von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die Bietigheimer Handballer unterstreichen ihre gute Form in der Schlussphase der Saison und gewinnen mit einer sehr abgeklärten Leistung ihr Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV mit 30:26 (17:13) Toren. In der Tabelle geht es für die Schwaben rauf auf Rang sieben, die beste Platzierung seit dem 17. Spieltag.

„Ich schaue nicht so sehr auf die Tabelle“, sagt Brian Ankersen, „nach sieben Siegen in acht Spielen aber geht es automatisch nach oben.“ Viel wichtiger ist für den Interimstrainer der SG BBM, dass seine Mannschaft Spiel für Spiel ihr Leistungsvermögen aufs Parkett bringt – und das passte auch am Samstag. Gegen den Aufsteiger hatte sich die SG BBM schon früh eine Führung erarbeitet, die die Spieler um Kapitän Jan Asmuth komfortabel verteidigten. „Nach den beiden Derbysiegen haben wir gegen Gummersbach und Hamburg den Faden verloren. Das hat sich heute in der ersten Halbzeit fortgesetzt“, sagte DRHV-Coach Uwe Jungandreas. „Heute hat sich die größere breitere individuelle Klasse durchgesetzt.“

Nach elf Minuten bat der Coach der „Biber“ seine Jungs erstmals zur Besprechung. Bietigheim führte mit 7:3 Toren, zeigte von Beginn an eine sehr konzentrierte Leistung mit wenigen technischen Fehlern im Spielaufbau. „Wir haben konsequent unser Angriffsspiel gespielt. Unser Konzept wird besser und besser“, freute sich Ankersen über die Anfangsphase seines Teams. Die SG BBM agierte meist mit einem doppelten Angriff-Abwehr-Wechsel. Für Patrick Rentschler und Paco Barthe kamen im Positionsangriff Jonas Link und Jonathan Fischer aufs Feld. Dennoch funktionierte auch das Tempospiel der Hausherren mit erfolgreichen Abschlüssen über Martin Marčec und Christian Schäfer. Und Jonathan Fischer war am Kreis brandgefährlich. „Wir hätten schon zur Pause mit acht Toren führen können“, sagte Ankersen, „da fehlte uns ein wenig die Konsequenz.“ Aber auch Philip Ambrosius hatte mit sieben Paraden im ersten Abschnitt etwas dagegen, hielt Dessau-Roßlau beim 17:13-Stand zur Halbzeit auf Tuchfühlung.

Über die volle Spielzeit gingen die bessere Abwehrleistung und das Torhüterduell am Samstag jedoch an die SG BBM und an deren Keeper Aron Edvardsson. Über den Innenblock ließ Bietigheim wenig zu. Schnelle Tore übers Tempospiel, eine Stärke des Aufsteigers, waren von den Gästen kaum zu sehen. Die acht Tore Differenz leuchteten schließlich nach 47 Spielminuten auf der Anzeigentafel auf, auch weil Bietigheim konsequent den Angriffsdruck hoch und die Spielkontrolle behielt. Jan Asmuth markierte die höchste Führung der SG BBM zum 26:18. Bietigheims bester Werfer war auch am Samstag der im Liga-Ranking führende Christian Schäfer mit sieben Treffern.

Es war keine überharte Partie im Gange, wie insgesamt 16 Zeitstrafen auf beiden Seiten vermuten lassen. Die Zwei- Minuten-Flut war eher der Linie der beiden Unparteiischen Maximilian Engeln und Felix Schmitz geschuldet und hatte am Ende wenig Einfluss auf den Spielverlauf.

Bietigheim bekam in der Schlussphase ein wenig Probleme mit der offensiveren Abwehrvariante des DRHV und musste den Fuß spürbar vom Gaspedal nehmen. Der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt nutzte dies immer wieder über seinen besten Werfer Jörn Persson im rechten Rückraum zur Ergebnisverbesserung. „Wir haben das heute kämpferisch besser gemacht als zuletzt“, kommentierte Jungandreas die Schlussphase seines Teams. „Jetzt müssen wir aber in den nächsten Spielen eine Schippe drauflegen.“

SG BBM Bietigheim: Edvardsson, Lehmann; Schäfer (7/3), Fischer (5), Claus (4), Marčec (3), Link (3), de la Peña (2), Barthe (2), Asmuth (2), Vlahovic (1), L. Urban (1), Rentschler, Dahlhaus, Öhler.

Dessau-Roßlauer HV 06: Ambrosius, Malek; Persson (7), Sohmann (5/3), Scheithauer (4), Hrstka (3/2), Löser (2), Zahradnicek (2), Emanuel (1), Seidler (1), Neumann (1), Danneberg, Bielzer, Gliese, Schmidt, Saleh.

Spielverlauf: 7:3 (12.), 8:6 (15.), 14:9 (23.), 17:13 (30.), 22:15 (38.), 26:18 (48.), 27:22 (55.), 30:24 (59.), 30:26 (60.).
Zeitstrafen: Rentschler (8., 34.), Claus (13.), Dahlhaus (18.), Vlahovic (28.), Fischer (51.), Barthe (58.) – Seidler (4.), Schmidt (14.), Scheithauer (18.), Persson (22., 32.), Zahradnicek (25.), Neumann (42.), Gliese (47.), Bielzer (54.)
Siebenmeter: 3/3 – 5/6
Schiedsrichter: Maximilian Engeln / Felix Schmitz (DHB Nachwuchskader)
Zuschauer: 0 (Sporthalle am Viadukt, Bietigheim)