Stabiler Arbeitsmarkt auch im März

Baden-Württemberg.| Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg liegt im März 2023 unverändert zum Vormonat bei 3,8 Prozent. Der Arbeitsmarkt bleibt damit robust. Die Arbeitsmarktchancen in Baden-Württemberg sind weiterhin sehr gut.

„Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg bleibt im März 2023 robust. Angesichts der neuen Arbeitsmarktzahlen gibt es keinen Anlass, pessimistisch zu sein“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 31. März 2023 anlässlich der Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten für Baden-Württemberg.

Die Arbeitslosenquote insgesamt liegt im März 2023 unverändert bei 3,8 Prozent. 240.496 Menschen waren demnach in Baden-Württemberg ohne Arbeit. Zum Vormonat Februar 2023 gibt es 1.416 Arbeitslose beziehungsweise 0,6 Prozent weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sind derzeit 27.622 Arbeitslose beziehungsweise plus 13,0 Prozent mehr zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote im Vorjahr lag bei 3,4 Prozent. „Die Wirtschaftssituation ist noch immer angespannt. Gerade deswegen ist auch ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit ein Schritt in die richtige Richtung und jede Arbeitsmarktintegration ein Erfolg“, so die Ministerin.
Ländervergleich

Arbeitslosenquote

Baden-Württemberg hatte im März 2023 mit 3,8 Prozent eine der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquoten.

Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, kommentiert die Arbeitsmarktzahlen: „Trotz der fortbestehenden Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges zeigt sich der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg weiterhin beständig. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat ist saisontypisch. Gegenüber dem Vorjahr beobachten wir jedoch einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. In einigen Agenturbezirken fällt dieser sehr deutlich aus. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hängt mit der Fluchtbewegung aus der Ukraine zusammen. Unser Ziel ist weiterhin, die geflüchteten Menschen entsprechend ihrer Kompetenz nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Arbeitsmarktchancen im Land sind weiterhin sehr gut

Die Arbeitskräftenachfrage ist leicht rückläufig. Im März 2023 waren 101.302 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind es 1.037 ausgeschriebene Stellen weniger. Im Vorjahresvergleich sind 6.818 Stellen weniger ausgeschrieben. Hoffmeister-Kraut betonte: „Die Arbeitsmarktchancen in Baden-Württemberg sind weiterhin sehr gut. Der leichte Rückgang des Stellenangebots kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich den Menschen im Land in vielen Branchen sehr gute Beschäftigungs- und Entwicklungschancen auftun.“

Im März 2023 liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren bei 19.067, das sind 20,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vormonatsvergleich sind aktuell 149 Arbeitslose beziehungsweise plus 2,8 Prozent mehr gemeldet. Die Jugendarbeitslosenquote bleibt im März stabil und liegt bei 2,8 Prozent. Die Vorjahresquote von 2,3 Prozent wird nicht erreicht. „Unternehmen drängen weiter darauf, offene Stellen mit qualifizierten und erfahrenen Arbeitskräften zu besetzen. Für junge Leute bestehen gute Möglichkeiten, attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze im Land zu bekommen. Gemeinsam können wir so dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, so die Ministerin.


Bietigheims Offensive von Lübeck-Schwartau ausgebremst

0

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Bietigheims Erfolgsserie in den letzten sechs Spielen endete am Samstag in der Viadukthalle. Der VfL Lübeck- Schwartau nahm mit einem 24:25(13:14)-Sieg beide Punkte mit zurück an die Ostsee.

Die Hoffnungen der Schwaben, den Rückstand zur Spitzengruppe der 2. Liga im letzten Saisondrittel noch verkürzen zu können, erhielten gegen den 13. der Tabelle einen empfindlichen Dämpfer. Doch die Tabellenposition des VfL täuscht über die aktuelle Form der Mannschaft von David Röhrig hinweg, die in den letzten Wochen gegen alle Top- Teams auf Augenhöhe spielte. Der Auftritt von Lübeck-Schwartau in der Viadukthalle war selbstbewusst, die zwei Punkte sind am Ende zwar glücklich, aber nicht unverdient.

„Das war eine 50:50-Situation“, sagte der an der Abwehraktion beteiligte Christian Schäfer zum letzten Angriff der Gäste. Der VfL bekommt einen Siebenmeter zugesprochen, den Jan-Eric Speckmann zum Siegtreffer verwandelt. Zuvor hat sich die SG BBM aus einem 18:22-Rückstand herangekämpft. Lautstark angefeuert von den Fans schafft Bietigheim zunächst den 22:23-Anschluss durch Christian Schäfer. Zwei Minuten vor dem Ende trifft Alexander Velz zum 24:24-Ausgleich.

