Klimaneutrale Wärmeversorgung für Feuerbacher Quartier 

0
  • Landeshauptstadt und Stadtwerke-Tochter EDS ziehen an einem Strang
  • Energiekonzept für 170 neue Wohneinheiten
  • Kommune fördert finanziell

Stuttgart.| Fit für die Klimawende: Das geplante neue Quartier am Wiener Platz im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach wird komplett CO2-neutral mit Wärme versorgt werden. Die Voraussetzungen dafür schaffen die EDS, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Stuttgart, und die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam. „Die Zusammenarbeit mit den städtischen Stellen funktioniert auch bei diesem komplexen Projekt sehr gut. Alle ziehen an einem Strang, um die große Herausforderung der Energiewende vor Ort auch im Gebäudebereich voranzubringen“, unterstreicht Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Drausnigg.

Das Energiekonzept wurde gemeinsam von Stadt und Stadtwerken entwickelt. Zudem leistet die Kommune einen wichtigen Beitrag für die Finanzierung des Nahwärme-Projektes. Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Amts für Umweltschutz sagt: „Wir fördern die technischen Einrichtungen für die künftige Wärmebereitstellung mit einem Zuschuss“. Die Förderung ist Teil von vielen Förderprogrammen der Landeshauptstadt Stuttgart, die nicht nur Unternehmen, sondern allen Stuttgarterinnen und Stuttgartern zur Verfügung stehen. Stadtwerke und EDS investieren zusammen insgesamt rund 2 Millionen Euro in dem Areal.

Am Wiener Platz in Feuerbach werden in den nächsten drei Jahren rund 170 Wohnungen entstehen, das Quartier gilt als städtebaulicher Meilenstein. Parallel zum Bau der Gebäude finden die Arbeiten an der Infrastruktur statt. Dazu gehört auch ein Nahwärmenetz, das voraussichtlich noch dieses Jahr in den Untergrund des Areals verlegt wird. „Versorgungsrohre bringen dann die Wärme in die Häuser. Um die Wärmeerzeugung kümmern wir uns in einer Heizzentrale – und zwar komplett klimaneutral“, informiert EDS-Geschäftsführer Jean-Claude Schmiedle. Dahinter steht ein komplexes Konzept für die Nutzung von Umweltwärme und regenerativen Energien, die direkt auf dem Feuerbacher Areal verfügbar sind

Vierklang der Wärmeversorgung

Für das CO2-neutrale Wärmekonzept verzahnt das EDS-Planungsteam unterschiedliche technische Ansätze. „Wir bringen einen passenden Wärmetauscher in den Abwasserkanal der Kremser Straße am Rande des Quartiers ein. Dort herrschen auch im Winter konstante Temperaturen um die zehn Grad Celsius – dieses Potenzial nutzen wir an Ort und Stelle“, veranschaulicht Projektingenieurin Laura Goll.

Die Abwasserwärme gelangt über eine Trägerflüssigkeit in die Heizzentrale, die auf dem Areal im Laufe des nächsten Jahres eingerichtet wird. Die Abwasserwärme wird von einer Wärmepumpe und einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) in der Heizzentrale auf ein bestimmtes Temperaturniveau gebracht. Für besonders kalte Wintertage steht ein Brennwertkessel zur Verfügung, der anderen Anlagen noch unterstützen kann.

Bei KWK-Anlage und Brennwertkessel wird klimaneutrales Gas in Form von Biomethan eingesetzt. „Dieses wird in der KWK-Anlage in Wärme- und Strom umgewandelt. Und damit haben wir gleich zwei Verwendungen“, erläutert Laura Goll. Der aus der KWK-Anlage gewonnene Strom betreibt dann die Wärmpumpe und die technischen Anlagen des Systems. Die zusätzlich von der KWK-Anlage erzeugte Wärme hebt die Abwasserwärme weiter an. Die Wärme gelangt daraufhin über spezielle Versorgungsleitungen in die Gebäude und kann dort zum Heizen und für Warmwasser verwendet werden.

„Wir stellen uns der Herausforderung, dies komplett CO2-neutral zu organisieren. Energiewende und Klimaschutz funktionieren nur, wenn wir alle Register der technischen Möglichkeiten nutzen und durch Ingenieurleistungen sinnvoll miteinander verzahnen“, unterstreicht EDS-Geschäftsführer Jean-Claude Schmiedle. Die Aufgaben im Gebäudebereich sind dabei enorm, denn rund 40 Prozent der klimarelevanten Emissionen in Deutschland entstehen dort.

Dr. Jürgen Görres, Leiter der Energieabteilung im Amt für Umweltschutz, freut sich über das wichtige Vorhaben: „Neue Quartiersprojekte sind wichtige Meilensteine für eine klimaneutrale Zukunft und die Erfahrungen aus ihnen liefern wichtige Erkenntnisse für die Wärmewende im Gebäudebestand. Hier arbeiten die Landeshauptstadt und die Stadtwerke in engem Schulterschluss“, so Görres.

