Funkablesbare Kaltwasserzähler zulässig

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Kommunale Wasserversorgungsunternehmen dürfen funkablesbare Wasserzähler einbauen und betreiben. Ihnen stehen weder datenschutzrechtliche noch gesundheitliche Bedenken entgegen. Die Wüstenrot Immobilien GmbH, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf eine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs München (4 CS 21.2254) hin.

Im entschiedenen Fall wehrten sich die Eigentümer gegen neue Wasseruhren, weil sie den Bedingungen des Datenschutzes nicht entsprächen und sich aus ihnen gesundheitliche Gefahren ergäben. Das Gericht sah diese Einwände als nicht stichhaltig an. Funkablesbare Wasseruhren dienten dazu, auf effiziente Weise eine öffentliche Versorgungsaufgabe zu erfüllen, ohne die Häuser zu betreten. Mit ihnen könnten auch technische Defekte frühzeitig erkannt und damit ein undichtes Leitungsnetz oder Gefahren für die Wasserhygiene vermieden werden. Die Wasserversorger seien verpflichtet, den Datenschutz zu gewährleisten und sich bei den Herstellern der Geräte zu vergewissern, dass sie vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt sind.

Gesundheitliche Gefährdungen sah das Gericht nicht. Es bezog sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen zu Mobiltelefonen, deren Abstrahlung um ein Vielfaches höher sei als bei typischen Funkwasserzählern. Außerdem ergäbe sich aus Studien des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, auf die das Bundesamt für Strahlenschutz verweise, dass im Mobilfunk ein ursächlicher Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und den Beschwerden elektrosensibler Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne. Diese Einschätzung werde auch von der Weltgesundheitsorganisation geteilt.


Der gläserne User: Wie gut kennen uns die Datenkraken?

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Geschäftliche Information

Gerade haben wir noch im Online-Shop nach Waschmaschinen gesucht und plötzlich wirft Facebook mit Werbung nur so um sich. Was ist passiert? Woher kennt Facebook auf einmal unsere Bedürfnisse? Datenkraken gibt es im Netz viele und neue Gesetze beschleunigen die Datensammlung noch weiter. Doch nicht nur private Unternehmen haben Interesse an unseren Daten, sondern auch an behördlichen Stellen werden Informationen von Nutzer gesammelt.

Aber im Netz steigt die Zahl gesammelter Daten ständig an, da schlichtweg mehr Menschen das Internet nutzen und das im größeren Umfang. Besonders beliebt ist dabei die Unterhaltungsbranche im Netz, die mitunter den schnellsten Zuwachs verzeichnet. Personenbezogene Daten sind in diesem Fall speziell für die iGaming-Industrie von Bedeutung. Diese werden vonseiten des Staates mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag noch häufiger gesammelt als bisher. Demnach ist es künftig der Glücksspielbehörde in Deutschland erlaubt, sämtliche Daten und Anmeldungen über ein System namens OASIS zu sammeln und zu überwachen. Während es in Deutschland also implementiert wurde, gibt es noch immer Anbieter, die es den Nutzern ermöglichen, weniger private Infos preiszugeben. Casinos ohne Sperrdatei OASIS lassen sich nach wie vor finden und verlieren dabei nicht an Relevanz.

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts

Das Internet ist nicht mehr wegzudenken aus der heutigen Gesellschaft, doch der Faktor Sicherheit muss dabei ganz oben stehen. Heute gelten Daten als das Gold des 21. Jahrhunderts und darin steckt viel Wahrheit. Gigantische Datenbanken mit wichtigen Informationen bieten großes Potenzial zur Lieferung neuer Wertschöpfungen und Technologien. Machine Learning funktioniert ausschließlich aufgrund von Daten und Informationen. Zusätzlich sind vor allem personenbezogene Daten ein sehr begehrtes Gut in der Marketing-Industrie.

Tech-Riesen und Plattformen haben ein großes Interesse daran, private Daten von Nutzern im Netz zu erheben, doch die Datenschutzverordnungen müssen dabei eingehalten werden. Der Nutzer als gläsernes Produkt im Internet? Was sich gefährlich und gruselig anhört, muss nicht immer von Nachteil sein. Daten ermöglichen auch, das Erlebnis Internet für den Nutzer zu optimieren:

  • personalisierte Werbung entspricht den eigenen Interessen
  • Machine Learning optimiert das Nutzererlebnis im Internet
  • dynamische Inhalte können Langeweile verhindern
  • Datenschutz wird vor allem in Deutschland (fast) immer eingehalten

Hierzulande ist das DSGVO-Gesetz geltend für die Sicherheit – die Verarbeitung und Weitergabe gesammelter Daten wird hier klar reguliert. Ein Problem ist, dass viele Online-Nutzer nicht wissen, welche Daten überhaupt gesammelt werden und woraus Vor- und Nachteile resultieren. Die Rechte und Pflichten eines Datensammlers zu kennen, sind Grundvoraussetzung für den eigenen Datenschutz.

Welche Daten sammeln Datenkraken und was passiert damit?

Welche Daten tatsächlich erhoben werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundsätzlich gibt es heute fast kein Onlineunternehmen mehr, das keine Daten sammelt. Das Betriebssystem macht den Anfang, soziale Netzwerke wie Facebook übernehmen den Rest. Ein vehementer Unterschied besteht zwischen statistischen und anonymisierten Daten, die das Nutzerverhalten analysieren sollen.

Das Ziel dahinter ist es, Produkte besser auf die Bedürfnisse der Anwender anzupassen, ohne dabei eine einzelne Person auszuspionieren. Personenbezogene Daten hingegen werden gesammelt und genutzt, um sie an Werbedienstleister gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Soziale Netzwerke wie Facebook sammeln sehr umfangreiche Daten, sämtliche Aktionen auf der Plattform werden gespeichert. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, seine gespeicherten Daten einzusehen und so ein Bild zu bekommen, was genau analysiert wird. Am Beispiel von Facebook wären das unter anderem die folgenden Aspekte:

  • Facebook-Suchverlauf (nach Personen, Gruppen, Unternehmen)
  • Informationen des Profils (Fotos, Posts, persönliche Angaben)
  • Nachrichten des Messengers (Häufigkeit, Inhalt)
  • Zahlungsinformationen und Zahlungshistorie
Die eigenen Daten erfahren – ist das wirklich so einfach möglich?

Die EU-DSGVO hat 2018 festgelegt, dass alle Unternehmen den Nutzern und Kunden Auskunft über die verarbeiteten, personenbezogenen und gespeicherten Daten geben müssen.

Die Unternehmen wurden außerdem dazu verpflichtet, Anfragen maximal innerhalb eines Monats zu beantworten, nur in wenigen Fällen darf die Frist verdoppelt werden. Die Auskunftsfunktion ist jedoch nicht für jedermann gut sichtbar, sondern versteckt. Grund dafür dürfte sein, dass die Summe an Anfragen geringgehalten werden sollen.