„Wir haben uns gut rangekämpft, aber in der 2. Halbzeit mehrmals die Chance nicht genutzt, das Spiel zu drehen“. Bietigheims „Mister Zuverlässig“ Christian Schäfer absolvierte am Samstag übrigens seine 500. Bundesligapartie in seiner 16. Saison im Dress der SG BBM. Der Rechtsaußen war mit neun Toren einmal mehr der erfolgreichste Torschütze der Schwaben.

Es war von der ersten Minute an die erwartet intensive Partie. Lübeck-Schwartau spielte sichere Bälle und geduldige Angriffe und verhinderte so das Tempospiel der Gastgeber. Zu geduldig für Iker Romero. In den Augen des SG BBM- Trainers ließen die beiden Unparteiischen da zu viel durchgehen. „Die Schiris haben die Angriffe lange laufen lassen, ohne passives Spiel anzuzeigen“, ärgerte sich der Spanier. „Normal sind für uns 60 Angriffe im Spiel, heute waren es 17 weniger. Das ist nicht unser Spiel.“ Aber von Schwartauer Seite ganz schön clever ausgenutzt.

Beide Abwehrreihen standen zudem sicher gegen den Positionsangriff. „Es wurde auf beiden Seiten hart gekämpft“, bestätigte VfL-Defensivspezialist Dominik Weiß eine Partie, in die beide Seiten viel investierten. Bietigheim konnte sich nicht absetzen. Am Ende der ersten Halbzeit war das Momentum eher bei den Gästen, die eine 13:14-Führung mit in die Pause nahmen.

Der Vorsprung der Marmeladenstädter sollte sich erhöhen, bis auf 18:22 in der 44. Spielminute. „Wir spielen die Bälle ungenau, nehmen ungenaue Würfe“, sagt Christian Schäfer zu einer eher ratlosen Phase der Schwaben. Doch die kommen mit Macht und angefeuert von den eigenen Fans in der Schlussphase zurück. „Wir haben gegen einen 4- Tore-Rückstand gut gekämpft“, sagt Iker Romero zur besten Phase seiner SG BBM. In den letzten Sekunden bestand zumindest noch die Chance auf den Ausgleich. Doch der letzte Angriffsversuch der SG BBM verpuffte ohne einen Wurf zu nehmen.

„Am Ende wurden die Köpfe müde“, sein Schwartauer Pendant David Röhrig. „Als vorne gar nichts lief, war es die Leistung von Paul Dreyer im Tor, die uns im Spiel hält“, so der VfL-Coach. Eine kleine VfL-Heldengeschichte: Der 21- jährige Keeper war eher per Zufall ins Spiel gekommen, als Nils Conrad nach einem Wechselfehler zwei Minuten pausieren durfte. „So retten wir das Ding über die Zeit.“

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Genz; Vlahovic (1), Claus (4), Öhler (1), Wolf, Schäfer (9/5), de la Peña (3), Wiederstein (1), Velz (2), Barthe (2), Hejny, Brenner, Pfeifer, Kaulitz, Fischer (1).

VfL Lübeck-Schwartau: Dreyer, Conrad; Weiß, Raguse (4), Hagedorn, Löftström (2), Patzel, Ciudad Benitez (5), Schrader (3), Kretschmer (3), Wolf, Blum, Speckmann (6/2), Bruhn (2), Cohen.

Spielverlauf: 1:3 (6.), 6:5 (14.), 11:10 (22.), 13:14 (30.), 15:18 (36.), 17:21 (43.), 20:22 (52.), 22:23 (55.), 24:24 (58.), 24:25 (60.).
Zeitstrafen: Wolf (2.), Barthe (23.) – Ciudad Benitez (1., 26.), Speckmann (13.), Conrad (28.), Weiß (37.), Bruhn (42.), Raguse (53.)
Siebenmeter: 5/5 – 2/2
Schiedsrichter: Thomas Kern / Thorsten Kuschel (Elitekader)
Zuschauer: 1049 (Viadukthalle Bietigheim)


W&W-Gruppe: Gewinn über Erwartungen

0
  • Gutes, teilweise sehr gutes Neugeschäft, Kosteneffizienz und weiterer Ausbau digitaler Angebote führen zu erfreulicher Ertragsentwicklung trotz widriger Marktbedingungen und bilanzieller Belastungen durch IFRS-Rechnungslegung.
  • Wüstenrot mit stärkstem Bauspar-Neugeschäft in der Unternehmensgeschichte und Wachstum weit über Marktdurchschnitt.
  • Starke Beitragssteigerung bei Schaden-/ Unfallversicherung über Branchenentwicklung.
  • Vorschlag an Hauptversammlung: Konstante Dividende von 65 Eurocent je Aktie.
  • Prognose 2023: Konzernjahresüberschuss im nachhaltig angestrebten Zielkorridor von 220 bis 250 Millionen Euro.
  • W&W-Vorstandsvorsitzender Jürgen A. Junker: „Wenn man keinen Rückenwind von außen bekommt, muss man umso mehr zeigen, was in einem steckt. Das ist der W&W-Gruppe 2022 – einmal mehr – gelungen. Alles, was wir selbst beeinflussen können, haben wir im Griff.“

Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat 2022 ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr verzeichnet. Mit einem Konzernjahresüberschuss von 261,5 Millionen Euro erreichte der Vorsorge-Konzern ein Ergebnis über den eigenen Erwartungen. Dazu trug nicht zuletzt ein starkes Schlussquartal mit einem Ergebnisbeitrag von 101,3 Millionen Euro bei – trotz erheblicher Gegenwinde durch Inflation, Turbulenzen an den Finanzmärkten und rezessiven Tendenzen in Deutschland. Zudem erzielte die W&W-Gruppe im vergangenen Jahr ein gutes, teilweise sehr gutes Neugeschäft. Wüstenrot verzeichnete mit einer Steigerung des Bruttovolumens um 59,4 Prozent das beste Neugeschäft seiner Geschichte. In den Sachversicherungen und der Krankenversicherung der Württembergischen Versicherung konnten ebenfalls klare Beitragszuwächse erreicht werden. Mit 4,7 Prozent blieb der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen deutlich unter der Inflationsrate in Deutschland. Immer substanzieller wird der Beitrag des Geschäfts, das W&W mit neuen Produkten und Services auch über digitale Kanäle generiert, die 2022 weiter ausgebaut wurden. Die Aktionäre sollen an dem Geschäftserfolg des abgelaufenen Jahres mit einer konstanten Dividende von 65 Eurocent je Aktie partizipieren. Dies schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 23. Mai 2023 vor.

Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der W&W AG: „Die W&W-Gruppe hat 2022 ihr Geschäft weiter ausgebaut, Marktanteile sowie Kundinnen und Kunden gewonnen und insgesamt eine mehr als solide Geschäftsentwicklung erreicht. Immer stärker zeigen sich die Effekte unseres vor sechs Jahren eingeleiteten Aufbruchs hin zu einer digital starken, auf die Bedürfnisse von mehr als 6,5 Millionen Kundinnen und Kunden ausgerichteten, innovativen und agilen Gruppe. Die gewonnene operative Stärke erlaubt es uns, erfolgreich und profitabel zu agieren – trotz des schwierigen Marktumfelds und der nach IFRS-Rechnungslegung vorgeschriebenen Bewertung unserer Kapitalanlagen, die getrennt von unserem erfolgreichen operativen Geschäft ist. Die W&W-Gruppe hat sich einmal mehr als wetterfest, stabil und zukunftsstark aufgestellt erwiesen. Mein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Einsatz diesen Erfolg ermöglicht haben. Denn wenn man keinen Rückenwind von außen bekommt, muss man umso mehr zeigen, was in einem steckt.“

Wichtige Konzernkennzahlen 2022

  • Der Jahresüberschuss erreichte 261,5 Millionen Euro und lag damit über dem Prognosewert von rund 250 Millionen Euro. Der Rückgang zum Rekordwert des Vorjahres (352,2 Millionen Euro) ist vor allem auf die nach IFRS vorgeschriebene Bilanzierung der Wertveränderungen des Wertpapierbestands zurückzuführen.
  • Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 4,7 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro und damit deutlich geringer als die Inflationsrate. Die Erhöhung entfiel überwiegend auf den Sachaufwand.

Geschäftsfeld Wohnen

  • Im Geschäftsfeld Wohnen steigerte Wüstenrot das Brutto-Neugeschäft um 59,4 Prozent auf 18,72 Milliarden Euro. Das ist das beste Neugeschäft in der Unternehmensgeschichte Deutschlands zweitgrößter Bausparkasse und zudem ein Wachstum, das signifikant über dem Marktniveau lag. Neben dem starken Anstieg der Hypothekenzinsen nach dem Ende der Niedrigzinsphase waren auch die Attraktivität von energetischen Sanierungen aufgrund der hohen Energiepreise sowie die gute Resonanz auf neue Bausparprodukte, etwa für klimaschützende Investitionen, nachfragebelebende Einflussfaktoren.
  • In der Baufinanzierung nahm das Neugeschäft in die eigenen Bücher trotz der hohen Verunsicherung der Investoren infolge Zinswende und Rezession um 4,9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zu. Inklusive Vermittlung in Fremdbücher, die 2022 bewusst sehr vorsichtig erfolgte, erreichte das Neugeschäft 6,42 Milliarden Euro (minus 6,2 Prozent zum Vorjahr).

