtliche Verbraucherberatung werden und gemeinsam mit den dortigen Expertinnen und Experten das weitere Vorgehen besprechen. Übrigens gilt: Mit einem spontanen und unüberlegten Rückruf einer unbekannten Telefonnummer können keine Abmahn-Forderungen begründet werden. Und wenn ein Mahnschreiben eine reale Grundlage hat und jemand wirklich die Dienste einer Telefonsex-Hotline in Anspruch genommen hat, so muss er in der Regel nur die angefallenen Verbindungskosten des Mobilfunkanbieters zahlen, nicht aber hohe zusätzliche Mahnkosten. Weitere Kosten fallen nur dann an, wenn vorher ein Vertrag abgeschlossen und der Preis festgelegt wurde.


Wüstenrot kooperiert mit Creditplus

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Wüstenrot vergrößert das Partnernetzwerk im Bereich Bausparen und Baufinanzierung durch eine neue Kooperation mit der Creditplus Bank, die jetzt Wohnsparverträge für Wüstenrot vermittelt. Zusätzlich wird die Tochter der französischen Bankengruppe Crédit Agricole auch bei Wohndarlehen mit der Bausparkasse zusammenarbeiten. Im Gegenzug vermittelt der Wüstenrot-Außendienst Privatkundendarlehen von Creditplus.

Bernd Hertweck, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot Bausparkasse: „Der Baufinanzierungsmarkt ist ein Wachstumsmarkt, weil die eigene Wohnimmobilie bei den Menschen hoch im Kurs steht und die Nachfrage nach Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen, insbesondere unter energetischen Gesichtspunkten, stetig steigt. Hier wollen wir mit Creditplus zusätzlich um das Vertrauen der Kundinnen und Kunden werben. Umgekehrt eröffnen sich für Creditplus neue Vertriebschancen in ihrem Kerngeschäft. Gegenseitiger Nutzen kennzeichnet somit das Wesen unserer Partnerschaft.“ Belgin Rudack, Vorstandsvorsitzende der Creditplus Bank ergänzt: „Alles aus einer Hand – sogenannte Embedded Finance Lösungen – stehen bei den Kundinnen und Kunden hoch im Kurs: Sie haben einen Ansprechpartner, vereinfachte Prozesse und einen hohen ‚Convenience-Faktor‘. Mit Partnerschaften, wie wir sie jetzt mit der Wüstenrot eingehen, bieten wir unseren Kundinnen und Kunden also echten Mehrwert. Das erhöht die Vertriebschancen beider Partner, stellt letztendlich aber die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund“.

Mit der Vereinbarung baut Wüstenrot die Position als Kooperations-Bausparkasse aus. Schon heute arbeitet die Bausparkasse mit zahlreichen Partnern aus dem Bank- und Versicherungswesen zusammen, wie beispielsweise Commerzbank, HypoVereinsbank, Allianz, Ergo oder HUK-Coburg. Ebenso gibt es Kooperationsabkommen mit Verbänden und Gewerkschaften. Durch die Zusammenarbeit mit Creditplus erschließen sich für Wüstenrot jetzt zusätzliche Chancen bei der Neukundengewinnung und beim Folgegeschäft.


Rosensteintunnel soll am 26. März für Verkehr freigegeben werden

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Stuttgart.| Für eines der wichtigsten Straßenbauprojekte der Landeshauptstadt Stuttgart steht nun das Eröffnungsdatum fest: Nach acht Jahren Bauzeit soll der Rosensteintunnel am Samstag, 26. März, im Rahmen eines feierlichen Festaktes durch Stuttgarts

Oberbürgermeister Frank Nopper und Landesverkehrsminister Winfried Hermann für den Verkehr freigegeben werden. Diesen Eröffnungstermin hat der Technische Bürgermeister, Dirk Thürnau, am heutigen Dienstag, 15. Februar, in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt verkündet.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper: „Stuttgart wird durch den Rosensteintunnel zu einer Stadt mit besserer und flüssigerer Mobilität. Aber nicht nur das: Stuttgart wird durch den Rosensteintunnel auch mehr und mehr zu einer Stadt am Fluss und zu einer Stadt mit mehr Lebensqualität.“

