Bei Hausübertragung auf klare Regelungen achten

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Wer sein Haus gegen Wohnrecht und Pflegeleistungen verkauft, sollte die Übertragung unmissverständlich regeln und dabei auch Vorkommnisse berücksichtigen, die sich möglicherweise erst nach Vertragsabschluss ergeben könnten. Eine spätere Anpassung des Vertrags bei einer überraschenden Entwicklung, zum Beispiel bei einem frühen Tod des Veräußerers, ist nämlich in der Regel nicht möglich. Die Wüstenrot Immobilien GmbH, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (8 W 13/19) hin.

Ein 74-jähriger alleinstehender Mann verkaufte sein Haus an seine Nichte zu einem Kaufpreis von 86.000 Euro und behielt sich dabei ein Wohnrecht im Haus vor. Außerdem verpflichtete sich die Nichte, den Mann im häuslichen Bereich zu pflegen, solange dies für sie möglich und zumutbar ist. Der Wert des Wohnrechts und der Pflegeleistungen wurde auf den Kaufpreis angerechnet, sodass die Nichte letztendlich nur 10.000 Euro für das Haus bezahlen musste. Drei Wochen nach Abschluss des Kaufvertrags starb der Mann überraschend. Da er kinderlos war, erbten die Geschwister.

Eine Schwester machte geltend, der Kaufvertrag sei ergänzend so auszulegen, dass die Nichte als Erwerberin des Hauses den Wert des Wohnrechts und der Pflegeleistungen an die Erben bezahlen müsse. Bei der Bewertung der Rechte seien die Vertragsparteien nämlich von der durchschnittlichen weiteren Lebenserwartung des Veräußerers von rund elf Jahren ausgegangen. Die von ihr beantragte Prozesskostenhilfe wurde jedoch vor Gericht abgelehnt, da ein Rechtsstreit keine Aussicht auf Erfolg habe.

Laut der Entscheidung des Oberlandesgerichts war dem Kaufvertrag nicht zu entnehmen, was die Vertragsparteien geregelt hätten, wenn sie an einen besonders frühen oder späten Tod des Veräußerers gedacht hätten. Eine ergänzende Vertragsauslegung scheide damit aus, zumal verschiedene Regelungen in Betracht kämen.

Die Wüstenrot Immobilien GmbH rät, dass die Vertragsparteien vor Vertragsabschluss die denkbaren Entwicklungen wegen der nicht planbaren Altersrisiken miteinander besprechen und jeweils eine angemessene Regelung dafür finden. So sollte zum Beispiel in die Überlegungen einbezogen werden, was bedacht werden muss, wenn die Lebensdauer kürzer sein sollte als angenommen.


Abfallgebührenerhöhung beschlossen

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  • Verbrennungskosten spielen untergeordnete Rolle bei Anpassung der Müllgebühren
  • Müllgebühren seit 1994 unterhalb der Inflationskurve

Kreis Böblingen.| In der letzten Sitzung des Kreistages wurde die Änderung der Gebührensatzung des Abfallwirtschaftsbetriebes beschlossen. In der Beschlussvorlage der Verwaltung wurden unter Anderem gestiegene Verbrennungskosten beim Restmüllheizkraftwerk als ein Grund für die notwendigen Gebührenanpassungen genannt.

Der Zweckverband RBB als Betreiber des Restmüllheizkraftwerks erläutert dazu, dass im kommenden Jahr 2020 der Annahmepreis zwar steigt, es sich dabei aber um einen Sondereffekt handelt, da 2020 eine Turbinenrevision ansteht. Diese fällt durchschnittlich alle acht Jahre an.

Der Verbrennungspreis ist tatsächlich über einen längeren Zeitraum seit 2000 kontinuierlich gesunken. Ohne den Effekt der Turbinenrevision läge der Verbrennungspreis bei ca. 144 Euro pro Tonne Restabfall für 2020. In der Prognose wie auch in der Mittelfristplanung geht der RBB von einem weiter fallenden Annahmepreis aus.

Auch der Brand der Vergärungsanlage in Leonberg führt zu keiner Gebührenanpassung, da der Abfallwirtschaftsbetrieb mit Schadenersatz durch die Versicherung rechnet.

Der Grund für die Gebührenanpassung im Abfallwirtschaftsbereich liegt überwiegend in den gestiegenen Betriebskosten, höheren Personalkosten durch verbesserte Tarifabschlüsse und stark rückläufige Verwertungserlöse bei der Altpapiervermarktung.

Insgesamt ist es dem Abfallwirtschaftsbetrieb jedoch gelungen, die Gebührenentwicklung seit 1994 insgesamt unter dem Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten zu halten.


Allianz MTV Stuttgart: erneut beim DVV-Pokalfinale

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Volleyballerinnen qualifizieren sich nach 2019 und 2017 zum insgesamt sechsten Mal für das Endspiel um dem DVV Pokal in Mannheim am 16.02.2020.

