Fahnenaktion zum Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen

Stuttgart.| Frauen sind von häuslicher Gewalt häufiger bedroht, als durch andere Gewaltdelikte – und diese Gewalt findet in den eigenen vier Wänden statt. 25 Prozent aller Frauen haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner erlebt. 2019 musste die Polizei in Stuttgart insgesamt 925 Mal wegen häuslicher Gewalt eingreifen. Diese Form von Gewalt findet meist im Verborgenen statt. Es ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Schätzungen zufolge ereignet sich Partnerschaftsgewalt in 17.000 Stuttgarter Haushalten.

In Stuttgart findet das Thema häusliche Gewalt besondere Beachtung: Bereits 2001 wurde in der Landeshauptstadt die „Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt (STOP)“ initiiert. Verschiedene Institutionen und Beratungsstellen haben sich darin zusammengeschlossen, um unter der Federführung der Abteilung für individuelle Chancengleichheit kontinuierlich die Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt zu verbessern. Ziel ist der Abbau beziehungsweise die Verhinderung häuslicher Gewalt sowie die zeitnahe Beratung und Hilfestellung für Opfer, aber auch Täter und Täterinnen nach einem Platzverweis, bei dem der Täter oder – sehr viel seltener – die Täterin die gemeinsame Wohnung verlassen muss. Neben dem polizeilichen Einschreiten und der Beratung bilden eine konsequente Strafverfolgung sowie zivilrechtliche Schutzmaßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz die Basis für ein Vorgehen gegen häusliche Gewalt.

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, 25. November, der das Thema aus der Tabuzone in die Öffentlichkeit bringt, wird sich die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern wieder an der Fahnenaktion von Terre des Femmes beteiligen. An der Ecke Königstraße/Bolzstraße hängen dort für eine Woche vier Fahnen mit der Aufschrift „frei leben – ohne Gewalt“.

Auch der Gleichstellungsbeirat der Stadt beschäftigt sich in seiner Sitzung am 25. November ausführlich mit dem Schwerpunktthema häusliche Gewalt in Zeiten von Corona. Die weltweite UN-Kampagne „Orange the World“ hat sich das Ziel gesetzt, weltweit Gebäude in oranger Farbe erstrahlen zu lassen, um gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen und damit zur Enttabuisierung dieses Themas beizutragen.

Anlauf- und Beratungsstellen zum Thema häusliche Gewalt
Krisen- und Notfalldienst Telefon 0180 / 5110444 Betroffene Frauen bekommen Rat und Hilfe bei folgenden Beratungsstellen:
Frauen-Interventionsstelle (FIS) FrauenFanal
Beratung und Info für Frauen (BIF) Städtisches Frauenhaus Autonomes Frauenhaus
Telefon 6744826 Telefon 4800212 Telefon 6494550 Telefon 4142430 Telefon 542021
Betroffene Männer bekommen Rat und Hilfe bei:
Sozialberatung Stuttgart e.V., Gewaltschutz für Männer, Telefon 9455853-10
Für Täter oder Täterinnen, die bereit sind, den Gewaltkreislauf zu durchbrechen ist die Sozialberatung Stuttgart e.V., Fachberatungsstelle Gewaltprävention, zuständig unter Telefon 9455853-10