VBN setzt sich im Wettbewerb durch

Kreis Böblingen.| Ab 15. Dezember 2019 gibt es im Oberen Gäu ein deutlich verbessertes Busangebot. Fahrgäste aus Herrenberg, Gäufelden, Jettingen, Mötzingen, Nagold, Altensteig, Rohrdorf, Ebhausen und Berneck können sich auf mehr Fahrten, bessere Verbindungen und längere Betriebszeiten freuen. Insgesamt wird das Fahrplanangebot um eine rund 340.000 Kilometer auf rund 1,5 Millionen Fahrzeugkilometer pro Jahr aufgestockt, das sind fast ein Drittel mehr.

„Der Busverkehr im Oberen Gäu ist besser als jemals zuvor. Durch neue Linien und mehr Fahrten verbessert sich das Leistungsangebot für Fahrgäste um rund 30 Prozent. Dank des verbesserten Angebotes und dem attraktiven Anschluss zur Gäubahn gelangen die Fahrgäste aus dem Oberen Gäu einfacher zum Ziel und sind mit Herrenberg, Böblingen und Stuttgart noch enger vernetzt“, sagte Böblingens Landrat Roland Bernhard.

„Herrenberg setzt als Modellstadt für saubere Luft derzeit verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität um. Der Öffentliche Nahverkehr spielt dabei eine wichtige Rolle“, so Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „Es freut mich deshalb, dass das Busangebot im Oberen Gäu jetzt nochmal deutlich verbessert wurde“, sagte Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler.

„Mit der jetzt ausgeweiteten Direktverbindung von Altensteig über Nagold nach Herrenberg verbessern wir die Anbindung an die Region Stuttgart deutlich. Die bereits 2016 umgesetzte Einbindung in den VVS-Tarif und das neue Angebot schaffen eine bessere Möglichkeit, dass die Menschen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen“, so der Calwer Landrat Helmut Riegger.

„Wir sind schon seit Jahren im Oberen Gäu unterwegs und freuen uns, dass wir uns im Wettbewerb durchsetzen konnten“, sagte VBN-Betriebsleiter Stefan Ring. Wir werden den Fahrgästen nicht nur einen deutlich aufgestockten Fahrplan bieten, sondern auch eine innovative und moderne Busflotte. Die neuen Busse werden aller Voraussicht nach aber erst ab Spätsommer im Einsatz sein, da durch die knapp bemessene Zeit bei den Vergabeverfahren keine frühere Bestellung möglich war.“

„Seit der historischen Tarifreform am 1. April 2019 ist für die Fahrgäste wesentlich einfacher und oft auch günstiger, mit Bus und Bahn zu fahren. Ich bin mir sicher, dass der Trend auch weiterhin anhält und noch mehr Menschen auf die Öffentlichen umsteigen werden. Das deutlich verbesserte Angebot ab 15. Dezember sorgt dafür, dass Bus und Bahn fahren im Oberen Gäu sehr viel attraktiver wird“, so VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Gleichzeitig wirbt Hachenberger aber um Verständnis, wenn angesichts neuer Fahrer und neuem Fahrplan am Anfang noch nicht alles hundertprozentig klappe. Die Firma VBN sei mit dem Verkehrsgebiet schon seit Jahren vertraut und damit bestens gerüstet.

Seit 2009 ist die EU-Verordnung Nr. 1370/2007 in Kraft. Sie gibt vor, dass alle Buslinien, die öffentlich gefördert werden, nach bestimmten Vergabevorschriften ausgeschrieben werden müssen. Für das Bündel 11 (Oberes Gäu) wurde ein wettbewerbliches Vergabeverfahren durchgeführt, bei dem sich die VBN gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt hat. Damit nicht jede Linie einzeln vergeben werden muss, wurden Linienbündel geschnürt, in diesem Fall das Bündel 11 des Landkreises Böblingen. Zu diesem Linienbündel zählen die bisherigen Linien 770, 774, 777, 778, 790, N70, neu kommen die Linien 774A, 776 und X77 (früher Linie 770) hinzu.

Haushaltsverteilung und Schnupperfahrten

Über die Änderungen wurden alle betroffenen Haushalte im Landkreis Böblingen im Rahmen einer Haushaltsverteilung informiert. Die Infobroschüren werden nur eingeworfen, wenn am Briefkasten kein „Werbung verboten-Schild“ klebt. Wer die Infos nicht bekommen hat und sich trotzdem gerne informieren möchte, kann sich die Broschüre bei der Stadt bzw. Gemeindeverwaltung abholen.

Außerdem war der VVS am 11. Dezember in der Kalkofenstraße in Herrenberg präsent, um über die Neuerungen zu informieren.

Die Fahrpläne für die neuen Angebote sind bereits im Internet auf den Seiten des Verkehrsverbundes Stuttgart unter vvs.de abrufbar.