Mitgedacht: Solarstromversorgung und Ladeinfrastruktur

Bauherren im Quartier am Wiener Platz können durch die Vorleistung der Stadtwerke-Tochter EDS auf eine Infrastruktur zur CO2-neutralen Wärmeversorgung zugreifen. Auch den Betrieb wird das kommunale Unternehmen leisten. Das schließt den Komplettservice mit Wartung, Brennstoffbeschaffung, technischer Weiterentwicklung sowie die Verbrauchsabrechnung mit ein. Und die Unterstützung in Sachen klimafreundlicher Energie reicht noch weiter: Denn für die Bauherren und späteren Wohnungseigentümer können die Stadtwerke Stuttgart auch die notwendige Ladeinfrastruktur in den Tiefgaragen und die solare Ökostromversorgung vom eigenen Dach stellen, und damit gemeinsam weitere Schritte zum Schutz des Klimas gehen.


Hilfe für Schutzsuchende: Stuttgart nutzt verstärkt Hallen

0
„Zustrom in nie gekanntem Ausmaß“

Stuttgart.| Die Stadt Stuttgart nutzt nun verstärkt Hallen für die Erstaufnahme der ukrainischen Schutzsuchenden. So wird schrittweise die Nutzung einer Nebenhalle der Porsche-Arena ermöglicht und die Nutzung der Messe Stuttgart weiter ernsthaft geprüft. Derzeit beherbergt die Stadt rund 1.000 Menschen aus der Ukraine.

Nach der Sitzung des Koordinierungsstabs Ukraine sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper: „Immer mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen in Stuttgart an. Die Hilfsbereitschaft der Blaulicht-Organisationen und der Bevölkerung ist großartig.

Gegenwärtig haben wir Unterbringung und Versorgung gut im Griff. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kriegsflüchtlinge im Land vernünftig verteilt werden und nicht nur in Stuttgart und anderen Großstädten untergebracht werden.“

Die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann betonte: „Wir erleben einen Zustrom in einem nie gekannten Ausmaß. Unser Herz ist offen. Wir versuchen, alles möglich zu machen. Da immer mehr Menschen nach Stuttgart kommen, passen wir unsere Planungen tagtäglich an und belegen jetzt zusätzlich Hallen. Wir brauchen schnell eine gleichmäßige Verteilung auf alle Stadt- und Landkreise.“

Als Notfalllösung wurde die Turn- und Versammlungshalle in Stuttgart-Münster belegt mit dem Ziel, sie zeitnah wieder zu räumen. Die Verwaltung kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht versprechen, dass Turnhallen in der Stadt dauerhaft von einer Belegung ausgenommen bleiben. Der Leiter der Branddirektion, Dr. Georg Belge, sagte: „Mit rund 40 ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehr haben wir die Halle in Münster gestern zur Erstaufnahme umgebaut. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Hilfsangebote wir aus der Bevölkerung erhalten haben.“

Die Stadt bereitet eine Erstaufnahmestruktur vor, um schnell die weiteren Schritte in die Wege leiten zu können.


Kelch für Nordeingang des Hauptbahnhofs betoniert

0
  • Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper: „Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst“
  • 20. von 28 der einzigartigen Kelchstützen steht, nächste Betonage in diesem Frühjahr geplant
  • Bahnsteig des künftigen Durchgangsbahnhofs überspannt darunter liegenden S-Bahn-Tunnel

Stuttgart, 13. März 2022.| Besonderes Etappenziel beim besonderen Bahnprojekt Stuttgart 21: Die Deutsche Bahn hat am Samstag, 12. März 2022, erfolgreich eine weitere der insgesamt 28 einzigartigen Kelchstützen für den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof betoniert. Das 20. der vom Büro ingenhoven associates entworfenen Betonkunstwerke, der sogenannte Sonderkelch, nimmt dabei gegenüber den übrigen Kelchstützen eine herausgehobene Stellung ein: Er bildet einen der Zu- und Ausgänge des künftigen Hauptbahnhofs, deshalb führen ein Aufzug und eine Rolltreppe durch ihn hindurch. Zudem setzt er auf einem Bahnsteig auf, der an dieser Stelle den darunter liegenden S-Bahn-Tunnel überbrückt. All diese Herausforderungen an der Oberfläche und im Untergrund gelöst zu haben, gilt als ingenieurtechnische Meisterleistung.

Der Sonderkelch und die danebenliegenden neuen Bahnsteige ruhen auf einer eigens gebauten unterirdischen Spannbetonbrücke. Der Bau der unterirdischen Spannbetonbrücke war notwendig, weil die Stammstrecke der Stuttgarter S-Bahn keinerlei Belastung aus dem Sonderkelch und den neuen Bahnsteigen erfahren darf: Sonderkelch, Bahnsteige und Brücke mit einer Spannweite von rund 30 Metern dürfen den rund 40 Jahre alten S-Bahn-Tunnel also nicht berühren. Die Bauarbeiten selbst in diesem Bereich durften wiederum den Betrieb der S-Bahn nicht beeinträchtigen. Die S-Bahn mit sieben Linien gilt als das verkehrliche Rückgrat der Region Stuttgart.

„Der Guss des Sonderkelchs ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und gehört zu den größten technischen Herausforderungen der neuen Bahnhofshalle. Der Sonderkelch ist ein Symbol dafür, dass wir bautechnisch über den Berg sind. Alle Projektpartner blicken jetzt mit Zuversicht auf die Schlussgerade des Bauprojekts und sind in froher Erwartung auf die großen verkehrlichen und städtebaulichen Chancen von Stuttgart 21“, sagt Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart.