Mit der offiziellen Eröffnung ist ein wesentliches Kernstück des aktuell größten Straßenbauprojekts der Landeshauptstadt fertiggestellt. Auf 1.300 Metern unterquert der neue Tunnel den Rosensteinpark und Teile des zoologisch-botanischen Gartens der Wilhelma. Die Fertigstellung des Tunnels eröffnet viele neue Chancen für dieses Quartier. So können die vorhandenen Verkehrsflächen in der Prag- und Neckartalstraße umgestaltet werden: Es entstehen neue Rad- und Fußwege, neue Grünflächen und damit eine deutlich bessere Anbindung des Neckarufers.

Die Eröffnung stellt einen wichtigen Zwischenschritt in der Umgestaltung dieses wichtigen Verkehrsknoten dar. Die Arbeiten werden im weiteren Verlauf der B 10 unterhalb des Leuze-Bades fortgesetzt. Die neu gebaute dritte Leuze-Röhre wird Mitte 2022 in Betrieb gehen. Im Anschluss werden die benachbarten Bestandstunnel instandgesetzt. Die Gesamtfertigstellung ist für Ende 2024 vorgesehen.


EQS für Ministerpräsident Kretschmann

Landesspitze Baden-Württemberg setzt auf reichweitenstarke Elektromobilität

Stuttgart.| Technologie, Design, Funktionalität und Konnektivität in einer vollelektrischen Luxuslimousine: Das zeichnet den neuen Dienstwagen von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus. Mercedes-Benz Vertriebsvorständin Britta Seeger übergab heute im Staatsministerium in Stuttgart einen EQS 580 4MATIC (Stromverbrauch NEFZ kombiniert: 19,6-17,6 kWh/100 km; CO2-Emissionen: 0 g/km) an den Regierungschef. Das Flaggschiff der Mercedes-EQ Familie verkörpert nicht nur die strategische Transformation von Mercedes-Benz, sondern ist auch ein Symbol für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg auf dem Weg in eine emissionsfreie Zukunft.

Der EQS wird im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen CO2-neutral für den Weltmarkt produziert und verfügt über Reichweiten von bis zu 784 Kilometern (nach WLTP) und eine Leistung von bis zu 385 kW. Angeschlossen an eine Schnellladestation mit Gleichstrom ist schon nach 15 Minuten Strom für bis zu weitere 300 Kilometer (WLTP) nachgeladen. Aber auch zuhause oder an öffentlichen Ladestationen kann der EQS mit Hilfe des Onboard-Laders komfortabel mit Wechselstrom aufgeladen werden. Der EQS ist seit Sommer 2021 in Europa bestellbar.

„Mein neues Dienstfahrzeug ist ein sehr gutes Beispiel für nachhaltige Mobilität, made in Baden-Württemberg‘. Als erste vollelektrische Limousine aus dem Hause Mercedes-Benz setzt es Maßstäbe bei Effizienz und Klimaschutz. Weiterhin geht auch die gesamte Landesverwaltung bei der emissionsarmen Mobilität voraus“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Deutschland muss vom Weltmeister im Ziele setzen zum Weltmeister im Umsetzen werden, wenn die Transformation der Automobilindustrie gelingen soll. Schließlich hängen an dieser Transformation hierzulande auch hunderttausende Arbeitsplätze. Mit unserem Strategiedialog Automobilwirtschaft BW holt meine Landesregierung deswegen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einen Tisch, um diesen Wandel zu begleiten. Zur Stärkung der Elektromobilität haben wir schon einiges auf den Weg gebracht. So haben beispielsweise unsere Ladeinfrastruktur-Projekte SAFE BW, INPUT oder Charge@BW Früchte getragen: Im bundesweiten Vergleich weist Baden-Württemberg inzwischen eines der dichtesten Netze an Ladepunkten vor.“