Wer das Angebot testen möchte, hat zum Start des neuen Verkehrsangebots am Sonntag, 15. Dezember 2019, die Möglichkeit dazu. In allen Bussen der betroffenen Linien, die an diesem Tag unterwegs sind, kann man den ganzen Tag lang kostenlos mitfahren (bis Betriebsschluss um 6 Uhr des Folgetages).

Die Verbesserungen im Einzelnen:

Linie X77 (Herrenberg – Nagold – Altensteig) (früher 770)
Künftig tragen alle Direkt-, Schnell- und Expressbuslinien im VVS ein „X“ in der Liniennummer. In diesem Zusammenhang wird die Linie 770 in X77 umbenannt. Außerdem wird das Fahrplanangebot deutlich erweitert. Während die Schnellbusse derzeit bis etwa 20 Uhr zwischen Herrenberg und Nagold im Einsatz sind, wird der letzte Bus künftig an allen Tagen erst um 0.22 Uhr von Herrenberg bis Nagold fahren. Damit können Fahrgäste auch im Spätverkehr von der schnellen Verbindung der beiden Städte Herrenberg und Nagold profitieren. Doch auch für Fahrgäste auf der Strecke zwischen Nagold und Altensteig bringt der neue Fahrplan deutliche Verbesserungen: Die Buslinie 770 war auf diesem Abschnitt unter der Woche bislang nur neun Mal täglich unterwegs. Künftig bietet die neue Schnellbuslinie X77 ganztags bis in die Nacht hinein stündliche Direktverbindungen zwischen Altensteig, Nagold und Herrenberg. Lediglich an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sind die Schnellbusse ab 17.22 Uhr im Zwei-Stunden-Takt zwischen Nagold und Altensteig unterwegs. Zwischen Herrenberg und Nagold fahren die Busse ganztägig im Stundentakt.

Eine kleine Einschränkung im Fahrplan wird es aber auch geben: Montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr wird der bisherige Halbstunden-Takt der Linie zwischen Herrenberg und Nagold auf einen Stunden-Takt ausgedünnt. Dennoch besteht weiterhin auch in diesem Zeitraum ein Halbstunden-Takt zwischen Herrenberg und Nagold. Beide Linien 774 (über Haslach) und X77 fahren vormittags jeweils stündlich abwechselnd zwischen Nagold und Herrenberg. So entsteht in Summe ein Halbstunden-Takt.

Auf dieser Linie werden im Laufe des Jahres 2020 neue Busse eingesetzt. Sie werden mit W-LAN, Gepäckablagen, größerem Sitzabstand und komfortablen Sitzen ausgestattet sein.

Linie 774 (Herrenberg – Nagold)  und Linie 774A (Schülerverkehr Nagold – Herrenberg)
Zwischen Oberjettingen Einkaufszentrum und Herrenberg fahren die Busse der Linie 774 künftig montags bis freitags tagsüber bis 20 Uhr durchgehend im Halbstunden-Takt. Davon profitiert vor allem der Herrenberger Stadtteil Haslach, wo die Busse bislang vormittags nur stündlich im Einsatz waren. Während des Berufsverkehrs fahren die Busse sogar bis zum ZOB Nagold alle halbe Stunde.

Auch wer spätabends noch unterwegs ist, profitiert vom neuen Fahrplan: Während bislang montags bis freitags der letzte Bus von Herrenberg über Haslach nach Jettingen bereits um 22.50 Uhr fuhr, sind die Busse künftig stündlich bis 23.52 Uhr unterwegs. In Nächten von Sams-, Sonn- und Feiertagen sogar bis 0.52 Uhr.

Neu ist auch, dass die Schülerfahrten der Linie 774 als separate Linie 774A geführt werden. Dadurch wird der Fahrplan der Linie 774 einfacher und verständlicher.

Linie 780 (Herrenberg ZOB – Schwarzwaldsiedlung – Holdergraben – Herrenberg ZOB) 
Die Linie 780 gehört zwar nicht zum Linienbündel BB 11, hat jedoch Auswirkungen auf den Fahrplan der Linie 774. Da das Angebot auf der Linie 774 ab 15. Dezember ausgeweitet wird, muss auch der Fahrplan der Linie 780 angepasst werden. Künftig fahren die Busse der Linie 780 nur noch um 0.52 Uhr und um 1.52 Uhr ab Herrenberg ZOB nach Haslach. Zu allen anderen Zeiten enthält der Fahrplan der Linie 774 künftig Fahrten nach Haslach, mit denen die Einwohner dieses Herrenberger Stadtteils schneller nach Hause kommen als mit der Stadtverkehrslinie 780. Fahrgäste, die zu später Stunde nach Haslach fahren wollen, sollten Folgendes beachten: Die Busse der Linie 780 fahren in Herrenberg am ZOB an der Bahnhofstraße ab. Die Busse der Linie 774 fahren dagegen von der Bushaltestelle Kalkofenstraße am Hinterausgang des Herrenberger Bahnhofs ab.

