Popp beendet Karriere in der Nationalmannschaft

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Frankfurt.| Sie ist eine der besten Fußballerinnen weltweit, hat den Sport geprägt und ist Vorbild für Millionen. Als Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft ist sie auf und neben dem Platz vorangegangen. Nun endet ihre Karriere dort, wo sie einst am 17. Februar 2010 begonnen hat: in Duisburg. In der Schauinsland-Reisen-Arena wird sie am 28. Oktober zum 145. Mal und damit ein letztes Mal im DFB-Trikot auflaufen: Alexandra Popp.

“Insgesamt 18 Jahre, davon knapp vierzehneinhalb Jahre im A-Team, hatte ich das Glück und die große Ehre, mit vollem Stolz das Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu tragen”, erklärte die 33-jährige am heutigen Montag ihren Rücktritt aus dem DFB-Team. “Ich habe immer betont, dass mein Bauch die Entscheidung treffen wird, und nun hat er entschieden. Nach langen, tränenreichen Überlegungen habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, meine Nationalmannschaftskarriere zu beenden. Das Feuer, welches vor 18 Jahren in mir entfacht und von Jahr zu Jahr stärker wurde, ist nun fast ausgebrannt. Mir war immer wichtig, diese einschneidende Entscheidung selbst zu treffen, ich alleine aus meinem Inneren. Weder mein Körper, der eine tickende Zeitbombe ist, noch eine andere Person sollten mir zuvorkommen. Bevor das Feuer ganz erloschen ist – denn dann wäre es zu spät -, ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen.”

Vor ihrer Zeit in der Frauen-Nationalmannschaft hat Popp in den Juniorinnen-Nationalmannschaften des DFB gespielt und große Erfolge gefeiert. Zu den Höhepunkten gehört der Titelgewinn mit der U 17 bei der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz. Eine Ahnung von dem, was kommen sollte, bekam die Öffentlichkeit bei der U 20-Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland, bei der das DFB-Team den Titel gewann. Alexandra Popp erzielte dabei in jedem Spiel ein Tor, markierte insgesamt zehn Treffer und wurde von der FIFA mit dem “Goldenen Schuh” für die beste Torschützin und dem „Goldenen Ball“ für die beste Spielerin ausgezeichnet.

Schon zuvor hatte sie ihr Debüt für das A-Team gefeiert: Am 17. Februar 2010 begann mit der Partie gegen Nordkorea die Popp-Zeit, die eine Ära werden sollte. Die Stürmerin nahm an vier Weltmeisterschaften teil, bei der WM 2019 in Frankreich und der WM 2023 in Australien und Neuseeland führte sie die deutschen Frauen als Spielführerin an. Zu ihren Erfolgen zählen die Titel beim Algarve Cup 2012, 2014 und 2020 sowie die EM 2022 in England, bei der Popp Deutschlands Frauen ins Finale gegen die Gastgeberinnen führte.

Höhepunkt ihrer großen Karriere waren die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, bei denen Popp mit der DFB-Auswahl im Maracana durch ein 2:1 über Schweden die Goldmedaille für Deutschland gewann. Ihre Karriere beendet sie mit einem weiteren Edelmetall, der Bronzemedaille bei den Olympischen Spiele 2024 in Paris. Insgesamt erzielte Alex Popp 67 Tore im Nationaltrikot, nur Heidi Mohr und Birgit Prinz trafen häufiger. 2012 und 2022 war Popp Nationalspielerin des Jahres, in den Jahren 2014,2016 und 2023 Deutschlands Fußballerin des Jahres.

Bundestrainer Christian Wück sagt: “Alex Popp war knapp eineinhalb Dekaden das prägende Gesicht der Frauen-Nationalmannschaft. Sie war eine Schlüsselspielerin, ist auf und neben dem Platz vorangegangen – mit ihrer Einstellung, Mentalität, Persönlichkeit und natürlich ihren fußballerischen Qualitäten. Jetzt werden andere diese Lücke füllen und Führungsaufgaben übernehmen. Ich hätte sehr gerne mit ihr in der Nationalmannschaft zusammengearbeitet, wusste aber relativ kurz nach den Olympischen Spielen, in welche Richtung ihre Überlegungen gehen. Sie hinterlässt große Fußspuren in der Nationalmannschaft. Dafür gebührt ihr größter Respekt.”

DFB-Sportdirektorin Nia Künzer erklärt: “Alex war immer ein Vorbild an Einsatz, Leidenschaft sowie Willensstärke und hat sich stets in den Dienst des Teams gestellt. Dabei hat sie mit ihrer Spielweise immer wieder Grenzen verschoben und neue Maßstäbe gesetzt, unter anderem mit ihrer Kopfballstärke und Torgefährlichkeit. Zudem ist sie eine meinungsstarke Persönlichkeit, die sich nie gescheut hat, Themen deutlich anzusprechen und Position zu beziehen. Sie kann auf eine sehr beeindruckende Karriere in der Nationalmannschaft zurückblicken.”

DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: “Mehr als 14 Jahre lang gehörte Alexandra Popp bei ihren 144 Länderspieleinsätzen zu den großen Vorbildern und Sympathieträgerinnen des deutschen Fußballs. Sportlich war und ist sie eine Ausnahmeerscheinung. Und dank ihrer offenen und ehrlichen Art sowie ihrer klaren Haltung war sie darüber hinaus eine herausragende Botschafterin des DFB. Sie stand und steht für alles, was den Frauenfußball auszeichnet: Qualität, Spielfreude und Nahbarkeit. Wir freuen uns, Alexandra Popp mit dem Einsatz in Duisburg, wo einst ihre DFB-Karriere begann, einen gebührenden Abschied von der Nationalmannschaftsbühne schenken zu können.”