Britta Seeger, Mitglied des Vorstandes der Mercedes-Benz Group AG, verantwortlich für Vertrieb: „Die Marke Mercedes-Benz ist seit jeher eng mit Baden-Württemberg verbunden. Für uns ist es eine große Ehre und Freude, Ministerpräsident Winfried Kretschmann erneut das Dienstfahrzeug zur Verfügung zu stellen. Der EQS steht für unseren Anspruch auf dem Weg in eine emissionsfreie und softwaregetriebene Zukunft. Er setzt Maßstäbe bei der Reichweite und ist der Beginn einer neuen Ära – bis zum Ende des Jahrzehnts wird Mercedes-Benz bereit sein, vollelektrisch zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik entscheidend – insbesondere im Hinblick auf den schnellen Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur und die Verfügbarkeit von grünem Strom.“


Breitbandoffensive der Landeshauptstadt schreitet voran

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Zahlreiche Bezirke sind bereits angeschlossen

Stuttgart.| Die Digitalisierung eröffnet den Menschen und Unternehmen neue Chancen und verändert das tägliche Leben und Wirtschaften stetig. Im laufenden Jahr 2022 findet der Breitbandausbau in den Bezirken Sillenbuch (Stadtteile Sillenbuch und Riedenberg), Stuttgart-Mitte (Heusteigviertel und Teile von Lehen und Dobel), Möhringen (Stadtteil Fasanenhof), Untertürkheim und Obertürkheim (im Kernbereich inklusive Benz- und Lindenschulviertel) statt.

In 98% der Haushalte Stuttgarts können derzeit 50 Mbit/s empfangen werden, und 96% der Haushalte empfangen 100 Mbit/s. 1000 Mbit/s können von 72% der Haushalte empfangen werden, was am stetigen Glasfaserausbau und an der hohen Abdeckung des fernsehgebundenen Coaxial-Netzes liegt.

OB Nopper betonte: „Flächendeckende Breitbandversorgung ist Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung digitaler Möglichkeiten in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Dies umfasst den elementaren Standortfaktor im globalen Wettbewerb für die Wirtschaft, wie auch beispielsweise vermehrte Nutzung mobilen Arbeitens oder Möglichkeiten digitalen Lernens in der Gesellschaft. Gerade in der Corona- Pandemie hat sich das gezeigt.“

Ines Aufrecht, Leiterin der Abteilung Koordination Stuttgart 21/Rosenstein und Zukunftsprojekte sagte dazu: „Die Landeshauptstadt hat größtes Interesse daran, den Glasfaserausbau, also die Technologie mit den höchst möglichen Bandbreiten, zu beschleunigen. Dieses Engagement ist elementar, um national und international in der ersten Liga spielen zu können.“

Vor diesem Hintergrund ist die Landeshauptstadt Teil eines Projektes der Gigabit Region Stuttgart GmbH geworden. Die Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS) ist eine gemeinsame Gesellschaft der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der fünf Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr. Sie steuert gemeinsam mit den Zweckverbänden der Landkreise sowie der Landeshauptstadt den Breitbandausbau in der Region Stuttgart und koordiniert ein überregional beachtetes Kooperationsprojekt mit der Deutschen Telekom.

Der Kooperationsvertrag zwischen der GRS und der Deutschen Telekom wurde nach einem Markterkundungsverfahren im Mai 2019 unterzeichnet. Damit setzt die Region Stuttgart ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt für Wirtschaft und Gesellschaft um. Bis 2025 sollen alle Unternehmen in Gewerbegebieten und die Hälfte der Haushalte einen Zugang zu Höchstgeschwindigkeitsinternet auf Glasfaserbasis bekommen. Bis 2030 sollen 90% aller Haushalte Zugriff auf das schnelle (Glasfaser- )Internet haben.

Für die Wirtschaft sind Gigabitnetze ein wichtiger Standortfaktor im globalen Wettbewerb. Sie sind Voraussetzung für neue Formen der Produktion, intelligente Mobilität, Innovationen im Gesundheitswesen, digitale Bildung oder vernetztes Arbeiten. Die Gesellschaft profitiert von vermehrter Nutzung mobilen Arbeitens beispielsweise Home-Office und dem digitalen Lernen in der Schule sowie auf Distanz. Schon heute lasten Dienste wie Telemedizin, intelligente Verkehrssteuerung, Sensortechnik und Industrieanwendungen in Echtzeit sowie die parallele Nutzung von Home-Office, Home-Schooling die verfügbaren Netzkapazitäten stark aus. Die Netzinfrastruktur muss den wachsenden Anforderungen und der steigenden Dynamik gerecht werden.

