von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen: Unter verschärften Corona-Regeln findet das nächste Heimspiel der Bietigheimer Zweitliga-Handballer statt. Am Samstag (19 Uhr) empfängt die SG BBM den Bundesliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen. In der Bietigheimer EgeTrans Arena gilt jetzt die 2G-Regel, nur geimpfte oder genesene Zuschauer haben Zutritt. Die Maskenpflicht bleibt bestehen. Die Partie ist auch als kostenfreier Livestream unter www.sportdeutschland.tv zu sehen.

Nicht nur auf den Zuschauerrängen wird die Pandemie wieder ein Thema sein, auch auf dem Spielfeld. Die Eulen Ludwigshafen meldeten am Wochenanfang positiv getestete Spieler. Die Begegnung am Mittwoch beim TSV Dormagen wurde abgesagt. Sollten sich die Verdachtsfälle bestätigen, werden die Eulen in der EgeTrans Arena auf die betroffenen Spieler verzichten müssen.

Nach vier Spielzeiten im Oberhaus musste Ludwigshafen als 17. der vergangenen Runde den Abstieg in die 2. Liga antreten. Mit dem Wechsel von Trainer Benjamin Matschke zur HSG Wetzlar war ein Umbruch bei den Pfälzern vorgezeichnet. Als neuer Chef an der Seitenlinie wurde Ceven Klatt von den Rimpar Wölfen geholt. Die Abgänge von Dominik Mappes (Hüttenberg) und Azat Valiullin (HSV Hamburg) müssen kompensiert werden. Auch der frühere Linksaußen der SG BBM, Jonathan Scholz, beackert nicht mehr die Seitenlinie. Der 30-Jährige spielt jetzt in der 3. Liga in Leutershausen. Der Neuanfang startete mit namhafter Verstärkung. So wechselte Stefan Salger von Melsungen zurück in den rechten Rückraum der Eulen und der Kroate Matej Asanin hütet wie schon in der Saison 2018/19 das Tor der Pfälzer.

Zum durchwachsenen Saisonstart mit 2:6 Punkten trugen neben der Gewöhnungsphase an das raue Klima in der 2. Liga eine Reihe von Verletzungsausfällen bei. Es folgten 8:2 Zähler, mit denen der Bundesliga-Absteiger in die vordere Tabellenhälfte vorrückte. Immer noch fehlt auf Rechtsaußen Pascal Durak, der in der Saison 2012/13 im Bietigheimer Kader ein Gastspiel gegeben hatte. Neu im Eulen-Lazarett ist Spielmacher Pascal Bührer nach einem Riss der Achillessehne. Der Ludwigshafener Kader ist trotz dieser Ausfälle so breit aufgestellt, dass viele die Pfälzer unverändert zum engsten Favoritenkreis zählen. Top-Torjäger Hendrik Wagner hatte sich schon in der vergangenen Saison in den Vordergrund gespielt. Der 24-jährige Halblinke erhielt kürzlich eine Einladung zur deutschen Nationalmannschaft. Halten konnte die Eulen ihren neuen Star nicht. Der 2-Meter-Mann, der mit 71 Toren erneut die interne Torschützenliste der Eulen anführt, spielt in der kommenden Saison in Wetzlar. Dreimal traf Wagner in diese Saison bereits zweistellig.

Der Anspruch der Eulen Ludwigshafen ist es, auch in der EgeTrans Arena als Sieger vom Feld zu gehen. Gegen die großgewachsenen Distanzwerfer wie Wagner und Salger darf sich die Hintermannschaft der SG BBM nicht zu defensiv stellen. Auch ein Offensivspektakel wie am Mittwoch beim 36:36-Unentschieden beim Dessau-Roßlauer HV könnte ein riskantes Unterfangen werden. Der spanische Stratege Iker Romero muss sich also etwas einfallen lassen, um seine Abwehr kompakter und griffiger zu stellen. Sicher kein Nachteil ist für die Schwaben, dass sie gegen Ludwigshafen nicht in die Favoritenrolle gedrängt werden. Ganz so wie beim überraschend klaren 34:25-Heimerfolg gegen den TuSEM Essen. Im ersten Heimspiel gegen einen der Bundesliga-Absteiger fühlte sich Bietigheim in der Außenseiterrolle pudelwohl. Ein Sieg der SG BBM wäre nach der Niederlage in Coburg und dem Remis in Dessau- Roßlau ein Bigpoint zum Abschuss der Englischen Woche.