Polizei startet neue Kommunikationskanäle bei WhatsApp und Mastodon

Mit der Nutzung von Social-Media-Plattformen erreicht die Polizei immer mehr Menschen. Ab dem 1. Oktober 2024 teilt die Polizei Baden-Württemberg Informationen zu Einsätzen und Ereignissen auch über WhatsApp und Mastodon.

„Die Polizei Baden-Württemberg ist seit Jahren erfolgreich auf den Social-Media-Plattformen Facebook, X (ehemals Twitter), Instagram und YouTube aktiv. Die Menschen im Land bekommen hier Einblicke hinter die Kulissen der Polizeiarbeit und werden über aktuelle Ereignisse, Einsätze und wichtige Präventionsthemen informiert. Mit WhatsApp und Mastodon geht die Polizei nun neue Wege, um noch mehr Menschen zu erreichen. Das ist wichtig, denn eine schnelle und direkte Kommunikation funktioniert am besten, wenn man sie auf mehreren Säulen aufbaut“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich des Starts der neuen Social-Media-Plattformen der Polizei.

Die Polizei Baden-Württemberg betreibt ab dem 1. Oktober 2024 den zentralen WhatsApp-Kanal „Polizei Baden-Württemberg“ und den regionalen Kanal „Polizeipräsidium Aalen“. Darüber können WhatsApp-Nutzerinnen und Nutzer Meldungen in Form von Texten, Bildern, Videos und Links empfangen. Der Kanal kann abonniert werden.

Zudem nutzt die Polizei Baden-Württemberg nun die Social-Media-Plattform Mastodon. Das deutsche Open Source Projekt weist eine ähnliche Funktionsweise wie X auf und gilt als besonders datenschutzfreundliches Netzwerk.

Nach einer Evaluationsphase werden, bei positivem Ergebnis, weitere Mastodon-Accounts und WhatsApp-Kanäle für die weiteren Dienststellen und Einrichtungen der Polizei Baden-Württemberg geprüft.

Pionierarbeit der Polizei Baden-Württemberg

2011 leistete die Polizei Baden-Württemberg mit einem Auftritt auf Twitter (inzwischen X) Pionierarbeit als eine der ersten Polizeien in ganz Deutschland.

„Mit den zusätzlichen Kommunikationskanälen auf Mastodon und WhatsApp gehen wir einen weiteren, wichtigen Schritt bei der digitalen Kommunikation. Damit bleiben wir am Puls der Zeit und nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen“, so Innenminister Thomas Strobl abschließend.


Fortschritte bei Ausbaumaßnahmen im Schienenknoten

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Erste Projekte der Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart (QSS) stehen kurz vor dem Abschluss. Region stimmt Kostensteigerung zu.

Region Stuttgart.| Mit den QSS-Maßnahmen (Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart) sollen die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der S-Bahn Stuttgart erhöht und der Schienenverkehr zukunftssicher gestaltet werden. Die Region Stuttgart investiert gezielt in eine moderne und zuverlässige Verkehrsinfrastruktur, um den wachsenden Anforderungen an den Nahverkehr gerecht zu werden. Der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung wurde hierzu in seiner heutigen Sitzung über die jüngsten Baufortschritte und Kostenentwicklungen informiert. Mehrere Projekte, wie beispielsweise die neuen Abstellanlagen in Bietigheim und Esslingen, befinden sich auf der Zielgeraden.

Aktuelle Entwicklungen

Überleitstelle Birkenkopf: Die Installation dieser Überleitverbindung soll eine höhere Flexibilität im S-Bahn-Verkehr zwischen Schwabstraße und Stuttgart-Vaihingen ermöglichen. Aktuell gibt es keine Möglichkeit, die Gleise auf dieser Strecke zu wechseln. Die Weichen wurden im Zuge der diesjährigen Stammstreckensperrung eingebaut, die Fertigstellung der Oberleitungsarbeiten ist für 2025 geplant. Mit der Integration in die Leit- und Sicherungstechnik im Jahr 2026 wird die neue Überleitstelle ab Ende 2026 nutzbar sein. Die Mehrkosten für dieses Projekt belaufen sich auf 6 Millionen Euro.

