E-Moped-Sharing der Stadtwerke Stuttgart kehrt zurück

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  • 240 neue stella-E-Mopeds verfügbar
  • SWS intensivieren Kooperation mit Sharing-Anbieter emmy
  • E-Moped fahren für den guten Zweck

Stuttgart.| Gute Nachrichten für E-Mobilisten: Das E-Moped-Sharing stella der Stadtwerke Stuttgart (SWS) kehrt im Mai auf die Straßen der Landeshauptstadt Stuttgart zurück. Die Winterpause haben die SWS genutzt, um ihre E-Moped-Flotte auszutauschen und die seit 2016 bestehende Zusammenarbeit mit dem Elektro-Moped-Sharing-Anbieter emmy zu intensivieren. Fortan übernimmt emmy das Bereitstellen und den Betrieb der E-Mopeds. An der flexiblen und einfachen Nutzung der E-Mopeds per App ändert sich dadurch nichts. „Mit stella-sharing wollen wir alle, die in Stuttgart unterwegs sind, für nachhaltige und emissionsfreie Mobilität begeistern“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, und fügt hinzu: „Deshalb arbeiten wir stetig daran, unser Angebot zu optimieren und auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden einzugehen.“ Martin Rau, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, erklärt: „Um die Energiewende in Stuttgart weiter voranzubringen, ist es für uns wichtig, dass wir, neben ökologischen und sozialen Aspekten, unsere Angebote auch wirtschaftlich betreiben. Zum ersten Mal seit 2019 passen wir die Preise an das in Stuttgart marktübliche Niveau für E-Sharing-Angebote an.“

Zusätzliche Verfügbarkeit und neue Farbe

Die augenscheinlichste Neuerung, mit der die stella-Flotte der SWS in die Sommersaison startet, ist der Farbwechsel: Die neuen E-Mopeds sind nicht mehr blau, sondern rot und dürften damit die Blicke auf sich ziehen. Nach sieben Jahren und insgesamt mehr als 1,5 Millionen gefahrenen Kilometern, haben die SWS alle E-Mopeds durch neue Modelle der Marke Yadea ersetzt und die Anzahl auf 240 erhöht: „Die Vergrößerung unserer Flotte war uns auch mit Blick auf die in diesem Sommer anstehenden Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft wichtig. Denn mit unseren E-Mopeds wollen wir das nachhaltige Verkehrsangebot in Stuttgart stärken und so ein Bewusstsein für klimaneutrale Mobilität schaffen“, erklärt Peter Drausnigg. Um den zahlreichen Gästen, die die Landeshauptstadt täglich besuchen, die Navigation zu erleichtern, besitzen die neuen E-Mopeds nun auch eine Handyhalterung.

Neue Konditionen: Wie funktioniert stella-sharing?

Wer stella-sharing nutzen möchte, registriert sich einfach und kostenfrei in der stella-App, die in den gängigen Appstores verfügbar ist, und lässt dort seinen Führerschein validieren. Eine Registrierungsgebühr gibt es nicht mehr. Für Neukunden gelten ab sofort folgende Preise: 99 Cent Startgebühr je Miete und 33 Cent pro gefahrene Minute sowie 19 Cent pro geparkte Minute. Bestandskunden profitieren noch bis zum 31. Mai 2024 vom ehemaligen Tarif. Wer angesammelte Freiminuten besitzt, kann diese ebenfalls noch bis zum 31. Mai 2024 nutzen, um die neuen E-Mopeds auszuprobieren. Nach diesem Stichtag verfallen ungenutzte Freiminuten. Weitere Informationen rund um stella-sharing und die neuen Tarife gibt es online auf https://www.stella-sharing.de.

stella-sharing fördert sozial und ökologisch nachhaltige Projekte

Mit der neuen Saison geht auch ein neues stella-Förderprojekt an den Start: Über die Stadtwerke Stuttgart-Crowd fördern die SWS bereits seit fast vier Jahren sozial und ökologisch nachhaltige Projekte in und aus Stuttgart. Für jeden bis zum 31. Oktober 2024 mit einem stella-E-Moped zurückgelegten Kilometer füllen die SWS einen stella-Fördertopf. Mit diesem Betrag sollen Projekte in und aus Stuttgart, die im Rahmen der Weihnachtsaktion 2024 eingereicht werden, unterstützt werden.

Für nachhaltige Mobilität begeistern

Stuttgart will bis 2035 klimaneutral werden. Als Motor der Energiewende unterstützen die SWS die Landeshauptstadt tatkräftig in der Umsetzung dieses Ziels. Das kommunale Unternehmen will bis zu einem Viertel der Emissionen Stuttgarts durch Lösungen in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität reduzieren. Die Mobilitätswende voranzubringen, ist dabei ein wichtiger Teil der Strategie. In diesem Zuge ist das stella-E-Moped-Sharing, neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur, ein wichtiger Hebel, um für E-Mobilität zu sensibilisieren und Hürden beim Umstieg auf alternative Verkehrsmittel abzubauen. Geladen werden die Akkus der E-Mopeds mit 100 Prozent Ökostrom der SWS. Seit 2016 haben die Nutzerinnen und Nutzer der stella-E-Moped mehr als 109 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart.