Die Bilanz der zurückliegenden Jahre und die Prognose für das Jahr 2022 ist positiv: Der Glasfaserausbau kommt in der Stadt Stuttgart und den Landkreisen wie geplant voran. Durch die Kooperation von Telekom und GRS wurde seit 2019 allein in der Landeshauptstadt 54.700 Haushalten und Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, Glasfaseranschlüsse nutzen.

Bisherige Ausbaumaßnahmen im Privatkundengebiet

  • 2019 in Bad Cannstatt in den Stadtteilen: Kurpark, Seelberg, Winterhalde sowie Teile der Schmidener Vorstadt und Cannstatt Mitte.
  • 2020 in Stuttgart-West in den Teilen der Stadtteile Rosenberg, Kräherwald, Rotebühl, Vogelsang und Hasenberg.
  • 2021 in Neugereut-Hofen im Stadtteil Neugereut sowie in Teilen von Hofen, außerdem in Möhringen in den Stadtteilen Möhringen-Mitte, Möhringen-Süd und Möhringen-Nord sowie in Teilen von Möhringen-Ost. Zudem in Stuttgart- Süd in den Teilen der Stadtteile Karlshöhe, Heslach, Weinsteige und Lehen.

Die Bürgerinnen und Bürger können den Ausbaustatus der Telekom ihres Wohngebietes unter folgendem Link abfragen: https://www.telekom.de/netz/glasfaser/ftth

In der Kooperation wurde in neun Stuttgarter Gewerbegebieten Glasfaser verlegt. Dies sind: Synergiepark Vaihingen, Degerloch-Tränke, WeilimPark, Bad Cannstatt Pragstraße, Wangen im Bereich Kesselstraße, Gaisburg, Fasanenhof-Ost, am Westbahnhof und Stammheim-Süd. Selbstverständlich sind auch die Wettbewerber der Telekom im Ausbau der Glasfaserinfrastruktur sehr aktiv.

Geförderter Glasfaserausbau

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat zwei Förderverfahren angestoßen, um den Ausbau von schnellem Internet in Stuttgart neben dem Projekt der Gigabit Region Stuttgart noch weiter zu beschleunigen. Sie setzt damit ihr intensives Engagement in der Optimierung und dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur fort. Damit will sie unterversorgte Gebiete sowie private Schulen und Krankenhäuser mit Hilfe von Fördermitteln mit Glasfaser erschließen. Dem Ausbau hat der Gemeinderat im Oktober 2021 zugestimmt, in den Haushaltsberatungen im Dezember 2021 wurden die Mittel hierfür endgültig beschlossen.

Die „Unterversorgung“ von Gebieten (sogenannte weißen Flecken) sowie von privaten Schulen und Krankenhäusern wurde mit Hilfe eines „Markterkundungsverfahrens“ identifiziert. Insgesamt betrifft dies in Stuttgart rund 1100 unterversorgte Gebäude der Bürgerschaft. Im Förderverfahren der Schulen und Krankenhäuser wurden 48 Gebäude mit 64 Schulen als förderfähig identifiziert.

Die Grobkostenschätzung ergab Kosten für die Erschließung der Schulen und Krankenhäuser von rund 1,82 Mio. Euro netto. Für die unterversorgten Gebiete betragen die Kosten rund 12,57 Mio. Euro netto. Der Zuschuss des Bundes und des Landes beträgt rund 90%. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei rund 10%. Die Gelder, die bereitgestellt werden, würden die Wirtschaftlichkeitslücke bei denjenigen privaten Netzanbietern schließen, die einen Zuschlag nach einer Ausschreibung erhalten. Die Ausschreibung kann von jedem Netzbetreiber gewonnen werden, der sein Netz nach den Richtlinien des Fördermittelgebers auch Dritten anbieten muss.

Derzeit werden die Ausschreibungen für die Fördergebiete vorbereitet, auf die sich die Telekommunikationsunternehmen wettbewerbsoffen bewerben können. Das Telekommunikationsunternehmen, welches den Zuschlag für ein Ausbaucluster erhält, muss dieses dann ausbauen. Die Landeshauptstadt strebt an, dass sämtliche geförderten Ausbaumaßnahmen bis 2024 abgeschlossen werden können.