Wendegleis Böblingen: Durch den Bau eines Wendegleises können künftig auch Langzüge in Böblingen gewendet und abgestellt werden. Bislang war dies nur für Vollzüge möglich. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2025 geplant, die Kostensteigerung beträgt 2 Millionen Euro.

Bahnsteiganpassungen Wendlingen: Diese Maßnahme ist Teil der S-Bahn-Verlängerung nach Nürtingen. Die schrittweise Erweiterung beginnt mit der Verlängerung der Strecke bis Wendlingen nach Abschluss der Verlagerung der Landes- und Fernverkehre auf die Neubaustrecke. 2027 soll die S-Bahn schließlich bis Nürtingen verkehren. Die zusätzlichen Kosten für die Anpassungen in Wendlingen betragen 560.000 Euro.

Bahnhof Vaihingen: Hier wird der Regionalbahnsteig an die S-Bahn-Gleise angebunden, sowie ein neues Abstellgleis für die S-Bahn hergestellt. Während der Sommerpause konnten bereits die ersten Weichenverbindungen eingebaut werden. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 geplant.

Abstellanlagen: Diese Anlagen werden bis Ende 2024 in Bietigheim und Esslingen fertiggestellt, während Kornwestheim bis November 2025 folgt.

Im Paket der QSS-Maßnahmen enthalten sind auch eine Geschwindigkeitserhöhung auf der Stammstrecke, ein neuer S-Bahnsteig in Nürtingen, der Umbau des Haltepunktes Oberboihingen, Maßnahmen für einen Viertelstundentakt auf der S60, ein neuer Bahnsteig für die S-Bahn im Bahnhof Feuerbach und weiter zusätzliche Weichenverbindungen und Bahnsteiganpassungen. Insgesamt ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro um die S-Bahn fit für die Zukunft zu machen und das Angebot weiter auszubauen.


SG BBM fordert Melsungen bis in die Schlusssekunden

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von Bernhard Gaus

Kassel.| Was für ein Fight des Aufsteigers. Die SG BBM Bietigheim kämpft bei der MT Melsungen bis in die letzten Sekunden um die Chance auf einen Punktgewinn. Am Ende setzt sich der haushohe Favorit knapp mit 26:24 (13:15) Toren durch.

Die Jungs von Iker Romero dürften zwar enttäuscht die Heimreise aus Kassel angetreten haben, weil die Punkte in greifbarer Nähe waren. Im Reisegepäck ist nach diesem Auftritt aber auch eine zusätzliche Portion Selbstvertrauen vor dem nächsten Heimspiel am Donnerstag gegen den TBV Lemgo Lippe (19 Uhr, EgeTrans Arena). „Es fehlt die Belohnung“, sagt der Spanier, „aber wir haben uns in eine Situation gebracht, in der wir punkten können.“ Dieses Spiel, will Romero sagen, zeigt, dass für seine Mannschaft in der Liga in jedem Spiel alles möglich ist.

Für Melsungens spanischen Chefcoach Roberto Garcia Parrondo waren am Ende die beiden Punkte das Essenzielle aus der Partie: „Das Spiel zu gewinnen, war sehr wichtig. Wir haben nicht gut gespielt, hatten nicht die Einstellung, die in jedem Bundesligaspiel erforderlich ist.“

Nach der schnellen Melsunger 4:2-Führung eroberte die SG BBM das Momentum im Spiel. Hinten wurde die Abwehr um den starken Daniel Rebmann (6 Paraden in Halbzeit 1) der solide Rückhalt. Im Angriff fand Bietigheim die Lücken in Melsungens Abwehr über den Kreis und Fabian Wiederstein und Jonathan Fischer oder den von Beginn an treffsicheren Julius Kühn, der nach 16 Minuten zum 5:8 einnetzte.

Melsungens Chefcoach hatte da genug gesehen, korrigierte seine Anfangsaufstellung und brachte jetzt mit Erik Balenciaga und Dainis Kristopans die Spieler, die in der Endabrechnung das Spiel entscheiden sollten. Doch zunächst ging es auf dem Spielfeld weiter in dieselbe Richtung. Bietigheim spielte ideenreicher und war effektiver im Torwurf, führte beim 7:12 und 10:15 schließlich mit fünf Toren. Etwas ärgerlich war, dass der Vorsprung schon zur Pause wieder kräftig dahinschmolz. Melsungen drängte, Balenciaga hatte die Chance auf den Anschlusstreffer zur Halbzeitsirene, konnte die Kugel aber nicht im leeren Tor unterbringen.

