Die SG BBM Bietigheim musste sich am Donnerstagabend im Nachbarschaftsduell beim TVB Stuttgart mit 29:39 (15:16) geschlagen geben. Vor 4.743 Zuschauern in der Porsche-Arena, darunter rund 100 mitgereiste SG-Fans, blieb die Mannschaft von Cheftrainer Hartmut Mayerhoffer am 10. Spieltag der Handball-Bundesliga ohne Punkte.
Die SG BBM erwischte einen guten Start in das Derby. Mathias Rhode Larson erzielte den ersten Treffer der Partie, ehe Maxim Orlov nach zwei Minuten auf 2:0 für die Gäste erhöhte. Kleine Fehler verhinderten jedoch, dass die Bietigheimer ihren Vorsprung weiter ausbauen konnten. Nach acht Minuten lag die SG mit 4:3 vorne, ehe Stuttgarts Toptorschütze Kai Häfner die Gastgeber in der neunten Minute beim 5:4 erstmals in Führung brachte.
In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Nachbarschaftsduell mit wechselnden Führungen. Nach einer Viertelstunde glich Nikola Vlahovic mit einem Treffer ins leere Tor zum 9:9 aus. Wenig später brachte Till Hermann die SG per Tempogegenstoß mit 11:10 in Führung. Auch in der Schlussphase des ersten Durchgangs blieb die Begegnung eng. SG-Torhüter Jan Hrdlicka parierte unter anderem einen Siebenmeter von Häfner. Kurz vor der Pause lag Bietigheim noch mit 15:14 vorne, musste nach zwei Stuttgarter Treffern jedoch mit einem knappen 15:16-Rückstand in die Kabine gehen. „In der ersten Halbzeit haben wir es noch vernünftig gemacht“, bilanzierte SG-Cheftrainer Hartmut Mayerhoffer.
Schwacher Start nach der Pause bringt SG ins Hintertreffen
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild der Partie deutlich. Während die SG nur schwer zurück in ihren Rhythmus fand, kamen die Gastgeber mit viel Tempo aus der Kabine. Mit einem 3:0-Lauf setzte sich Stuttgart ab, Simone Mengon erhöhte bereits in der 32. Minute auf 19:15. „Wir kamen ganz schlecht aus der Kabine und haben eine sehr, sehr schlechte zweite Halbzeit gespielt. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff mehr bekommen“, kritisierte Mayerhoffer den Auftritt seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel.
Die Bietigheimer fanden nun kaum noch Lösungen gegen die Stuttgarter Defensive. Hinzu kamen technische Fehler und Ballverluste, die der TVB konsequent bestrafte. Nach dem Treffer von Fynn Nicolaus zum 17:20 gelangen der SG innerhalb von rund acht Minuten lediglich zwei Siebenmetertore durch Alexander Pfeifer. Stuttgart nutzte diese Phase und setzte sich bis zur 39. Minute erstmals auf fünf Treffer ab (24:19). Auch eine Auszeit von Hartmut Mayerhoffer brachte nicht die erhoffte Wende. Erst Lukas Wucherpfennig beendete beim 20:25 die längere Phase ohne Bietigheimer Feldtor.
„Gerade am Anfang der zweiten Halbzeit, als wir dann mit drei oder vier Toren in Rückstand geraten sind, haben wir irgendwie alles, was wir davor gut gemacht haben, über Bord geworfen. Wir haben gar keinen Zugriff mehr in der Abwehr gefunden und vorne auch keine Lösungen mehr gefunden“, analysierte Maxim Orlov.
Während Stuttgart, angeführt vom elffachen Torschützen Kai Häfner, den Vorsprung weiter ausbaute, fand Bietigheim auch in der Schlussphase nicht mehr zurück ins Spiel. In der 57. Minute lagen die Gastgeber bereits mit 36:28 vorne, ehe der TVB den deutlichen 39:29-Endstand herstellte.
Neben den spielerischen Schwierigkeiten machte Orlov auch die fehlende körperliche Präsenz als entscheidenden Faktor aus: „Ich glaube, am Ende sieht man den TVB, der jede Aktion abfeiert, mit breiter Brust in der Abwehr steht und uns hart anpackt. Auf der anderen Seite sieht man, dass wir die Köpfe hängen lassen.“
Auch Cheftrainer Hartmut Mayerhoffer zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht: „Letztlich darf es nicht passieren, dass wir die Bälle in der Vorwärtsbewegung so leichtfertig herschenken. Es ist in Ordnung, wenn man hier ein Spiel verliert, aber am Ende mit minus zehn Toren hinauszugehen, entspricht nicht unserem Anspruch. Dementsprechend sind wir heute ziemlich bedient.“