Für den Nutzer wichtig zu wissen: Die Datenabfrage ist kostenfrei. Der Zugriff auf die persönlichen Daten wird als Downloadlink in Archiven bereitgestellt. Jeder hat das Recht entweder Teildaten oder vollständige Daten anzufordern.

Die eigenen Daten verwalten – ist das heute eigentlich möglich?

Nicht jeder, der Bestandteil der großen Datenkraken ist, ist damit automatisch unzufrieden. Kostenfreie Angebote werden häufig mit persönlichen Daten bezahlt, doch das wird billigend in Kauf genommen. Und doch erleben viele Online-Nutzer einen „Hallo-Wach-Moment“, wenn sie den Umfang der gespeicherten Daten erkennen.

Viel Veränderung ist bereits durch das eigene Verhalten möglich. Bei der Nutzung von Social-Media-Plattformen sollten sich Nutzer immer wieder die Frage stellen, welche Details wirklich geteilt werden müssen.

  • Braucht es die Kinderfotos auf Facebook wirklich?
  • Muss jeder andere wissen, wie es um den Beziehungsstatus bestellt ist?
  • Können alte Posts mittlerweile nicht doch gelöscht werden?
  • Sind all die Urlaubsbilder von vor zehn Jahren für das Nutzererlebnis noch relevant?

Datensparsamkeit hat Vorteile, denn dadurch lässt sich der digitale Fußabdruck reduzieren. Es gibt jedoch auch Dienste, die ohne die Angabe von Daten nicht funktioniert. Sparpotenzial ist auf jeden Fall vorhanden, für jeden Endverbraucher.

  • Cookies für personalisierte Werbung: Bei jedem Betreten einer neuen Website taucht ein Pop-up auf und informiert über Cookies. Der Nutzer selbst kann wählen, ob man sämtliche Cookies akzeptiert oder nur die notwendigen. Es ist möglich, Überwachungscookies auszuschalten und so zu verhindern, dass die Aktivitäten getrackt und weitergegeben werden.
  • Persönliche Daten schützen: Nicht jede Website ist zwingend auf die Eingabe der persönlichen Daten angewiesen. Das reale Geburtsdatum und der Klarname sind nur dann erforderlich, wenn es sich um ein verbindliches Rechtsgeschäft handelt. Um einen Newsletter zu abonnieren, braucht es diese Daten aber nicht.
  • Social-Media-Inhalte: Postings und Beiträge auf Social-Media können nur einzeln entfernt werden. Es lohnt sich, regelmäßig abzuchecken, welche alten Posts wirklich noch relevant sind oder womöglich heute gelöscht werden können. Alte und ungenutzte Profile sollten immer gelöscht werden. Es kann vorkommen, dass Datenbanken gestohlen und weiterverkauft werden, so gelangen Daten in falsche Hände.
Fazit: Gläserner Bürger im Internet – Nutzerdaten bedürfen Schutz

Online-Anbieter wissen längst, wie wertvoll Nutzerdaten sind. Um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen oder weiterzuverwenden, bewahren die großen Unternehmen die mühsam gesammelten Daten auf. Nutzer hingegen geben sie freiwillig heraus, oft ohne genaues Wissen, was später damit passiert. Nicht immer ist es eine unerwünschte Handlung, die Optimierung von Werbeangeboten und Inhalten kann von Vorteil sein.

Es ist allerdings ratsam, als Verbraucher einen Check zu machen, welche Daten überhaupt bereits gesammelt wurden. Es gibt Online-Angebote, die ohne Datenweitergabe nicht funktionieren. So etwa der Online-Shop, der zum Kauf von neuen Kleidern oder Möbeln genutzt wird.

In vielen anderen Fällen braucht es aber keine Daten, vor allem wenn es sich um (unnötige) kostenlose Angebote handelt, deren Nutzen nicht in Einklang mit dem Wert von geschützten Daten zu bringen ist. Erst Nachdenken und dann Daten preisgeben – ein Motto, das Online-Nutzer befolgen sollten.


TRUMPF Umsatz erstmals über 4 Milliarden Euro

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Leibinger-Kammüller: Verhaltener Ausblick auf Konjunktur, Warnung vor geopolitischen Risiken

Hochtechnologieunternehmen legt Zahlen für das Geschäftsjahr 2021/22 vor: Umsatz steigt um 20,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, Auftragseingang um 42,1 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. EBIT-Rendite steigt auf 11,1 Prozent. Zahl der Mitarbeiter weltweit wächst um knapp 2.000 auf 16.554, in Deutschland um 815.

Ditzingen, 27. Oktober 2022.| Die TRUMPF Gruppe verzeichnet zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2021/22 am 30. Juni 2022 mit einem starken Umsatzplus von 20,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2020/21: 3,5 Milliarden Euro) den bisher höchsten Umsatz der 99-jährigen Unternehmensgeschichte. Der Auftragseingang stieg um 42,1 Prozent auf einen Wert von 5,6 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2020/21: 3,9 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelte sich mit 468 Millionen Euro positiv und stieg gegenüber Vorjahr (370 Millionen Euro) um 26,8 Prozent. TRUMPF konnte das Ergebnis durch ein starkes Umsatzwachstum insbesondere im Geschäftsfeld EUV sowie durch Einsparungen bei den Sachkosten stabilisieren. Infolgedessen erzielte TRUMPF eine EBIT-Rendite von 11,1 Prozent (Vorjahr: 10,5 Prozent).

Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende des Vorstands von TRUMPF: „Dank eines konsequenten Krisenmanagements ist TRUMPF gut durch die Pandemie gekommen und hat die Lieferkettenengpässe bestmöglich pariert. Infolge der stark anziehenden Nachfrage im zweiten Halbjahr sind wir mit einem hohen Auftragseingang in das neue Geschäftsjahr gestartet. Dennoch bleibt für die kommenden Monate eine große Unsicherheit, wie sich die Engpässe in den Lieferketten, die hohe Inflation, steigende Material- und Energiepreise sowie Transportkosten auf unser Geschäft auswirken werden. Ich blicke auch angesichts der geopolitischen Unsicherheiten – neben dem Krieg in der Ukraine etwa die Spannungen zwischen den USA und China – nachdenklich auf die konjunkturelle Gesamtentwicklung. Wir spüren eine wachsende Zurückhaltung der Nachfrage in vielen Märkten.“

Die Umsatzanteile der TRUMPF Gruppe veränderten sich im Berichtszeitraum weg von Asien zugunsten Europas und Nordamerikas: Die Niederlande sind mit einem Umsatz von 838 Millionen Euro (Vorjahr 461 Millionen Euro) im Geschäftsjahr 2021/22 erstmals der umsatzstärkste Einzelmarkt von TRUMPF. Diese Steigerung entspricht einem Umsatzplus von 81,9 Prozent und ist auf das starke Wachstum des Geschäftsfelds EUV mit dem Kunden ASML zurückzuführen. Daneben haben sich die USA mit 656 Millionen Euro zum zweitstärksten Markt entwickelt; im vorangegangenen Geschäftsjahr lagen die USA noch auf Platz 3. Deutschland mit 589 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr 579 Millionen Euro) ist somit zum ersten Mal nicht mehr der größte Einzelmarkt von TRUMPF, sondern rangiert nur noch auf Rang 3. Der größte asiatische Einzelmarkt China blieb hinter dem starken Wachstum des Vorjahrs zurück und stieg nur um 9,6 Prozent auf 575 Millionen Euro (Vorjahr 525 Millionen Euro) und reiht sich somit auf dem vierten Platz ein.

