Bild: Reds vereiteln den Bonner Versuch die zweite Base zu stehlen | Foto von Iris Drobny ([email protected])

von Monja Keßler

Im Duell mit den Bonn Capitals müssen sich die TVC-Softballdamen in zwei Spielen mit 4:11 und 0:7 geschlagen geben und treten jetzt am kommenden Wochenende gegen die Hamburg Knights im Deutschland-Pokal an.

Pünktlich zum Ende der Sommerferien durften die Softballerinnen der Stuttgart Reds die Capitals aus Bonn begrüßen. Die Gäste hatten zum Abschluss der regulären Saison Titelverteidiger und Top-Favorit Wesseling Vermins schlagen können und traten entsprechend selbstbewußt im TVC Ballpark zur Halbfinalserie an.

Als nominelles Gastteam begannen die Reds das Spiel am Schlag und Annie Stepniak konnte auch sofort den ersten Hit für die Reds erzielen. Ein Sacrifice Bunt von Jessica Weil brachte sie auf die zweite Base und auf das folgende Ground-Out von Hope Cornell konnte sie sogar die dritte Base erlaufen. Leider konnten die Capitals anschließend Kaleigh Fisher am ersten Base auswerfen und die Reds mussten ohne Punkt in die Defensive gehen. Dort konnte zwar die erste Schlagfrau Meredith Ramsey direkt ins Dugout zurückgeschickt werden, direkt anschließend erreichte dann aber Christin Poon durch ein Single das erste Base und wurde von Noemi Weyel mit einem Triple zur Führung für die Capitals ins Ziel geschlagen. Auf einen Fehler in der Stuttgarter Feldverteidigung konnte Weyel dann auch gleich den zweiten Run für Bonn erzielen. Anschließend konnten die Capitals zwar noch einmal die Bases laden, einen weiteren Gegenpunkt konnten die Reds aber noch rechtzeitig abwehren.

Im zweiten Inning konnte Jule Breuninger zwar ein Single für die Reds erzielen, kam anschließend aber nicht über das dritte Base hinaus. Die defensive Hälfte des Innings brachte dafür aber ein ein echtes Highlight-Play. Nachdem Meredith Ramsey bei einem Aus auf Base kam, konnten die Reds sich anschließend durch ein spektakuläres Double-Play von Kaleigh Fisher – Jessica Weil – Jennifer Weil die Offensivbemühungen der Capitals ersticken.

Im dritten Inning konnten die Reds dann erstmals selbst punkten. Annie Stepniak erzielte ein Double und spielte beim anschließenden Sacrifice Bunt von Jessica Weil ihre ganze Schnelligkeit aus und erreichte direkt von der zweiten Base die Homeplate. Leider brachen in der folgenden Defense die Dämme bei den Reds. Die Capitals landeten einige sehr harte Schläge, mit denen sie auch immer genau die Lücken trafen. Damit legten sie auf sechs Hits ganze sechs Runs nach zum Spielstand von 1:8, effektiv eine Vorentscheidung.

In den folgenden drei Innings, konnten Stepniak und Jennifer Weil zwar noch drei weitere Runs für die Spielerinnen des TV Cannstatt erzielen, da die Capitals ihrerseits jedoch ebenfalls drei Runs erzielten, endete das Spiel im sechsten Inning mit 11:4 aufgrund der Run-ahead-Regel vorzeitig zugunsten der Gäste.

Damit standen die Reds zu Beginn des zweiten Spiels mit dem Rücken an der Wand. Eine weitere Niederlage wäre das Aus im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Defensiv konnten die Reds im ersten Inning ein schnelles Three up – Three down Inning erzielen, doch die Offensive wollte gegen die starke Elisabeth Engler nicht wirklich ins Rollen kommen. Zwar begann Annie Stepniak das Spiel mit ihrem vierten Hit bei ihrer vierten Schlagchance des Tages, kam auf einen weiteren Sacrifice Bunt von Jessica Weil aber nur an die dritte Base, bevor zwei Strike Outs die Offensivbemühungen der Reds schon wieder beendeten. Dabei gab es erste Irritationen, als Hope Cornell von einem Pitch gestreift wurde, was die Schiedsrichter allerdings anders bewerteten. Dagegen hatte sich die Capitals im zweiten Inning etwas besser auf Kaleigh Fisher eingestellt und erzielten auf drei Hits die ersten beiden Runs.

Während sich die Reds-Schlagleute weiterhin schwer taten und selbst gute Kontakte immer wieder die gegnerischen Handschuhe fanden, konnten die Capitals immer wieder harte Schläge genau in die Lücken landen und im vierten Durchgang mit vier Runs auf zwei Hits, sowie zwei Fehler der sonst so sicher stehenden Stuttgarter Abwehr ihren Vorsprung auf 6 Runs ausbauen konnten. Im Nachschlag wurde Hope Cornell in ihrer zweiten Plate Appearance wieder vom Ball getroffen, was die Umpire ein zweites Mal nicht registriert hatten. Dieses Mal konnte sie den Ärger darüber zwar in ein Double umwandeln, doch das blieb die letzte gelungene Offensivaktion der Cannstatterinnen und nachdem die Capitals im fünften Durchgang den Run zum 7:0 nachlegen konnten, ging auch Spiel 2 an die Spielerinnen aus der Bundesstadt.

Damit stehen die Bonn Capitals als Gegner für Serienmeister Wesseling Vermins in der Finalserie fest, die am kommenden Samstag in Bonn beginnen wird. Für die Stuttgart Reds heißt es jetzt, die Niederlagen zu verarbeiten und richtig einzuordnen. Das erfahrenere Team aus der Nordgruppe hat dem Aufsteiger gezeigt, woran im kommenden Winter gearbeitet werden muß, um dann noch besser vorbereitet die zweite Saison in der Bundesliga anzugehen und dann hoffentlich auch in den Playoffs bestehen zu können. Viel Zeit zum Erholen bleibt allerdings nicht, denn es geht am kommenden Samstag direkt weiter, wenn die Freising Grizzlies für die zweite Runde im Deutschlandpokal auf dem Schnarrenberg zu Gast sein werden.