„Die personelle Situation war aufgrund der Erkrankungen nicht einfach für uns, wir mussten bei den Einsatzzeiten immer wieder darauf Rücksicht nehmen“, sagte Romero zu viel Aktivität auf der Auswechselbank. Die zuletzt erkrankten Daniel Rebmann und Nikola Vlahovic waren zwar wieder an Bord, dafür hatte Maximilian Hejny die Fahrt nach Kassel nicht mitmachen können.

Bietigheim muss nach dem Seitenwechsel jetzt wesentlich härter für seine Tore gegen die hochgelobte Abwehr der Nordhessen arbeiten. Zudem wird der eingewechselte Nebojsa Simic zum Faktor, der neben einem Siebenmeter auch mehrmals freie Bälle gegen Gonzalo Pérez Arce abwehrt. Und das Spiel kippt in Zeitlupe. Erst der Anschlusstreffer durch Kristopans zum 17:18 (40.), Ausgleich zum 19:19 durch Kristopans (44.), Führungswechsel beim 21:20 durch Kristopans (47.). Der schwer zu stoppende 2,15 m-Hüne ist in dieser Phase der auffälligste Spieler bei Melsungen.

Der richtige Zeitpunkt für Iker Romeros Auszeit. Doch als Jonsson für Melsungen in der 54. Minute zum 24:21 trifft, scheint die Partie in Richtung des Heimteams gekippt zu sein. Und wohl keiner hätte damit gerechnet, dass die Mannschaft um Kapitän Paco Barthe noch einmal reagieren kann. Das Tor von Fabian Wiederstein bringt den Anschluss zum 24:23, in Unterzahl zimmert Julius Kühn zwei Minuten vor dem Ende den Ball zum 24:24 in die Maschen. Ganz am Ende kann Melsungen doch noch seine Überzahl ausnutzen, muss aber den Ballbesitz in den letzten Sekunden herunterspielen, um die Punkte in der Rothenbach-Halle zu behalten.

„Ich bin so unglaublich stolz auf die Mannschaft“, kann Iker Romero nach dem Schlusspfiff sagen. „Wir haben 60 Minuten auf allen Positionen gekämpft, am Ende entscheiden kleine Details das Spiel. Das zeigt: wir sind dran.“

MT Melsungen: Morawski, Simic; Enderleit (1), Balenciaga (3), Mandic (1), Sipos, Kristopans (8), Ignatow (3), Moraes, Drosten (1), Jonsson (2), Arnarsson (1), Cavalcanti (2), Darmoul, Kastening, Barrufet (4/3).

SG BBM Bietigheim: Baranasic, Genz, Rebmann; Vlahovic, Kühn (5), Claus (3), Wolf (2), de la Peña (2), Nicolaus, Wiederstein (2), Pérez Arce (4/2), Barthe, Strosack, Pfeifer, Fischer (5), Hermann (1).

Zeitstrafen: Wiederstein (4.), Barthe (15., 30.), Hermann (41.), Vlahovic (58.) – Cavalcanti (12., 25.), Sipos (12., 26.).
Siebenmeter: 3/3 – 2/4
Spielverlauf: 4:2 (5.), 5:4 (10.), 5:8 (16.), 7:12 (23.), 10:15 (26.), 13:15 (30.), 15:18 (37.), 17:18 (39.), 21:20 (47.), 24:21 (54.), 24:24 (58.), 26:24 (60.)
Schiedsrichter: Marcus Hurst / Mirko Karg (DHB Elitekader)
Zuschauer: 3211 (Rothenbach-Halle, Kassel).