„Die Betonage des Sonderkelchs symbolisiert in besonderer Weise, wie Stuttgart 21 auch die S-Bahn in der Region entlastet. Wir bringen dank des Pilotprojekts Digitaler Knoten Stuttgart künftig mindestens 20 Prozent mehr Kapazität auf die Schiene und können mit der S-Bahn entsprechend dichtere Takte fahren; und wir schaffen unterhalb des Sonderkelchs eine superkurze fußläufige Verbindung für Reisende zwischen Fern- und Regionalverkehr im künftigen Hauptbahnhof und der S-Bahn“, sagt Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart.

„Mit dem Sonderkelch standen wir beim an Herausforderungen reichen Projekt Stuttgart 21 vor einer besonders kniffligen Aufgabe. Wir Ingenieure haben vor den Rechnern manchmal ganz schön geschwitzt. Aber es ist uns nach vielen Sonderschichten gelungen, den Kelch sicher dort zu platzieren, wo er hinsollte“, sagt Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

„Das neue Herz der Stadt Stuttgart wird in wenigen Jahren der künftige Bahnhof mit den umgebenden Plätzen sein. Stadtteile, die über 100 Jahre getrennt waren, werden jetzt miteinander verbunden. Die Kelchstützen erlauben, einen dynamischen Raum mit einer einmalig schönen Dachform zu bauen. Die Ingenieurtechnik, die hier zum Einsatz kommt, ist im weltweiten Vergleich auf allerhöchstem Niveau“, sagt Bahnhofsarchitekt Christoph Ingenhoven, Chairman ingenhoven associates.

„Die Planung des neuen Hauptbahnhofs führte uns als verantwortliche Ingenieure in völlig neues Gebiet. Insbesondere die Kelchstützen sind ein absolutes Novum. Noch vor wenigen Jahren glaubten die wenigsten, dass eine so komplexe Geometrie mit so hoher Präzision und Qualität ausgeführt werden kann. Die Betonage des Sonderkelchs zeigt eindrücklich, was Tragwerksplanung auf Spitzenniveau möglich macht“, sagt Professor Werner Sobek, Tragwerksplaner für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof.

„Dass wir auch diese technische Herausforderung gemeistert und mit der 20. Kelchstütze die Grenzen des Baubaren erneut ein Stück weiter verschoben haben, darauf ist unser Züblin-Team zu Recht sehr stolz. Technische Expertise bei allen Beteiligten, vereinte Kräfte und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die voll und ganz das gemeinsame Ziel fokussiert, machen dies möglich“, sagt Stephan Keinath, Vorstandsmitglied bei der Generalunternehmerin, der Ed. Züblin AG.

70 Betonmischer-Ladungen mit Spezialbeton

Die Betonage startete am Samstag bereits um 6 Uhr. Für die 20. Kelchstütze werden insgesamt rund 70 Betonmischer-Ladungen mit circa 550 Kubikmeter Spezialbeton benötigt. Die Arbeiten an der 21. Kelchstütze laufen bereits, dort ist die Betonage noch in diesem Frühjahr geplant.

Einzigartige Dachkonstruktion

Die beeindruckende Betonschalenkonstruktion mit ihren charakteristischen Lichtaugen wurde in dieser Form noch nie gebaut. Für Ingenieure und Arbeiter stellt deren Bau eine große technische Herausforderung dar. In einem Kelch befinden sich 350 Tonnen Bewehrungsstahl, die sich auf 22.000 einzeln vermessene Stahlstreben verteilen. Der jeweils vorab hergestellte, sechs Meter hohe Kelchfuß besteht aus bis zu 85 Kubikmeter Beton, der darauf befindliche, noch einmal bis zu sechs Meter hohe obere Abschnitt ist in 700 Kubikmeter Beton gegossen. Der Durchmesser beträgt im oberen Bereich rund 32 Meter, der Durchmesser der Öffnung für das Lichtauge 16 Meter. Aufgrund seiner etwas anderen Geometrie befinden sich im Sonderkelch etwa 250 Tonnen Bewehrungsstahl, bestehend aus rund 15.000 einzeln vermessenen Stahlstreben.

Der Bau des künftigen Bahnhofs nahm im Jahr 1997 im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs seinen Anfang. Das 32-köpfige Preisgericht wählte damals aus 126 eingereichten Vorschlägen einstimmig den Entwurf des Büros Ingenhoven aus.


Wasserball-Bundesliga: Punkte aus Potsdam

0

Ludwigsburg.| Die SVL-Wasserballer haben das Bundesligaspiel am Samstagabend in Potsdam souverän mit 9:12 gewonnen. Nun gilt die Konzentration dem Derby gegen den SSV Esslingen am Mittwoch im Inselbad in Stuttgart.

Potsdam legt in der zweiten Minute vor, schnell steht es in der „Blu“ Schwimmhalle in der brandenburgischen Hauptstadt 1:0 für die Heimmannschaft. Doch gleich im Gegenzug erzielt Mateja Bosic für den SV Ludwigsburg den Ausgleich zum 1:1. Dann wieder Bosic: Ludwigsburg geht in Führung, 1:2.

In der sechsten Minnten macht Mattia Ruggeri das 1:3 für den SVL. Die Mannschaft aus Schwaben ist in Schwung, die Männer haben die lange Anreise offenbar gut weggesteckt. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels der Anschlusstreffer für Potsdam zum 2:3. Näher wird das Team über die gesamte Partie hinweg nicht mehr an den SVL rankommen.