Geschäftsfeld Versichern

  • Im Geschäftsfeld Versichern verzeichnete die Württembergische Versicherung gute Zuwächse im Neugeschäft. Die gebuchten Bruttobeiträge in den Sachversicherungen nahmen in Summe von 2,19 Milliarden Euro um 6,6 Prozent und damit über Marktdurchschnitt auf 2,34 Milliarden Euro zu. Alle Segmente (Kraftfahrt, Firmenkunden und Privatkunden) trugen zum Wachstum bei, ein besonders erfreuliches Plus von 18,9 Prozent erreichte das Firmenkundengeschäft. Die mehrfach ausgezeichnete Digitalmarke Adam Riese setzte ihren Wachstumskurs fort; sie hat aktuell bereits mehr als 350.000 Kundinnen und Kunden.
  • In der Personenversicherung nahmen die gebuchten Bruttobeiträge insgesamt auf 2,17 Milliarden Euro ab, nach 2,54 Milliarden Euro im Jahr 2021.
  • Weiterhin positiv entwickelte sich die Krankenversicherung mit einem Plus der Bruttobeiträge von 4,7 Prozent. In der Lebensversicherung führte vor allem das aktive Zurückfahren von Einmalbeiträgen, die 2021 noch einen hohen Anteil eingenommen hatten, zum Rückgang der Beiträge auf 1,88 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,26 Milliarden Euro).
  • Die Schaden-Kosten-Relation in der Schaden-/Unfallversicherung, die sogenannte Combined Ratio, verbesserte sich auf starke 87,1 Prozent nach 87,7 Prozent im Jahr 2021. Der Schadenverlauf war im Mehrjahresvergleich weiterhin sehr gut durch eine auch im Geschäftsjahr 2022 vorsichtige Zeichnungspolitik.

Ausblick

Die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute gehen nach wie vor von einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland im Jahr 2023 aus. Die W&W-Gruppe erwartet zwar eine zum Vorjahr zurückgehende Inflationsrate, dennoch dürfte die Teuerung auf einem deutlich höheren Niveau liegen als vor der Corona-Pandemie. Dies wird die Kaufkraft und die Konsumnachfrage der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen. Die Situation im Wohnungsbau und für Wohnimmobilien bleibt angespannt, sie dürfte sich weiter verschärfen, sollte die EZB weitere Zinserhöhungen beschließen.

Die W&W-Gruppe wird im laufenden Jahr auf Basis der erreichten operativen Stärke und Resilienz ihren strategischen Kurs fortsetzen, in die digitale Transformation und damit in neue Produkte und Services investieren. Dies wird einhergehen mit straffer Kostenkontrolle und weiteren Effizienzgewinnen.

Sollte es zu keinen neuerlichen Verwerfungen an den Kapital- und Finanzmärkten kommen, geht der Konzern für das laufende Geschäftsjahr von einem Konzernjahresüberschuss in der nachhaltig angestrebten Zielspanne von 220 bis 250 Millionen Euro aus.


Aufstallungspflicht für Geflügel im Landkreis Böblingen endet

0

Keine weiteren Fälle von Geflügelpest

Kreis Böblingen.| Der Landkreis Böblingen hatte im Februar eine Aufstallungspflicht erlassen, da es insgesamt vier bestätigte Fälle von Geflügelpest gegeben hatte. Zwei Graugänse waren im Stadtgebiet Leonberg verendet, ebenso ein Turmfalke in Hildrizhausen sowie eine Wildente in Waldenbuch.

Seither hat es keine weiteren Fälle von Geflügelpest gegeben, sodass die Aufstallungspflicht am 31. März endet. Die Gefahr ist damit aber nicht vollständig gebannt, mit einem Auftreten der Erreger muss weiterhin gerechnet werden.

Der Landkreis Böblingen appelliert an alle Geflügelhalter penibel auf Biosicherheitsmaßnahmen zu achten, um einen Eintrag in die Nutzgeflügelhaltungen zu verhindern.


Änderung des Kommunalwahlrechts

Der Landtag von Baden-Württemberg hat eine Änderung des Kommunalwahlrechts beschlossen. Damit sind und bleiben Landkreise, Städte und Gemeinden die Orte, an denen Demokratie gelebt wird.

„Baden-Württemberg ist ein starkes Land mit starken Kommunen. Die 1.101 Städte und Gemeinden sowie die 35 Landkreise in unserem Land sind die Keimzelle und Grundlage unserer Demokratie. Nirgendwo sonst ist Demokratie so erlebbar, so unmittelbar spürbar, wie dort. Damit das so bleibt, schaffen wir ein modernes Wahlrecht, das auch in Zukunft eine lebendige Demokratie in den Kommunen ermöglicht und die kommunalen Amts- und Mandatsträger, vor allem die Bürgermeister, stärkt“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Änderung des Kommunalwahlrechts. Der Landtag hatte am 29. März 2023 in zweiter Lesung das Gesetz zur Änderung kommunalwahlrechtlicher und anderer Vorschriften beschlossen.

