Ein bisschen wie in der Nase bohren

Kreis Böblingen.| Der Vergleich war zuletzt häufig in den Medien zu hören – die neuen Schnelltests, die im Nachbarland Österreich in den Schulen schon im Einsatz sind, seien ein bisschen als wolle man sich in der Nase bohren. Ab Montag, 22.2.2021, werden diese in der Handhabe „einfacheren Tests“, auch seitens aller fünf Schnelltestzentren im Landkreis Böblingen eingesetzt. „Damit wollen wir zunächst bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern die Hemmschwelle noch weiter senken, und wir wollen damit auch für jüngere Kinder ein Angebot schaffen“, sagt Landrat Roland Bernhard. Zuletzt hatten viele Mails die Kreisbehörde erreicht, in denen sich Eltern erkundigten, warum unter 12 Jahren kein Angebot eines kostenlosen Schnelltests gemacht wurde.

„Wir machen das im Vorgriff auf die absehbare flächendeckende Einführung in Bund und Land“, so Dr. Björn Schittenhelm, der Initiator der Schnelltestzentren im Kreis. „Auf dem Testgipfel des Landes am Mittwoch wurde die hohe Wirksamkeit der Tests von allen eingeladenen Experten bestätigt. Wir wollen die Vorteile des Tests bereits jetzt für Personen nutzen, die sich häufig testen lassen sollten, und für Kinder.“

Der Landkreis Böblingen sorgt bundesweit für Schlagzeilen mit seinem Konzept. Im Landratsamt laufen nicht nur die Telefondrähte heiß, es häufen sich auch die Mails aus anderen Landkreisen, die alle Interesse daran haben, wie das Modell funktioniert und was es dazu braucht. „Es wird klar, dass es nicht damit getan ist, die Tests finanziert zu bekommen“, so Bernhard. „Es braucht eine Organisationsstruktur dafür, um das Angebot auch in die Fläche zu bringen.“