EnBW in Stuttgart-Münster: „heiße Inbetriebnahme“ des ersten wasserstofffähigen Gaskraftwerks

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  • Gasturbinenanlage ersetzt Kohlekessel und Turbinen
  • vorübergehende Rauchentwicklung während der Inbetriebnahme

Stuttgart.| Nach dem Baubeginn im Januar 2023 geht in Stuttgart-Münster der Neubau des ersten wasserstofffähigen Gaskraftwerks der EnBW Energie Baden-Württemberg AG auf die Zielgerade.  Ab der kommenden Woche startet termingerecht die sogenannte „heiße Inbetriebnahme“ der ersten Gasturbine. Die bisherigen Kohlekessel und heizölbetriebenen Turbinen werden durch eine hocheffiziente Gasturbinenanlage mit einer Leistung von 124 Megawatt ersetzt.

Während der heißen Inbetriebnahme werden diese Gasturbinen sukzessive mit zunehmender Leistung gefahren, um sie optimal einzustellen und zu testen. Durch diesen Verbrennungsprozess werden – wie aus dem Schornstein der bestehenden Müll- und Kohlekessel – Rauchgase aus den neu errichteten Schornsteinen sichtbar.

„Durch den Wechsel von Kohle zu Gas und später zu Wasserstoff leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung“, erklärt EnBW-Projektleiterin Ramona Bogenschütz das Fuel Switch-Konzept der EnBW.

Derzeit entsteht am Standort Stuttgart-Münster, der auf die energetische Verwertung von Abfällen spezialisiert ist, ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk, das im Laufe des Jahres 2025 endgültig die Kohlekessel und heizölbefeuerten Turbinen am Standort ersetzen wird. Damit wird die Fernwärme-Erzeugung im Stadtgebiet Stuttgart anschließend kohlefrei. In den 2030er Jahren soll dann über einen weiteren „Fuel Switch“ Wasserstoff zur CO2-armen Erzeugung von Strom und Fernwärme genutzt werden.

Der Standort Stuttgart-Münster ist der erste von insgesamt drei EnBW-Kraftwerksstandorten, der durch den Brennstoffwechsel von Kohle zu Gas die CO2-Emissionen bis 2030 halbieren wird. An den Standorten Heilbronn und Altbach/Deizisau sind ebenfalls neue Gaskraftwerke im Bau.


TVB: Personalsituation spitzt sich weiter zu

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Die personelle Situation beim TVB Stuttgart spitzt sich weiter zu. Neben den Langzeitverletzten Max Häfner und Jonas Truchanovičius hat der TVB weitere Ausfälle zu verzeichnen.

Der TVB fährt mit dezimiertem Kader zum Rekordmeister THW Kiel. Cheftrainer Michael Schweikardt muss neben den beiden Langzeitverletzten auf vier weitere Spieler verzichten.

Abwehrchef Samuel Röthlisberger hat sich im Pokalspiel gegen den HSC 2000 Coburg eine Kopfverletzung zugezogen und fällt damit aus. Nico Schöttle steht krankheitsbedingt nicht im Kader. Auch Linksaußen Daniel Fernández steht dem TVB nicht zur Verfügung. Der Spanier fällt mit Knieproblemen aus.

Luka Krivokapić hat sich im Training eine Verletzung am Auge zugezogen. Dafür rückt Benedikt Starkloff aus der eigenen Jugend in den Kader. Für den A-Jugendlichen ist es der erste Einsatz bei den WILD BOYS. Aus der zweiten Mannschaft ergänzt Rückraumspieler Luca Eckert den Kader.


Bietigheim will gegen Melsungen besser starten als im Pokal

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Aufsteiger SG BBM Bietigheim hat am Samstag (20:30 Uhr) bei der MT Melsungen eine schwere Aufgabe vor der Brust. Erste Etappe in Kassel: eine bessere erste Halbzeit aufs Parkett der Rothenbach-Halle legen als beim Pokal-Aus am Mittwoch gegen Eisenach.

In der ersten Halbzeit präsentierten sich die Romero-Jungs gegen den ThSV Eisenach völlig von der Rolle, lagen zur Halbzeit bereits mit 8:18 Toren in Rückstand. Nach der Pause arbeitete die SG BBM zwar mit viel Engagement erfolgreich an einer Ergebniskosmetik, an der 26:31-Niederlage und am Ausscheiden aus dem Pokalwettbewerb aber war nicht mehr zu rütteln. Mit Nikola Vlahovic und Daniel Rebmann fehlten am Mittwoch zudem kurzfristig zwei erkrankte Spieler. Bis zum Samstag heißt es jetzt wohl Daumen drücken, dass sich das Bietigheimer Lazarett nicht noch weiter füllt.