Sabine Mammitzsch, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, sagt: “Der Aufschwung, den der Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland erlebt, hat viel mit der Person Alexandra Popp zu tun. Als sie selbst mit dem Fußballspielen begann, gab es nicht viele weibliche Vorbilder, denen sie nacheifern konnte. Heute ist der Frauenfußball sichtbarer, die Spielerinnen sind Stars, an denen sich die Mädchen, aber auch Jungs orientieren. Ihre Trikots werden von weiblichen und männlichen Fans gekauft, insbesondere das Popp-Trikot – sie wollen spielen wie ‘Poppi’. Seit der Europameisterschaft 2022 in England hat diese Entwicklung eine neue Dimension erreicht – auch und vor allem dank Alexandra Popp, da sie mit Leidenschaft, Willensstärke und wunderschönen Toren brilliert. Sie hinterlässt als Nationalspielerin ein großes und wertvolles Erbe.”


SG BBM schrammt knapp am Punktgewinn vorbei

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Der VfL Gummersbach kann sich am Sonntag mit einem 30:32 (14:18)-Sieg beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim beide Punkte sichern. Der Erfolg war verdient für die personell angeschlagenen Oberbergischen Handballer, auch wenn es in der Crunchtime noch ganz schön knapp wurde.

Als Jonathan Fischer 100 Sekunden vor dem Ende zum 29:30-Anschluss einnetzt, steht die EgeTrans Arena Kopf. Am Ende aber sind es die Spieler des letztjährigen Tabellensechsten, die den kühleren Kopf bewahren. Miro Schluroff verwandelt einen von Kentin Mahé perfekt aufgelegten Kempa und ist Sekunden später nach einem Bietigheimer Ballverlust erneut zum 29:32 zur Stelle.

„Am Ende entscheidet ein unglaublich gut gespielter Kempa-Treffer“, nötigt die Endphase auch Iker Romero höchsten Respekt ab. „Aber hey: Wir hatten die Chance, gegen diese Top-Mannschaft in den letzten 30 Sekunden einen Punkt zu holen!“ Auch wenn der Chefcoach ob der letzten ärgerlichen Sekunden das Mobiliar auf der Bietigheimer Wechselbank strapazierte, schnell überwog beim Spanier der Stolz auf die Leistung seiner Mannschaft: „Wir hätten das am Ende ein wenig cleverer spielen können, aber wir haben heute gegen eine super Mannschaft gekämpft und das richtig gut gemacht – Gummersbach aber auch.“

„Ich bin glücklich, dass wir die zwei Punkte holen konnten, denn das war gegen Bietigheim alles andere als selbstverständlich“, ordnet VfL-Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson den Spielgewinn ein.

Über weite Strecken der ersten Hälfte konnte der Aufsteiger die Partie offen gestalten, führte beim 4:3 das letzte Mal in der Partie. Dem VfL unterliefen weniger technische Fehler als dem Aufsteiger, Gummersbach ging folgerichtig in Führung. Dank der Paraden von Daniel Rebmann ließ sich der Aufsteiger jedoch nicht abschütteln. Der 30-jährige Neuzugang war für die Partie gegen seinen Ex-Club in die Startaufstellung gerückt, entschärfte mit einer Quote von über 34 Prozent insgesamt 14 Bälle. Nur gegen die Distanzwürfe von Giorgi Tskhovrebadze war auch Rebmann machtlos, der Georgier traf vor der Pause fünfmal.

Nach dem 12:12 schien der VfL sich noch vor der Pause absetzen zu können, nutzt eine Schwächephase der Hausherren zur 13:18-Führung. Ein probates wie spielerisch schön anzusehendes Mittel, Kempa- Anspiele in den Rücken der aufgerückten Bietigheims Halbverteidigung, spielten die Oberbergischen nicht nur in der finalen Szene immer wieder auf den Punkt.

Aber die Jungs von Iker Romero geben ihre Spiele nicht leichtfertig aus der Hand. Zwei schnelle Tore von Julius Kühn bringen die SG BBM gleich nach der Pause zum 16:18 wieder ins Spiel. Kühn rückt beim Aufsteiger mehr und mehr die ihm zugedachte Rolle des Rückraum-Shooters in den wichtigen Szenen, trifft gegen den VfL insgesamt neunmal.

„Das war genau das schwere und enge Spiel, das wir erwartet hatten“, sagte Gudjon Valur Sigurdsson. Nach den Verletzungsausfällen der letzten Tage – unter anderem fällt Kapitän Julian Köster für mehrere Wochen aus – sieht der VfL-Chefcoach sein Team im zweiten Abschnitt angesichts schwindender Kräfte mehr und mehr im „Überlebensmodus“. „Bertram Obling hat nach seiner Einwechselung super gehalten und uns am Leben gehalten“, so Sigurdsson. Der Isländer zeigt ein glückliches Händchen beim Torwarttausch – genau wie auf der Gegenseite Iker Romero.

Der beim Stand von 24:27 eingewechselte Fredrik Genz kann in der Schlussphase nochmals Akzente setzen. Bietigheim lässt sich nicht abschütteln, beim VfL spielt längst Europameister Kentin Mahé die zentrale Rolle, legt für seine Mannschaftskollegen auf oder netzt die Bälle selbst ein. Der Anschlusstreffer fällt so erst spät.

SG BBM Bietigheim: Genz (3 Paraden / 5 Gegentore), Rebmann (14 Paraden / 27 Gegentore); Vlahovic (2), Kühn (9), Claus (3), Wolf (4/2), de la Peña (1), Nicolaus, Wiederstein (2), Pérez Arce (2/2), Barthe, Strosack (3), Pfeifer (2), Fischer (2), Hermann, Hejny.

