• Messungen weisen Bakterium nach
  • Leitungen werden gespült und desinfiziert

Stuttgart.| Die Netze BW hat Vorsichtsmaßnahmen für das Trinkwasser von 20 Haushalten am nördlichen Ende der Robert-Mayer-Straße und des Eckartshaldenwegs in Stuttgart-Nord getroffen. Bei Messungen waren in einer neu verlegten, aber noch nicht angeschlossenen Wasserleitung der Keim „Pseudomonas aeruginosa“ nachgewiesen worden. Bei weiteren Messungen wurde der Keim am Freitag auch in einigen vorhandenen Leitungsstücken gefunden.

Die Netze BW hat daraufhin in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umfangreiche Rohrnetzspülungen und Desinfektionsmaßnahmen gestartet. Auch wenn es für das Bakterium keinen gesetzlichen Grenzwert gibt, soll die Verunreinigung so schnell wie möglich behoben werden.

Die betroffenen Anwohner wurden von der Netze BW inzwischen per Hauswurfsendung informiert. Sie können das Trinkwasser grundsätzlich weiterhin nutzen. Da das Bakterium über Kontakt mit verletzter Haut und Schleimhäuten in den Körper gelangen kann, empfiehlt die Netze BW jedoch bei offenen Wunden, Hautkontakt zu vermeiden. Für Säuglinge und geschwächte Personen sollte die Nutzung die Nutzung des Trinkwassers eingeschränkt bzw. das Wasser abgekocht werden. Eine generelle Notwendigkeit für das Abkochen des Wassers gibt es nicht.

Wie lange die eingeleiteten Spülungen und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Weitere Wasserproben werden laufend entnommen und untersucht. Auch die Ursache der Verunreinigung ist bisher noch nicht bekannt; die entsprechenden Untersuchungen laufen. Eine Verbindung zu den aktuellen Bauarbeiten an der Wasserleitung in der Birkenwald-/Robert-Mayer-Straße wäre aber zumindest plausibel.

„Pseudomonas aeruginosa“
Das Bakterium ist ein weitverbreiteter Boden- und Wasserkeim, der in feuchten Milieus vorkommt („Pfützenkeim“) und zu den häufigen Krankenhauskeimen zählt. Im Trinkwasser ist es unerwünscht, da es Entzündungen verursachen kann. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht; in der Trinkwasserverordnung (§ 5) heißt es lediglich, dass das Bakterium nicht in Konzentrationen im Trinkwasser enthalten sein darf, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit befürchten lassen.

Trinkwasserqualität in Stuttgart
Auch in Stuttgart ist Trinkwasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt – über 30.000 Einzelparameter werden pro Jahr untersucht. Dazu unterhält die Netze BW unter Aufsicht des Gesundheitsamts ein eigenes, akkreditiertes Wasserlabor. An mehreren hundert Stellen werden auf dem gesamten Weg, den das Trinkwasser in Stuttgart nimmt, Proben entnommen und analysiert. Pseudomonas aeruginosa konnte dabei noch nie nachgewiesen werden.