In einem packenden und nervenaufreibenden Halbfinale gegen den letztjährigen Finalgegner im FinaleSSC Pa lmberg Schwerin, konnte sich das Team aus der Landeshauptstadt schlussendlich im Tiebreak mit 3:2 durchsetzen und somit das ersehnte Ticket in die SAP-Arena lösen. Dies gelang nicht nur durch einen kämpferischen und ambitionierten Auftritt eines Teams, dass heiß darauf ist Titel zu gewinnen, sondern auch dank 2.251 Fans in der ausverkauften SCHARRena. Diese standen wie eine „Blaue Wand“ hinter den Spielerinnen auf dem Platz und schafften es in entscheidenden Phasen die notwenige zusätzliche Energie zu liefern.

Nun ist es nur noch ein Schritt, um den Pokal nach 2011, 2015 und 2017 erneut nach Stuttgart zu holen. Gegner wird am 16. Februar 2020 der Dresdner SC sein. Die Damen von der Elbe setzten sich in ihrem Halbfinale mit 3:1 gegen den VfB Lotto Suhl durch. Somit kommt es zu einer Neuauflage der Finalbegegnungen der beiden Mannschaften von 2016. Damals hatten die Dresdnerinnen das bessere Ende für sich und holten den DVV-Pokal nach Sachsen. Dies wollen die Schwäbinnen im neuen Jahr unter allem Umständen verhindern und selbst den Pokal mit nach Hause nehmen.

Aufgrund der kurzen Anreise aus Stuttgart plant der Deutsche Meister möglichst viele Fans nach Mannheim zu bringen und dort erneut eine gigantische „Blaue Wand“ aufzubauen. Hierfür haben die Verantwortlichen unterschiedliche Pakete für die Fans zur Auswahl geschnürt, die über den vereinseigenen Fanshop unter www.allianz-mtv-shop.de buchbar sind.

Das absolute Fanerlebnis bieten die Plätze direkt in der „Blauen Wand“. Diese beeindruckende Ansammlung an Fans direkt hinter der Grundlinie macht nicht nur vor Ort und im TV mächtig Eindruck, sondern vermag auch die Spielerinnen zu unglaublichen Höchstleistungen zu beflügeln. Dies zeigte sich zuletzt im Finale 2017, als die Damen vom Neckar einen 0:2-Rückstand gegen Schwerin in einen 3:2-Sieg verwandelten und somit bislang zum letzten Mal den Pokal in den Süden holten. Diese Atmosphäre können die Fans für 56 Euro inklusive Pokalshirt buchen. Darüber hinaus kann die Anfahrt im komfortablen Reisebus für nur 20 Euro gesondert dazu gebucht werden.

Zu den Tickets der Kategorien 2 (31 Euro/ ermäßigt 25 Euro) und 3 (15 Euro/ ermäßigt 12 Euro) können wie bereits in den letzten Jahren auch das Pokalshirt (15 Euro) und die Busfahrt (20 Euro) optional dazugebucht werden. Darüber hinaus wird es auch wieder VIP-Tickets geben, die auf Nachfrage buchbar sind.

Geschäftsführer Aurel Irion: „Wir sind unglaublich stolz darauf, dass wir erneut das Pokalfinale erreicht haben. Fakt ist aber, dass wir noch nichts gewonnen haben. Wir benötigen wie letzte Woche in der SCHARRena auch in Mannheim jeden einzelnen Fan. In der SAP-Arena zu spielen ist ein großartiges Erlebnis für alle Spielerinnen und dann auch noch mit der „Blauen Wand“ im Rücken. Das ist einfach ein Gänsehaut-Moment. Wir werden alles dafür tun, dass auch die Fans wieder ein unglaubliches Event geboten bekommen. Vielleicht gelingt uns ja auch in diesem Jahr ein neuer Fanrekord aus Stuttgart. In der vergangenen Saison haben über 1300 Stuttgart-Fans den Weg nach Mannheim auf sich genommen. Dies wollen wir im neuen Jahr toppen!“


OB Kuhn überreicht Bürgermedaille an Professor Ben Willikens

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Stuttgart.| Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am 16. Dezember im Rathaus die Bürgermedaille der Stadt Stuttgart an Professor Ben Willikens überreicht. Im Rahmen der Veranstaltung hat sich der Preisträger ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Willikens gehört zu den bedeutendsten und international bekanntesten zeitgenössischen deutschen Künstlern.

In seiner Laudatio würdigte der OB Ben Willikens als einen der bedeutendsten Künstler seiner Generation und als einen der bedeutendsten Stuttgarter Künstler. „Er gehört zur Stuttgarter Akademie wie kein Zweiter. Und er hat Stuttgart immer die Treue gehalten, sein Wohnsitz war immer hier. Man kann also auch nach München gehen, wie es Willikens getan hat, und dennoch ein Stuttgarter bleiben“, sagte Kuhn augenzwinkernd. Ein großer Verdienst des Künstlers sei es auch gewesen, zusammen mit anderen, das Teck-Areal für Stuttgart und den Kulturpark Berg gerettet zu haben. Sein Künstleratelier dort solle erhalten bleiben, es werde dafür eine Lösung geben, äußerte sich der OB zuversichtlich. „Ich möchte mich bei Ben Willikens für seine Arbeit und seinen Bezug zu Stuttgart herzlich bedanken. Die Verleihung der Bürgermedaille an ihn war eine kluge, kunstsinnige, zukunftsweisende und goldrichtige Entscheidung des Gemeinderats“, sagte Kuhn abschließend.