Corona-Infektionen und Entwicklung der Mitarbeiterzahlen bis 30.6.2022

Zum Stichtag 30.6.2022 verzeichnete das Unternehmen weltweit 3.958 Corona- Infektionen (Vorjahr: 877), davon 822 in Ditzingen (Vorjahr: 114), was auf die insgesamt stärkeren Infektionen im Ausland sowie die fortgeschrittene Testdiagnostik und systematische Erfassung zurückzuführen ist.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von TRUMPF ist im Berichtszeitraum um knapp 2.000 gestiegen. So wurden insbesondere wieder in den Wachstumsfeldern EUV und Elektronik neue Stellen geschaffen. Zum Stichtag 30.06.2022 beschäftigte das Unternehmen weltweit 16.554 Mitarbeiter (Vorjahr: 14.767). In Deutschland stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 10,7 Prozent auf 8.417 Mitarbeiter (Vorjahr: 7.602). Davon sind 4.894 am Stammsitz in Ditzingen und Gerlingen tätig. Im Berichtsjahr absolvierten 521 junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium an der Dualen Hochschule. Die Quote lag mit 3,3 Prozent etwas unter Vorjahresniveau (3,6 Prozent).

Auswirkungen der Gas-Verknappung und Preiserhöhung / Klimaschutz

TRUMPF ist kein gasintensives Unternehmen und benötigt Gas vornehmlich lokal zum Heizen von Produktions- und Bürogebäuden. Das Verhältnis der Energiekosten zum Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 1,0 Prozent (42 Mio. Euro/4.223 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2022/23 erwartet das Unternehmen hingegen einen spürbaren Anstieg. Der Erdgasverbrauch der TRUMPF Gruppe betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 61.200 MWh. Dies entspricht 3.600 4-Personen-Haushalten. In Deutschland betrug der Verbrauch 35.600 MWh. Dies entspricht 2.000 4-Personen-Haushalten.

Im Berichtszeitraum 1.7.2021-30.6.2022 war das Unternehmen nur marginal von den Auswirkungen des Anstiegs der Gaspreise infolge einer Verknappung der Kapazitäten betroffen. Im April 2022 beschloss der TRUMPF Vorstand dennoch vorausschauende Maßnahmen insbesondere zur Gasreduzierung, die bis zum gegenwärtigen Tag anhalten. Ab Mai 2022 konnte der Gasverbrauch über die Sommermonate am Stammhaus in Ditzingen dadurch um gut die Hälfte reduziert werden. Die Hauptmaßnahmen waren der Einsatz neuer Wärmepumpen, die Reduzierung der Anlagenlaufzeiten sowie der Entfeuchtung bei den Klimaanlagen, vor allem in den Büros, sowie Anlagenoptimierungen (z.B. Senkung der Sollwerte). Für die heizungsintensiveren Wintermonate prüft TRUMPF derzeit weitere Maßnahmen.

Der Strombedarf der TRUMPF Gruppe weltweit beträgt 166.000 MWh, davon entfallen auf Deutschland 100.400 MWh. Dieser wird in der TRUMPF Gruppe zu 100 Prozent aus Grünstrom gedeckt, beziehungsweise durch Zertifikate kompensiert.

Ungeachtet der Energieverbrauchs- und Versorgungsdiskussionen hat TRUMPF weitere Maßnahmen zum Klimaschutz entsprechend der Klimastrategie des Unternehmens umgesetzt. Neben der Steigerung der Energieeffizienz an den Standorten weltweit, die jährlich 1,5 Prozent Strom sowie 3 Prozent Erdgas und Heizöl einsparen, steht die Steigerung der Energieeffizienz in der eigenen Fertigung durch die Nutzung von Prozess-Abwärme aus der Produktion zum Heizen im Fokus. Auf der Kundenebene hat das Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks der Produkte vorangetrieben.

Investitionen und Akquisitionen

Während im Vorjahr pandemiebedingt Investitionen zurückgefahren wurden, stiegen diese im Geschäftsjahr 2021/22 wieder an. Insgesamt investierte TRUMPF 218 Millionen Euro (Vorjahr 145 Millionen Euro) in Grundstücke und Bauten, technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Im Juli 2021 steigerte TRUMPF die bestehende Beteiligung am Dresdner Softwareunternehmen ZIGPOS GmbH von 25,1 Prozent auf 51,3 Prozent. Im August 2021 vereinbarte TRUMPF mit dem italienischen Unternehmen STARMATIK S.r.l. eine strategische Partnerschaft und erwarb eine Beteiligung von 25,1 Prozent an STARMATIK. Die Anteile der ebenfalls in Italien ansässigen SISMA S.p.A. wurden zum Jahreswechsel 2021/22 von vormals 55,0 Prozent auf 100,0 Prozent aufgestockt. Zu Beginn des Jahres 2022 erwarb TRUMPF eine Beteiligung von 80,0 Prozent an der Active Fiber Systems GmbH (AFS) in Jena zur Weiterentwicklung des Ultrakurzpuls-Laserportfolios. Im Mai 2022 erwarben wir die noch ausstehenden 49,0 Prozent am indischen Softwareentwickler TRUMPF Metamation Private Limited.

TRUMPF ist ein weit über dem Branchenschnitt liegendes forschungsintensives Unternehmen. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung stieg um 14,3 Prozent auf 2.623 (Vorjahr 2.294). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen mit 448 Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahr (382 Millionen Euro). In Relation zum stark gestiegenen Umsatz reduzierte sich die Entwicklungsquote zwar leicht auf 10,6 Prozent (Vorjahr 10,9 Prozent), befand sich aber weiterhin auf einem sehr hohen, weit über Branchendurchschnitt liegenden Niveau.