Das zweite Viertel beginnt für den SVL gut, mit dem 2:4 durch Aleksa Manic und wenig später mit dem 2:5 durch den Routinier Marko Martinic. Dann aber kommt Potsdam wieder Auftrieb, in der dritten Minute des Viertels fällt das 3:5 und das 4:5. Erneut Martinic erhöht für Ludwigsburg auf 4:6 und Nino Blazevic auf 4:7. Der SVL stellt die Drei-Tore-Führung damit wieder her. Nach einer Auszeit für Potsdam tut sich nichts mehr. Halbzeit.

Im dritten Viertel macht der SVL weiter mit seinem Powerplay vor dem Potsdamer Tor. Timo van der Bosch erzielt das 4:8 und das 4:9 – eine recht komfortable Führung für den SVL. Ist das Spiel bereits gelaufen? Das befürchtetet offenbar der Potsdamer Trainer – er nimmt nochmal eine Auszeit und sein Team erzielt in der Folge das 5:9. Jedoch heißt es umgehend 5:10 für Ludwigsburg, wieder hat der Nationalspieler van der Bosch getroffen. Mit einem weiteren Anschlusstreffer für Potsdam zum 6:10 geht das dritte Viertel zu Ende.

Die letzten acht Minuten beginnen mit dem 7:10 für die Heimmannschaft. Martinic korrigiert direkt mit dem 7:11. Nun sollte für den SVL nichts mehr anbrennen, dieses Spiel sollte gewonnen sein. Aber abwarten. Noch sind sechs Minuten auf der Uhr. Nach einer Auszeit für Ludwigsburg macht Eric Fernandez Rivas das 7:12. Kurz vor Schluss das 8:12 für Potsdam und wenig später auch noch das 9:12. Es ist aber nur noch eine Minute ist zu spielen, Ludwigsburg wird gewinnen. Der Schlusspfiff. Die Schwarz-Gelben nehmen die zwei fest eingeplanten Punkte mit nach Hause.

Der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle spricht unmittelbar nach der Partie von einem „soliden Spiel, der Sieg war wichtig war für die Moral – nach den zwei Niederlagen gegen Duisburg und Waspo Hannover und vor dem Derby am Mittwoch gegen Esslingen“. In der ersten Hälfte hätten die jungen Spieler die Toren gemacht, in der zweiten die Routiniers. Der Kapitän und Torwart Ivan Pisk sagt, „wir haben richtig gut ins Spiel gefunden und haben das ganze Spiel kontrolliert“. Besonders gut gefallen hätten ihm Mattia Ruggeri und Mateja Bosic.

Josip Katuša, der im letzten Viertel im Tor war, habe „ein paar schönen Paraden gezeigt“. Timo van der Bosch sagt: „teilweise gut gespielt, teilweise schlecht, aber gewonnen ist gewonnen“. Auswärtsspiele in Potsdam seien „immer schwierig“. Auch Marko Martinic sagte, Mateja Bosic habe ihm besonders gut gefallen. Der SVL sei in Potsdam seiner Favoritenrolle gerecht geworden – und das mit einem dezimierten Team. Tobi Bauer hatten sich kurz vor der Abreise krankgemeldet.

Auch der SVL-Teammager Adrijan Jakovcev ist zufrieden. Das Abwehrspiel, erklärt er nach dem Abpfiff, sei wieder stabiler gewesen. Der Center Timo sei gut ins Spiel gebracht worden, „so macht man das“. Seine Zwischenbilanz der laufenden Saison: „Alle Spiele außer die gegen die Top drei gewonnen, das ist ein großer Fortschritt, jetzt müssen wir weiter machen und dürfen nicht nachlassen.“ Am besten gleich an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr im Inselbad Stuttgart gegen den Lokalrivalen SSV Esslingen.


Erleichterung für Schutzsuchende aus der Ukraine

0
  • Stadt verbessert Orientierung am Hauptbahnhof
  • Koordinierungsstab berät über weitere Schritte

Stuttgart.| Schutzsuchende Menschen aus der Ukraine haben es nun leichter, am Stuttgarter Hauptbahnhof die erste Anlaufstelle zu finden. Blaugelbe Pfeile auf dem Boden und Banner weisen ihnen seit Freitagabend den Weg.

Die Hauptanlaufstellen befinden sich vor der Wartehalle der Deutschen Bahn nahe dem Gleis 1. Dort finden die Geflüchteten Verpflegung und Ruhemöglichkeiten sowie Unterstützung bei den nächsten Schritten, zum Beispiel eine Unterkunft zu finden oder Antworten zum Aufenthaltsrecht zu erhalten.

Die Aktion ist ein Angebot des Netzwerks „ukraine engagiert“, eines Hilfeverbunds aus Verwaltung und Zivilgesellschaft, unterstützt vom Sozialamt, der Gruppe „Wolja Stuttgart“, der Bürgerstiftung Stuttgart, der Bahnhofsmission und der Deutschen Bahn.

Da sich in den vergangenen Stunden mehrere Hundert Menschen aus der Ukraine in Stuttgart eingefunden haben, berät am Mittag der Koordinierungsstab die weiteren Schritte zur Unterbringung und Registrierung der Schutzsuchenden.