VfL Gummersbach: Kuzmanović (9 Paraden / 19 Gegentore), Obling (7 Paraden / 11 Gegentore); Vidarsson (6), Kodrin (1), Vujovic (1), Blohme, Häseler (3), Schluroff (2), Tskhovrebadze (7), Mahé (7/1), Pregler (3), Horzen (2), Protsiuk, Zeman.

Zeitstrafen: Claus (28.), Pérez Arce (37.) – Pregler (47.), Vujovic (59.)
Siebenmeter: 4/4 – 1/2
Spielverlauf: 4:3 (9.), 6:6 (13.), 6:8 (17.), 9:12 (19.), 12:12 (24.), 13:14 (25.), 14:18 (30.), 16:20 (34.), 19:21 (37.), 22:24 (47.), 26:29 (55.), 29:30 (59.), 30:32 (60.)
Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich (DHB Elitekader)
Zuschauer: 2524 (EgeTrans Arena, Bietigheim).


Einführung der länderübergreifenden Bezahlkarte kann starten

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Weg für die Einführung eines länderübergreifenden Bezahlkartensystems für Geflüchtete freigemacht. Damit erhalten die Länder ein weiteres wichtiges Instrument für eine effektive Migrationspolitik an die Hand. 

Mit Beschluss vom Freitag, dem 20. September 2024, hat das Oberlandesgericht Karlsruhe den Antrag der Antragstellerin im Vergabeverfahren zur länderübergreifenden Einführung eines Bezahlkartensystems für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die aufschiebende Wirkung ihrer sofortigen Beschwerde gegen den Beschluss der Vergabekammer Baden-Württemberg vom 13. August 2024 bis zur Entscheidung über die sofortige Beschwerde zu verlängern, abgelehnt. Damit konnte jetzt der Zuschlag durch den Dienstleister Dataport erteilt werden.

Migrationsministerin Marion Gentges sagte: „Das Oberlandesgericht Karlsruhe ermöglicht die Zuschlagserteilung. Damit konnte die Entscheidung der Vergabekammer Baden-Württemberg umgesetzt werden. Heute hat die aus Vertretern von Baden-Württemberg und drei anderen Ländern bestehende Arbeitsgemeinschaft zur Vergabe der Bezahlkarte stellvertretend für alle 14 beteiligten Länder den Zuschlag an den Zahlungsdienstleister secupay AG erteilt. Die Einführung der Bezahlkarte kann jetzt starten. Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren. Damit erhalten die Länder ein weiteres wichtiges Instrument für eine effektive Migrationspolitik an die Hand.“

Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek betonte: „Baden-Württemberg hat von Anfang an Tempo gemacht in der entscheidenden Arbeitsgemeinschaft der 14 am Vergabeverfahren beteiligten Länder. Für uns war es von zentraler Bedeutung, dass die Bezahlkarte für Geflüchtete schnellstmöglich umgesetzt wird. Wir sind davon überzeugt, dass sie ihre Wirkung unter Beweis stellen wird.“

Interesse der Allgemeinheit höher gewichtet

Der zuständige Vergabesenat am Oberlandesgericht Karlsruhe stellt in seiner Entscheidung fest, dass – auch unter Berücksichtigung aller möglicherweise geschädigten Interessen des unterlegenen Bieters – die nachteiligen Folgen, die dadurch eintreten können, wenn sich die Vergabe des Auftrags zeitlich weiter verzögert, überwiegen. Danach sei das Interesse der Allgemeinheit an einem raschen Abschluss des Verfahrens über die Auftragsvergabe und das Interesse der beteiligten Länder, zeitnah eine Bezahlkarte mit einheitlichen Mindeststandards im Asylbereich einzuführen, gegenüber dem Interesse der Antragstellerin, dass das von ihr eingeleitete Nachprüfungsverfahren vor Zuschlagserteilung beendet wird, höher zu gewichten. Das Gericht maß dabei der sofortigen Beschwerde geringe Erfolgsaussichten bei.

Aus diesem Grund wurde der Antrag auf Verlängerung der aufschiebenden Wirkung der sofortigen Beschwerde gegen den Beschluss der Vergabekammer des Landes Baden-Württemberg vom 13. August 2024 bis zur Entscheidung des Vergabesenats über die sofortige Beschwerde abgelehnt. Die Entscheidung der Vergabekammer vom 13. August 2024 zur Zurückweisung des Nachprüfungsantrags des unterlegenen Bieters ist damit nun umsetzbar, das heißt das bislang bestehende Zuschlagsverbot ist entfallen.


Förderprogramm soll kinderärztliche Versorgung verbessern

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Verstärkte Ausbildung zur Besetzung von Praxen

Stuttgart.| Auf die prekäre kinderärztliche Versorgungslage reagiert die Landeshauptstadt Stuttgart unter anderem mit einem neuen Förderprogramm. Es soll die Bedingungen zur Niederlassung verbessern, die Übernahmen von Praxen unterstützen und Anstellungen, die tendenziell in Teilzeit erfolgen, finanziell fördern.

Für das Förderprogramm stehen im aktuellen Doppelhaushalt insgesamt 260.000 Euro bereit. Das Gesundheitsamt wird sein neues Konzept am Montag, 21. Oktober 2024, dem Sozial‐ und Gesundheitsausschuss vorlegen. Anschließend wird das Gesundheitsamt weitere Informationen veröffentlichen.