Ben Willikens wurde 1939 in Leipzig geboren. Nach ersten Studien der Literatur und Philosophie in Hamburg wechselte er 1962 an die Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo er die Malereiklasse von Heinz Trökes besuchte. 1969 zwang ihn eine Krankheit zu einem fast einjährigen Klinikaufenthalt. Dieses Ereignis verarbeitete Willikens nach Stipendien-Aufenthalten in der Villa Romana in Florenz und der Villa Massimo in Rom in einer Serie von menschenleeren Acrylbildern – die sogenannten „Anstaltsbilder“ –, in denen er in kühler, anonymer Sprache Betten, Spinde, Zellentüren, Flure und Motive darstellte, die an damalige Anstalten und Krankenhäuser erinnern. Diese streng perspektivischen Arbeiten machten ihn schlagartig bekannt. In seiner Dankesrede verriet Willikens Privates: „In meiner Jugend war ich ein Rebell, seit damals stehe ich jedoch konsequent auf der Seite der Kunst. Aber vor der leeren Leinwand führe ich immer einen Kampf um den Erhalt meiner inneren Freiheit.“ Kunst sei nur möglich, wenn die bürgerliche Gesellschaft den Freiraum dafür schaffe, führte Willikens weiter aus und schloss mit dem Dank für die Ehrung, die ihm zuteilwerde.

Ab den 1970er-Jahren entwickelte Ben Willikens eine Malerei der sachlichen Nüchternheit, die annähernd ohne Farben auskommt. „Grau in Grau“ wurde über viele Jahre zu seinem Markenzeichen. In dieser Zeit schuf er die erste Version seines berühmten „Abendmahls“, ein drei mal sechs Meter großes Triptychon. Die Auseinandersetzung mit dem Raum und mit der klassischen Räumlichkeit der Zentralperspektive wurde in den kommenden Jahren zum wichtigsten Thema seines Schaffens. Willikens‘ Bilder vermitteln oft einen Eindruck der Einsamkeit, des Schweigens und der Stille. Sie fordern den Betrachter auf, sie gedanklich zu füllen und weiterzudenken. Im Jahr 1977 wurde Willikens Professor für Grafik und Malerei an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, 1982 wechselte er an die Hochschule der Bildenden Künste in Braunschweig, 1991 wurde er an die Akademie der Bildenden Künste in München berufen, die er zwischen 1999 und 2004 auch als Rektor leitete.

Mit zahlreichen Kunstpreisen wurde Ben Willikens für sein künstlerisches Schaffen geehrt. Unter anderem erhielt er 1970 den Villa-Romana-Preis Florenz, 1972 den Villa Massimo-Preis. 1983 wurde er mit dem Hans-Molfenter-Preis Stuttgart und 2004 mit dem Kunstpreis der Helmut-Kraft-Stiftung Stuttgart ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er diverse Staatspreise wie 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2006 den Bayerischen Verdienstorden und 2017 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Seine Werke finden sich heute weltweit und auch in Stuttgart, nicht nur in Sammlungen und Museen, sondern in öffentlichen Gebäuden, in Unternehmen und Kirchen. Das städtische Kunstmuseum und die Staatsgalerie verfügen über zahlreiche Werke. 2003 wurde seine Wandgestaltung im Foyer des Hegelsaals der Liederhalle eingeweiht, im Neuen Schloss sind „Fünf Räume, Fünf Jahrzehnte“ zu sehen. 1988 hat sich Ben Willikens in Stuttgart ein Wohnatelier in der Teckstraße 68 eingerichtet. Er hat das Renommee des Kultur-Berg-Areals mitbegründet und seither mitgeprägt. Der bekennende Wahl-Stuttgarter hat einen zweiten Wohn- und Arbeitssitz in einem alten Bauernhaus in Wallhausen in Hohenlohe.

Bürgermedaille der Stadt Stuttgart
Mit der Bürgermedaille der Stadt Stuttgart werden seit 1970 Persönlichkeiten geehrt, die sich besondere Verdienste um Stuttgart erworben haben. Sie kann auch an Persönlichkeiten verliehen werden, die eine hervorragende Leistung vollbracht haben und in Stuttgart entweder geboren oder mit Stuttgart in besonderer Weise verbunden sind. Die Bedeutung der Auszeichnung mit der Bürgermedaille zeigt sich auch darin, dass nicht mehr als 30 lebende Persönlichkeiten die Bürgermedaille besitzen sollen. Über die Verleihung der Bürgermedaille entscheidet der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung mit Zweidrittel-Mehrheit all seiner Mitglieder. Die Bürgermedaille wird mit einer vom Oberbürgermeister unterzeichneten Urkunde feierlich überreicht.

Träger der Bürgermedaille
Träger der Bürgermedaille sind unter anderem Prof. Dr.-Ing. e.h. Werner Breitschwerdt, Prof. Dr. h.c. Marcia Haydée, Prof. Dr. h.c. Helmuth Rilling, Dr.-Ing. Wendelin Wiedeking, Wolfgang Dauner, Senator h. c. Rudi Häussler, Erster Bürgermeister a.D. Dr. Gerhard Lang und Landesrabbiner a.D. Dr. h.c. Joel Berger.