Die MT Melsungen ist mit 6:2 Punkten in die Liga gestartet, besiegte zu Hause Bietigheims Mitaufsteiger VfL Potsdam mit 31:23 Toren und hat mit dem jüngsten 21:25-Erfolg beim THW Kiel gezeigt, dass sie auch in dieser Saison ganz vorne mitspielen will. In der letzten Runde belegten die Nordhessen einen fünften Tabellenplatz und erreichten nach überstandener Qualifikationshürde bei Elverum Håndball die Gruppenphase der EHF European League. Die erste Partie wartet am 8. Oktober beim FC Porto.

Favoritenrolle bei den Nordhessen

Die Favoritenrolle liegt bei der Rückkehr von Julius Kühn in also ganz klar im Feld der Melsunger Turngemeinde. Bietigheims Neuzugang hat noch viele Fans in Nordhessen. Von 2017 an streifte sich der Rückraum-Shooter das Melsunger Trikot über, ehe sein Vertrag nach sieben Spielzeiten nicht verlängert wurde und der frühere deutsche Nationalspieler sich in der Folge dem Aufsteiger anschloss.

Der Rückraum bleibt auch nach dem Kühn-Weggang und dem Wechsel von Ivan Martinovic zu den Rhein- Neckar Löwen das Prunkstück der MT. Melsungen holte mit Nikolaj Enderleit (DEN), Aaron Mensing (DEN), Alexandre Cavalcanti (POR) und Mohamed Amine Darmoul (TUN) vier erstklassige Spieler mit internationaler Erfahrung in die zentralen Offensivpositionen im Rückraum. Dort spielen mit dem Letten Dainis Krištopāns (2,15 m) und dem spanische Spielmacher Erik Balenciaga (1,68 m) der größte und der kleinste Spieler der Liga nebeneinander.

Spanisches Trainerduell

Bietigheims Coach Iker Romero und der gleichaltrige MT-Cheftrainer Roberto Garcia Parrondo spielten übrigens ganz am Anfang ihrer Karrieren zusammen bei BM Valladolid und trafen sich später in der spanischen Nationalmannschaft wieder, mit der beide bei der Weltmeisterschaft 2011 Dritter wurden. Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening kennt Romero noch aus der gemeinsamen Zeit bei Hannover- Burgdorf, wo Romero vor seinem Wechsel auf den Chefposten in Bietigheim als Co-Trainer tätig war.

Regeneration und Vorbereitung fallen beim Aufsteiger deutlich kürzer aus als bei den Nordhessen. Dem Heimspiel am 29. September gegen den VfL Gummersbach (30:32) folgte am Mittwoch das Pokal-Aus gegen den ThSV Eisenach. Da die MT Melsungen als diesjähriger Pokalfinalist erst im Achtelfinale in den DHB-Wettbewerb einsteigt, bestritten die Nordhessen ihr letztes Pflichtspiel am 26. September beim THW Kiel.


Ein Neuling und drei Rückkehrer für Bosnien und die Niederlande

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Frankfurt.| Die deutsche Nationalmannschaft geht mit einem Neuling und drei Rückkehrern im Kader in die beiden anstehenden Länderspiele in der UEFA Nations League. Für die Partien gegen Bosnien und Herzegowina sowie die Niederlande hat Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag, 03.10.2024, erstmals Stürmer Tim Kleindienst von Borussia Mönchengladbach nominiert. Verteidiger Antonio Rüdiger von Real Madrid, Stürmer Serge Gnabry vom FC Bayern München und Torwart Janis Blaswich vom FC Red Bull Salzburg kehren zurück in das insgesamt 23 Mann starke Aufgebot. Rüdiger war im September nach einem intensiven Sommer in Absprache mit dem Bundestrainer nicht nominiert worden und hatte die Zeit zur Regeneration genutzt. Gnabry und Blaswich standen zuletzt im November 2023 im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Zur Nominierung von Tim Kleindienst sagt Bundestrainer Julian Nagelsmann: „Tim Kleindienst hat in Heidenheim über ein Jahr hinweg gute Leistungen in der Bundesliga gezeigt, auch bei seinem neuen Verein Borussia Mönchengladbach ist er gut eingeschlagen. Unter anderem ist er defensiv sehr verlässlich. Er hat es sich verdient. Die Verletzung von Niclas Füllkrug ist eine gute Gelegenheit, Tim zu testen, er kann sich jetzt beweisen.“