Klar ist: Ein Förderprogramm kann nur dann wirken, wenn es ausreichend Kinderärzte gibt, die sich darauf bewerben können. So stellt Dr. Özgür Dogan, Mitglied des Obleute‐Teams der Stuttgarter Kinderärzte, fest: „Wir begrüßen die Stuttgarter Initiativen, sehen aber auch, dass der Fachkräftemangel in der Pädiatrie immer weiter zunimmt. Dadurch stehen die Kinder‐ und Jugendmediziner unter einem immensen Druck. In Stuttgart haben seit 2022 vier niedergelassene Kolleginnen und Kollegen ihre Tätigkeit beendet. Dadurch müssen die bereits an der Kapazitätsgrenze arbeitenden, verbleibenden Praxen immer mehr abfangen und die teilweise verzweifelten Eltern regelmäßig ablehnen. Die Zeit zu handeln ist jetzt.“

Die Gesundheitsplanerin am Gesundheitsamt, Christina Cyppel, stellt fest: „In Stuttgart sind derzeit 34 Prozent der ambulant tätigen Kinderärzte 60 Jahre oder älter. Gleichzeitig dauert die Facharztweiterbildung mindestens fünf Jahre. Wir müssen dringend in eine vorausschauende Planung kommen, die sich an dem in absehbarer Zeit notwendigen Bedarf orientiert.“

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Professor Stefan Ehehalt, macht deutlich: „Der Mangel an Kinderärzten ist kein unlösbares Problem. Im Gegenteil: Wir haben mit dem Olgahospital des Klinikums Stuttgart Deutschlands größte Kinderklinik in der Stadt. Mehr Studienplätze – auch in der Landeshauptstadt – wären der eine Schritt. Und mehr Weiterbildungsstellen für angehende Kinderärztinnen und Kinderärzte nach dem Medizinstudium der andere. Es gibt viele kluge Köpfe, die gern Medizin studieren würden, und sehr viele, die nach dem Medizinstudium die Fachrichtung Kinderheilkunde wählen würden. Dem stehen insgesamt zu wenig Studienplätze und zu wenig Weiterbildungsstellen gegenüber. Angesichts des gravierenden Versorgungsproblems ist es nicht länger hinnehmbar, dass der Zugang zum Facharzt Kinder‐ und Jugendmedizin nicht in dem benötigten Umfang ermöglicht wird.“

Die Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann, macht deutlich: „Die Lösung liegt auf der Hand: Kinderkliniken und niedergelassene Kinderärzte müssen in die Lage versetzt werden, umgehend ausreichend Kinder‐ und Jugendärzte auszubilden. Dazu ist es zwingend erforderlich, dass die Finanzierung einer ausreichenden Anzahl an Weiterbildungsstellen so rasch wie möglich gesichert wird. Die Initiative des Landes zur Stärkung der ambulanten Pädiatrie durch die Finanzierung der Weiterbildungsförderung geht in die absolut richtige Richtung.“
Hintergrundinformationen

Das Gesundheitsamt Stuttgart bündelt bereits seit zwei Jahren seine Kräfte, um die defizitäre ambulante Versorgungslage zu verbessern. Beispielsweise werden die ärztlichen Bedarfe bei der Stadtplanung berücksichtigt. Die städtische Wirtschaftsförderung bietet zudem eine Anlaufstelle für interessierte Ärzte, um im Rahmen einer Lotsenfunktion Ansprechpersonen innerhalb der Verwaltung zu ermitteln. Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und der zielgerichteten Steuerung von Patienten. Mit der Gründung des Runden Tischs im Jahre 2022 wurden noch viele weitere kommunale Maßnahmen beschlossen und seither weiterverfolgt.

Das Land stärkt die ambulante Kinder‐ und Jugendmedizin durch eine Finanzierung von bis zu zehn Vollzeit‐Weiterbildungsstellen. Diese Maßnahme geht auf das vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration durchgeführte Fachsymposium Kinder‐ und Jugendgesundheit vom 25. Juli 2023 zurück. Aktuell sieht die rechtliche Regelung eine Kontingentierung der geförderten Weiterbildungsstellen vor. Unter dem Vorsitz von Baden‐Württemberg hat die Gesundheitsministerkonferenz am 25. September 2023 beschlossen, den Bereich der kinder‐ und jugendärztlichen Facharztweiterbildung von diesem Kontingent zu befreien und dem Bund den entsprechenden Auftrag für die notwendige Gesetzesänderung aufgetragen.


177. Cannstatter Volksfest: Präventionsmaßnahmen der Polizei

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Stuttgart-Bad Cannstatt.| Das 177. Cannstatter Volksfest findet vom 27. September bis 13. Oktober 2024 statt und wird auch dieses Jahr von der Stuttgarter Polizei mit Präventionsmaßnahmen begleitet. Junge Festbesucher werden während der Volksfestzeit über die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums und Risiken des Missbrauchs informiert, denn starke Alkoholeinwirkung spielt bei der Gewaltbereitschaft dieser Zielgruppe eine erhebliche Rolle. Auf dem Festgelände sind uniformierte und zivile Polizeibeamtinnen und -beamte unterwegs, die ihr Augenmerk insbesondere auf das junge Publikum, auf mögliche, auffällige Gruppierungen sowie die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen legen. Bereits bei der Anreise müssen erkennbar Betrunkene damit rechnen, kontrolliert zu werden. Aus der polizeilichen Erfahrung heraus werden dabei junge Festbesucher vorrangig im Fokus der Polizei stehen. Die Polizei achtet auch auf den immer wieder vorkommenden Missbrauch von Ausweispapieren. Die jungen Leute werden in Gesprächen darauf hingewiesen, dass die Benutzung fremder Ausweispapiere oder das Fälschen von Ausweisen kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ist. Die Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Stuttgart werden im Umfeld des Festes Verkehrskontrollen durchführen, um Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung konsequent zu verfolgen. Für alle Besucher gilt: Ein unbeschwertes Festvergnügen braucht eine richtige Planung. Daher empfehlen wir, Fahrgemeinschaften zu organisieren und eine Fahrerin oder einen Fahrer zu bestimmen, die oder der selbstverständlich auf Alkohol verzichtet. Alternativ sollten öffentliche Verkehrsmittel oder Taxen benutzt werden.