Wieder im Takt

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Die Olgäle-Stiftung ermöglicht den Kauf eines Hightech-Systems für das Kinderherzzentrum und neuer Software im Wert von insgesamt 360.000 Euro anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums

Stuttgart.| Die Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V. hat den Kauf der hochmodernen Elektrophysiologieanlage im Wert von einer Viertelmillion Euro anlässlich ihres 25- jährigen Jubiläums ermöglicht und heute an Prof. Dr. Gunter Kerst, Leiter des Zentrums für angeborene Herzfehler, übergeben. Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung bei Kindern. Im Zentrum für angeborene Herzfehler (ZAHF) im Olgahospital werden jährlich rund 1.000 Patienten stationär betreut und 200 Operationen bei Kindern sowie 80 Operationen bei Erwachsenen am Herzen durchgeführt. Mit dieser neuen elektrophysiologischen Hightech-Anlage kann nun die ganze Bandbreite an minimal- invasiven Behandlungen erstmals Röntgenstrahlen-frei oder zumindest mit einer enorm verminderten Menge an Röntgenstrahlen durchgeführt werden. „Die Gesundheit der kleinen Herz-Patienten ist uns eine echte Herzensangelegenheit“, betont Dr. Stefanie Schuster, Präsidentin der Olgäle-Stiftung, „Ich freue mich besonders, Ihnen dieses Gerät dank vieler Spenderinnen und Spender anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums für die hochkomplexen Eingriffe übergeben zu dürfen“.

Seit Sommer 2022 ist Prof. Dr. Gunter Kerst Leiter des Herzzentrums im Olgahospital. Er behandelt Herzrhythmusstörungen mithilfe der hocheffektiven Ablationstherapie. „Im Zentrum für angeborene Herzfehler werden Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau interdisziplinär und interprofessionell behandelt. Mit Prof. Gunter Kerst ist der führende Experte in der interventionellen Elektrophysiologie zur Behandlung von Herzrhythmus- störungen im jungen Lebensalter in Deutschlands größtem Kinderkrankenhaus, dem Olgahospital, tätig“, so Prof. Jan Steffen Jürgensen, Vorstand im Klinikum Stuttgart.

Für Kinder sind Herzrhythmusstörungen nur selten lebensgefährlich. Sie sind jedoch für die Familien eine große Belastung im Alltag – und können langfristig zu einer Herzschwäche führen. Da Medikamente nicht immer zuverlässig wirken und bei Kindern möglichst vermieden werden sollen, ist eine minimal-invasive Behandlung mit dem Katheter meist die zuverlässigere Option, die ungewünschten Störungen loszuwerden.

Die von Prof. Kerst durchgeführte minimalinvasive Ablationstherapie ist schonend und sehr effektiv. Durch Veröden der Erregungsherde können die Störungen dauerhaft werden. Dank des neuen Hightech-Geräts können die Eingriffe frei von Röntgenstrahlen durchgeführt werden. Davon profitieren besonders Kinder und Jugendliche, aber auch alle anderen Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern – bis ins hohe Erwachsenenalter.

„Wir sind in Stuttgart eines von wenigen Zentren in Deutschland, das Katheterablationen dieser teilweise hochkomplexen Herzrhythmusstörungen mit solch hoher Expertise und dieser hervorragenden Hightech Ausstattung anbietet“, weiß Prof. Dr. Kerst. „Für Kinder und Jugendliche sind wir sicherlich das führende Zentrum in Deutschland für die Röntgenstrahlenfreie Katheterablation. Dieses Vorgehen wird auch durch die gestiftete, hochmoderne EPU-Anlage ermöglicht, für die ich der Olgäle-Stiftung sehr dankbar bin“.

Zwei weitere Anschaffungen der Olgäle-Stiftung in Höhe von insgesamt 110.000 Euro kommen ebenfalls herzkranken Kindern zugute und sind in der Radiologie angesiedelt. Ein modernes Software-Paket für die MRT erweitert durch optimierte Bildgebung die diagnostischen Möglichkeiten dieser nicht-invasiven und völlig schmerzfreien Unter- suchungsmethode am Herzen. Chronische Erkrankungen des Herzmuskels und Herzmuskelentzündungen können so besser abgebildet werden. Die entstandenen Bilddaten lassen sich mittels einer neuen Analyse-Software halb-automatisch auswerten und ermöglichen eine effektivere und schnellere Untersuchung. Auch das Vorhandensein einer Herzmuskelentzündung lässt sich zuverlässig abklären und erspart mitunter eine Herzkatheteruntersuchung.

„Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielt eine schnelle und zuverlässige Analyse der entstandenen Bilddaten eine entscheidende Rolle“, so PD Dr. Thekla von Kalle, Ärztliche Direktorin der Radiologie. „Wenn wir dann sogar einen invasiven Eingriff vermeiden können, haben wir viel für die jungen Patienten gewonnen“. Das neue Software-Paket hilft auch bei MRT-Folgeuntersuchungen, wenn es darum geht, den Verlauf von Herzmuskelentzündungen zu beurteilen. Aufgrund der seit Corona immer häufiger auftretenden Myokarditiden ist eine solche Abklärung auch in der Kinder- und Jugendmedizin besonders wichtig. Stiftungs-Präsidentin Dr. Stefanie Schuster stimmt zu: „Ich bin froh, dass die kleinen Herz-Patienten im Olgäle nun noch besser versorgt werden können und hoffe, dass ihre Herzen dank der Unterstützung unserer Spender bald wieder im richtigen Takt schlagen.“

Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V.

Seit 25 Jahren hilft die Olgäle-Stiftung erfolgreich den kranken Kindern und deren Eltern im Olgahospital in Stuttgart, um die Situation, unabhängig von deren Krankheitsbild, zu erleichtern und die medizinische Versorgung stetig zu verbessern. Gleichzeitig setzt sich die Stiftung auch als Lobby für die kleinen Patienten und Familien ein und wird dort aktiv, wo Stadt, Land und Krankenkassen an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Aufenthalt der oft schwerstkranken Kinder im Stuttgarter Olgahospital, Deutschlands größtem Kinderkrankenhaus, durch eine kindgerechte Atmosphäre angenehmer zu gestalten, die psychosoziale Betreuung der kleinen Patienten und ihrer Eltern zu verbessern, modernste medizinische Geräte anzuschaffen und Fortbildung und Forschung zu fördern.

Olgahospital im Klinikum Stuttgart

In Deutschlands größter Kinderklinik, dem Olgahospital des Klinikums Stuttgart, werden jährlich über 16.000 kranke Kinder und Jugendliche stationär behandelt. Hinzu kommen mehr als 100.000 ambulante Patientenkontakte. In fünf pädiatrischen und drei operativen Fachabteilungen (Kinderchirurgie, Kinderorthopädie und Kinder-HNO) wird, unterstützt von Kinderradiologie, Kinderanästhesie und weiteren Spezialbereichen wie der Kinderkardiologie, in interdisziplinärer Zusammenarbeit nahezu das komplette Behandlungsspektrum in der Kinder- und Jugendmedizin angeboten. In den pädiatrischen Spezialambulanzen und dem Sozialpädiatrischen Zentrum kümmert man sich um die ambulante Versorgung von chronisch und schwer kranken Kindern. Notfälle (ambulant und stationär) werden rund um die Uhr versorgt. Zusammen mit der Frauenklinik bildet das Olgahospital das zweitgrößte Perinatalzentrum Deutschlands.

Spendenkonto Olgäle-Stiftung:
BW-Bank Stuttgart
IBAN DE22 6005 0101 0002 2665 50 BIC SOLADEST600
Weitere Informationen unter: www.olgaele-stiftung.de.


