Bild: Tunnelpatin Andrea Klöber nimmt am Rosensteinportal den symbolischen Anschlag für den S-Bahn-Tunnel vor. | Foto: DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH
  • Start des Vortriebs am Neckarufer
  • Knapp 90 Prozent der Tunnel im Bahnprojekt Stuttgart–Ulm sind aufgefahren

Stuttgart.| Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH hat am Dienstag, 16. Juli 2019, den Tunnelanschlag für den vom Neckarufer aus vorzutreibenden Teil des S-Bahn-Tunnels Rosenstein (1.170 Meter) gefeiert. Der künftige S-Bahn-Tunnel wird zwischen der Neckarbrücke und dem S-Bahn-Halt Mittnachtstraße verlaufen und im bergmännischen Vortrieb aufgefahren.

„Der Tunnelvortrieb im Projekt geht gut voran, und der Anschlag der S-Bahn-Röhre ist ein wichtiger Schritt für unser Projekt. Glück auf den Mineuren und Ingenieuren, die diese anspruchsvolle Arbeit verrichten“, sagte Harald Klein, Mitglied der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, bei der Tunnelanschlagsfeier.

„Hier wird ein wichtiger Teil für eine gute Verbindung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region und darüber hinaus gebaut, was uns ein großes Anliegen ist. Ich wünsche den Mineuren ein unfallfreies Bauen“, sagte Tunnelpatin Andrea KIöber, stellvertretende Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart und Bezirksvorsteherin des Stadtbezirks Stuttgart-Feuerbach.

Der S-Bahn-Tunnel Rosenstein
Der S-Bahn-Tunnel Rosenstein wird nach seiner Fertigstellung 1.170 Meter lang sein. Er wird von zwei Punkten aus vorgetrieben, vom Zwischenangriff Abstellbahnhof und vom Rosensteinportal aus. Vom Bereich des Rosensteinparks am Neckarufer aus wird ein Teil des rund 570 Meter langen zweigleisigen Abschnitts der Röhre aufgefahren. Direkt neben dem S-Bahn-Tunnel laufen am Rosensteinhang seit Dezember 2018 die Arbeiten am zweigleisigen Teil des Fernbahntunnels. Dort ist der Vortrieb bereits zu etwa 60 Prozent abgeschlossen: Der Tunnel ist bereits über 410 Meter vorgetrieben.

Auf den Baustellen der Tunnel nach Bad Cannstatt arbeiten rund 150 Personen. Mit dem Bau des S-Bahn-Tunnels wurde eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen HOCHTIEF, BEMO Tunneling und Wayss & Freytag beauftragt. Die Hauptvortriebsarbeiten an der S-Bahn-Röhre und auch am Tunnel Bad Cannstatt sollen bis Anfang 2020 abgeschlossen sein.

Verzögerung durch Artenschutz beim Tunnelbau
Für den Bau des Tunnels Bad Cannstatt im Bereich des Rosensteinparks am Neckarufer mussten im Februar 2018 sechs sogenannte Juchtenkäferpotenzialbäume gefällt werden. Um die Bäume fällen zu dürfen, hatte die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH im August 2015 eine Planänderung beim Eisenbahn-Bundesamt beantragen müssen. Im Zuge des Planänderungsverfahrens war schließlich die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich, die im Rahmen einer Stellungnahme im Januar 2018 zweieinhalb Jahre nach Beantragung der Planänderung erfolgte. Durch das Planänderungsverfahren verzögerte sich auch der Bau des S-Bahn-Tunnels Rosenstein.

Tunnelvortrieb im Gesamtprojekt kommt gut voran
Auch der Tunnelvortrieb im gesamten Bahnprojekt Stuttgart–Ulm geht gut voran: Rund 90 Prozent des Tunnelvortriebs sind abgeschlossen, in Summe über 106 Kilometer der Tunnelröhren sind vorgetrieben. In wenigen Wochen soll die Tunnelvortriebsmaschine „SUSE“ im Fildertunnel ihre Arbeit vollbracht haben. Ebenso befinden sich die Tunnelvortriebsmaschinen „WANDA“ und „Sybille“ im Albvorlandtunnel mittlerweile im Endspurt.