Alle Informationen für Menschen aus der Ukraine sowie Helferinnen und Helfer stehen bereit unter: www.stuttgart.de/ukrainehilfe


Mercedes-Benz etabliert nachhaltiges Batterierecycling

0
Eigene Recyclingfabrik startet 2023
  • Mercedes-Benz rollt weltweite Strategie für das Recycling von automobilen Batteriesystemen aus
  • Hydrometallurgie: Innovative Technologie steigert die Recyclingquote auf mehr als 96 Prozent
  • Eigene CO2-neutrale Recyclingfabrik im süddeutschen Kuppenheim: Gemeinsam mit Technologiepartner Primobius und renommierten Forschungsinstituten soll das Pilotprojekt in 2023 starten
  • Kooperationen mit Hightech-Partnern in China und den USA stellen künftig die weltweite Schließung des Wertstoffkreislaufs bei Batterien sicher

Stuttgart.| Die Mercedes-Benz AG hat das Prinzip der Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in ihrer Unternehmensstrategie verankert. Neben einer CO2-neutralen Produktion und der Umstellung auf ein vollelektrisches Fahrzeugportfolio ist dabei auch ein geschlossener Wertstoffkreislauf zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs entscheidend. Neben dem zirkulären Design und der Werterhaltung liegt der Fokus von Mercedes-Benz ebenso auf dem Recycling. Mit Blick auf die zukünftig rücklaufenden Lithium-Ionen Batteriesysteme aus Mercedes-EQ Fahrzeugen erweitert das Unternehmen daher nun seine globale Batterierecyclingstrategie. Mercedes-Benz beginnt mit dem Aufbau einer eigenen Batterierecyclingfabrik auf Basis der Hydrometallurgie in Deutschland. Analog dieser Technologie plant das Unternehmen mit Hightech-Partnern für das Batterierecycling in China und den USA einen geschlossenen Wertstoffkreislauf darzustellen.

Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Produktion und Supply Chain Management: „Mercedes-Benz verfolgt mit Blick auf die Ressourcenschonung ein klares Ziel: Maximale Kreislaufwirtschaft bei allen verwendeten Rohstoffen. Das nachhaltige Batterierecycling ist dabei ein wesentlicher Faktor – und zwar weltweit. Mit unserer neuen Recyclingfabrik am Standort Kuppenheim steigern wir die Recyclingquote auf mehr als 96 Prozent und bauen unsere eigenen Kompetenzen im Bereich der Batteriewertschöpfung konsequent aus. Durch gezielte Kooperationen mit Hightech-Partnern in China und den USA globalisieren wir unsere Batterierecyclingstrategie und gehen einen entscheidenden Schritt zur Schließung des Wertstoffkreislaufs bei der Elektromobilität.“

Mercedes-Benz Recyclingfabrik im süddeutschen Kuppenheim

Ein wichtiger Meilenstein der globalen Mercedes-Benz Batterierecyclingstrategie ist der Aufbau einer eigenen Pilotfabrik zum Recycling von Lithium-Ionen-Batteriesystemen. Dazu hat Mercedes-Benz die LICULAR GmbH, als hundertprozentiges Tochterunternehmen, gegründet. Für die Konzeptionierung sowie den Aufbau der Anlagen plant die LICULAR GmbH mit dem Technologiepartner Primobius zu kooperieren, der als Joint Venture des deutschen Maschinenbauunternehmens SMS group sowie des australischen Projekt-Entwicklers Neometals das notwendige technologische Know-how inklusive entsprechender Voruntersuchungen in das Vorhaben einbringt. Die Unternehmen haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Wissenschaftlich soll das Projekt von den renommierten Forschungsinstituten des Karlsruher Instituts für Technologie sowie der Technischen Universitäten Clausthal und Berlin begleitet werden.

Das Projekt soll in puncto Batterierecycling unter ökologischen Gesichtspunkten Maßstäbe setzen: Durch die Prozessgestaltung der patentierten Hydrometallurgie mit Rückgewinnungsquoten von mehr als 96 Prozent soll eine holistische Kreislaufwirtschaft von Batteriematerialien ermöglicht werden. Mercedes-Benz investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau der CO2-neutral betriebenen Pilotfabrik im süddeutschen Mercedes-Benz Werk Kuppenheim. Dem Projekt wurde im Rahmen des Batterie-Innovationsförderprogramms des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz eine Förderung in Aussicht gestellt.

Michael Brecht, Betriebsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Werke Gaggenau und Kuppenheim und damit auch der LICULAR GmbH, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG: „Die Pilotfabrik am Standort Kuppenheim markiert für die Mercedes-Benz Group den Einstieg in das wichtige Thema Batterierecycling und macht das Unternehmen perspektivisch unabhängiger von Rohstofflieferungen. Gleichzeitig sammeln wir beim Thema Kreislaufwirtschaft wichtiges Know-how und schaffen neue zukunftsfähige Arbeitsplätze, die bei einem erfolgreichen Betrieb weiter ausgebaut werden können. Zur Nachhaltigkeit gehören auch die Menschenrechte. Hier haben wir als Gesamtbetriebsrat zusammen mit der Unternehmensleitung im vergangenen Jahr die Grundsatzerklärung für Soziale Verantwortung und Menschenrechte als zentrales Fundament für unser tägliches Handeln beschlossen.“

Die neue Pilotfabrik soll künftig die gesamte Prozesskette des Batterierecyclings abbilden: von der Entwicklung von Logistikkonzepten, über das nachhaltige Recycling der wertvollen Rohstoffe bis hin zur Reintegration von Rezyklat in die Herstellung neuer Batterien. Grundlage der neuen Recyclingfabrik ist ein innovatives mechanisch-hydrometallurgische Verfahren, welches vollständig auf energieintensive sowie materialverbrauchende pyrometallurgische Prozessschritte verzichtet. Die direkte Integration der Hydrometallurgie in das Gesamtkonzept einer Recyclingfabrik stellt dabei europaweit eine Premiere dar und fungiert als Kernelement bei der Realisierung eines nachhaltigen Batterierecyclings im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft.