Die wichtigsten Änderungen

  • Das Mindestalter für die Wählbarkeit in kommunale Gremien wird von 18 Jahre auf 16 Jahre abgesenkt.
  • Das Mindestalter für die Wählbarkeit zum Bürgermeister wird von 25 Jahre auf 18 Jahre abgesenkt. Die Höchstaltersgrenze für die Wählbarkeit (unter 68 Jahre) und die Ruhestandsaltersgrenze (73 Jahre) entfallen.
  • Wohnungslose Menschen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet der jeweiligen Körperschaft (Gemeinde, Landkreis, Verband Region Stuttgart) haben, erhalten – analog zum Landtagswahlrecht – das kommunale Wahl- und Stimmrecht.
  • Beim zweiten Wahlgang von Bürgermeisterwahlen wird die Neuwahl durch eine Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den höchsten Stimmenzahlen ersetzt. Eine Rücknahme der Bewerbung nach dem ersten Wahlgang ist nicht mehr möglich.
  • Für ehemalige Beamte, Richter und Tarifbeschäftigte des Landes wird ein Rückübernahmeanspruch nach Ende der Amtszeit als Bürgermeister eingeführt.
  • Für Bewerbungen zu Bürgermeisterwahlen müssen künftig in allen Gemeinden Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten eingeholt werden. Bislang waren Unterstützungsunterschriften nur für Bewerbungen in Gemeinden über 20.000 Einwohner erforderlich.
  • Der Begriff des „Amtsverwesers“ wird – je nach Anwendungsfall – durch die zeitgemäßeren Begriffe „bestellter Bürgermeister“ beziehungsweise „Amtsverwalter“ ersetzt.

„Das heute vom Landtag beschlossene Gesetz setzt einen klaren Schwerpunkt bei der Liberalisierung des Wahlalters. Damit kommen wir unserem Ziel, junge Menschen stärker und früher an demokratischen Prozessen zu beteiligen, ein großes Stück näher. Über den Weg kann man sicherlich, wie so oft, politisch streiten. Denn das perfekte Wahlrecht, das gibt es schlichtweg nicht. Da wir bundesweit beim Mindestalter für die Wählbarkeit in kommunale Gremien ab 16 Jahren Neuland betreten, haben wir uns mit der Frage nach der Rechtmäßigkeit ausgiebig auseinandergesetzt. Auch in der Anhörung im Innenausschuss wurde von einem juristischen Sachverständigen ausdrücklich betont und klargestellt, dass keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absenkung des Mindestalters bestehen. Und auch für die Einführung der Stichwahl bei Bürgermeisterwahlen gibt es gute Argumente: Insbesondere kann sich der in der Stichwahl gewählte Bewerber zukünftig stets auf eine absolute Mehrheit der gültigen Stimmen stützen und erhält damit eine stabile demokratische Legitimation. Insgesamt schaffen wir mit den heutigen Änderungen eine gute Grundlage für die Kommunalwahlen im Jahr 2024 und darüber hinaus sowie für künftige Bürgermeisterwahlen. Zudem steigern wir die Attraktivität des Bürgermeisteramts“, erklärte Innenminister Thomas Strobl.


Arbeiten am Stromnetz am Ortseingang nach S-Zuffenhausen

0

Um die Lastverteilung im nördlichen Stuttgarter Stromnetz zukunftsfähig auszurichten, schließt die Stuttgart Netze einige Umspannstationen, die aktuell vom Umspannwerk Salzwiesen (am Porschekreisel) versorgt werden, ans Umspannwerk Seewiesen an. Dafür baut der Stromnetzbetreiber bereits seit vergangenem Sommer eine neue Trasse entlang der Heilbronner-/Ludwigsburger Straße bzw. B10/B27. Ab dem 3. April fällt nun der Startschuss für die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt – von der Rampe „Friedrichswahl“ in Richtung Zuffenhausen.

In diesem Bauabschnitt steht gleich zu Beginn eine wichtige Querung an: So sollen die Stromleitungen etwa auf Höhe der Hausnummer 11 von der östlichen auf die westliche Seite der Ludwigsburger Straße verlegt werden. Hierfür muss entlang der Ludwigsburger Straße aufgegraben werden. Da die SSB in den Osterferien ohnehin Gleisbauarbeiten an der Stadtbahntrasse geplant hat, erfolgt die Querung in offener Bauweise. Bis zum 23. April sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Während der Baumaßnahme kommt es teilweise zu Verkehrseinschränkungen. So können einzelne Fahrspuren entfallen. Temporär sind auch Vollsperrungen der Ludwigsburger Straße, die Feuerbach mit Zuffenhausen verbindet, nötig. Die Umleitungen – sowohl für Autos, als auch für Fahrräder – sind ausgeschildert. Zudem entfallen im Baustellenbereich die Parkplätze. Außerdem ist mit Baulärm zu rechen.