Ernstfall im Albvorlandtunnel geprobt

650 Kräfte im Großeinsatz

Bei einem Großeinsatz haben insgesamt 650 Kräfte am vergangenen Samstag den Ernstfall im Albvorlandtunnel geübt. Es galt, einen im Tunnel liegen gebliebenen ICE zu evakuieren. Vermeintlich Verletzte mussten geborgen und aus dem Tunnel gerettet werden – für die Rettungskräfte „eine Herausforderung, die sie gut gemeistert haben“, sagte Kreisbrandmeister Guido Kenner in einer ersten Manöverkritik.

Kreis Esslingen.| Um kurz nach 10 Uhr ging bei der Integrierten Rettungsleitstelle in Esslingen der Notruf ein: Ein ICE aus Richtung Ulm war im Albvorlandtunnel in Fahrtrichtung Stuttgart etwa in der Mitte des acht Kilometer langen Tunnels liegen geblieben. Passagiere machten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Tunnelausgang, rund 30 Personen – für den Übungseinsatz eigens als Verletzte geschminkt – blieben im Zug zurück und mussten von der Feuerwehr gerettet, von den Rettungskräften versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht werden – so war das Szenario aufgebaut, das Mitarbeitende des Amts für Katastrophenschutz und Feuerlöschwesen im Esslinger Landratsamt in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Rettungsdiensten bis ins kleinste Detail ausgetüftelt hatten.

Rund zehn Monate haben die Planungen gedauert, bevor am vergangenen Samstag die größte Einsatzübung der vergangenen Jahre über die Bühne ging. So genannte Portalfeuerwehren, die umliegenden Wehren nahe des West- und Ostportals rückten aus. Rettungskräfte wurden alarmiert. Mittendrin war Kreisbrandmeister Guido Kenner, der seit Sommer dieses Jahres die Fäden bei der Feuerwehr und im Amt für Katastrophenschutz in der Hand hält. Der Kreisbrandmeister selbst war in die Übungsplanung nicht mit eingebunden – er hatte bei der Großübung den Einsatz zu leiten.

Nach gut sechseinhalb Stunden im Einsatz zog der Kreisbrandmeister bei der Manöverkritik im Kirchheimer Feuerwehrhaus erste Schlüsse: „Die Technik im Tunnel hat problemlos funktioniert“, diesen Eindruck hätten ihm die Rettungskräfte beim Einsatz vor Ort vermittelt. Und: „Wir haben die Übungsaufgabe gut gemeistert.“ Die Einsatzkräfte hatten auch ein Kleinkind – dargestellt als Puppe im Maxi-Cosi – in einem Zugabteil entdeckt und bergen können – das war das kniffligste Detail der gestellten Aufgabe.

Gleichwohl habe die Übung „die eine und die andere Baustelle aufgezeigt, an der wir noch arbeiten müssen“, sagte der Kreisbrandmeister. Zum Beispiel gelte es, die Wege der Einsatzfahrzeuge zu optimieren, damit im Ernstfall ein reibungsloser Abtransport Verletzter gelinge. Die Übung war – neben dem gemeinsamen Einsatz der verschiedenen Feuerwehren – auch dazu gedacht, die Kommunikationsstrukturen zu prüfen und die Standorte der jeweiligen Rettungseinheiten beim Einsatz im Tunnel abzustimmen.

Landrat Heinz Eininger, die Erste Landesbeamtin Marion Leuze-Mohr sowie die Oberbürgermeister und Bürgermeister der beteiligten Feuerwehren Kirchheim/Teck, Dettingen/Teck, Wendlingen, Köngen, Oberboihingen, Unterensingen, Weilheim/Teck, Nürtingen, Filderstadt und Wernau waren vor Ort, um sich einen Eindruck von der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren und der Rettungskräfte vom DRK-Rettungsdienst, dem Malteser Hilfsdienst Bezirk Neckar-Alb, den DRK-Kreisverbänden Esslingen und Nürtingen-Kirchheim/Teck und dem Technischen Hilfswerk zu verschaffen. „Das sind schon ganz neue Herausforderungen, die auf unsere Feuerwehren mit einem Einsatz in diesem Tunnel zukommen“, sagte der Landrat. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, bei der Rettungsübung im Albvorlandtunnel im Speziellen sowie für ihr ehrenamtliches Engagement im Allgemeinen. „Aus Sicht der Bürgermeister ist nochmal klargeworden, welche Leistungen die Wehren hier bringen müssen“, sagte Bürgermeister Florian Schepp.

Die Übung im Albvorlandtunnel war die erste von insgesamt vier Einsatzübungen, die in den Tunneln auf der Schnellbahnstrecke zwischen Ulm und Wendlingen vor der Inbetriebnahme im Dezember dieses Jahres vorgesehen sind.


Oscar Bergendahl fällt verletzt aus

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Stuttgart.| Der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart muss sechs bis acht Wochen auf Oscar Bergendahl verzichten. Der schwedische Kreisläufer hat sich im gestrigen Heimspiel eine Innenbandruptur im linken Knie zugezogen.

In der ersten Halbzeit des Heimspiels gegen den ASV Hamm-Westfalen zog sich Oscar Bergendahl bei einem unglücklichen Zusammenstoß mit Teamkollege Samuel Röthlisberger nach einem Zweikampf am Kreis eine Innenbandruptur im linken Knie zu. Dies wurde nach einer MRT-Untersuchung durch die Ärzte in der Sportklinik Stuttgart am heutigen Montag diagnostiziert.

Bergendahl, der in der laufenden Saison in neun Spielen 17 Tore erzielt hat, wird in Folge der Verletzung voraussichtlich sechs bis acht Wochen ausfallen. Somit kann der TVB frühstens im Dezember wieder mit dem Einsatz des 192cm großen Kreisläufers planen.


SVL mit schlechtem Start gegen Spandau

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Das erste Bundesligaspiel im neuen Sportbad Neckarpark Stuttgart: Für den SV Ludwigsburg zum Auftakt gleich der Knaller, doch das Topspiel gegen den Rekordmeister Spandau 04 geht deutlich verloren. Schließlich heißt es 4:22.

Das erste und das letzte Tor im Bundesliga-Wasserballspiel Ludwigsburg gegen Spandau 04 macht der SVL. Das ist aber eine der wenigen wirklich guten Nachrichten des Spieltags Nummer eins für die Ludwigsburger. Schlussendlich geht die Partie mit 4:22 deutlich verloren.

Der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle sagt nach dem Abpfiff: Von einem Fehlstart wolle er zwar nicht sprechen, es sei abzusehen gewesen, dass sich Ludwigsburg relativ wenig hätte ausrechnen können. Spandau sei „gespickt mit Nationalspielern, was bei uns nicht der Fall ist“. Die SVL-Spieler hätten die Chancen, die sie sich erarbeitet haben, aber schlecht genutzt. Daran gelte es zu arbeiten. Und jetzt? „Mund abwischen, Blick nach vorne, und dann beim nächsten Spiel in Potsdam besser machen.”

Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel erklärt, „das war sicherlich nicht das erhoffte Spiel – das muss man ganz klar sagen“. Niemand habe erwartet, dass der SVL Spandau würde schlagen können. Aber alle hätten gehofft, „dass wir uns besser aus der Affäre ziehen“. Leider nicht geschafft. Eine Analyse unmittelbar nach dem Spiel sei schwierig.

Nagel sagt: „Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, haben es dann aber nicht geschafft uns so zu verkaufen, wie es vielleicht drinnen gewesen wäre“. Spandau habe „Qualität”, der neue Center Luca Marziali und der Flügelspieler Kholod, Dimitri seien “richtig, richtig gut. Wir sind noch nicht so weit.“ Erfreulich sei, dass „Tobias Bauer und Ivo Dzaja recht unbekümmert aufgespielt haben und ihr Tor gemacht haben“. Der Start in die neue Saison hätte besser laufen können, keine Frage. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb? – werde Ludwigsburg am kommenden Samstag beim Spiel in Potsdam angreifen.

Der Trainer Marko Martinic sagt: Spandau sei schlicht besser gewesen. Und sein Team sei nicht gut organisiert gewesen. Das Problem sei nicht, dass Ludwigsburg gegen Spandau verliere. Das Problem sei, wie man verliere – sprich mit zu vielen Gegentoren. „Wir waren nicht hart genug, klar, wir sind ein junges Team, aber wir müssen besser spielen.“ Die Mannschaft sei – mit Blick auf den Euro Cup am vorigen Wochenende – zwei Schritte nach vorne gegangen, „aber dann gehen wir wieder sechs Schritte zurück“.

In Potsdam gebe es keine Ausreden, „dort müssen wir gewinnen“. Exakt diese Worte wählt auch Nino Blazevic, einer der routiniertesten SVL-Spieler im Kader: „Keine Ausreden, das nächste Spiel müssen wir gewinnen.“ Die Mannschaft habe gegen Spandau nicht so gespielt, wie mit dem Trainer abgesprochen. „Wir haben zu viele Konter bekommen und oft nicht gut verteidigt.“ Nun gelte es, das Spandau-Spiel zu analysieren – und dann das miese Ergebnis zu vergessen.

Aleksa Manic sagt, „wir haben nun eine Woche Zeit für die Vorbereitung auf Potsdam – wir müssen uns besser konzentrieren – alles wird gut bis zum nächsten Spiel“.

Gut drei Stunden vorher, Samstagnachmittag, 15.30 Uhr. Los geht‘s. Der SVL gewinnt das Anschwimmen. Angriff, Tor SVL. 1:0 durch Mikail Metodiev. Guter Start. Aber quasi im Gegenzug fällt der Ausgleich. 1:1. Foul SVL, Fünfmeter für Spandau. Treffer zum 1:2. Fünfte Minute, Angriff Spandau, Tor. 1:3. Nächster Angriff der Berliner, abgewehrt. Überzahl SVL. Nichts draus gemacht. Angriff Spandau, Treffer. 1:4. Und wenig später das 1:5 und dann auch noch das 1:6. Pause. So hatten sich die Ludwigsburger den Start in die neue Saison nicht vorgestellt. Fünf Tore Rückstand nach acht Minuten.

Das zweite Viertel beginnt mit dem 1:7. Foul SVL. Strafwurf für Spandau – das 1:8. Wenig später auch noch das 1:9 und das 1:10. Foul Spandau, Strafwurf SVL, gehalten. Dann fallen das 1:11 und das 1:12. Ein Tag zum Vergessen und Abhaken für Ludwigsburg. Dieses Spiel ist wohl verloren – bereits vor der Halbzeit. Dann der Pfiff. Pause. Gedrückte Stimmung auf der Bank und auf den Zuschauerrängen.

Die zweite Hälfte kann aus Ludwigsburger Sicht nur besser werden. Wird sie aber kaum. Eine Parade des SVL-Torwartes Josip Katuša. Angriff Ludwigsburg, aber kein Treffer. Dann geht das Berliner Schützenfest weiter, das 1:13 und das 1:14. Foul SVL, Fünfmeter für Spandau. 1:15. In der vierten Minute des Viertels gelingt Nino Blazevic der Anschlusstreffer zum 2:15. Auszeit. Danach fällt das 2:16. Überzahl Spandau – und das 2:17. Das letzte Viertel. In der ersten Minute fällt das 2:18, wenig später das 2:19.

Ein SVL-Angriff, ein Schuss aufs Spandauer Tor, daneben. Foul SVL, Straffwurf Spandau. Parade Josip Katusa. Ein kleines Erfolgserlebnis, mehr nicht. Nächster Angriff SVL, Treffer durch Tobias Bauer. Das 3:19. Doch das ist nur Ergebniskosmetik. Die herbe Niederlage ist nicht mehr zu verhindern. Bald fallen das 3:20 und das 3:21. Auszeit Ludwigsburg. Angriff SVL. Ohne Zählbares, wieder kein Tor. Aber noch eins für Spandau. 3:22. Zum Schluss macht der SVL-Neuzugang Ivo Dzaja noch das 4:22.

Und dann ist die erste Ludwigsburger Partie in der neuen Saison im neuen Bad zu Ende. Der Trainer Martinic sagt noch: Der Club habe sich eine bessere Premiere erhofft. Auch für die Zuschauer.


Erstes Brennstoffzellen-Fahrzeug für das Straßenbauamt

  • Landkreis Esslingen erreicht einen Meilenstein auf dem Weg zur emissionsfreien Straßenmeisterei
  • Das Projekt wird von Bund und Land mit mehr als einer halben Million Euro gefördert

Das Straßenbauamt des Landkreises Esslingen hat den ersten Lastkraftwagen mit Brennstoffzellen-Antriebsstrang in seinen Fuhrpark übernommen. Das Fahrzeug wurde am Mittwoch, 19. Oktober mit einer Jungfernfahrt im Beisein von Verkehrsminister Winfried Hermann sowie den Landräten Heinz Eininger und Edgar Wolff in der Straßenmeisterei Kirchheim unter Teck in Dienst gestellt.

Bei dem Fahrzeug mit Doppelkabine und Pritsche mit einer zulässigen Gesamtmasse von 4,6 Tonnen handelt es sich um das erste von zwei Wasserstoff-Fahrzeugen, die im Projekt „Emissionsfreie Straßenmeisterei“ im Landkreis Esslingen (LKES²) als Pilot-Serienfahrzeug in Einsatz kommen. Der Landkreis kooperiert dabei mit dem Institut für nachhaltige Energietechnik und Mobilität (INEM) an der Hochschule Esslingen und Partnern aus der regionalen Wirtschaft.