Rutesheim zum dritten Mal in Folge fahrradaktivste Kommune im Kreis

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Landrat Roland Bernhard kürt die ersten 3 Plätze beim STADTRADELN im Landkreis Böblingen

Vom 11. bis 31. Mai galt es wieder, im Rahmen der Aktion STADTRADELN möglichst viele Radkilometer zu sammeln. Auch dieses Mal wurde wieder die „fahrradaktivste Kommune“ im Landkreis Böblingen. Landrat Roland Bernhard gab nun die Sieger bekannt – mit knapp 13 geradelten Kilometern / Einwohner hat erneut die Stadt Rutesheim die Nase vorn, zum 3. Mal in Folge. Zum Vorjahr gab es eine enorme Steigerung; damals gewann Rutesheim mit 8,3 geradelten Kilometern / Einwohner, 2017 belegte man mit knapp sieben geradelten Kilometern / Einwohner Platz 1.

„Einen herzlichen Gückwunsch an die Stadt Rutesheim, die offenbar nicht mehr gewillt ist, sich diesen ersten Platz streitig machen zu lassen und sich um mehr als 50% selbst übertroffen hat“, so Landrat Bernhard im Rahmen der Siegerehrung bei der letzten Kreistagssitzung des Jahres am 16.12.2019. „Toll, wie hier, aber auch in den vielen anderen Kommunen RadKULTUR gelebt wird.“

Der 2. Platz geht an Renningen, mit rd. 4 geradelten Kilometern / Einwohner. Auch Renningen ist Wiederholungstäter; im Vorjahr belegte man ebenfalls Platz 2 mit 4,5 Kilometern / Einwohner, (2017 Platz 3). Auf dem 3. Platz ist in diesem Jahr die Stadt Weil der Stadt mit knapp 3 geradelten Kilometern / Einwohner. Insgesamt radelten die Teilnehmer in Rutesheim 140.112 km (rd. 45.000 km mehr als im Vorjahr!), in Renningen 77.177 km und in Weil der Stadt 55.140 km.

Rutesheim schneidet dieses Jahr auch auf Landes- und Bundesebene sehr gut ab. In der Kategorie der Gemeinden zwischen 10.000 und 49.999 Einwohnern konnte der 7. Platz im Ranking von Baden-Württembergs Fahrradaktivsten Kommunen erradelt werden. Bundesweit hat Rutesheim bei diesen Einwohnergrenzen den 3. Platz in der Gewinnkategorie „Fahrradaktivstes Kommunalparlament“ erradelt – der dortige Stadtrat hat immerhin 133,7 „ParlamentarierInnen-Kilometer“ geschafft.

An der diesjährigen Aktion STADTRADELN haben sich 11 der Kommunen im Landkreis Böblingen und innerhalb der Städte und Gemeinden zahlreiche Offene Teams beteiligt. Über 3.000 Bürgerinnen und Bürger haben mitgemacht. Insgesamt wurden knapp 600.000 klimafreundliche Radkilometer gesammelt, das entspricht einer Ersparnis von rd. 86 Tonnen CO² Ausstoß. Auf den Plätzen vier bis zehn landeten die Kommunen Steinenbronn, Herrenberg, Holzgerlingen, Sindelfingen, Schönaich, Böblingen, Mötzingen und Leonberg.

„Auch in diesem Jahr war es eine tolle Aktion und der Dank geht an alle, die mitgemacht haben, aber natürlich insbesondere an die, die nicht nur dann radfahren“, so Bernhard. „Wir wollen den Anteil des Radverkehrs im Landkreis Böblingen steigern und tun unsererseits viel dafür, mit einer modernen Infrastruktur dieses Ziel zu fördern. Jeder Radkilometer ist ein Beitrag zum Klimaschutz.“


Stuttgart trägt weiterhin den Titel Fairtrade-Stadt

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Stuttgart.| Die Landeshauptstadt darf auch für die nächsten zwei Jahre den Titel „Fairtrade- Stadt“ für sich beanspruchen. Dank erfolgreicher Re-Zertifizierungen vieler Stadtbezirke und der ersten Re-Zertifizierung der Gesamtstadt im Jahr 2015 sind die Kriterien für den Titel weiterhin erfüllt.

Stuttgart wurde am 2. Oktober 2013 als 200. Stadt Deutschlands zur Fairtrade-Stadt zertifiziert – zunächst limitiert auf zwei Jahre. Im September 2015 erfolgte die erste Re-Zertifizierung, im Oktober 2019 wurde der Titel für die nächsten zwei Jahre verliehen.

Es gab in den vergangenen vier Jahren viele zentral und dezentral organisierte Fairtrade-Veranstaltungen und Aktivitäten im Rathaus und in den Bezirken sowie – als besonderes Highlight – seit 2014 den erfolgreichen Betrieb des „Welthauses Stuttgart“ mit Welcome Center, Weltladen, Globalem Klassenzimmer, Weltcafé und Weltwerkstatt, der zur Re-Zertifizierung beigetragen hat.

