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StartSportSVL gewinnt packendes Derby gegen Esslingen

SVL gewinnt packendes Derby gegen Esslingen

SportSVL gewinnt packendes Derby gegen Esslingen

Esslingen hat nichts zu verlieren. Ludwigsburg ist der Favorit. Das ist die Ausgangslage beim Derby des SVL gegen den SSVE am Samstagabend im Sportbad Stuttgart. Mehrere hundert Zuschauer sehen, wie Ludwigsburg die spannende Partie verdient mit 13:9 gewinnt.

Es ist DAS Derby. Ludwigsburg gegen Esslingen in der Wasserball-Bundesliga. Entsprechend voll ist die Tribüne des neuen Sportbads in Stuttgart. Mehrere hundert Fans der beiden Traditionsvereine sind gekommen. Sie werden in den nächsten gut 70 Minuten eine packende Partie sehen, ein Sp iel zunächst auf Augenhöhe. Später indes wird der SV Ludwigsburg aufdrehen und gewinnen.

19 Uhr, der SVL gewinnt das erste Anschwimmen. Angriff, Schuss SVL, top gehalten vom Keeper des SSV Esslingen. Angriff SSV. Auch kein Tor. Angriff SVL, Foul, Strafwurf Sergio Prieto Hernandez, Tor SVL. 1:0. Nächster Ludwigsburger Angriff und 2:0 durch Tobias Bauer. Dummer Ballverlust, Angriff Esslingen, Tor. Der Anschlusstreffer zum 2:1. Überzahl SVL, nächstes Tor durch Sergio. 3:1. Eiskalt verwandelt, unhaltbar. Wieder Überzahl SVL. Aber kein Tor, der Trainer Marko Martinic ist ein bisschen unzufrieden. Denn es wäre mehr möglich gewesen.

Angriff SSV, Schuss. Parade Josip Katusa. Der nächste Esslinger Angriff, Tor. 3:2. Der SSV bleibt dran. Dummer Ballverlust des SVL. Angriff SSV. Kein Tor. Im Gegenzug indes macht Nino Blazevic das 4:2. Jubel auf der Bank und bei den Ludwigsburger Zuschauern. Die Fans skandieren „Ludwigsburg, Ludwigsburg“. Überzahl Esslingen. Schuss, aber gut geblockt durch Aleksa Manic. Kein Treffer. Und Ende des ersten Viertels.

Auch im zweiten Viertel gewinnt der SVL das Anschwimmen. Aber Esslingen macht den ersten Treffer. Die Ludwigsburger Abwehr hat gepennt, es steht 4:3 – und es bleibt zunächst spannend. Esslingen ist am Drücker, will den Ausgleich. Zwei Paraden des SSV-Torwarts. Das Spiel wird härter. Angriff Esslingen, Treffer, tatsächlich der Ausgleich zum 4:4. Ludwigsburg ist ein bisschen zu träge. Vergibt Chancen.

Die Konsequenz: Esslingen macht den nächsten Treffer – und geht erstmals in Führung. 4:5. Überzahl SVL. Toller Schuss des SVL, Parade. Im nächsten Angriff dann der Ausgleich zum 5:5 durch Mikael Metodiev. Überzahl Esslingen, Treffer zum 5:6. Überzahl SVL. Gut eineinhalb Minuten vor dem Ende des Viertels macht Metodiev das 6:6. Ludwigsburg tut sich unerwartet schwer. Der Halbzeitpfiff.

In der Pause sagt der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle, „Esslingen ist sehr stark, wir müssen unser Überzahlspiel besser nutzen“. Ludwigsburg sei aber konditionell überlegen, „wir sollten gewinnen“. Er wird Recht behalten.

Das dritte Anschwimmen geht an Esslingen. Der SVL klaut den Ball. Macht aber kein Tor. Nach zwei Minuten immer noch kein Tor. Nächster Angriff Esslingen, Schuss, Parade Katusa. Der SVL-Torwart ist jetzt in Topform. Überzahl SVL. Torschuss SVL, aber geblockt. Weiter kein Tor. Foul SSV, Strafwurf Ludwigsburg. Tobias Bauer trifft rechts unten. Ludwigsburg geht wieder in Führung. 7:6. Nach zwei weiteren tollen Paraden des SVL-Keepers, Angriff SVL, Foul SSV, diesmal verwandelt Nino Blazevic und macht das 8:6. Auszeit Esslingen. Im Anschluss fällt das 8:7. Es bleibt spannend, das Spiel ist weiter offen. Die Esslinger Abwehr pennt, Tobi Bauer schnappt sich den Ball, sprintet zum Tor und trifft. 9:7.

