Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Bietigheim.| Die SG BBM Bietigheim verteidigte mit einem 24:22(12:14)-Erfolg gegen den VfL Lübeck-Schwartau am Sonntag ihren dritten Tabellenplatz. Da am 23. Spieltag der 2. HBL kein Team aus dem unteren Tabellendrittel punkten konnte, bleiben die Ostsee-Handballer auf Rang 13.

„Wenn wir jedes Spiel mit ein oder zwei Toren gewinnen, dann ist alles gut“. Der Satz von Hannes Jón Jónsson spiegelt das riesengroße Selbstvertrauen der Bietigheimer Handballer wider. Mit einer Serie von jetzt neun Siegen in Folge geht dem Trainer der SG BBM ein solcher Spruch auch nach einer über weite Strecken eher durchwachsenen Leistung locker von den Lippen. Dabei war der Bundesliga-Absteiger eine Viertelstunde vor dem Ende beim Stand von 17:19 noch mit zwei Toren zurückgelegen. Doch dann vernagelten die Schwaben und ihr vor zwei Wochen von HSV Hamburg gewechselter Torhüter Aron Rafn Edvardsson ihren Kasten. 12 lange Minuten gelang dem VfL Lübeck- Schwartau kein Torerfolg mehr, während der Tabellendritte nach vorne noch einen Gang hochschalten konnte. Das Spiel war beim 24:19 fünf Minuten vor dem Ende entschieden.

„Hut ab für mein Team“, freute sich denn auch Jónsson. „Wir haben den Kopf nicht verloren, sind bei unserem Konzept geblieben und haben das Spiel am Ende gedreht.“ VfL-Coach Piotr Przybecki sah sein Team im zweiten Abschnitt „teilweise auf der Siegerstraße“: „Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bin ich sehr enttäuscht, dass wir nichts mitgenommen haben.“

Zunächst einmal stand für Hallensprecher Michael Kloiber, der nach viermonatiger Krankheitspause erstmals wieder hinter dem Mikrofon stand, Schwerstarbeit auf dem Programm. Die Gäste mussten auf das Auswärtstrikot der SG BBM ausweichen. Trotz „Nummernsalat“ war klar: der verletzungsgebeutelte VfL musste in Bietigheim ohne seinen Routinier Jan Schult auskommen.

Die 1908 Zuschauer in der EgeTrans Arena wurde von ihrem Team auf eine kleine Achterbahnfahrt geschickt, die die Nerven bis in die Schlussphase strapazierte. „Nach der 5:1-Führung hätte ich nicht gedacht, dass wir fast das gesamte Spiel einem Rückstand nachlaufen und erst am Ende das Spiel drehen können“, sagte Michael Kraus. „Lübeck-Schwartau hat uns ein wenig den Schneid abgekauft und zu viele einfache Tore gemacht.“ Und tatsächlich brachte der 13. der Tabelle seine starke Defensive immer besser in Stellung, Dennis Klockmann fischte sich einige Würfe der Gastgeber und kurz vor der Pause gelang den Gästen nach einem 12:10-Rückstand die 12:14- Pausenführung.

Für SG BBM-Coach Jónsson noch kein Grund, den Matchplan über den Haufen zu werfen. Fast nach der Uhr tauschten Tim Dahlhaus und Dominik Claus im rechten Rückraum, Patrick Rentschler und Jonathan Fischer am Kreis oder Vetle Rønningen mit Nikola Vlahovic im Mittelblock die Plätze. Die Führung des VfL hatte auch noch beim 17:19 in der 45. Minute bestand, ehe die Hausherren das Spiel komplett an sich rissen. Wo Bietigheim zuvor noch „den Gästen zu viel Raum gegeben hatte“ (Jónsson), da war die Defensive jetzt wieder zur Stelle.

Vorne steuerte „Mimi“ Kraus jetzt seine beiden Treffer bei, neben ihm erhöhten Jonas Link und Co. das Spieltempo. Dann gelingen schließlich auch umjubelte Treffer wie der letzte für die Hausherren zum 24:19, als Jonathan Fischer akrobatisch im Liegen aus der Distanz das während einer Unterzahl verwaiste Tor der Gäste trifft.

SG BBM Bietigheim: Edvardsson; Müller; Schäfer (5/4), Link (4), Asmuth (3), Claus (3), Kraus (2), Rentschler (2), Dahlhaus (2), Fischer (1), Rønningen (1), M. Urban (1), Vlahovic, Öhler, L. Urban, Boschen.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Mallwitz; Hansen (6), Versteijnen (5), Glabisch (4/3), Mrozowicz (2), Waschul (2/1), Köhler (2), Bruhn (1), Gonschor, Ranke, Schrader, Kretschmer, Claasen, Möller.

Spielverlauf: 5:1 (9.), 6:5 (16.), 10:7 (21.), 12:10 (27.), 12:14 (30.), 13:16 (34.), 16.16 (40.), 17:19 (45.), 24:19 (54.), 24:22 (60.).
Zeitstrafen: Asmuth (20.), Rønningen (30.) Rentschler (45.), Fischer (59.) – Hansen (25., 34.), Waschul (31., 56.), Bruhn (47.), Mrozowicz (55.)
Siebenmeter: 4/5 – 4/4
Schiedsrichter: Tobias Schmack / Philipp Dinges (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 1908 (EgeTrans Arena Bietigheim)