Die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann, sagt: „Die Titelerneuerung haben wir mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern gerne erarbeitet. Die Stadt Stuttgart wird angesichts der weltweiten ungleichen Verteilung der materiellen Güter und Lebensbedingungen den Gedanken des Fairen Handels weiterverbreiten und dadurch für etwas mehr Gerechtigkeit sorgen.“

Einige Stuttgarter Schulen haben sich in den vergangenen vier Jahren als „Fairtrade- Schools“ zertifiziert. Die Bezirksämter beteiligten sich an Fairtrade-Aktionstagen wie Banana Fairday, Coffee Fairday oder Faire Rosen. Die „Faire Woche“ wird jedes Jahr im September mit Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert, die Stadt wirkt mit bei Vortragsveranstaltungen der Kampagne „Fair macht Schule“. 2016 wurde mit der Kampagne „Faire Grabsteine“ auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, Grabsteine aus fairem Handel oder regionale Produkte zu beziehen.

Zusammen mit der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg und Engagement Global wurde 2017 das breit aufgestellte Agenda-2030-Bündnis „mEin Stuttgart − mEine Welt“ unter Koordination des Welthauses gegründet, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) stärker in der Stadtgesellschaft zu verankern und für eigenes Handeln zu mobilisieren. Dazu zählt die

Durchführung von regelmäßigen Veranstaltungen im Rahmen der Fairen Woche mit Vertreterinnen und Vertretern von Fair Trade aus dem globalen Süden. Für dieses Engagement erhielt die Stadt zusammen mit den Kooperationspartnern 2017 zum zweiten Mal hintereinander in der Kategorie „Große Kommune“ den ersten Preis der landesweiten Initiative „Meine.Deine.Eine Welt“ der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit.

Auch bei der eigenen kommunalen Beschaffung handelt die Stadt ökologisch und fair. Bezogen werden nur Produkte ohne ausbeuterische Kinderarbeit, sowie Produkte, die nachhaltig, biologisch und klimafreundlich hergestellt werden. Die Neufassung der städtischen Beschaffungs- und Vergabeordnung verpflichtet die Verwaltung seit dem 1. Januar 2015 bei Beschaffungen und Vergaben ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen.


Gewerbeaufsicht schließt Betrieb in Feuerbach

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Stuttgart-Feuerbach.| Die Landeshauptstadt hat mit Hilfe der Polizei Stuttgart einen Betrieb in Feuerbach mit sofortiger Wirkung stillgelegt, wie sie am Montag, 16. Dezember, mitteilte. Die Gewerbeaufsicht hatte bei einer Kontrolle in der Vorwoche schwerwiegende Verstöße gegen die Betriebssicherheitsverordnung und die Arbeitsstättenverordnung festgestellt. Die Gewerbeaufsicht hat deshalb eine sofortige Schließung angeordnet und vollzogen hat. Der Betrieb handelt mit gebrauchten Kleidungsstücken und Accessoires.


Vierte Amtszeit von Prof. Thomas Schadt als Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg

Die Weichen für die Zukunft stellen

Ludwigsburg.| Staatssekretärin Petra Olschowski und Prof. Thomas Schadt haben heute (16.12.2019) in der Filmakademie Baden-Württemberg den Vertrag für eine vierte Amtszeit Schadts als Direktor und Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg unterzeichnet. Die vierte Amtszeit des seit 2005 tätigen Direktors beginnt am 1. April 2020 und findet Ende März 2025 ihren Abschluss.

„Das mir entgegengebrachte Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filmakademie Baden-Württemberg sowie des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst freut mich natürlich sehr“, erklärte der erneut im Amt bestätigte Direktor. „Damit verbunden sehe ich einen richtungsweisenden Auftrag für die Zukunft.“Prof. Thomas Schadt skizzierte die Ziele für die kommende Amtsperiode wie folgt: „Die Filmakademie wird sich in den nächsten Jahren spannenden Themen widmen, wobei das Hauptaugenmerk auf einer konsequenten Internationalisierung, einer größeren Gewichtung des Intellectual Property (Geistiges Eigentum, Stoffentwicklung) und einer Stärkung des Animationsinstituts liegen wird. Zudem setzen wir uns zusammen mit dem Animationsinstitut, aber auch der Akademie für Darstellende Kunst (ADK) hier in Ludwigsburg intensiv mit Themen auseinander wie einer formatoffenen Entwicklung, interdisziplinären Projekten, Gendergerechtigkeit, Diversität sowie ökologischer Nachhaltigkeit (z.B. Green Shooting und Green Office). Mein Bestreben wird sein, unter Einbeziehung dieser Themen die Filmakademie Baden-Württemberg auch weiterhin in der Spitzengruppe der internationalen Filmhochschulen zu halten.“