Die letzten acht Minuten. Diesmal holt Ludwigsburg wieder den Ball. Nach eineinhalb Minuten kommt Esslingen aber auf 9:8 ran. Ludwigsburg macht das Spiel unnötig spannend. Auszeit SVL. Ein Distanzschuss von Tobi Bauer, ein eiskalter Treffer zum 10:8. Ein wichtiges Tor für Ludwigsburg. Angriff SSV – und die nächste Parade des SVL-Torwarts.

Angriff SVL, Nikolai Dimitrov macht das 11:8 für Ludwigsburg. Wenig später der Anschlusstreffer zum 11:9. Noch ist das Spiel wohl nicht gelaufen. Doch dann machen Jakov Skiljic und Sergio Prieto Hernandez das 12:9 und das 13:9. Der Sieg ist dem SVL nicht mehr zu nehmen. Die Esslinger wirken ein bisschen resigniert, sind enttäuscht. Der Schlusspfiff.

Esslingen hat lange mitgehalten. Der SVL wird seiner Favoritenrolle schlussendlich aber gerecht – und gewinnt verdient das Derby. Nach dem Spiel erklärt der SVL-Goalgetter Sergio Prieto Hernandez: „Derbys sind nie leicht, aber mit Routine haben wir uns durchgesetzt. Ich bin zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Wir sind happy.“ Eric Fernandez Rivas vom SSV – er stand in der Vorsaison noch im SVL-Kader – sagt: „Wir haben gut gespielt. Ludwigsburg war aber besser“, klar, denn der SVL gehöre zu den Top vier Teams in Deutschland.

Der SVL-Betreuer Adrijan Jakovcev sagt, der Sieg im Derby sei wichtig. Fast noch wichtiger sei indes, dass die Fans der beiden Mannschaften den Wasserballsport „gefeiert haben“. Wasserball auf höchstem Niveau kehre zurück nach Baden-Württemberg. Alle sollten stolz sein, die Ludwigsburger und die Esslinger.

Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel spricht von einem schönen Spiel vor einer tollen Kulisse mit voller Tribüne. Das sei das Wesentliche. Die Mannschaften hätten die Menschen begeistert, die Stimmung sei toll gewesen, „ein spannendes Spiel, alles hat gepasst – auch das Ergebnis“. Esslingen und Ludwigsburg hätten zeigen können, dass auch abseits von Berlin – wo der Rekordmeister Spandau spielt – den Fans top Wasserball geboten werde.

Dieter Gscheidle erklärt zu vorgerückter Stunde nach dem Abbau des Spielfelds: man könne sehr zufrieden sein. Alle SVL-Spieler und Betreuer könnten „mit einem guten Derbysieger-Gefühl“ ins Bett gehen. Der Esslinger Torwart hab sehr gut gehalten, speziell im ersten Viertel. In der zweiten Hälfte der Partie ist dann Josip Katusa immer besser ins Spiel gekommen und „wir haben unser Überzahlspiel besser abgeschlossen“. Auch schwimmerisch sei Ludwigsburg am Ende überlegen gewesen. „Ein prima Sieg, Derbysiege sind immer gut.“

Nach dem Derby eine erste Zwischenbilanz der Vereinsführung: Der SV Ludwigsburg ist gut in die Saison gestartet und gut in Schwung. Die bisher gezeigten Leistungen können sich sehen lassen. Drei Spiele in der Liga gemacht, zweimal gewonnen. Nur gegen den deutschen Rekordmeister Spandau 04 hatte Ludwigsburg das Nachsehen.

Im Deutschen Wasserballpokal trifft der SVL im Achtelfinale schon wieder auf den Lokalrivalen aus Esslingen. Nagel: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Im europäischen Challenger Cup bekommt es der SVL Anfang 2023 mit der spanischen Topmannschaft CN Terrassa aus der Nähe von Barcelona zu tun. Nagel: „Das wäre auch leichter gegangen“ – sprich: ein anderer Gegner im Cup wäre womöglich einfacher zu schlagen.


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