Das DFB-Team kommt von Montag an im Home Ground von DFB-Partner adidas in Herzogenaurach zusammen. Am 11. Oktober (ab 20.45, live bei RTL) trifft Deutschland zunächst in Zenica auf Gastgeber Bosnien und Herzegowina. Am 14. Oktober (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) tritt die Nationalmannschaft dann in München zum Rückspiel gegen EM-Halbfinalist Niederlande an. Für den Klassiker gibt es noch Restkarten im DFB-Ticketportal.

Julian Nagelsmann sagt: „Bosnien und Herzegowina hatte noch kein Heimspiel unter dem neuen Trainer Sergej Barbarez. Ich gehe also davon aus, dass es emotional wird im Stadion, dass die Heimfans Bosnien und Herzegowina extrem anfeuern und pushen werden – wir werden sicher eine hitzige Atmosphäre vorfinden. Wenn wir die Leistung aus den vergangenen beiden Spielen zeigen, bin ich guter Dinge, dass wir auch dieses Spiel gewinnen werden, gerade auswärts wäre es ein wichtiger Sieg. Gegen die Niederlande haben wir schon in Amsterdam ein gutes Spiel gemacht. Wir sind nach einem sehr schlechten Start gut zurückgekommen. Es gibt ein paar Stellschrauben, an denen wir drehen wollen, um unser Heimspiel gegen einen sehr starken Gegner hoffentlich gewinnen zu können.“


SG BBM enttäuscht beim Pokal-Aus

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Der ThSV Eisenach zieht mit einem verdienten 26:31-Erfolg bei der SG BBM Bietigheim ins Achtelfinale des DHB-Pokals ein. Der Aufsteiger enttäuscht vor allem mit einer schwachen ersten Hälfte und einem 8:18- Pausenrückstand.

Die Partie war ein Abziehbild des Punktspiels vor gut zwei Wochen – nur mit vertauschten Rollen. In der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle führte die SG BBM zur Pause mit 12:20 und gewann am Ende mit 32:35 Toren. Diesmal begann Bietigheim vor nur 350 Zuschauern fahrig, produzierte technische Fehler in Serie und war in seinen Abschlüssen nicht konsequent, scheiterte an Matija Spikic im ThSV-Tor. Die Quittung lieferte der ThSV Eisenach, dem allein schon an der Körpersprache anzumerken war, dass der Stachel vom Punktverlust in der Liga tief saß. 1:5 führt der ThSV, als Iker Romero seine Jungs nach nur fünf Minuten zur ersten Auszeit an den Spielfeldrand holt. Doch Bietigheim findet weiter nicht zu seinem Spiel, beim Stand von 5:15 zieht Bietigheims Chefcoach seine zweite Auszeit.

Romero hat inzwischen komplett durchgewechselt, die erkrankten Daniel Rebmann und Nikola Vlahovic fehlen. Immerhin war danach der rasende Fahrstuhl nach unten gestoppt. Bietigheim spielt jetzt sicherer, Eisenach bleibt weiter druckvoll in seinen Angriffsaktionen. Der Abstand beim Seitenwechsel (8:18) ist deutlich.