Der Aufbau der Anlage erfolgt in zwei Stufen. Bis 2023 entsteht zunächst eine Anlage zur mechanischen Zerlegung. In einem zweiten Schritt sollen – vorbehaltlich der vielversprechenden Gespräche mit der öffentlichen Hand – die Anlagen zur hydrometallurgischen Aufbereitung der Batteriematerialien in Betrieb gehen. Damit könnten in Kuppenheim künftig alle Schritte von der Zerlegung auf Modullevel über das Zerkleinern und Trocknen bis hin zur Aufbereitung der Materialströme in Batteriequalität abgedeckt werden.

Die Pilotanlage soll eine Jahreskapazität von 2.500 Tonnen umfassen. Die zurückgewonnenen Materialien werden in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt und fließen so in die Produktion von mehr als 50.000 Batteriemodulen für neue Mercedes-EQ Modelle ein. Auf Basis der Erkenntnisse der Pilotfabrik könnte mittel- bis langfristig eine Skalierung der Produktionsvolumina erfolgen.

Ganzheitlicher Ansatz bei der Batteriewertschöpfung

Mercedes-Benz verfolgt mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft von Batteriesystemen einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet dabei drei Kernthemen: Zirkuläres Design, Werterhaltung und das Schließen des Kreislaufs. Während der Entwicklung eines Fahrzeugs erstellt das Unternehmen für jedes Fahrzeugmodell ein Konzept, in dem alle Bauteile und Werkstoffe auf ihre Eignung im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft analysiert werden. Dadurch sind alle Mercedes-Benz Pkw-Modelle gemäß ISO 22 628 zu 85 Prozent stofflich recyclingfähig und zu 95 Prozent verwertbar. Das stoffliche Recycling der verwendeten Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt ist integraler Bestandteil der Betrachtung und beginnt ebenso bereits bei der Konzeption der Bauteile. Diese Betrachtung erstreckt sich über die gesamte Lieferkette von der Mine bis zum Recycling. Dabei liegt auch ein hohes Augenmerk auf der Einhaltung der Menschenrechte bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Mercedes-Benz bietet für alle elektrischen Fahrzeuge aufbereitete Batterien als Ersatzteil an, um dem Gedanken eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufs gerecht zu werden und Ressourcen zu schonen. Außerdem hat die Mercedes-Benz AG mit ihrer Tochter Mercedes-Benz Energy ein erfolgreiches Geschäftsmodell mit stationären Großspeicheranwendungen etabliert. Batterien, die nicht mehr im Fahrzeug einsetzbar sind, lassen sich in einem 2nd-Life-Speicher weiter nutzen. So beispielsweise in der Factory 56 in Sindelfingen, an deren Gleichstromnetz ein stationärer Energiespeicher mit einer Kapazität von insgesamt 1.400 kWh angeschlossen ist und zur Zwischenspeicherung überschüssigen Solarstroms aus der Photovoltaikanlage dient. Das stoffliche Recycling steht am Ende des Lebens einer Batterie und bildet den Schlüssel für die Schließung des Wertstoffkreislaufs.


DFB-Bundestag entzieht Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft

0

Frankfurt/Main.| Gerhard Schröder ist nicht mehr Ehrenmitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die Delegierten des 44. Ordentlichen DFB-Bundestages in Bonn sprachen sich für eine sofortige Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft des Bundeskanzlers a.D. der Bundesrepublik Deutschland aus. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die beiden 1. DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch und Hans-Joachim Watzke Altbundeskanzler Schröder in der vergangenen Woche gebeten, auf seine Funktionen in russischen Staatskonzernen zu verzichten oder seine Ehrenmitgliedschaft im DFB niederzulegen. Keiner dieser Bitten war Schröder bis zum heutigen Freitag nachgekommen, weshalb die Delegierten des DFB-Bundestags satzungsgemäß über die Fortdauer seiner Ehrenmitgliedschaft entschieden.

Zum deutlichen Votum des DFB-Bundestages sagten Rainer Koch und Hans-Joachim Watzke in einer gemeinsamen Erklärung: “Der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer sich aus Rücksicht auf persönliche Interessen nicht klar vom Krieg und seinem Aggressor distanziert und darüber hinaus auch nicht die gebotenen geschäftlichen Konsequenzen zieht, teilt nicht die Werte des Fußballs und des Deutschen Fußball-Bundes. Gerhard Schröder kann somit nicht länger Ehrenmitglied unseres Verbandes sein, der sich für Verständigung zwischen den Menschen einsetzt und jede Form von Gewalt ablehnt. Dieses eindeutige Signal geht heute vom DFB-Bundestag aus. Wir erwarten auch nach Aberkennung seiner Ehrenmitgliedschaft weiter vom Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder, dass er seinen Einfluss geltend macht und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für Frieden in der Ukraine einsetzt.”

Gerhard Schröder war im Dezember 2005 in Leipzig vom DFB-Bundestag zum Ehrenmitglied des DFB ernannt worden.


Muss der VfB Stuttgart in die Relegation – wie stehen die Chancen?

