• Letztes Jahr wurden 973 Personen eingebürgert
  • Landrat Bernhard: „Höchstwert des Jahrzehnts zum Abschluss“

Das Landratsamt Böblingen zieht eine Bilanz der Einbürgerungen 2019. Landrat Roland Bernhard erklärt: „Im letzten Kalenderjahr des vergangenen Jahrzehnts bürgerte der Landkreis Böblingen mit 973 Einbürgerungen so viele Menschen wie noch nie in dieser Dekade ein. Das ist ein Rekord. Im Jahr 2010 waren es noch 636 Einbürgerungen. Dies bedeutet eine Steigerung um mehr als 50 Prozent. Das ist eine beachtliche Zunahme insbesondere wenn man bedenkt, dass die Zahl der bundesweit erfolgten Einbürgerungen im gleichen Zeitraum um ca. 10 Prozent gestiegen ist. Die Einbürgerung ist ein ganz besonderer Schritt und ein Zeichen der Verbundenheit mit der neuen Heimat. Ich freue mich über jede Bürgerin und jeden Bürger, die sich für diesen Schritt entscheiden“.

Dass sich weltpolitische Entwicklungen bei die Arbeit der Einbürgerungsbehörde des Landkreises Böblingen bemerkbar machen, wurde Mitte des letzten Jahrzehnts, insbesondere im vergangenen Jahr, mehr als deutlich. Lag die Zahl der eingebürgerten Bürgerinnen und Bürger des Vereinigten Königreichs im Jahr 2015 noch lediglich bei vier Personen, konnte seit dem „Brexit-Referendum“ ein sprunghafter Anstieg verzeichnet werden. Vor allem das Jahr 2019 stach hierbei hervor.

Landrat Roland Bernhard erläutert: „Mit 70 eingebürgerten Britinnen und Briten hat sich die Zahl 2019 im Vergleich zu 2015 mehr als verzehnfacht. Doch das Vereinigte Königreich ist nur eines der zahlreichen Herkunftsländer der 973 Neubürgerinnen und Neubürger. Die Statistik belegt hier mehr als deutlich, was für ein vielfältiger und weltoffener Landkreis Böblingen ist“.

Denn die Bürgerinnen und Bürger, die den Schritt zur Einbürgerung 2019 wagten, hatten insgesamt über 80 verschiedene Nationalitäten. Neben türkisch- oder rumänisch- sowie italienischstämmigen Personen – welche gemeinsam rund ein Drittel der Eingebürgerten im Landkreis ausmachten –  entschieden sich auch Menschen aus Ländern wie Estland, Äthiopien, Peru oder auch Nepal für die deutsche Staatsangehörigkeit. In etwa 40 % der Eingebürgerten stammen aus Ländern der Europäischen Union und profitieren dadurch in der Regel von der Ausnahme, die bisherige Staatsangehörigkeit behalten zu dürfen.

Der Landkreis Böblingen engagierte sich im Bereich der Einbürgerungen über die rechtlich vorgeschriebenen Aufgaben hinaus. So wurde die Anfang des Jahrzehnts begonnene Tradition, Einbürgerungsfeiern zu veranstalten, auch 2019 mit zweier solcher Veranstaltungen fortgeführt. Damit soll die besondere Entscheidung, sich zur Bundesrepublik Deutschland und seiner Werte zu bekennen, gewürdigt werden. Bei den zwei vergangenen Feiern konnten insgesamt 158 Mitbürgerinnen und Mitbürger eingebürgert werden.

Außerdem nahm Thomas Gonther-Belge, Leiter des Sachgebiets Ausländer- und Staatsangehörigkeitswesen im Landratsamt Böblingen, am 15. November 2019 im Bundeskanzleramt am Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) teil. Hier unterstützt er den bundesweiten Austausch der Bundesregierung und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen zum Thema Einbürgerungen, bzw. wie diese zu fördern sind. Bis Ende 2020 wird dort gemeinsam mit zahlreichen Partnern eruiert, welche Vorhaben und Maßnahmen die Einbürgerung fördern können. Es wurde unter anderem eine Arbeitsgruppe zum Thema Einbürgerungskampagne eingerichtet. Ein Bereich, in dem der Landkreis Böblingen im abgelaufenen Jahrzehnt bereits mehrmals aktiv war. Insbesondere im Jahr 2019 konnten unter dem Motto „Landkreis Böblingen – Hier PASS ich rein!“, einige Aktionen erfolgreich durchgeführt werden.

Landrat Roland Bernhard betont: „Neben der Erarbeitung einer Broschüre, die die Vorteile der Einbürgerung anschaulich darlegt und in der bereits Eingebürgerte von ihren Erfahrungen berichten, über hausinterne und an Schulen im Landkreis stattfindenden Veranstaltungen bis hin zur Überarbeitung des Internetauftritts – der Landkreis darf sich hier bundesweit zu einer der Pionieren im Bereich Einbürgerungskampagnen zählen. Dies spiegelt die Teilnahme am Nationalen Aktionsplan wider“.

Zu guter Letzt beschritt der Landkreis Böblingen im Bereich der Einbürgerungen im Sommer 2019 auch den Weg der Digitalisierung – weg von der „Papierakte“ hin zur elektronischen Aktenführung. So werden seit August 2019 alle Neuanträge nur noch digital erfasst, wodurch der Papierbestand in den Büros der Einbürgerungsbehörde stetig schrumpft. Originalunterlagen, wie Zertifikate oder Urkunden, sind nur noch auf Bitten des Sachbearbeiters im Original vorzulegen. Bei der Antragstellung können Kopien, im Idealfall beglaubigte Kopien, verwendet werden.

Landrat Roland Bernhard zieht ein Fazit: „Alles in allem ging im Bereich der Einbürgerung im Landkreis Böblingen ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr und Jahrzehnt zu Ende“.