Staatssekretärin Petra Olschowski, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Filmakademie: „Unter der langjährigen Leitung von Thomas Schadt hat sich die Filmakademie herausragend entwickelt. Sie ist heute mehr denn je ein Aushängeschild für Baden-Württemberg als Animations-, Film- und Hochschulstandort. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Thomas Schadt. Unser gemeinsames Ziel ist, dass die Filmakademie ihren internationalen Spitzenplatz behauptet und weiter ausbaut“. Durch seine langjährige Zugehörigkeit ist Thomas Schadt bestens mit dem Ausbildungssystem und den internen Abläufen der Filmakademie Baden-Württemberg vertraut: Seit 1995 unterrichtete er als Dozent im Studienschwerpunkt Dokumentarfilm und wurde 2000 zum Professor ernannt. 2005 wurde Thomas Schadt zum künstlerischen Direktor und 2007 zum alleinigen Geschäftsführer der Filmakademie berufen. Prof. Thomas Schadt, 1957 in Nürnberg geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Fotograf, ehe er an der Film- und Fernsehakademie DFFB in Berlin studierte. Seitdem arbeitet er als Dokumentarist, Regisseur, Produzent und Kameramann. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Das Gefühl des Augenblicks“ (1989), „Der Autobahnkrieg“ (1993), „Wall Street“ (1997), „Der Kandidat“ (1998), „Berlin: Sinfonie einer Großstadt“ (2002), „Amok in der Schule“ (2004), „Der Mann aus der Pfalz“ (2009), „Der Rücktritt“ (2014) oder „ Fußball – ein Leben: Franz Beckenbauer“ (2015). Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Seit 2013 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Zuletzt drehte er unter dem Titel „Das Kino ist tot, es lebe das Kino“ einen Dokumentarfilm über die internationalen Filmfestspiele in Berlin. Der Film wird im Februar 2020 anlässlich der 70. Berlinale auf ARTE ausgestrahlt.

Die 1991 gegründete Filmakademie Baden-Württemberg zählt heute zu den international führenden Ausbildungsstätten für Film und Medien und ist mit rund 500 Studierenden eine der zahlenmäßig größten deutschen Filmhochschulen. Auf einem einzigartigen Campus in Ludwigsburg mit der Filmakademie, ihrem Animationsinstitut, dem Postgraduierten-Programm Atelier Ludwigsburg-Paris sowie der benachbarten Akademie für Darstellende Kunst erhalten die Studierenden eine breite interdisziplinäre und transmediale Vernetzung. Zur Lehrphilosophie gehören ein starker Praxisbezug durch über 300 Fachleute aus der Film- und Medienbranche, das Arbeiten in gemischten Teams vom ersten Semester an sowie enge Kontakte in den Markt mit etlichen Fernsehsendern, Streaming-Diensten und der regionalen Filmförderung.  Wachsende Bedeutung kommt einer internationalen Ausrichtung zu, etwa durch Austausch-programme mit renommierten Partnerhochschulen auf fünf Kontinenten. Für ausländische Gaststudierende wurde zudem ein spezielles Lehrprogramm mit englisch-sprachigen Unterrichtsmodulen entwickelt.


SG BBM Bietigheim hat gegen Elbflorenz den längeren Atem

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von Bernhard Gaus

Dresden.| Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim fühlt sich in fremden Hallen unverändert pudelwohl und feierte am Sonntag mit dem 25:29 (15:14) beim HC Elbflorenz bereits den fünften Auswärtssieg der Saison. Dresden steht nach der dritten Niederlage in Folge nur noch einen Punkt vor einem Abstiegsplatz.

„Tolle Halle, gute Stimmung, hat Spaß gemacht hier zu spielen“, war das Kurzfazit von Hannes Jón Jónsson nach dem Schlusspfiff. Die BallsportARENA, Baujahr 2017, war zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft. 2585 Zuschauer bereiteten den Teams eine „bundesligareife Atmosphäre“ (Jónsson). Und dass Siege Freude bereiten, das darf man dem Bietigheimer Trainer auch abnehmen.

Elbflorenz Coach Rico Göde haderte vor allem damit, dass seine Jungs nach einer 4-Tore-Führung keinen größeren Vorsprung mit in die zweite Halbzeit nehmen konnten „Wir gehen maximal enttäuscht in die Pause“, so der Elbflorenz- Trainer. „Jeder weiß, Konstanz ist ein Riesenthema bei uns.“

Den besseren Beginn erwischten die Gäste. „Wir haben genauso gespielt, wie wir das gegen Elbflorenz vorbereitet hatten“, sagte Jónsson. Bis zur 6:8-Führung steuerte Tim Dahlhaus zwei und Michael Kraus vier Treffer bei. Danach hatte sich die Elbflorenzer Hintermannschaft und ihr starker Schlussmann Mario Huhnstock zumindest auf die Abschlüsse des Ex-Weltmeisters eingestellt. Durch drei Unterzahlsituationen kamen die Schwaben anschließend aus dem Tritt und Dresden war mit einem 6:0-Lauf im Spiel. „Wir wussten, dass Elbflorenz alles reinhauen wird in dieses Spiel“, so Jónsson, „sind aber cool geblieben und haben den Kopf nicht verloren“.

Es dauerte dennoch einige Minuten, bis sich die Bietigheimer Handballer neu sortiert hatten. Dann beendete Dominik Claus‘ Treffer zum 12:9 den Lauf der Hausherren. Der starke Bietigheimer Halbrechte war es auch, der einen Elbflorenzer Ballverlust mit dem Pausenpfiff zum 15:14-Anschluss konterte.