In diesem Jahr werden unsere Kolleginnen und Kollegen des Referats Prävention am Dienstag, dem 01. Oktober, am Mittwoch, dem 02. Oktober sowie am Mittwoch, dem 09. Oktober und am Donnerstag, dem 10. Oktober jeweils von 14.30 Uhr bis 18.00 Uhr am Eingang zum Volksfest, Seite Talstraße, darüber informieren, wie man sich vor Taschendieben oder Gewaltdelikten schützen kann. Darüber hinaus informieren sie über K.O.-Tropfen sowie über Zivilcourage. Am 10. Oktober werden sie dabei von Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei unterstützt. Das Team der Einstellungsberatung wird am 09. Oktober ebenfalls vor Ort sein und Interessierte rund um den Polizeiberuf informieren.

Die Präventionsbeamtinnen und -beamten werden zudem mobil auf dem Wasengelände unterwegs sein.

Auf den Social-Media-Kanälen des Polizeipräsidiums Stuttgart gibt es außerdem am Samstag, 5. Oktober, ab 16 Uhr exklusive Einblicke in das Einsatzgeschehen. Unter dem Hashtag #Wasenstreife wird live auf Facebook, Instagram und X (ehemals Twitter) vom Cannstatter Volksfest berichtet. Den ganzen Abend erwarten die Followerinnen und Follower polizeiliche Berichte und Videos direkt aus der Wasenwache.

Die Polizei wünscht allen Besucherinnen und Besuchern ein friedliches und fröhliches Festvergnügen.

Präventionstipps der Polizei Stuttgart zum Thema Taschendiebstahl:

  • Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie tatsächlich benötigen.
  • Tragen Sie Geld- und Zahlungskarten sowie Dokumente immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.
  • Tragen Sie Ihre Hand- oder Umhängetasche immer mit der Verschlussseite zum Körper.
  • Halten Sie Ihre mitgeführte Tasche stets geschlossen.
  • Lassen Sie Ihr Handy, Ihre Handtasche oder Jacke niemals unbeaufsichtigt.
  • Achten Sie im Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen.

Wasserball Euro Cup: SVL verliert das Auftaktspiel

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Die Ludwigsburger Wasserballer haben gegen Panathinaikos nichts zu holen. Der SVL verliert das Auftaktspiel im Euro Cup in Aix-en-Provence deutlich mit 18:4 (1:4/1:2/0:3/2:9).

Wo steht das neu zusammengestellte Team SVL? Dass lässt sich nach dem Auftaktspiel im Euro Cup in Aix-en-Provence noch nicht wirklich sagen. Sind die Griechen super stark? Die Partie gegen die favorisierten Männer vom Panathinaikos AC geht jedenfalls deutlich mit 18:4 verloren. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel sagt unmittelbar nach dem Abpfiff am Donnerstagabend: das erste Viertel sei &bd quo;ganz ordentlich“ gelaufen, das Spiel sei der „erwartet schwere Auftakt“ gewesen. Gegen Ende des Spiels sei „der Klassenunterschied aber deutlich zu sehen“ gewesen. Phasenweise habe Ludwigsburg „gut mitgespielt“. Vorne – Stichwort Torgefahr – sei indes ein bisschen wenig gekommen. Die Abwehr sei mit Ausnahme des letzten Viertels ganz gut gestanden, so Nagel. Insgesamt hätte er sich „ein paar weniger Gegentore“ gewünscht und erklärt: „Wir haben das gezeigt, was wir momentan zeigen können“. Das Turnier werde dem Team ganz bestimmt die Erfahrungen bringen, „die wir uns erwartet haben“.

Gut eine Stunde vorher: der Anpfiff. Schlechter Start für den SVL. Das 1:0 für Panathinaikos – und bald das 2:0. Nach zwei Minuten der Anschlusstreffer. 2:1 durch Sergio Prieto Hernandez. Top Abwehrarbeit des Ludwigsburger Keepers Max Vernet Schweimer – und Angriff SVL, aber der Schuss geht direkt in die Arme des Torwarts. Dann auf der anderen Seite: der Treffer zum 3:1. Und der SVL verschenkt gleich den nächsten Treffer. Die Griechen sind offenbar gut eingespielt, Ludwigsburg (noch) nicht. Nach dem ersten Viertel steht es 4:1.

Das zweite Viertel. Sergio gewinnt das Anschwimmen. Aber der SVL-Torschuss wenig später landet wieder direkt beim Keeper. Zwei Minuten ohne Gegentreffer, dann fällt das 5:1 für die Männer aus Südeuropa. Konstantinos Sopiadis zeigt einen schönen Spielzug, Wurf und SVL-Treffer 5:2. Foul Ludwigsburg, aber die Griechen vergeben den folgenden Strafwurf. Nächster Angriff SVL, wieder kein Tor. Auf beiden Seiten fahrlässig vergebene Chancen. Kurz vor der Halbzeit das 6:2.

Zu Beginn des dritten Viertels: Ballverlust Panathinaikos. Doch der SVL kann auch dieses Missgeschick des Gegners nicht nutzten. Die ersten drei Minuten fällt im Viertel Nummer drei kein Treffer. Das erste Tor der zweiten Hälfte schießt Panathinaikos. 7:2. Und wenig später das 8:2. Überzahl SVL, Auszeit SVL. Weiter kein Treffer für Ludwigsburg in der zweiten Hälfte. Foul SVL, Strafwurf, Treffer Panathinaikos zum 9:2.