Dann folgt aus einem 9:20-Rückstand die beste Phase der Schwaben. Mit einem 5:0-Lauf verkürzt Bietigheim auf 14:20. Mit noch 22 Minuten auf der Uhr zeigen die Romero-Jungs zumindest, dass sie für ein besseres Ergebnis kämpfen wollen. Dann stoppt der eingewechselte Silvio Heinevetter im ThSV-Tor mit einer Reihe von Paraden den Bietigheimer Lauf. Vorne ist es Filip Vistorop mit drei Toren in Folge und Eisenachs erfolgreichster Werfer Peter Walz, die Bietigheim auf Distanz halten. Näher als auf fünf Tore sollte die SG BBM in der letzten Viertelstunde nicht mehr herankommen, gewinnt die zweite Hälfte mit 18:13 Toren. Die Hypothek aus der ersten Hälfte – auch eine Parallele zum Punktspiel unter vertauschten Vorzeichen – war zu hoch.

SG BBM Bietigheim: Baranasic, Genz; Kühn (2), Claus (4), Wolf (4/2), de la Peña (2), Nicolaus (1), Wiederstein (2), Pérez Arce (2/1), Barthe (1), Strosack (2), Pfeifer (4), Fischer (1), Hermann (1), Hejny.

ThSV Eisenach: Spikic, Heinevetter; Vistorop (3), Reichmuth (2), Hangstein (2/1), Attenhofer (2), Walz (8), Mengon (3), Grgic (3), Ende (2), Meyer (2), Donker (2), Kraus (1), Kurch, Snajder, Saul (1).

Zeitstrafen: Wiederstein (18., 23.), Pfeifer (34.), Hejny (43.) – Ende (8.), Walz (25.), Mengon (29., 39.), Meyer (34.), Reichmuth (35.), Grgic (39.).
Siebenmeter: 3/3 – 1/3
Spielverlauf: 1:7 (7.), 3:10 (12.), 5:16 (22.), 8:18 (29.), 9:20 (32.), 14:20 (38.), 16:22 (45.), 19:24 (49.), 20:28 (54.), 24:29 (59.), 26:31 (60.)
Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Philipp Dinges (DHB Elitekader)
Zuschauer: 350 (Halle am Viadukt, Bietigheim).


Angelegenheiten nach eigenem Willen regeln

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Nicht jeder Mensch kann lebenslang alle Entscheidungen zum eigenen Wohlergehen oder zu geschäftlichen Themen selbst treffen. Nach schweren Unfällen oder im Rahmen von Erkrankungen kann die Möglichkeit, sich selbst rechtsverbindlich um seine Angelegenheiten zu kümmern, eingeschränkt sein. Die Württembergische Versicherung rät daher dazu, sich frühzeitig um das Thema Vollmachten zu kümmern.

Zwar haben etwa Ehepaare seit 2023 ein Notvertretungsrecht – es umfasst für einen Zeitraum von sechs Monaten beispielsweise die Einwilligung in Untersuchungen, Heilbehandlungen und ärztliche Eingriffe. Dieses gilt aber nur in Gesundheitsfragen. Ehepartner und Kinder sind nicht automatisch berechtigt, schwer erkrankte Familienangehörige in anderen Bereichen zu vertreten. Eine rechtzeitig ausgestellte Vorsorgevollmacht ist daher sinnvoll. Bevollmächtigte können damit gegenüber Dritten die Interessen der Person durchsetzen, die ihnen diese Vorsorgevollmacht ausgestellt hat.

In eine solche Vorsorgevollmacht können auch eine Patientenverfügung und eine Betreuungsverfügung integriert werden. Die Patientenverfügung regelt, welche medizinischen Behandlungen die Vollmachtgeberin oder der Vollmachtgeber möchten oder auch nicht möchten, wenn sie sich selbst nicht (mehr) dazu äußern können. Dabei könnte es beispielsweise um eine Herz-Lungen-Wiederbelebung gehen oder um andere lebenserhaltende Maßnahmen im Krankenhaus. In der Patientenverfügung sollte möglichst konkret formuliert sein, welche medizinischen Maßnahmen nach dem Wunsch von Vollmachtgeberin oder -geber bei bestimmten Krankheiten, Unfall oder auch (erwarteter) Demenz zu ergreifen oder zu unterlassen sind.

Eine Betreuungsverfügung enthält Entscheidungen und Wünsche des oder der Betroffenen zu Themen, bei denen auch ein gesetzlich bestellter Betreuer oder Betreuerin gegebenenfalls unterstützen würde. Das können etwa Entscheidungen rund um Finanzen sein, zur Gesundheitsfürsorge, zum Aufenthaltsort der betreuten Person, Wohnungsangelegenheiten oder auch die Vertretung gegenüber Behörden, Versicherungen und Sozialleistungsträgern.