0

Geschäftliche Information

Die aktuelle Saison der Deutschen Fußball-Bundesliga hat bereits zwei Drittel hinter sich gebracht. Nach 25 von insgesamt 34 Spieltagen findet sich der VfB Stuttgart tief im Tabellenkeller wieder. Zuletzt schien bereits alles verloren zu sein, doch ausgerechnet im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach konnte die Mannschaft wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen.

Der knappe 3:2 Heimerfolg gibt dem Team wieder Kraft im nervenaufreibenden Kampf um einen Platz in der Relegation. Dieser ist derzeit lediglich einen einzigen Punkt entfernt und wird von Hertha BSC gehalten. Die Berliner befinden sich ebenfalls in einer rabenschwarzen Saison und werden voraussichtlich gemeinsam mit dem VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und dem FC Augsburg um die begehrten Plätze in der Deutschen Fußball-Bundesliga kämpfen.

Sicherheitspolster Relegation?

Die Relegation ist darüber hinaus alles andere als ein Heimspiel. Schließlich garantieren die zwei Spiele gegen den Gegner aus der 2. Fußball-Bundesliga noch lange nicht den Verbleib in der Königsklasse des deutschen Fußballs. Das mussten die Stuttgarter schon vor drei Jahren entsetzt zur Kenntnis nehmen. Damals hätte niemand einen Cent auf den Außenseiter aus Berlin gesetzt. Die Buchmacher wiesen den Stuttgartern den klaren Favoritenstatus zu, selbst während der Live Wetten glaubte kaum jemand an den Abstieg.

Doch Union Berlin erkämpfte in zwei dramatischen Begegnungen zwei Remis und stieg dank des 2:2 in Stuttgart in die höchste Spielklasse auf. Der VfB Stuttgart musste hingegen den bitteren Gang in die 2. Fußball-Bundesliga antreten. Dort ist ein sofortiger Wiederaufstieg alles andere als eine ausgemachte Sache. Spätestens seit dieser Saison hat die Leistungsdichte in dieser Liga nie gekannte Höhen erreicht. Das müssen dieses Jahr zahlreiche ehemals große Mannschaften ernüchtert zur Kenntnis nehmen.

Ein sofortiger Wiederaufstieg ist keine ausgemachte Sache

Dort kämpfen ehemalige Spitzenklubs, wie der HSV, Schalke 04, Hannover 96 und der KSC um den Anschluss an die Tabellenführung und damit um eine Chance wieder aufzusteigen. Im Gegenzug ist es dem massiv unterschätzen Underdog Union Berlin gelungen, sich in der Deutschen Fußball-Bundesliga zu etablieren und sogar ins Halbfinale des DFB-Cups einzuziehen.

Angesichts dieser Situation ist es wenig verwunderlich, dass in Stuttgart niemand Lust hat, wieder bis zur letzten Sekunde zu zittern. Ein Blick auf die Tabelle der Deutschen Fußball-Bundesliga zeigt, dass die Situation gar nicht so ausweglos ist, wie sie aufgrund der letzten Spiele erscheint. Auf den Relegationsplatz fehlt lediglich ein einziger Punkt, auf die rettenden Plätze 13 bis 15 sind es maximal vier Punkte.

Trainer und restliche Spiele sprechen für den VfB Stuttgart

Das ist angesichts eines Restprogramms von neun Spielen machbar. Immerhin wird das Finale der Deutschen Fußball-Bundesliga wie so oft ein nervenaufreibender Krimi werden. Gelingt es den Stuttgartern den Schwung und das Selbstvertrauen aus dem überraschenden Sieg gegen Borussia Mönchengladbach mit in die nächsten Spiele zu nehmen, dann könnte die Mannschaft noch für eine Überraschung sorgen.

Immerhin hat der VfB Stuttgart noch zwei Asse im Ärmel. Das wären einerseits die Konstanz in der Position des Trainers und andererseits das Restprogramm selbst. Hier sind aus derzeitiger Sicht leichte Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu erkennen. Dies gilt vor allem dann, wenn es der Mannschaft gelingen sollte, das direkte Duell gegen den FC Augsburg zu Hause zu gewinnen.

Drei direkte Duelle um wichtige Punkte

Doch zunächst geht es ausgerechnet gegen Union Berlin, also jene Mannschaft, der die Schwaben ihren letzten Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga zu verdanken hatten. Doch in weiterer Folge warten mit Arminia Bielefeld, Hertha BSC zwei weitere direkte Gegner im Kampf um den Rettungsanker Relegationsplatz. Hier könnte der VfB Stuttgart jenes Punktefundament legen, das ihm hilft, die zu erwartenden Niederlagen gegen Borussia Dortmund und den FC Bayern München in der Tabelle zu verkraften. Gut möglich, dass die Fans neuerlich ein Herzschlagfinale erleben werden, dessen Ergebnis sich erst im letzten Spiel zu Hause gegen den 1. FC Köln offenbart.

Doch bereits zuvor haben es die Schwaben in der eigenen Hand, das rettende Ufer aus eigener Kraft zu erreichen. Der letzte Erfolg könnte jene Kräfte freisetzen, die nun so wichtig werden. Trainer Pellegrino Matarazzo muss seine Mannschaft jetzt so einstellen, dass sie die drei Duelle gegen die direkten Gegner aus Augsburg, Bielefeld und Berlin mit möglichst vielen Punkten beendet. Die Tristesse der letzten Wochen ist derzeit jedenfalls verschwunden.

