Cybercrime-Zentrum und Landeskriminalamt Baden-Württemberg haben die Ermittlungen übernommen
Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW) haben die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem unbefugten Zugriff auf ein E-Mail-Konto eines Mitglieds des CDU-Kreisverbandes Heilbronn übernommen.
Am Freitagmittag, 16. Oktober 2026, wurde die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA BW darüber informiert, dass über ein E-Mail-Konto der CDU Heilbronn eine Vielzahl von E-Mails an unterschiedliche Empfänger versandt worden waren. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um knapp 5.000 E-Mails. Zu den Empfängern gehörten auch Personen aus dem politischen Umfeld, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass der unbefugte Zugriff auf das E-Mail-Konto durch eine sogenannte Phishing-Mail erfolgte. Im Anschluss wurden über das betroffene Konto E-Mails mit weiteren Phishing-Links versandt. Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden seitens der CDU Heilbronn Warnmaßnahmen zur Information der Empfänger veranlasst.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Vorfalls, den möglichen Verantwortlichen sowie zum Umfang des unbefugten Zugriffs dauern an. Die Auswertung der gesicherten digitalen Spuren ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es besteht der Verdacht, dass die initiale E-Mail Teil einer Phishing-Kampagne unbekannter Täter ist. Bei dieser Methode senden Angreifer massenhaft standardisierte Phishing-Mails an eine große Anzahl zufällig ausgewählter E-Mail-Adressen, ohne die Empfänger vorher persönlich zu analysieren. Das Ziel ist eine möglichst hohe Reichweite. Es haben sich bislang keine Anhaltspunkte für einen politischen Hintergrund ergeben.
Über diese Pressemitteilung hinausgehende Auskünfte können zum derzeitigen Zeitpunkt mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht erteilt werden.