Damit Vorsorgeverfügungen im Notfall schnell bereitstehen, besteht die Möglichkeit, diese gegen Gebühr im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu hinterlegen. Informationen zu Vorsorgevollmachten gibt auch das Bundesministerium der Justiz.


Angespannte Finanzsituation der Landkreise

Dezernent des Landkreistags Baden-Württemberg berichtet

Ludwigsburg.| Ein zentrales Thema bei der Sitzung des Kreistag-Verwaltungsausschusses am Montag (30. September) war die aktuelle Finanzsituation der Landkreise in Baden-Württemberg. Hierzu stellte ein Vertreter des Landkreistags Baden-Württemberg einen umfassenden mündlichen Bericht vor.­

„Wir waren der Meinung, dass es angesichts der Gesamtlage der öffentlichen Haushalte, heute Sinn macht, einen Überblick der Landkreise in Baden-Württemberg im Allgemeinen zu geben“, sagte Landrat Dietmar Allgaier bei der Einführung in den Tagesordnungspunkt.

Der Bericht des Landkreistags verdeutlichte die derzeitigen finanziellen Herausforderungen, mit denen die Landkreise in Baden-Württemberg konfrontiert sind. Insbesondere wurde auf die steigenden Sozialausgaben und die Defizite in der Krankenhausfinanzierung eingegangen. Zudem wurde die angespannte Situation durch die Auswirkungen der steigenden Zinsaufwendungen und weiteren Belastungen aufgrund der Gesetzgebung hervorgehoben, etwa durch Steuerentlastungen, Anforderungen an den Klimaschutz oder durch die Ausweitung von Sozialleistungen.

Bernd Klee, Dezernent für Finanzen, Personal und Kommunales des Landkreistags Baden-Württemberg, hob insbesondere den Zuschussbedarf im Sozialwesen hervor:
„Der Zuschussbedarf für Soziales steigt 2024 weiter um 444 Millionen Euro beziehungsweise um 9,1 Prozent an“, sagte Klee. „Das Aufkommen aus der Kreisumlage reicht – trotz der deutlichen Erhöhungen landesweit – nicht aus, um den Sozialaufwand zu decken“, erklärte der Dezernent weiter.

Dezernent Klee: „Finanzielle Situation der Landkreise verschlechtert sich deutlich“

28 Landkreise planen demnach 2024 eine Rücklagenentnahme in Höhe von 375,9 Millionen Euro. „Die Rücklagen für 2025 sind fast weg“, sagte Klee hierzu. Der Schuldenstand nimmt um 1.095 Millionen Euro beziehungsweise um 29,4 Prozent zu. Die Investitionen steigen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 310 Millionen Euro auf rund 1.367 Millionen Euro. „Damit verschlechtert sich die finanzielle Situation der Landkreise im Jahr 2024 deutlich“, so Klee. „Zusammengefasst lässt sich sagen: Das Aufkommen aus der Kreisumlage reicht wieder nicht aus, um den Sozialaufwand zu decken“, sagte Klee.

In der anschließenden Diskussion und den Stellungnahmen im Verwaltungsausschuss wurde mehrfach betont, dass Landes- und Bundesregierung in die Verantwortung genommen werden müssen. „Die Dramatik, wie es in den Gemeinden, Kommunen und Landkreises aussieht, ist bei der Landesregierung nicht angekommen. Bund und Land müssen verstehen, dass die Kommunen finanzieren müssen. Und wenn die Kommunen am Ende sind, sind wir als Land am Ende“, fasst Klee zusammen. Die Mitglieder des Ausschusses brachten ihr

Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit mit dem Landkreistag zum Ausdruck, um gemeinsam nach Lösungen zur Sicherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Landkreise zu suchen.

Neben dem Bericht des Landkreistags standen auf der Tagesordnung der Sitzung auch weitere wichtige Themen, darunter die Umbesetzung in den Gremien sowie der Jahresabschluss 2023 des Landkreises Ludwigsburg.