Bild: Pätzold nimmt den Nachhaltigkeitspreis 2022 für die Stadt Stuttgart entgegen. | Foto Ferdinando Iannen Rechte LHS
Stadtverwaltung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022 ausgezeichnet

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart ist Siegerin beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie nachhaltigste Großstädte 2022. Dies wurde im Rahmen der Preisverleihung beim Deutschen Nachhaltigkeitskongress am Freitag, 3. Dezember, in Düsseldorf bekannt gegeben. Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, nahm die Trophäe stellvertretend für die Stadt Stuttgart entgegen.

Bürgermeister Pätzold sagte: „Uns freut diese Auszeichnung sehr, und ich widme sie all den vielen Personen und Fachämtern unserer Verwaltung, die sich Tag für Tag für nachhaltige Angebote und Projekte in Stuttgart einsetzen. Mich freut, dass auch in der öffentlichen Wahrnehmung immer deutlicher wird, in welch starkem Maße sich die Stadtverwaltung seit Jahren für Nachhaltigkeitsthemen einsetzt.“

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis gilt mit acht Wettbewerben und über 1.000 Bewerbern als Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement und wurde bereits zum vierzehnten Mal vom Büro des Deutschen Nachhaltigkeitspreises vergeben.

Das Projektbüro lobt in seiner Laudatio die Stadt Stuttgart auf vielen Ebenen: Die vorbildliche Arbeit im Bereich Energie und Klimaschutz habe durch die Ende 2019 beschlossenen Zielvorgaben und einem Aktionsprogramm mit Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von 200 Millionen Euro nochmals deutlich an Fahrt aufgenommen. Besonders hervorzuheben sei hier der grundsätzliche Bau städtischer Gebäude im Plusenergie-Standard, die Verwendung eines Stuttgarter CO2-Preises für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und eine umfangreiche städtische Förderlandschaft zu Energie und Klimaschutz.

Stuttgart überwacht den Fortschritt jährlich mit einem Treibhausgas-Reduktionspfad auf Basis des 1,5-Grad-Ziels von Paris. Im Bereich Luftreinhaltung seien in den vergangenen Jahren ebenfalls entscheidende Fortschritte zu verzeichnen. Das Stuttgarter Bodenschutzkonzept zeigt Methoden und Strategien zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Boden, die bereits seit 2006 konsequent bei der Bauleitplanung umgesetzt werden. Die Kommune ließ ferner vier städtische Betriebe gemeinwohlökonomisch bilanzieren, ermöglicht aber auch privatwirtschaftlichen Unternehmen mit dem Förderprogramm „Nachhaltig fit für morgen“ den Einstieg in die GWÖ-Bilanz.

Über eine Online-Plattform können Bürgerinnen und Bürger Ideen und Vorschläge zu städtischen Finanzen in Haushaltsplanverfahren einbringen; der Stuttgarter Bürgerhaushalt verzeichnet die bundesweit größte Beteiligung.

Als „Kinderfreundliche Kommune“ realisiert Stuttgart unter anderem Maßnahmen, um die Rechte der Stuttgarter Kinder in Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention weiter zu stärken. Wichtig ist der Stadt ein gezieltes „Empowerment“ verschiedener Bevölkerungsgruppen. Darunter fallen Angebote für Geflüchtete wie ein eigener Ausbildungscampus, präventive und versorgende Angebote für Seniorinnen und Senioren sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung und häusliche Gewalt. Darüber hinaus widmet sich Stuttgart als Pilotkommune der Erprobung von Indikatoren zur Einhaltung Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, sogenannte „Sustainable Development Goals“ (SDG).