Eine Szene, die Rico Göde auf die Palme brachte. „Damit lädst du eine gute Mannschaft wie Bietigheim ein, wieder ins Spiel zu kommen.“ Und da ließ sich der Bundesliga-Absteiger nicht zweimal bitten. Vier Umdrehungen des Zeigers waren gespielt, da nahm Göde seine erste Auszeit im zweiten Abschnitt. Bietigheim hatte die Partie zum 15:17 wieder gedreht und die Christian-Schäfer-Show schon ihren Anfang genommen. Der Bietigheimer Rechtsaußen traf im zweiten Abschnitt achtmal. Für den Routinier und Siebenmeterwerfer vom Dienst bei der SG BBM läuft’s in der jüngsten Vergangenheit wieder wie am Schnürchen. Die sechs Versuche gegen Dresden eingerechnet, verwandelte der 31-Jährige jetzt 18 Würfe in Serie vom Punkt.

„Wir musste viel versuchen in der zentralen Abwehr“, sagte Jónsson. „Dresden hat uns vor Aufgaben gestellt. Erst gegen Ende haben wir das mit dem jungen Niko Vlahovic in den Griff bekommen“. Erfolgreichster Dresdner Werfer war am Ende Jonas Thümmler mit sechs Toren vom Kreis. Er war mit verantwortlich, dass Elbflorenz bis zum 24:25 fünf Minuten vor dem Ende wieder den Anschluss schaffte. Doch er Ausgleich fällt im zweiten Abschnitt nicht mehr, weil Bietigheims Defensive vor Jonas Maier und dem später eingewechselten Jürgen Müller im Tor die Ruhe behält und die Werfer der SG BBM am Ende konzentrierter zuwerke geht. Jonas Link und Patrick Rentschler machen mit je zwei Toren den Deckel drauf für die Schwaben, während sich Elbflorenz mit einem Wechselfehler selbst dezimierte (Göde: „Den muss ich auf meine Kappe nehmen“). Doch die Szene gut zwei Minuten vor dem Ende war beim Stand von 24:27 höchstens noch der Stimmungskiller für das bis dahin fantastisch mitgehende Publikum in der BallsportARENA.

Die Verletzung von Martin Marčec könnte allerdings die Freude über den fünften Bietigheimer Auswärtssieg trüben. Der Linksaußen war gerade einmal vier Sekunden im Spiel, erzielte den Treffer zum 15:15 und blieb mit Schmerzen im Knie liegen. Jónsson: „Dem Jungen geht es nicht gut. Wie schwer die Verletzung ist, wissen wir erst morgen nach der Untersuchung.“

HC Elbflorenz: Huhnstock, Göres, Mohs; Thümmler (6), Dierberg (6/5), Greß (4), Pechstein (3/1), Gugisch (2/1), Kasal (2), Jungemann (1), Buschmann (1), Pulay, Dumcius, Hoffmann, Vanco, Quade.

SG BBM Bietigheim: Maier, Müller; Schäfer (9/6), Claus (5), Rentschler (5), Kraus (4), Link (3), Dahlhaus (2), Marčec (1), Asmuth, Fischer, Vlahovic, Öhler, Rønningen, Emanuel, Boschen.

Spielverlauf: 3:5 (9.), 6:8 (14.), 12:8 (21.), 14:11 (26.), 15:14 (30.), 15:18 (35.), 18:19 (39.), 19:22 (42.), 23:24 (50.), 24:27 (57.), 25:29 (60.).

Zeitstrafen: Vanco (23.), Gugisch (35.), Jungemann (58.) – Rønningen (13., 52.), Link (14.), Dahlhaus (16.), Asmuth (38.), Vlahovic (55.)

Siebenmeter: 7/9 – 6/6

Schiedsrichter: Matthias Klinke / Sebastian Klinke (Bundesligakader)

Zuschauer: 2585 (BallsportARENA Dresden, ausverkauft)


Startschuss für die Schönbuchbahn

Die Schönbuchbahn nimmt ihren Betrieb wieder auf: teilweise zweigleisig und durchgängig elektrisch!

Kreis Böblingen.| Die Schönbuchbahn fährt wieder, ab jetzt elektrisch! Nach dem Ausbau und der Elektrifizierung hat sie ihren Betrieb zum Fahrplanwechsel am Sonntag (15. Dezember) wieder aufgenommen. Bereits am Samstag feierte die Bevölkerung mit vielen Prominenten die Eröffnung nach über zwei Jahren Bauzeit. Neu gebaut wurde über eine Strecke von sechs Kilometern ein zweites Gleis. Die gesamte Strecke wurde elektrifiziert. Zudem wurde ein neues Betriebswerk am Böblinger Bahnhof gebaut.

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard konnte seine Erleichterung bei der Eröffnungsfahrt am Vormittag nicht verhehlen: “Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn das war ein hartes Stück Arbeit. Bis zum Schluss mussten alle Beteiligten am Bau enormen Aufwand betreiben, damit die Bahn elektrisch fährt. Auch die Betreibergesellschaft WEG musste ihr Personal unter den neuen Bedingungen auf den letzten Drücker unterweisen und im Umgang mit den neuen Elektro-Fahrzeugen schulen. Aber wir haben es geschafft – alle gemeinsam! Das größte und teuerste Verkehrsinfrastrukturprojekt in der Geschichte des Landkreises ist vollbracht. Ich bin froh, dass unser Partner im Zweckverband, der Landkreis Tübingen, unsere ambitionierten Plänen immer mitgetragen hat.”