Nach Fertigstellung der Straßenquerung geht das Projekt der Stuttgart Netze dann im Bereich der Robert-Bosch-Schule und in der Suevenstraße weiter. In der Umspannstation Suevenstraße 57 werden die neuen Leitungen schließlich angeschlossen, so dass die Lastverteilung in diesem Teil des Stuttgarter Stromnetzes künftig noch zukunftsfähiger ausgerichtet ist. Voraussichtlich bis zu den Sommerferien soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.


Kelterlesung III: Aufruhr der Meerestiere

0

Marie Gamillscheg am 19. April 2023 um 19 Uhr in der Alten Kelter Winnenden

Winnenden.| Luise ist klug, Luise ist unabhängig, Luise ist eine Insel. Als Meeresbiologin hat Luise sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, ihr Spezialgebiet: die Meerwalnuss, eine geisterhaft illuminierte Qualle im Dunkel der Ozeane. Als Luise für ein Projekt mit einem renommierten Tierpark nach Graz reisen soll, zögert sie nicht lang. Doch Graz, das ist auch ihre Heimatstadt, das ist die Wohnung ihres abwesenden und plötzlich erkrankten Vaters. Und das ist die Geschichte einer jahrelangen Sprachlosigkeit und Fremdheit zwischen ihnen.

Soghaft und strömend erzählt Marie Gamillscheg von der allmählichen Befreiung aus den Zwängen der eigenen Kindheit, des eigenen Körpers und aus den Gesetzen, die andere für einen gemacht haben. Es ist zugleich der Versuch, die Unmöglichkeit einer Beziehung zu erfassen: zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Vater und Tochter.

Der Roman von Marie Gamillscheg stand nicht umsonst auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2022.

Tickets bei allen bekannten VVK-Stellen und online unter www.reservix.de.


Aufstallungspflicht für Geflügel endet

0

Kreis Esslingen.| Die Aufstallungspflicht für Geflügel kann wie vorgesehen am 31. März aufgehoben werden, von 1. April an darf Geflügel wie Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Wachteln, Enten, Gänse, Strauße, Emus und Nandus wieder im Freilauf gehalten werden. Das teilt das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Esslingen mit.

Ende vergangener Woche hatten sich Vertreter aus Anrainerlandkreisen entlang des Neckars zur aktuellen Geflügelpest-Situation ausgetauscht. In den vergangenen Tagen sind keine verendeten Tiere aufgefunden worden, die mit dem Virus infiziert waren und nur noch vereinzelt werden derzeit Tiere im Labor zum Nachweis der Geflügelpest untersucht.

Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung hatte Anfang Februar per Allgemeinverfügung eine Aufstallungspflicht für Geflügel erlassen müssen, nachdem vor allem entlang des Neckars tote Wasservögel gefunden worden waren, die positiv auf das Geflügelpest-Virus getestet wurden.


Siegerentwurf für den Innovationspark Künstliche Intelligenz gekürt

Neun international renommierte Architekturbüros haben ihre Ideen für den Innovationspark Künstliche Intelligenz (Innovation Park Artificial Intelligence) am Standort Steinäcker vorgelegt. Der Entwurf des Rotterdamer Architekturbüros MVRDV wurde als Sieger ausgewählt.

„Der Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) gibt Ideen den Raum, den sie brauchen, um zu echten Innovationen zu werden“, zeigte sich Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, beeindruckt von den am 28. März 2023 in Heilbronn vorgestellten Plänen für den Innovation Park Artificial Intelligence am Standort Steinäcker. Neun international renommierte Architekturbüros, die eingeladen waren, einen Entwurf für das 23 Hektar große Hauptareal einzureichen, haben ihre Ideen vorgelegt, die dann von einem knapp 50-köpfigen Preisgericht bewertet wurden. Dem Vorschlag des Preisgerichts folgend wählten Vertreter der Stadt Heilbronn, der Schwarz-Gruppe und der Dieter Schwarz Stiftung den Entwurf des Rotterdamer Büros MVRDV als Sieger aus.