Die letzten acht Minuten. Für Ludwigsburg ist jetzt der neue Zweit-Keeper Thomas Manley im Tor, aber auch der britische Nationaltorwart fängt sofort einen Treffer, das 10:2. Und wenig später das 11:2. Die Tore der Griechen fallen zum einfach, auch das 12:2 und das 13.2. Sergio gelingt das 13:3 – nur eine halbe Minute später legen die Grieche nach, 14:3. Im Gegenzug macht Andrei Covaci das 14:4. Bald fällt das 15:4. Nochmal Foul SVL, Strafwurf und Treffer zum 16:4. kurz vor Schluss machen die Griechen das 17:4 und nach einem weiteren Strafwurf das 18:4.

Der Trainer Michel Denneler sagt: „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht. Wir haben zu deutlich verloren.“ Den frühen Ausfall des Kapitäns Zoran Bozic („unsere Schlüsselfigur“) und von Tobi Bauer wegen Faulspiels habe das Team nicht kompensieren können. Gegen Ende des Spiels hätten die Verteidiger die Torhüter im Stich gelassen. Nun gelte es, das erste Spiel schnell aufzuarbeiten – und dann „geht es auch gleich weiter“. Aus seiner Sicht, so Denneler, wäre „ein besseres Ergebnis drinnen gewesen“. Gegen ein top Team wie Panathinaikos „darf man verlieren, aber nicht so deutlich“.

Auch der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle sagt, die frühen drei Fouls für den neuen SVL-Kapitän Zoran Bozic und dessen Ausfall seien „eine zu hohe Hypothek“ gewesen. Er kritisiert den „Einbruch im letzten Viertel“ und sagt: „Wir haben die ersten Viertel zumindest schwimmtechnisch mit den körperlich überlegenen Griechen mitgehalten “. Sein Rezept für die nächsten Euro-Cup-Spiele in Südfrankreich? „Mund abwischen und wieder Erfahrungen sammeln.“ Erfahrungen für die neue Bundesligasaison, die am Samstag in einer Woche mit dem schweren Heimspiel gegen den deutschen Meister Waspo Hannover beginnt. Jetzt am Freitagabend spielt der SV Ludwigsburg die nächste Euro-Cup-Partie – gegen die Heimmannschaft aus Aix, die nicht so stark eingeschätzt wird wie Panathinaikos. Nach diesem Spiel sollte deshalb ein wenig deutlicher zu erkennen sein, wo das neue Team SVL steht.

Das Spiel gegen Aix wird am Freitag um 19.30 Uhr angepfiffen.


NetCom BW startet Glasfaserausbau für Scharnhausen-West

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Ostfildern.| Der Breitbandausbau in Ostfildern schreitet weiter voran. Vergangenen Donnerstag trafen sich Vertreter von NetCom BW, Solutions30 und der Stadt Ostfildern zum Spatenstich. Am Montag, 30. September starten die Bauarbeiten in der Elly-Beinhorn-Straße. Im Anschluss geht es Stück für Stück weiter. 340 Adressen werden mit Glasfaserhausanschlüssen ausgerüstet.

Die Bagger bringen hierfür mehrere Kilometer Leerrohre und Leitungen unter die Erde. Verlegt werden sie überwiegend im offenen Graben von den Verteilern vor Ort, über die Grundstücke bis zu hin zu den vom Ausbau profitierenden Gebäude (Fiber-to-the-Building-Ausbau; kurz: FTTB). Parallel dazu wird die NetCom BW die zur Datenübertragung notwendige aktive Netztechnik aufbauen und installieren. Anschließend erfolgt die schrittweise Inbetriebnahme der neugebauten Netzinfrastruktur. In erschlossenen Haushalten ist ab diesem Zeitpunkt das Surfen mit Datenübertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s möglich.

Dass beim Breitbandausbau in und um Ostfildern nun die nächste wichtige Etappe in Angriff genommen wird, freute demensprechend auch die Teilnehmer des Spatenstichs rund um Bürgermeister Michael Lübke und NetCom BW Geschäftsführer Nicholas Prinz. „Der Glasfaserausbau in Scharnhausen-West ist ein wichtiger Schritt für die digitale Zukunft unserer Stadt. Schnelles Internet ist heute sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag unverzichtbar“, betonte Bürgermeister Lübke in seinem Grußwort. „Die neuen Anschlüsse schaffen die Grundlage für moderne Arbeits- und Lebensbedingungen, von denen wir alle profitieren werden.“

Die Vorteile, die das neue Glasfasernetz mit sich bringen soll, stellte auch NetCom BW Geschäftsführer Nicholas Prinz heraus, der sich gleichzeitig bei der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit bedankte: „Der Glasfaserausbau in Scharnhausen-West ist mehr als nur eine technologische Aufwertung – es ist ein zentraler Schritt für das weitere Voranschreiten der Digitalisierung der Region. Dank der engen Kooperation mit der Stadt Ostfildern werden wir eine Infrastruktur schaffen, die den Menschen vor Ort langfristig Zugang zu schnellstem Internet und damit eine zukunftssichere Versorgung bietet.“

Ingo Wurach von Solutions30 äußerte sich zum Ausbau optimistisch. „Drei Kolonnen werden in Scharnhausen-West zum Einsatz kommen um für einen reibungslosen Ausbau zu sorgen.“ Das Unternehmen kann auf eine lange und gute Zusammenarbeit mit NetCom BW zurückblicken und ist sich auch für Scharnhausen-West sicher, dass alles gut ablaufen wird.


Bietigheim kämpft um die ersten Heimpunkte

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Der mit 4:2 Punkten gestartete Aufsteiger SG BBM Bietigheim kann sich der Aufmerksamkeit der Liga gewiss sein, wenn die Schwaben am Sonntag (15 Uhr) in der EgeTrans Arena den Altmeister VfL Gummersbach empfangen.