Linie 777 (Altingen – Gäufelden – Nagold) und 776 (Altingen – Gäufelden)
Die Linie 777 wird künftig am Bahnhof Gäufelden sowohl aus Richtung Mötzingen/Öschelbronn als auch aus Richtung Tailfingen attraktive Anschlüsse zu den InterCity- und Regionalbahn-Zügen der Gäubahn in und aus Richtung Stuttgart bieten. Um das Umsteigen am Bahnhof Gäufelden zu erleichtern, wird es während des Berufsverkehrs eine zusätzliche Ringlinie 776 zwischen Altingen und Gäufelden geben. Sie ist stündlich unterwegs. Dadurch haben Fahrgäste aus Öschelbronn künftig morgens im Berufsverkehr halbstündliche Umsteigeverbindungen über den Bahnhof Gäufelden nach Böblingen und Stuttgart. Das gilt auch nachmittags während des Berufsverkehrs in der Gegenrichtung. Auch abends werden die Busse in Zukunft länger unterwegs sein als bisher.

Darüber hinaus werden die Busse der Linie 777 künftig länger im Einsatz sein, wobei der letzte Bus je nach Streckenabschnitt und Wochentag zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt verkehrt (zwischen 20.30 Uhr und 22.30 Uhr). Zudem wurde am bewährten Stunden-Takt montags bis freitags sowie am Zwei-Stunden-Takt an Sams-, Sonn- und Feiertagen festgehalten.

Eine weitere Neuerung gibt es für Fahrgäste, die im westlichen Teil von Tailfingen wohnen: Dort wird im Laufe des Jahres 2020 eine neue Haltestelle Tailfingen Maueräcker eröffnet, die von den Bussen der Linie 777 angefahren wird.

Linie 778 (Bondorf – Mötzingen – Nagold)
Die Busse der Linie 778 sind künftig montags bis freitags eine Stunde länger unterwegs als bislang: Die letzten Fahrten finden ab Bondorf um 20.02 Uhr und ab Nagold um 19.30 Uhr statt. Samstags wurden die Fahrten neu über den Tag verteilt. Statt wie bislang einen Stunden-Takt zwischen 8 und 15 Uhr, gibt es künftig einen Zwei-Stunden-Takt zwischen 7 und 20 Uhr. Für Fahrgäste aus Mötzingen ergeben sich aber weiterhin stündliche Verbindungen sowohl nach Nagold (abwechselnd mit der Linie 777 und 778) als auch auf die Züge der Gäubahn (abwechselnd mit der Linie 777 ab und zum Bahnhof Gäufelden und mit der Linie 778 ab und zum Bahnhof Bondorf). Dadurch fahren die Busse auf dieser Verbindung samstags künftig tagsüber im Stunden-Takt.

Linie 790 (Mötzingen – Herrenberg)
Der bislang vormittags geltende Stundentakt unter der Woche auf der Linie 790 wird künftig zu einem durchgehenden Halbstunden-Stunden-Takt unter der Woche bis 20 Uhr aufgewertet. Im Spätverkehr bis 0.20 Uhr fahren die Busse im Stundentakt. Der anmeldepflichtige Betrieb mit Ruftaxen wurde durch ein komfortableres Busangebot ersetzt.

Damit die Busse der Linie 790 direkter und pünktlicher fahren können, halten sie künftig nicht mehr an den Haltestellen Rathaus und Öschelbronn Post. Beide Haltestellen erhalten aber einen ausgeweiteten Fahrplan der Linie 777 mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten am Bahnhof Gäufelden auf die InterCity- und Regionalbahn-Züge der Gäubahn in Richtung Herrenberg, Böblingen und Stuttgart (siehe Linie 777). Zudem wird für die Linie 790 in Öschelbronn die neue Haltestelle Mötzinger Straße errichtet.

Linie N70 (Herrenberg – Öschelbronn – Mötzingen – Nagold)
Die Nachtbusse der Linie N70 sind weiterhin in den Nächten vor Samstagen-, Sonn- und Feiertagen stündlich im Einsatz. Allerdings fahren seit Dezember 2017 ab Herrenberg in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen zweistündlich Regionalbahnen zwischen Herrenberg und Horb mit Halt unter anderem in Gäufelden und Bondorf. Für Fahrgäste aus Nebringen und Bondorf bedeutet dies, dass sie alle zwei Stunden mit dem Bus oder mit dem Zug nach Hause fahren können. Um diese Doppelbedienung von Nebringen und Bondorf zu vermeiden, halten die Nachtbusse der Linie N70 künftig nur noch alle zwei Stunden in Nebringen und Bondorf – immer dann, wenn dort kein Zug hält. Diese Orte sind zwar weiterhin stündlich, dafür abwechselnd mit dem Zug und mit dem Bus erreichbar. Der dadurch im Fahrplan der Linie N70 gewonnene Spielraum wird dazu genutzt, Tailfingen zweistündlich einzubinden. Damit können Fahrgäste aus diesem Gäufeldener Teilort erstmals mit dem Nachtbus fahren.