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Kreis Esslingen.| Seit Anfang März haben sich nachweislich 2.210 Menschen im Landkreis Esslingen mit dem Corona-Virus infiziert. 139 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben. Nachdem die erste Welle Ende Mai abebbte, steigt die Zahl der Infektionen seit Mitte August wieder an. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 15,9.

„Wir müssen uns jetzt alle sehr vernünftig verhalten, damit wir nicht eine weitere Welle auslösen“, sagte Landrat Heinz Eininger bei einem Pressegespräch am Freitag, 28. August im Esslinger Landratsamt. „Dabei kommt es auf jeden Einzelnen an! Es gelten weiterhin Abstandsregeln, Hygieneregeln und das Tragen von Alltagsmasken.“

Den größten Anteil der positiv getesteten Personen im Landkreis macht derzeit die Gruppe der Reiserückkehrer mit 65 Prozent aus. Die meisten davon sind in der Altersgruppe von 21 bis 30 Jahren (38 Prozent). Die Länder, aus denen die Reisenden kommen, liegen überwiegend auf dem Balkan wie Kroatien, Bosnien, Serbien. Weit dahinter reihen sich getestete Reiserückkehrer aus Frankreich und Spanien ein. Auch die Zahl der Corona-Infizierten ist bei den Rückkehrern aus diesen Ländern deutlich geringer.

Im Corona-Abstrichzentrum in Nürtingen sind in den vergangenen Tagen täglich zwischen 200 und 300 Personen durchschnittlich getestet worden. In Spitzenzeiten kamen mehr als 400 Menschen pro Tag zum Abstrich, auch nachdem die Welle im Frühjahr abgeebbt war. „Bei einer weiteren Infektionswelle können wir am CAZ relativ kurzfristig Potenzial für bis zu 800 Tests pro Tag schaffen“, sagte der Gesundheitsdezernent Christian Baron. Inzwischen stehe auch fest, dass das Abstrichzentrum auf dem Festplatz in Oberensingen zunächst bis Anfang nächsten Jahres betrieben werden könne.

In den medius KLINIKEN sind momentan fünf an Covid-19 erkrankte Patienten in stationärer Behandlung. Am Standort in Kirchheim ist ein Patient auf der Isolierstation, in Nürtingen werden drei Patienten stationär behandelt, einer auf der Isolationsstation und zwei auf der Intensivstation. Einer der Intensivpatienten muss beatmet werden. In Ruit wird ein Patient auf der Intensivstation behandelt. Die kreiseigenen Kliniken sind für eine weitere Infektionswelle gut vorbereitet. 30 Prozent der Beatmungskapazitäten werden nach wie vor für Corona-Patienten vorgehalten, inzwischen wurde auch ein guter Bestand an Schutzausrüstung auf Vorrat angelegt.

Beim Gesundheitsamt arbeiten zusätzlich zwei Ärztinnen und drei so genannte RKI-Scouts sowie eine Gesundheitswissenschaftlerin im Covid-Team am Infektionsschutz. Zudem wurde beim Gesundheitsamt eine neue Software installiert, mit der die Daten direkt übermittelt werden können. Für die Bewältigung der Aussteigekarten durch das für den Flughafen Stuttgart zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen hat das Sozialministerium ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gestellt. Seit Mitte August arbeiten 14 Soldaten die Aussteigekarten ab.

„Wir haben die Zeit nach der Infektionswelle genutzt und sind gut aufgestellt, um einen weiteren Anstieg von Infektionen gut bewältigen zu können“, sagte der Landrat.

Auch die kreiseigenen Schulen sind für den Schulstart nach den Sommerferien gut gerüstet: Es gibt detaillierte Hygienepläne und über das „Sofortausstattungsprogramm“ kann bedürftigen Schülern ein digitales Endgerät zur Verfügung gestellt werden. Die Kreisverwaltung hat dafür sehr frühzeitig 1.300 I-Pads sowie weiteres Zubehör bestellt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Hardware schon kurz nach Schuljahresbeginn ausgeben können. Bei der Digitalisierung an unseren Schulen sind wir ganz vorne mit dabei“, sagte Eininger.