Die aktuelle mediale Präsenz seines Teams nimmt Iker Romero gelassen. „Das sind Dinge, die mich nicht beschäftigen“, sagt der Spanier und wiederholt stattdessen sein Mantra: „Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst und werden versuchen, im nächsten Spiel unsere optimale Leistung abzurufen.“ Dass das in den ersten drei Spielen richtig gut funktioniert hat, muss aber auch der Chefcoach der SG BBM eingestehen: „Ich bin richtig zufrieden mit dem, was wir in 90 Prozent der Zeit in den ersten drei Spielen gemacht haben. Und damit, wie die Jungs jeden Tag arbeiten, mit ihrer Einstellung und mit ihrer momentanen Verfassung.“

Es läuft nach Plan, könnte man Iker Romero interpretieren. Die Spielidee, auf die der frühere Weltklasse- Handballer mit seinen Jungs hinarbeitet, geht bislang auf. Beim jüngsten 32:35-Auswärtssieg beim ThSV Eisenach glänzten die Bietigheimer Aufsteiger mit schnellem Umschaltspiel, einer hohen Wurfeffektivität, mit der besseren Abwehrarbeit und einem herausragenden Fredrik Genz zwischen den Pfosten. „Es gibt natürlich immer viele Dinge, in denen wir uns verbessern können und müssen“, treibt Romero seine Jungs an.

Die Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen war positiv verarbeitet worden. Gemeinsam mit den eigenen Fans den ersten Erfolg in der EgeTrans Arena zu feiern, ist sicher eines der nächsten Etappenziele auf dem langen Weg in Richtung Klassenerhalt. Bei den Duellen mit dem VfL Gummersbach kommt aus Bietigheimer Sicht zuallererst jener sporthistorisch schicksalhafte 9. Juni 2019 in den Sinn, als sich am letzten Spieltag der Saison im Abstiegsendspiel in einer proppenvollen EgeTrans Arena die SG BBM und der VfL mit 25:25 trennen. Genau das Ergebnis, das beiden Teams nichts nützen sollte – Gummersbach und Bietigheim fallen zurück in die 2. Liga.

Dem 12-fachen Deutschen Meister aus dem Oberbergischen ist nach drei Jahren im Unterhaus eine kometenhafte Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs gelungen. Nach dem Klassenerhalt im Jahr zuvor schloss das Team unter Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson die letzte Ligarunde gar auf einem sensationellen sechsten Rang ab, was die Qualifikation für die EHF European League bedeutete. Der Traditionsverein, der zwischen 1967 und 2011 immerhin 13 internationale Titel abräumte, ist wieder zurück auf der europäischen Handball-Bühne.

Aktuell beschäftigen Gummersbach mehr die personellen Ausfälle als der Ausblick auf die internationalen Festspiele. Bei der 34:29-Niederlage in Leipzig verletzten sich Kapitän Julian Köster und Rückraum- Neuzugang Teitur Örn Einarsson (Flensburg), beide fallen mehrere Wochen aus. „Das trifft uns natürlich hart. Jeder weiß um die Bedeutung von Julian für uns, wie viel er in den letzten Wochen für uns gespielt hat und welche wichtigen Entscheidungen er in Abwehr und Angriff trifft”, kommentierte Gudjon Valur Sigurdsson. Zudem fällt auch Eigengewächs Tom Kiesler, der eine wichtige Rolle in der Defensive spielt, länger als erwartet aus.

Aber der VfL Gummersbach ist in der Spielzeit, in der der Europapokal in die Schwalbe-Arena zurückkehrt, im Rückraum breit aufgestellt. Mit der Rückkehr des französischen Europameisters Kentin Mahé hat der VfL ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Der 33-Jährige spielte bereits von 2011 bis 2013 im Gummersbacher Trikot und soll mit seiner Erfahrung einer der Eckpfeiler im Kader des VfL werden. Komplett neu aufgestellt hat sich Gummersbach dagegen im Tor. Der Kroate Dominik Kuzmanovic (von RK Nexe Nasice) und Bertram Obling (HC Erlangen) ersetzen den Neu-Göppinger Tibor Ivanisevic und Daniel Rebmann. Der 30- jährige, handballerisch in Wolfschlugen aufgewachsene Rebmann kämpft am Sonntag im Trikot der SG BBM gegen seinen Ex-Club und für den Klassenerhalt.

„Gummersbach hat eine super Mannschaft, die immer gefährlich ist“, ordnet Iker Romero den kommenden Gegner ein. „Alle reden jetzt über den Ausfall von Julian Köster“, bemerkt Romero. „Aber die Reaktion ist typisch für eine Mannschaft mit so viel Qualität.“ Die Jungs rücken zusammen. Im vorgezogenen Spiel am Mittwoch beim TVB Stuttgart hat die Findungsphase 20 Minuten gedauert. Nach dem 8:9 entscheidet Gummersbach mit einem 9:0-Lauf das Spiel noch vor der Pause und gleicht mit dem 28:35-Erfolg in der Porsche-Arena sein Punktekonto auf 4:4 aus.


Wasserball Euro Cup: Schwere Gruppe für Ludwigsburg

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Die SVL-Bundesliga-Wasserballer starten jetzt am Wochenende in die neue Saison. Ludwigsburg trifft in der ersten Runde des Euro Cups in Aix-en-Provence unter anderem auf das top Team Jug Dubrovnik.