„Mit dem Einsatz dieses Fahrzeugs machen wir einen großen Schritt auf dem Weg zu einer emissionsfreien Straßenmeisterei und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Landrat Heinz Eininger. Im Straßenbetriebsdienst wird den schweren Nutzfahrzeugen im Alltag häufig ein hoher Energieeinsatz abverlangt. Dem aktuell noch deutlich kostengünstigeren batterieelektrischen Antrieb sind deshalb Grenzen in Sachen Reichweite und Robustheit gesetzt. Bei Fahrzeugen mit einem Brennstoffzellen-Antriebsstrang kommen weitere Vorteile zum Tragen: Durch die Ergänzung des batterieelektrischen Antriebs durch Brennstoffzelle und Wasserstofftanks hat der Lastkraftwagen eine Reichweite von rund 500 Kilometern, zudem zeichnet er sich durch eine hohe Robustheit aus.

„Etwa 99 Prozent der schweren Nutzfahrzeuge sind immer noch dieselbetrieben. Das Potential zur Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge ist daher gerade in diesem Fahrzeugsektor enorm. Der Einsatz der Brennstoffzelle kann diese Lücke schließen. Vor allem im Schwerlastverkehr ist ihr Einsatz sinnvoll. Daher möchten wir als Land die Brennstoffzellentechnologie entschieden vorantreiben“, sagt Landesverkehrsminister Hermann, der Jungfernfahrt vom Aufbruch in eine neue Zeit sprach.

Das Projekt ist Teil des Wettbewerbsbeitrags „H2Rivers“ und wurde Rahmen des HyLand-Förderprogramms des Bundes als Gewinnerregion in der Kategorie „HyPerformer“ ausgewählt. Das Projekt hat ein Volumen von insgesamt rund 950.000 EUR. Die Beschaffungen werden im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 388.500 EUR durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Das Land Baden-Württemberg fördert die Fahrzeugbeschaffungen mit weiteren 200.000 EUR im Rahmen der Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität.

Die Herstellung der Nutzfahrzeuge mit alternativem Antriebsstrang ist durch einen hohen Anteil regionaler Wertschöpfung gekennzeichnet. Hersteller ist das Unternehmen Elektrofahrzeuge Stuttgart (EFA-S GmbH) mit Sitz in Zell unter Aichelberg im Landkreis Göppingen. Das vom Hersteller entwickelte Antriebskonzept ermöglicht im Segment der Kleintransporter eine hohe Reichweite bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,6 Tonnen. Weiter ermöglicht der drehmomentstarke Elektromotor die Koppelung des Fahrzeuges an einen zusätzlichen 2,5 Tonnen-Anhänger. Das Fahrzeug ist in dieser Kombination auf dem Fahrzeugmarkt der erste seiner Art.

Nach der Beschaffung des ersten batterieelektrischen Lastkraftwagens für das Straßenbauamt im Herbst 2020 setzt der Landkreis Esslingen nun auch mit dem Einstieg in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie auf Zukunftstechnologien. „Das reine Wasserstoffauto war bis vor Kurzem für alle noch außer Reichweite, die Entwicklung, das System zu teuer. Nun sehen wir Wasserstoff als das Erdgas der Zukunft. Ich freue mich, dass unser Straßenbauamt gemeinsam mit einem Hersteller aus dem Landkreis Göppingen hier mit gutem Beispiel vorangeht“, sagt Landrat Edgar Wolff.

Die Vorteile dieses Fahrzeugkonzepts liegen nach Einschätzung von Experten in den sehr guten Marktperspektiven der Fahrzeuge: Diese können nicht nur in Straßenmeistereien zum Einsatz kommen, sondern bilden auch das klassische Nutzungsspektrum eines Fahrzeugs in kommunalen Bauhöfen ab. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Fahrzeug an bestehenden 700 bar Wasserstoff-Tankstellen betankt werden kann. Im Landkreis sind solche Tankstellen bisher in Wendlingen am Neckar und am Landesflughafen in Betrieb. Weitere Tankstellen, an denen klimaneutral gewonnener grüner Wasserstoff getankt werden kann, sind im Kreisgebiet bereits in konkreter Planung und werden in den kommenden Jahren schrittweise zur Verfügung stehen.

Das Straßenbauamt des Landkreises Esslingen betreut die Landkreise Esslingen und Göppingen. Die Unterhaltung (einschließlich Winterdienst und Grünpflege) des gesamten Straßennetzes der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erfolgt durch die Straßenmeistereien in Deizisau, Kirchheim unter Teck und Geislingen an der Steige. Das erste Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb kommt im Straßenunterhaltungsdienst zum Einsatz – im Besonderen in der Straßenmarkierungskolonne.

Sobald sich das Pilotfahrzeug in der betrieblichen Praxis bewährt, wird es reguläre Ersatzbeschaffungen ersetzen können.


Zinsanstieg bremst Pläne von Immobilieninteressenten aus

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Der Anstieg der Bauzinsen auf aktuell rund drei Prozent für einen Standard-Immobilienkredit bremst die Ambitionen vieler Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf einen geplanten Immobilienerwerb aus: Nach einer repräsentativen Umfrage* von Wüstenrot will  aktuell eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten ihr Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Noch deutlicher wird die Zurückhaltung im Bereich der Immobilienmodernisierung: Hier wollen 60 Prozent der Sanierungsinteressenten ihr Vorhaben erst einmal verschieben. 

Bernd Hertweck, Vorstandsvorsitzender von Wüstenrot: „Derzeit kommt vieles zusammen. Denn die langjährige Ära extrem niedriger Zinsen ist zweifellos vorbei. Diese Entwicklung hemmt, im Zusammenspiel mit den derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten und weiterhin hohen Preisen für Bestandsimmobilien, Baumaterialien und Handwerkerleistungen, ganz deutlich die Bereitschaft, die persönlichen Immobilienpläne in Angriff zu nehmen“. Dies ist sowohl für die betroffenen Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt keine gute Botschaft. Denn nach Einschätzung von Wüstenrot wird mit dieser Zurückhaltung das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2022 im Neubau 400.000 Wohnungen errichten zu können, zunehmend unrealistisch.

Jüngere müssen besonders spitz rechnen

Besonders negative Auswirkungen hat der Zinsanstieg für jüngere Kauf- oder Sanierungsinteressenten. In den Altersklassen 18-34 Jahre und 35-44 Jahre sagen jeweils mehr als 20 Prozent, dass sie den Immobilienerwerb sogar ganz aufgegeben haben. In den Altersklassen 45-54 Jahre und 55-64 Jahre liegen diese Absichten mit 14 Prozent beziehungsweise 16 Prozent deutlich darunter. Die Gründe liegen auf der Hand: Insbesondere der Mangel an Eigenkapital erschwert es jüngeren Menschen, die bisher wenig ansparen konnten, am Beginn ihrer beruflichen Karriere stehen oder erst noch weitere Karriere- und Gehaltschritte vor sich haben, ihren Immobilientraum zu realisieren. Hertweck: „Angesichts der absehbaren Herausforderungen für die  Altersversorgung kommender Generationen und für die politisch erwünschte Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise ist dies Fatal. Zumal eine eigene Immobilie langfristig nicht nur finanziell positive Wirkungen entfaltet, sondern ebenso im sozialen und familiären Umfeld“.