„Hier können wir das ganz große Rad in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) drehen“, sagte die Wirtschaftsministerin mit Blick auf die kreisrunde Grundstruktur des geplanten Campus. Hier werden sich künftig Unternehmen, Start-ups, Wissenschaftler und weitere Talente miteinander vernetzen und zusammenarbeiten. Das Areal soll hierfür nicht nur eine erstklassige Infrastruktur, sondern mit seinen zahlreichen Grünflächen und seiner spannenden Architektur in nachhaltiger Bauweise auch einen hohen Erlebnis- und Freizeitwert bieten.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: „Als zentraler Baustein der KI-Strategie des Landes Baden-Württemberg wird der Innovation Park Artificial Intelligence einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Kommerzialisierung einer ethisch-verantwortungsvollen „KI made in Baden-Württemberg“ voranzubringen und einen möglichst hohen Anteil des enormen Wertschöpfungspotentials, das KI verspricht, in Baden-Württemberg zu realisieren. Wir wollen KI hier in Baden-Württemberg innovativ entwickeln, testen und einsetzen. Hierfür steht eine Landesförderung in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung.“


Unfallstatistik 2022 für das Stadtgebiet Stuttgart

0

Stuttgart.| Nach einem historischen Tief im letzten Jahr und der zwischenzeitlich weitestgehenden Normalisierung des öffentlichen Lebens im dritten Corona-Jahr ist wieder ein leichter Anstieg der Verkehrsunfallzahlen zu verzeichnen.

Das Wichtigste in Kürze

Im Jahr 2022 registrierte die Polizei 21.466 Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Stuttgart. Die Zahl der Unfälle stieg damit im Vorjahresvergleich um zirka sieben Prozent. Im Schnitt ereigneten sich somit im letzten Jahr pro Tag 59 Unfälle auf Stuttgarts Straßen, bei denen täglich im Schnitt etwa fünf Personen verletzt worden sind. Damit ist aber noch immer nicht das Vor-Corona-Niveau aus den Jahren 2018 bis 2020 erreicht, in denen im Durchschnitt über 24.000 Unfälle gezählt wurden.

Zahl der Verletzten im Straßenverkehr leicht gestiegen

Im Jahr 2022 sind insgesamt 2.023 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt worden, was einer Zunahme von fast acht Prozent entspricht. Damit wird das historisch niedrige Vorjahresniveau nicht mehr erreicht. Die Zahl der Schwerverletzten sank leicht von 173 auf 171. Die Zahl der Leichtverletzten ist um rund neun Prozent, von 1.701 auf 1.850 gestiegen. Erfreulicherweise ist auch die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten rückläufig – von fünf auf zwei Personen.

Hauptunfallursachen

Im Gegensatz zur landesweiten Hauptunfallursache “überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit” bleiben im urbanen Raum Stuttgarts, mit einem Anteil von 16 Prozent, weiterhin die Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren die Hauptunfallursachen. Danach folgen Unfälle unter Alkoholbeeinflussung, Fehler bei der Fahrbahnbenutzung und beim Fahrstreifenwechsel. “Die Polizei Stuttgart wird die Verkehrssicherheit weiterhin mit hoher Priorität überwachen”, so Polizeipräsident Markus Eisenbraun. Nur wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten würden, gelänge es, die Anzahl der teilweise schweren Unfälle weiter zu reduzieren. “Dies ist insbesondere auch vor dem Hintergrund der neuen Mobilitätsformen unerlässlich für eine sichere Nutzung des gemeinsamen Verkehrsraums”, unterstreicht Eisenbraun. Alkoholbedingt kam es zu 255 (+44) Unfällen, was einer Zunahme von über 20 Prozent entspricht. Die Zahl der Unfälle, bei denen eine Drogenbeeinflussung festgestellt wurde, stieg leicht von 41 auf 44.

Anstieg der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss unterstreicht weiter die Notwendigkeit intensiver Kontrollmaßnahmen

Den 255 Unfällen unter Alkoholbeeinflussung standen 1.813 von der Polizei festgestellte Trunkenheitsfahrten ohne Unfall gegenüber. Zu den 44 Unfällen unter Drogeneinfluss kamen noch 727 Fahrten hinzu, die folgenlos blieben. Volker Stier, Leiter der Schutzpolizeidirektion: “Die Stuttgarter Polizei setzt bei der Kontrolle von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr schon seit vielen Jahren sowohl im täglichen Streifendienst als auch bei gezielten Kontrollaktionen einen besonderen Schwerpunkt. Dass dies auch weiterhin notwendig ist, zeigt die erneut gestiegene Zahl an Unfällen unter Alkohol-und Drogeneinfluss.”