Das wird hart! Das neu zusammengestellte Team Ludwigsburg trifft in der ersten Runde des Wasserball Euro Cups jetzt am Wochenende in Aix-en-Provence auf ein paar Hochkaräter. In der Ludwigsburger Gruppe spielen außer den Gastgebern noch Jug Dubrovnik (Kroatien) und Panathinaikos AC (Griechenland) – diese beiden Mannschaften dürften die Favoriten sein. Ferner trifft der SVL auf DE Akker Bologna (Italien).

Die Auslosung der ersten Runde sei „maximal schlecht gelaufen“, sagt der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel. Ludwigsburg spiele in einer Fünfer-Gruppe, andere Teams indes in Vierergruppen – es kommen aber aus jeder Gruppe zwei Mannschaften weiter. Zudem sei Aix von Stuttgart aus schlecht zu erreichen. Besser wäre es für den SVL beispielsweise gewesen, in Barcelona anzutreten, denn dorthin gäbe es Direktflüge. Aber egal – Nagel sagt, die SVL-Wasserballer sollten die Spiele in Südfrankreich als Vorbereitungsturnier auf die neue Saison in der Bundesliga nehmen. Der Ligabetrieb beginnt für Ludwigsburg am 5. Oktober – mit einem schweren Heimspiel gegen den deutschen Meister Waspo Hannover.

Der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle sagt: Mit Jug Dubrovnik und Panatinaikos warteten in der Tat „zwei dicke Brocken auf uns“. Auch er empfiehlt dem neu formierten Team „diese internationale Aufgabe zum Einspielen unter Wettkampfbedingungen“ zu nutzen.

Der Trainer Michel Denneler erklärt, sein Team wolle bei dem Qualifikationsturnier in Aix „bestmöglich abschneiden“. Klar, Jug sei „ein absolutes top Team und der Favorit – und die Griechen sind immer fit“. Er sei gespannt zu sehen, „wie weit wir sind“ und ob die im Training „einstudieren Automatismen laufen“. Das Turnier am Mittelmeer sei eine „sehr gut Gelegenheit“, die SVL-Spieler könnten sich mit europäischen top Teams messen. Denneler ist sicher: das neue Team Ludwigsburg, das über den Sommer ein paar Nationalspieler hinzu gewonnen hat, „ist stärker als in der Saison 23/24“.

Zu den Neuzugängen gehört auch der britische Nationaltorwart Thomas Manley. Er und die Nummer eins beim SVL, der deutsche Nationalkeeper Max Vernet Schweimer, pushten sich gegenseitig. Insgesamt sei er „positiv überrascht, wie gut alle schon zusammen spielen“. Der Trainer spricht von „einer positiven Aufbruchstimmung im Team“. Mit welchen konkreten Zielen reist Denneler nach Aix? Schelle Antwort: „Wir wollen immer gewinnen.“

Der neue SVL-Kapitän, Zoran Bozic, sagt, die Euphorie in der Mannschaft sei hoch, „alle freuen sich, dass die Saison mit dem Euro Cup beginnt – wir geben unser Bestes, gehen aber ohne Druck in das Turnier“. Eric Fernández Rivas verspricht: „Wir werden versuchen, das Maximum herauszuholen.“ Die Spiele gegen internationale top Mannschaften würden dazu beitragen, dass das Team weiter zusammenwächst.

Der Ludwigsburger Goalgetter Sergio Prieto Hernandez sagt: „Die Mannschaft ist motiviert.“ Beim Trainingslager in Straßburg am vergangenen Wochenende habe sich das Team „noch besser kennengelernt“. Jeder Spieler wisse, welche Rollen er habe. In Straßburg hat Ludwigsburg laut Trainer Denneler „vier Einheiten unter Wettkampfbedingungen“ bestritten. Er sei „überaus zufrieden mit den Jungs, wir konnten individuell arbeiten und uns gut einspielen“. Die starken Straßburger hätten Ludwigsburg vor große Herausforderungen gestellt, „ich habe aber das Gefühl, dass wir sehr gut vorbereitet sind, die Stimmung im Team ist überragend, die Chemie stimmt, alle Spieler sind heiß auf die neue Saison“.

Spielplan

Donnerstag, 18 Uhr: SVL – Panathinaikos AC (Griechenland)

Freitag, 19.30: SVL – Aix-en-Provence (Frankreic)

Samstag, 11.30: SVL – Jug Dubrovnik (Kroatien)

und 20 Uhr: SVL – DE Akker Bologna (Italien)


Parken auf Privatgelände kann teuer werden

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Fahrzeughalterinnen und -halter müssen eventuell tief in die Tasche greifen, wenn sie auf einem Privatgelände unbefugt parken und ihr Fahrzeug deshalb abgeschleppt wird. Die Württembergische Versicherung, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH V ZR 192/22) hin.

Die Verwalterin eines privaten Gebäudekomplexes ließ ein auf dem Gelände unerlaubt geparktes Fahrzeug abschleppen und vom Abschleppunternehmen verwahren. Laut dem Urteil muss der Halter des Fahrzeugs neben den reinen Abschleppkosten alle weiteren Kosten bezahlen, die im Zusammenhang mit dem Abschleppen stehen. Zu ihnen gehören auch die ortsüblichen Verwahrkosten des Abschleppunternehmens. Die Verwalterin des Privatgeländes sei nicht verpflichtet gewesen, einen gebührenfreien öffentlichen Parkplatz zu suchen und das abgeschleppte Fahrzeug dort abstellen zu lassen.

Allerdings müsse die Besitzerin bzw. der Besitzer des Privatgeländes möglichst rasch nach dem Abschleppen die Halterin oder den Halter des Fahrzeuges ermitteln und benachrichtigen. Damit bestehe die Möglichkeit, das Fahrzeug gegen Bezahlung aller angefallenen Kosten abzuholen und die Standgebühren möglichst gering zu halten.