Derzeit zählen drei verschiedene Anschlussmöglichkeiten zu den schnellsten und am meisten verbreiteten Breitbandtechnologien in Deutschland. Dies ist zum einen das bestehende Kupfernetz, welches ein elektrisches Signal nutzt und durch das Aufrüsten mit Vectoring Technologie Bandbreiten bis zu 250 Mbit/s ermöglicht. Der Nachteil an dieser Technologie ist, dass die Reichweite begrenzt ist und damit auch die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Zum zweiten kann über das meist fernsehgebundene Coaxial-Netz eine Anschlussgeschwindigkeit bis zu 1 Gigabit/s empfangen werden. Und drittens: Als schnellstes Breitbandmedium zählt derzeit das reine Glasfasernetz, da hier die höchsten Bandbreiten erzielt werden können. Die Daten werden mittels Lichtsignalen transportiert. Am schnellsten ist die Verbindung, wenn auch ein Gebäude einen glasfaserbasierten Glasfaseranschluss besitzt. Hier spricht man von FTTH (Fibre to the building).

In Stuttgart kommen alle drei Technologien zum Einsatz. Daher ist die durchschnittliche Bandbreite in der Landeshauptstadt auch sehr hoch. Aktuelle Zahlen des Breitbandatlasses (Stand 11.12.2021) bestätigen die hohen verfügbaren Bandbreiten in Stuttgart.


Kunstmuseum Stuttgart ist Museum des Jahres

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  • OB Nopper: Direktorin Groos macht „herausragend guten Job für unsere Stadt“
  • Erster Bürgermeister Mayer: „Stuttgart ist und bleibt kulturell bundesweit an der Spitze!“

Stuttgart.| Das Kunstmuseum Stuttgart ist als Museum des Jahres 2021 ausgezeichnet worden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverband AICA (Association Internationale des Critiques d’Art) würdigte den „besonders weit gespannten Blick“ des Kunstmuseums auf die Kunstwelt.

OB Dr. Nopper äußerte sich am Montag, 14. Februar, begeistert: „Ich freue mich sehr für unser Kunstmuseum Stuttgart! Seit mehr als zehn Jahren macht Ulrike Groos als Direktorin einen herausragend guten Job für unsere Stadt.“ Sie habe das Kunstmuseum mit einem starken Ausstellungsprogramm weiter profiliert und es als städtisches Museum in die Riege der Häuser gebracht, die international beachtet werden. Nopper weiter: „Es war eine richtige Entscheidung meines Vorvorgängers Wolfgang Schuster, das Gebäude in so zentraler Lage am Schlossplatz zu errichten, mitten im Herzen unserer Stadt. Auch die Lage eines Museums ist mitentscheidend für seinen Erfolg.“

Der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Das Kunstmuseum Stuttgart ist ein Museum für die ganze Stadt. Nicht nur, weil das Gebäude mit Bar und Restaurant für alle offen ist. Mich freut besonders, dass das Museum mit seinen Ausstellungen ein breites Publikum anspricht – nicht nur ein reines Kunstpublikum. Ulrike Groos hat den „Kosmos Steiner“ untersucht, das Verhältnis von Bildender Kunst und Jazz, auch ein Phänomen wie die Ekstase. Und bei alledem hat sie ein sehr gutes Gespür dafür, was ein Publikum interessiert.“ Mayer unterstrich: „Ich erinnere mich noch an die Ausstellung zu Ragnar Kjartansson, die geradezu Kultcharakter hatte. Da saßen junge Leute dicht an dicht auf dem Fußboden, um die Video-Installationen anzuschauen. Sowas muss ein Museum erstmal schaffen. Kurzum: Stuttgart ist und bleibt kulturell bundesweit an der Spitze!“

In der Begründung des Verbands heißt es weiter, dass sowohl die unmittelbare Gegenwartskunst als auch die Klassische Moderne mit Werken von Otto Dix oder Willi Baumeister zu ihrem Recht kämen. Das globale Kunstgeschehen habe in dem Haus am Stuttgarter Schlossplatz ebenso eine Bühne wie das künstlerische Schaffen.