Die Mannschaft vertraut ihrem Trainer

Der VfB Stuttgart hat es gerade noch geschafft, nicht in eine ausweglose Situation geraten. Er muss jetzt nicht mehr auf Fehler der Konkurrenten hoffen, sondern kann das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen. Der 3:2 Sieg nach einem 0:2 Rückstand gegen Borussia Mönchengladbach hat gezeigt, dass die Spiele jene Moral mitbringen, die sie in den nächsten Wochen am Platz benötigen werden.

Zuletzt zeigten die Spieler deutlich, dass sie ihrem Trainer weiterhin vertrauen. Damit ist die theoretische Basis für einen weiteren Verbleib in der Deutschen Fußball-Bundesliga gelegt. Das Gefühl gewinnen zu können ist wieder da. Die Leidenschaft, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, deutlich spürbar. Bisher ist es den direkten Gegnern nicht gelungen, sich aus der Abstiegszone zu befreien. Das Momentum scheint derzeit auf Seiten der Stuttgarter zu liegen, jetzt müssen sie ihre Chance nur noch beherzt ergreifen.


Linksaußen Fernandez kommt für Schulze

0

Stuttgart/Bittenfeld.| Der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart hat den spanischen Linksaußen Daniel Fernandez ab Sommer verpflichtet. Der 20-Jährige wechselt von Frigoríficos del Morrazo Cangas nach Stuttgart und erhält dort einen Drei-Jahresvertrag bis 2025. Alexander Schulze, der aktuell die Position auf Linksaußen beim TVB besetzt, verlässt den Club nach zweieinhalb Jahren zum Saisonende.

Daniel Fernandez ist seit der Saison 2020/21 beim spanischen Erstligaclub FDM Cangas unter Vertrag. Zuvor spielte er in der zweiten Mannschaft des FC Barcelona unter TVB- Trainer Roi Sánchez. In der vergangenen Spielzeit wurde der 1,76 m große Linksaußen ins All-Star-Team der Liga Asobal gewählt. In 20 Ligaspielen erzielte er in der aktuellen Saison 94 Tore für den momentan fünftplatzierten Club der spanischen Liga. Auch wurde er bereits in die spanische A-Nationalmannschaft berufen. Der Spanier unterschrieb einen Vertrag über drei Spielzeiten beim TVB bis zum 30.06.2025. In Stuttgart wird er dann gemeinsam mit Kapitän Patrick Zieker das Duo auf der linken Außenbahn bilden.

Der im Sommer auslaufende Vertrag von Alexander Schulze wurde nicht verlängert. Der 24- Jährige wurde zu Beginn des Jahres 2020 per Zweitspielrecht verpflichtet. Zur Saison 2020/21 endete das Doppelspielrecht mit dem TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg und Schulze rückte vollkommen in den Kader der WILD BOYS. Der TVB war seine erste Station in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Stand heute lief Schulze in 58 Ligaspielen für die Stuttgarter auf. Wohin es den 24-Jährigen nach der laufenden Spielzeit zieht, ist noch offen.

„Alex hat sich super entwickelt und ist ein echter Teamplayer. Es fällt uns sehr schwer, ihn ziehen zu lassen. Jedoch haben wir mit Dani die Möglichkeit, einen wirklich außergewöhnlich talentierten Spieler für uns zu gewinnen. Diese Chance wollten wir nicht verstreichen lassen“, so TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

„Für die Möglichkeit und das entgegengebrachte Vertrauen, nächste Saison Teil des Teams sein zu dürfen, möchte mich beim TVB bedanken. Ich hoffe, dass wir gemeinsam die gesteckten Ziele erreichen können und freue mich sehr, ein WILD BOY zu werden und gemeinsam zu arbeiten“, freut sich Daniel Fernandez.


Befreiung von Helmpflicht nur in Ausnahmen

0

Motorradfahrerinnen und -fahrer können nicht alleine aufgrund einer ärztlichen Bescheinigung vom Tragen eines Helmes befreit werden. Daneben müssen sie nachweisen, dass sie auf das Motorrad dringend angewiesen sind und nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen können. Die Württembergische Versicherung AG, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf eine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf (14 L 2046/21) hin.

Ein Straßenverkehrsamt hatte dem Fahrer eines Rollers gestattet, auf das Tragen eines Helmes zu verzichten. Dieser hatte durch eine ärztliche Bescheinigung belegt, dass der Helm bei ihm gesundheitliche Probleme auslöse. Jahre später hob die Behörde die Genehmigung auf, da sie fehlerhaft nur aufgrund einer ärztlichen Bescheinigung erfolgt sei. Dagegen wehrte sich der Mann und zog vor das Verwaltungsgericht. Er berief sich darauf, dass er mit seinem Roller täglich zur Arbeit fahre und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen könne, da er im Schichtdienst tätig sei.

Laut der Entscheidung konnte der Mann nicht ausreichend nachweisen, dass er auf seinen Roller dringend angewiesen ist. Er könne auch andere Verkehrsmittel nutzen, zum Beispiel zwei auf ihn zugelassene Autos. Das Tragen eines Helmes stehe auch im öffentlichen Interesse, damit Unfälle weniger folgenschwer verlaufen. Daher sei es rechtmäßig gewesen, dass die Behörde die nur aufgrund eines ärztlichen Attestes getroffene Genehmigung zurückzog.