• Projektgruppe unter Leitung von Kurt Matthes soll Zukunftskonzeption erarbeiten
  • Wilhelm Dengler scheidet wie geplant zum Jahreswechsel aus dem Vorstand der Schlachthof-Genossenschaft aus
  • Landrat Bernhard: „Glaubwürdigkeit Stück für Stück zurückgewinnen“

Gärtringen.| Der Vorstandsvorsitzende des Schlachthofes Gärtringen, Wilhelm Dengler, scheidet zum Jahreswechsel, wie seit zwei Jahren geplant, auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Genossenschaft aus.

Desweiteren hat die Mitgliederversammlung der Genossenschaft eine Projektgruppe zur Erstellung einer „Zukunftskonzeption der Schlachthof eG“ gegründet. Zum Sprecher und Vorsitzenden dieser Projektgruppe wurde Kurt Matthes einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt. Der ehemalige Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks übernimmt damit die Verantwortung, den Schlachtbetrieb auf eine Wiederinbetriebnahme vorzubereiten, nachdem das Landratsamt Schlachtungen vorübergehend untersagt hat.

Der bestehende Vorstand und der Aufsichtsrat bleiben bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Amt.

Landrat Roland Bernhard begrüßt die Entscheidungen der Genossenschaft: „Der Schlachthof beginnt, seine Glaubwürdigkeit Stück für Stück wieder zurückzugewinnen. Ein Anfang ist gemacht, denn mit Kurt Matthes übernimmt jemand Verantwortung, der mit der Vergangenheit nicht in Verbindung gebracht wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit an unserem Runden Tisch ‚Neustart Schlachthof‘, der sich am 13. Oktober zum zweiten Mal trifft. Dann wollen wir bereits Eckpunkte eines schlüssigen Gesamtkonzeptes besprechen und die nächsten Schritte vorbereiten.“

Was einen möglichen Zeitplan betrifft, sei es Ziel der Schlachthof eG, auch die baulichen Mängel vor einer erneuten Inbetriebnahme zu beseitigen und die regionale Vermarktung und das Tierwohl zu stärken. Damit dürften Schlachtungen in Gärtringen nicht vor Mitte des nächsten Jahres realistisch sein.

Wie am vergangenen Dienstag in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschuss angekündigt, will das Landratsamt bis in zwei Wochen Ergebnisse der Auswertung des vollständigen Videomaterials von SOKO Tierschutz vorstellen. Dabei geht es um die Rolle des amtstierärztlichen Personals im Zusammenhang mit darin gezeigten Verstößen gegen das Tierschutzrecht.