Zahl der Unfallfluchten gestiegen

Im Fall des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort, umgangssprachlich als Unfallflucht bezeichnet, stiegen die Zahlen mit 4.914 Fällen im Vergleich zum Vorjahr mit 4.574 deutlich an. Damit entfernte sich bei rund 23 Prozent aller registrierten Unfälle mindestens einer der Beteiligten vom Unfallort, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Trotz der teils sehr aufwändigen Ermittlungsarbeiten konnten 49 Prozent dieser Unfälle mit Personenschäden und 33 Prozent dieser Unfälle mit Sachschäden aufgeklärt werden. Michael Saur, Leiter der Verkehrspolizei, mahnt: “Auch wenn das Entfernen vom Unfallort für viele offenbar als Bagatelle angesehen wird, stellt es doch eine Straftat dar, die wir konsequent verfolgen. Dass wir das mit aller Konsequenz tun, zeigt die gestiegene Aufklärungsquote.”

Unfallzahlen bei Fahrrädern und Pedelecs steigen

Die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten, insbesondere auch die hohen Spritpreise, stellen das Fahrrad als umweltfreundliches Mittel der Fortbewegung weiter in den Fokus. Bei den Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Radfahrenden ist ein geringer Anstieg von 395 auf 412 feststellbar. Bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Pedelecs stieg die Anzahl etwas deutlicher um 24 auf 208 Unfälle. Dies stellt gleichzeitig den Höchstwert der letzten fünf Jahre dar. Bei den Radfahrenden wurden 55 Prozent und bei den Pedelec-Fahrenden 52 Prozent der Unfälle durch diese selbst verursacht. Die Hauptunfallursachen bei Rad- und Pedelec-Fahrenden sind neben der Vorfahrtsmissachtung, die nicht angepasste Geschwindigkeit. Auch Alkohol- und Drogenbeeinflussung und Fehler bei der Straßenbenutzung zählen hierbei zu den häufigsten Ursachen. Als weitere Ursachen werden neben Fehlern beim Abbiegen auch technische Mängel genannt. Saur: “Die Verkehrspolizei, allen voran die Beamtinnen und Beamten der Fahrradstaffel, kontrollierte auch im Jahr 2022 gezielt Verstöße durch Fahrradfahrende. Aber auch Verstöße zum Nachteil von Fahrradfahrenden, wie beispielsweise die Einhaltung des Seitenabstands beim Überholen, waren wichtige Inhalte – sowohl im Rahmen der täglichen Überwachung des Straßenverkehrs als auch bei Schwerpunktaktionen.” Unfälle unter Beteiligung des Zweiradverkehrs, darunter fallen auch sämtliche motorisierte Zweiräder, führten oftmals zu schweren Unfallfolgen. Das zeigt sich daran, dass etwa 60 Prozent aller Schwerverletzten auf den Zweiradverkehr entfielen, einer dieser Unfälle mit einem Pedelec-Fahrenden endete sogar tödlich. “Bezüglich der Helmtragequote stellen wir fest, dass die Bereitschaft, auf freiwilliger Basis einen Fahrradhelm zu tragen, sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert hat”, so Saur. Er ergänzt hierzu: “Die Tragequote liegt bei verunfallten Radfahrern bei 54 Prozent und bei verunfallten Pedelec-Fahrern bei 55 Prozent. Die Polizei rät weiterhin zum Tragen eines Helmes, der zwar keine Unfälle verhindert, aber das Risiko einer schweren Kopfverletzung mindert.”

Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen leicht gesunken

Seit Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung im Jahr 2019 gehören E-Scooter mittlerweile zum Stadtbild dazu. Nachdem im Jahr 2021 der höchste Anstieg von Unfällen zu verzeichnen war, ist mittlerweile die Zahl wieder von 147 auf 122 gesunken. Auch die Zahl der leichtverletzten E-Scooter-Fahrenden nahm von 72 auf 65 leicht ab, während die Zahl der Schwerverletzten konstant bei 17 blieb. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass in 75 Prozent der Fälle die Fahrenden von E-Scootern jeweils auch die Unfallverursachenden waren. Häufig werden E-Scooter als “Spaßfahrzeuge” unter Missachtung der einschlägig bekannten Verkehrsregeln genutzt. Die Hauptunfallursachen waren, wie im Vorjahr auch, das Fahren unter Alkoholeinfluss, die verbotswidrige Benutzung der Fahrbahn oder des Gehwegs, die nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr.

Unfälle unter Beteiligung von Stadtbahnen nehmen zu

Die Unfälle unter der Beteiligung einer Stadtbahn sind um rund 11 Prozent auf 99 Unfälle gestiegen. Dabei hat sich die Zahl der Schwerverletzten von sechs auf zwölf verdoppelt. Bei Unfällen mit Leichtverletzten stieg die Zahl leicht von 43 auf 45. Dabei kam es am häufigsten zu Unfällen, wenn entweder der Vorrang missachtet wurde oder Fahrzeuge verbotswidrig über den Gleisbereich wendeten oder abbogen.