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Knallgeräusche erschrecken Wildtiere im Wald und Vögel im Garten

Stuttgart.| Das neue Jahr wird traditionell mit lautem Silvester-Feuerwerk begrüßt. Dabei wird oft vergessen, was das für die Natur bedeutet: Die lauten Geräusche verschrecken Tiere und die Reste von Raketen, Böllern und Knallfröschen bleiben häufig auf Straßen und Grünflächen liegen. Auch manche Haustiere leiden unter dem Lärm. Vor allem in den Städten setzt das Böllern und Raketen abschießen an Silvester außerdem viel Feinstaub frei, der die Gesundheit gefährdet. Der NABU rät daher dazu, der Natur zuliebe auf das große Silvester-Feuerwerk zu verzichten.

Vögel werden von lautem Feuerwerk aufgeschreckt: Gefiederte Höhlenbewohner wie die Meise erwachen und geraten in Stress, Wasservögel fliegen teilweise auf. Anschließend brauchen sie lange, bis sie wieder zur Ruhe kommen. „Das nächtliche Umherfliegen kostet Vögel unnötig Energie, auf die sie gerade in langen, kalten Winternächten angewiesen sind“, erläutert NABU-Ornithologe Dr. Stefan Bosch. Das gleiche Problem haben Wildtiere im Wald, von denen gerade im Winter viele ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren. Sie schrecken durch Silvester-Feuerwerk in der Nähe auf und werden in Stress versetzt, wodurch sie wertvolle Energiereserven verbrauchen. Daher sollte Feuerwerk nie in der Nähe von Wäldern gezündet werden. Auch in öffentlichen Grünanlagen sammeln sich viele Vögel und andere Tiere zur Nachtruhe, genauso wie in Gärten oder auf Bäumen und im Gebüsch.

Den Tieren und der Natur zuliebe ist ein bewusster Umgang mit dem Silvester-Feuerwerk ratsam. Raketen oder Knallfrösche sollten möglichst nur kurze Zeit gezündet werden und nicht in der Nähe von Feld, Wald und Flur, öffentlichen Grünanlagen sowie Fluss- und Seeufern. Noch besser ist es, komplett auf geräuschvolles Feuerwerk zu verzichten.

Bunte Vogelschar statt farbenfrohes Feuerwerk
Statt mit lautem Böllern können die ersten Morgenstunden in 2020 mit Vogelgezwitscher an den Futterplätzen beginnen. Im Winter sammeln sich dort Rotkehlchen mit ihrer rot leuchtenden Brust, Kohlmeisen und Blaumeisen mit zartem Gelb und Blau, Grünfinken bringen ein herrliches Grün ein. Sie zaubern ein zwitscherndes Farbfeuerwerk. „In speziellen Futtersilos, die es zum Aufhängen oder für den Boden gibt, bleibt das Futter vor Feuchtigkeit und Keimen geschützt“, so Bosch. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne, die von fast allen Vögeln gerne gefressen werden. Weichfutterfresser wie das Rotkehlchen erfreuen sich zusätzlich an Rosinen und Haferflocken. So werden die heimischen Wintervögel mit einem leckeren Neujahrsbuffet begrüßt. Vom 10. bis zum 12. Januar 2020 lädt der NABU dann Vogelfreundinnen und -freunde zur 10. „Stunde der Wintervögel“ ein.