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StartRegionKreis LudwigsburgMaßnahmenpapier für Steillagen im Landkreis aktualisiert

Maßnahmenpapier für Steillagen im Landkreis aktualisiert

RegionKreis LudwigsburgMaßnahmenpapier für Steillagen im Landkreis aktualisiert

Ludwigsburg.| Der Landkreis hat sein Maßnahmenpapier zum Erhalt der terrassierten Steillagen aktualisiert. Ziel ist es, damit einen verständlichen Überblick über Projekte, Fördermöglichkeiten und laufende Maßnahmen rund um die Steillagen zu geben. Gleichzeitig zeigt die Fortschreibung, was in den vergangenen Jahren bereits gemeinsam mit Kommunen, Vereinen und weiteren Partnern erreicht wurde. Steffi Kahleyß vom Geschäftsteil Tourismus und Steillagenmanagement hat das Papier am Montag (11. Mai 2026) im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) vorgestellt.

„Die einmalige Kulturlandschaft unserer terrassierten Steillagen droht leider zu verschwinden. Das jetzt aktualisierte Maßnahmenpapier fasst zusammen, welche Anstrengungen unternommen werden, um sie zu erhalten – diese sind nicht nur zwingend notwendig, sondern auch sehr beeindruckend“, sagte Landrat Dietmar Allgaier in der Sitzung.

Besonders betroffen: Steillagen, die in Handarbeit bewirtschaftet werden müssen

Denn die Herausforderungen für den Weinbau sind groß. Der Konsum von Wein verändert sich gesellschaftlich, gleichzeitig steigen die Kosten für Personal und Betriebsmittel. Hinzu kommt die starke Konkurrenz durch ausländische Weine. Die Folgen sind inzwischen deutlich sichtbar: Selbst Rebflächen in leicht zu bewirtschaftenden Lagen werden aufgegeben. Besonders betroffen sind die traditionellen Steillagen, die fast ausschließlich in Handarbeit bewirtschaftet werden können.

Maßnahmenpapier bündelt Informationen zu Förderprogrammen, Projekten etc.

Gerade hier soll das Maßnahmenpapier Orientierung bieten. Es bündelt Informationen zu Förderprogrammen, Projekten und möglichen neuen Ansätzen, um die einzigartige Kulturlandschaft langfristig zu erhalten.

Mehrere Kommunen haben vom Landkreis unterstützte Förderprogramme

In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche Projekte angestoßen. Mehrere Kommunen haben eigene Förderprogramme für Steillagen beschlossen, die vom Landkreis finanziell unterstützt werden. Trotz angespannter Haushaltslage wurden dafür Mittel für die Jahre 2025 bis 2027 bereitgestellt. Der Landkreis kann die kommunalen Förderungen so mit bis zu 50 Prozent ergänzen.

Erstes Förderprogramm: Aufwändige Abstimmung mit Landes- und Bundesbehörden

Ein wichtiger Schritt war das erste Förderprogramm in Hessigheim. Die Abstimmung mit Landes- und Bundesbehörden war aufwändig, inzwischen liegt jedoch eine gute Grundlage vor, die künftig auch anderen Kommunen helfen kann.

Alternative Kulturen pflanzen

Darüber hinaus hat der Landkreis gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen des Landratsamts ein Merkblatt zur Pflanzung alternativer Kulturen veröffentlicht. Solche Nutzungen bleiben zwar eher eine Nische, sie tragen aber dazu bei, Flächen weiterhin zu bewirtschaften und zu pflegen.

In fünf Jahren Fördermittel von 950.000 Euro für Projekte eingesetzt

Erfolgreich war auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Regionalentwicklung Neckarschleifen: In den vergangenen fünf Jahren konnten dadurch Fördermittel von rund 950.000 Euro für Projekte in den Steillagen eingesetzt werden. Die Mittel flossen in Maßnahmen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Kulturlandschaft.

Gemeinsames Vermarktungsprojekt für Steillagenwein

Sehr positiv entwickelt sich außerdem ein gemeinsames Vermarktungsprojekt für einen Steillagenwein aus der Region. Erstmals treten die Regionen Neckar und Enz dabei gemeinsam auf. Der Landkreis unterstützt das Projekt in der Startphase mit einem finanziellen Beitrag von 295.000 Euro. Den ersten gemeinsamen Steillagenwein konnten Michael Böhm, Vorstandsmitglied des Weinbergwerks, und Lisa Ernst, Geschäftsführerin des Weinbergwerks, kürzlich Landrat Allgaier im Kreishaus überreichen.

Antrag beim Naturschutzfonds nicht berücksichtigt

Der Landkreis beteiligt sich weiterhin aktiv an neuen Ideen und Projekten, um den strukturellen Wandel zu begleiten und neue Chancen zu schaffen. Nicht alle Vorhaben verlaufen dabei erfolgreich: Ein Antrag beim Naturschutzfonds zur Unterstützung der Offenhaltung der Flächen wurde aufgrund der hohen Nachfrage im Förderprogramm leider nicht berücksichtigt. Der Landkreis sucht deshalb derzeit nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Erste Hürde bei Bewerbung als immaterielles UNESCO-Kulturerbe genommen

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Bewerbung des traditionellen Trockenmauerbaus als immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Gemeinsam mit anderen Steillagen-Weinbauregionen wurde bereits die erste Hürde genommen. Seit Mitte März liegt der Antrag nun bei der Kultusministerkonferenz zur Entscheidung vor.

Touristisches Schild an der A81 geplant

Auch touristisch sollen die Steillagen künftig stärker sichtbar werden. Geplant ist eine touristische Unterrichtungstafel („Braunes Schild“) an der A81, die auf die Steillagenregion Neckar und Enz aufmerksam machen soll. Die Anforderungen dafür sind hoch, dennoch sieht sich der Landkreis auf einem guten Weg.


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