Wohneigentum wieder erreichbar machen

Um Wohneigentum für breitere Schichten zu einem realistischen Ziel werden zu lassen, sind aus Sicht von Wüstenrot intelligente Lösungsansätze gefragt. So sollte die staatliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen unbedingt verstetigt und langfristig ausfinanziert werden. Insbesondere für junge Menschen, die in eine Alt-Immobilie investieren und diese dann zum Beispiel energetisch auf Vordermann bringen wollen, ist diese kaum verzichtbar. Denn in der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre gab über ein Drittel an, dass ihr Vorhaben für sie ohne einen Zuschuss vom Staat nicht realisierbar wäre, sowie ein gutes Viertel, dass die Förderung ein fest eingeplanter Baustein der Finanzierung sei.

Zudem sollte Bauen bei uns wieder einfacher und damit kostengünstiger werden. Auch kann es sich für Immobilienkäuferinnen und -käufer lohnen, den eigenen Anspruch an die Wohnfläche zu überdenken. Mit cleveren Grundrissen und Möblierungskonzepten muss dies keinen großen Verzicht bedeuten. Neben der Senkung der Anschaffungskosten spart dies zusätzlich Ressourcen sowie – gerade heute – Heizkosten.

Bernd Hertweck: „Zudem brauchen wir noch  alternative Lösungsansätze, die stärker in die Breite getragen werden, wie `Jung kauft Alt´ auf dem Land oder Mietkaufmodelle in der Stadt. Zusammen mit einer dringend erforderlichen Senkung der Nebenkosten, insbesondere der Grundsteuer für Erstkäufer, lassen sich wichtige finanzielle Freiräume schaffen. Das eingesparte Geld kann dann für die Finanzierung eingesetzt werden, was den Kreditbedarf senkt und Hürden zum Eigenheim abbaut. Gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt“.


SG BBM Bietigheim ist im Achtelfinale

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die Handballer der SG BBM Bietigheim besiegen zum zweiten Mal innerhalb von elf Tagen den TV Hüttenberg. Nach dem 33:26 im Punktspiel ziehen die Schwaben am Mittwoch durch einen 31:26(16:13)-Erfolg ins Achtelfinale des DHB-Pokals ein.

Der Vorstoß unter die letzten 16 Mannschaften in Deutschland hat für einen Zweitligisten eher Seltenheitswert. Die 314 Fans in der Viadukthalle feierten mit ihrer Mannschaft den ersten Einzug in die 3. Runde seit dem Jahr 2016. Der Gegner im Achtelfinale wird am Freitag ausgelost.

Im Spielverlauf waren die Parallelen zum jüngsten Punktspiel unverkennbar, auch wenn die Partie nicht an die Intensität der Ligabegegnung herankam. Eine ausgeglichene Anfangsphase bis zum 5:5, dann stellt sich die SG BBM auf die 3-2-1-Abwehr der Mittelhessen ein und liegt dank einer besseren Wurfquote zur Pause in Führung. Hüttenberg schafft im zweiten Abschnitt den Anschluss zum 18:18, aber nicht die Spielwende. Bietigheim zieht auf 22:18 und 27:21 davon und lässt sich die Spielkontrolle nicht mehr aus der Hand nehmen.

Sowohl bei den Gastgebern als auch bei den Mittelhessen gab es gegenüber dem Punktspiel vor 11 Tagen personelle Veränderungen. Bei der SG BBM fehlten der erkrankte Jan Asmuth und der aus persönlichen Gründen kurzfristig in seine spanische Heimat zurückgekehrte Toni López. Dafür rückten die Youngsters Vincent Brenner und Nicolas Ehrlich ins Aufgebot. Der Ausfall von Nikola Vlahović, der sich im letzten Spiel eine Knieverletzung zugezogen hatte, hatte wohl die gravierendsten Umstellungen zur Folge. Die gesamte Last im Innenblock lag deshalb auf Tom Wolf und Fabian Wiederstein. Trotz der Umstellungen musste die SG BBM am Ende wieder nur 26 Gegentore hinnehmen, auch weil Konstantin Poltrum mit 11 Paraden das Torhüterduell für Bietigheim entschied.

Hüttenberg, ohne Moritz Zörb, Hendrik Schreiber und Jannik Hofmann angereist, musste nach wenigen Minuten auch noch den Ausfall von Joel Ribeiro verkraften, der sich bei seinem Tor zur 3:4-Führung der Gäste am Fußgelenk verletzte. Dennoch war das Team von Johannes Wohlrab zu Beginn der zweiten Hälfte besser im Spiel als noch vor Wochenfrist. Alexander Velz erzielte erst nach über acht Minuten den ersten Treffer für die Schwaben nach der Pause (17:14). Der TVH konnte zunächst von der Torflaute der Gastgeber nicht profitieren, die ihren spielerischen Faden für einige Minuten verloren hatten.

Doch der Ausgleich zum 18:18 durch David Kuntscher war nur eine Frage der Zeit – und gleichzeitig der Weckruf für die Jungs von Iker Romero, die innerhalb von vier Minuten auf 22:18 stellten. Jetzt kam die Tormaschine der SG BBM wieder auf Touren. Juan de la Peña, Jonathan Fischer und einmal mehr Christian Schäfer waren die eifrigsten Verwerter für Bietigheim, während bei Hüttenberg die Bälle immer wieder Vit Reichl am Kreis fanden. Zusätzlicher Feldspieler bei Hüttenberg, offene Manndeckung in den letzten Spielminuten, auch das konnte die SG BBM jetzt auf dem Weg ins Achtelfinale nicht mehr aus dem Konzept bringen.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Genz; Claus (3), Öhler (4), Wolf (4/1), Schäfer (6/2), de la Peña (7), Wiederstein (1), Velz (1), Hejny (1), Ehrlich, Brenner, Fischer (4).
TV 05/07

Hüttenberg: Grazioli, Plaue; Schwarz (2), Kirschner (1), Opitz, Theiß (2), Fujita (1), Weber (6/2), Reichl (5), Klein (2), Kompenhans (2), Jockel (1), Ribeiro (1), Kuntscher (3).

Spielverlauf: 5:5 (10.), 11:7 (22.), 9:6 (20.), 14:11 (26.), 16:13 (30.), 17:14 (39.), 18:18 (43.), 22:18 (47.), 27:21 (54.), 28:24 (56.), 31:26 (60.).
Zeitstrafen: Schäfer (25.), Öhler (37., 54.) – Weber (19., 30.), Klein (24.), Opitz (47.), Kirschner (49.)
Siebenmeter: 3/4 – 2/2
Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild (Internationale Schiedsrichter)
Zuschauer: 314 (Viadukthalle, Bietigheim)