In seiner Ansprache bedankte sich der Landrat auch bei Verkehrsminister Winfried Hermann, denn das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit rund 51 Millionen Euro.

Minister Hermann hob den nachhaltigen und ökologischen Charakter des Projekts hervor: „Nachhaltigkeit ist ein Leitmotiv der Landesregierung, besonders im Bereich der Mobilität. Die ausgebaute und elektrifizierte Schönbuchbahn bietet Pendlerinnen und Pendlern in engem Takt eine attraktive Alternative zum Pkw. Nur mit einer Verkehrswende sind die Ziele beim Klimaschutz und bei der Luftreinhaltung zu erreichen – als ob man bei Baubeginn schon geahnt hätte, dass der Klimaschutz jetzt in aller Munde ist. Vorhaben wie der Ausbau der Schönbuchbahn sind zentrale Voraussetzung für die Verkehrswende. Der Landeszuschuss ist gut angelegtes Geld, ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zu sauberer Mobilität ohne Stau.”

Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz bekräftigte: „Viele Böblinger Bürgerinnen und Bürger haben darauf gewartet: Die Schönbuchbahn ist zurück. Sie ist jetzt ausgebaut und fährt bald durchgehend elektrisch. Das ist höchst erfreulich für die Stadt und ihre Bürgerschaft. In Böblingen fährt die Bahn streckenweise auf einem zweiten Gleis und künftig auf der eigens dafür gebauten Überführung über die Herrenberger Straße. Der Böblinger Bahnhof als zentrale Drehscheibe ist wieder um eine Bahnlinie reicher, und die Orte im Schönbuch sind wieder sehr gut angebunden. Wir können stolz sein, dass es im Landkreis und der Stadt Böblingen solche Großbauprojekte gibt: Damit bringen wir den Umweltverbund entscheidend voran und investieren in nachhaltige, klimafreundliche und vernetzte Mobilität – zugunsten unseres Wirtschaftsstandorts und der Lebensqualität für alle.“

Startschuss für die Bauarbeiten war der Spatenstich für das Betriebswerk in Böblingen am Bahnhof im November 2016. Im Sommer 2017 begannen dann die Arbeiten für den zweigleisigen Ausbau zwischen Böblingen Zimmerschlag und Holzgerlingen-Hülben mit der Bahnunterführung unter die Böblinger Straße in Holzgerlingen sowie der Neubau des Haltepunktes Holzgerlingen-Hülben und die Neugestaltung des Bahnhofs Holzgerlingen, mit Bau eines Mittelbahnsteiges und einem zweiten Bahnsteiggleis. Zeitgleich wurde in Böblingen die Strecke vom Bahnhof bis zur Danziger Straße zweigleisig ausgebaut und die anspruchsvolle Bahnüberführung über die Herrenberger Straße errichtet. Danach wurden die Oberleitung errichtet, die Leitung für den Bahnstrom gezogen und die Leit- und Sicherungstechnik eingebaut.

Wie bei vielen Bauprojekten hatte auch der Zweckverband mit zahlreichen Unwägbarkeiten zu kämpfen, wodurch die Fahrgäste gezwungen waren, länger als geplant auf den Schienenersatzverkehr auszuweichen.

Doch am Ende zahlen sich die Bauarbeiten aus. Zwischen Böblingen und Holzgerlingen fahren die Bahnen in den Hauptverkehrszeiten künftig anstatt alle 30 Minuten im Viertelstundentakt. Durch den elektrischen Betrieb wird die Fahrzeit reduziert. Ab 2021 werden über 10.000 Fahrgästen pro Werktag erwartet. Die Prognose für den Zeithorizont 2025 kommt auf 14.000 Fahrgäste. Bis zuletzt waren pro Werktag 8.800 Fahrgäste mit der Bahn unterwegs.

Zur Ertüchtigung der Schönbuchbahn gehören auch neue, innovative Fahrzeuge. Die 25 Jahre alten acht Dieseltriebwagen werden ab 2021 durch leichte, komfortable Elektrotriebwagen ersetzt. Ihre Vorteile: Sie verbrauchen weniger Energie, sind antriebsstärker, schneller und belasten die Umwelt weniger mit Lärm und Emissionen. Der Zuschlag für Lieferung und Wartung der neuen Züge ging nach einer europaweiten Ausschreibung an den spanischen Hersteller CAF. Sie sollen im Juli 2021 ausgeliefert werden. Bis dahin fahren vier ausgeliehene Elektrozüge von der DB Regio und eigene Dieselfahrzeuge.

Damit der 15-Minuten-Takt zwischen Böblingen und Holzgerlingen wegen der steigenden Nachfrage mit je zwei Wagen gefahren werden kann, musste der Zweckverband beschließen, zu den ursprünglich bestellten neun Elektrotriebwagen, drei zusätzliche zu bestellen. Das Land hat dazu einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent in Aussicht gestellt.

Insgesamt belaufen sich die Baukosten für die Infrastruktur voraussichtlich auf rund 120 Millionen Euro.