Richtfest am Neubau des Landratsamts Esslingen gefeiert

Der Bau des neuen Landratsamts-Gebäudes in den Esslinger Pulverwiesen geht weiterhin zügig voran, an dem Gebäude ist inzwischen die Fassade eingepasst worden. Am Freitag, 19. April wurde Richtfest gefeiert, traditionell mit einer Richtkrone und dem Richtspruch.

„Mit dem Neubau wird ein Meilenstein in der Neuordnung der Kreisverwaltung gesetzt, der Kreistag hat mit seinen Beschlüssen sehr weitsichtige Entscheidungen dafür getroffen“, sagte Landrat Heinz Eininger beim Richtfest des neuen Verwaltungsgebäudes in den Pulverwiesen am Freitag, 19. April. Nach einem Planungsprozess von knapp zwölf Jahren und der Abwägung aller entscheidungsrelevanten Fakten hatte das Gremium zwei Grundsatzentscheidungen getroffen: Erstens ist das Landratsamt künftig – neben den bestehenden Außenstellen in Filderstadt, Nürtingen und Kirchheim – auf zwei Standorte aufgeteilt. Dazu wurde das ehemalige Kreiskrankenhaus in Plochingen saniert und mit dem Bau eines modernen und nachhaltigen Verwaltungsgebäudes zu einem Verwaltungsstandort mit insgesamt 500 Mitarbeitenden ausgebaut.

Zweitens ist das Gebäude in den Pulverwiesen abgerissen worden. An dessen Stelle wird an einem nachhaltigen Verwaltungsneubau mit 675 Arbeitsplätzen gebaut. „In der Gesamtbetrachtung war ein Neubau im Vergleich zum Erhalt, der Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes rentabler“, so untermauert Eininger die Kreistagsbeschlüsse. Mit den errechneten Baukosten in Höhe von 3.990 Euro pro Quadratmeter Bruttogrundfläche liege der Neubau in den Pulverwiesen deutlich unter den Baukosten vergleichbarer Projekte. Der Bau kostet insgesamt knapp 144 Millionen Euro.  „Wir verwirklichen ein äußerst wirtschaftliches Bauprojekt, das höchste Ansprüche an Ästhetik, Nachhaltigkeit und Qualität erfüllt“, sagte Eininger.

Zum Richtfest waren neben Bundes- und Landtagsabgeordneten Vertreter des Kreistags, der Stadt Esslingen, des Generalunternehmens ZÜBLIN sowie des Architekturbüros BFK architekten eingeladen. Das Richtfest konnte bereits knapp ein Jahr – exakt 329 Tage – nach der Grundsteinlegungen gefeiert werden. „Wir sehen nahezu täglich, wie schnell der Bau weiterhin voranschreitet“, sagte der Landrat. Bei der Grundsteinlegung war eine Zeitkapsel in den Bau eingemauert worden, in der zeitgeschichtliche Dokumente verpackt worden waren.

„Mit Stolz blicken wir heute – keine 11 Monate nach der Grundsteinlegung – auf den erweiterten Rohbau des neuen Landratsamts Esslingen. Wir als ZÜBLIN bauen hier nicht nur besonders nachhaltig und ressourcenschonend, sondern auch schnell und effizient. Dieses anspruchsvolle Pilotprojekt für kreislaufgerechtes Bauen ist voll im Zeitplan. Das liegt besonders daran, dass unser ZÜBLIN-Projektteam das Potenzial der Digitalisierung umfassend ausschöpft: Alle baubegleitenden Prozesse werden hier konsequent in das digitale Bauwerksmodell integriert. Neben der guten Zusammenarbeit mit unserer Auftraggeberin und unseren Partnerfirmen ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor in diesem Projekt“, sagte ZÜBLIN-Vorstandsmitglied
Stephan von Heyde.

Für ZÜBLIN als Generalunternehmen ist der Neubau des Landratsamts Esslingen ein Leuchtturm-Projekt für das ressourcenschonende und nachhaltige Planen und Bauen. Das Bauprojekt folgt einem Konzept zum zirkulären Bauen: Beim Rückbau des Bestandsgebäudes sind die gewonnenen Materialien systematisch getrennt und zu mehr als 90 Prozent zur Wiederverwertung in den Baukreislauf zurückgeführt worden. Für den Neubau werden nun gezielt Recycling-Baustoffe wie ressourcenschonender Beton (R-Beton) eingesetzt; es wird einen materialökologischen Bauteil-Katalog und ein Rückbau-Konzept geben. Mit Photovoltaik-Anlage, Neckarwasser gespeister Wärmepumpe und Cradle-to-Cradle zertifizierten Bauteilen wird das neue Landratsamt den KfW-Effizienzhaus-Standard 40 und die Kriterien für ein Gold-Zertifikat der DGNB erfüllen. Auch die Errichtung des Gebäudes genügt hohen Nachhaltigkeitsansprüchen: ZÜBLIN hat von der DGNB bereits das Vorzertifikat Nachhaltige Baustelle erhalten.

„Durch den gesamten Planungsprozess vom Wettbewerb bis zur Detailplanung standen die Menschen, die das Gebäude über viele Jahrzehnte nutzen werden, für uns im Mittelpunkt aller Überlegungen“, sagte Reiner Hahn, der Geschäftsführer von BFK architekten als Planungs- und Kooperationspartner von ZÜBLIN. Durch die Wahl der liegenden Acht als Grundform mit einem zentralen Knotenpunkt bietet das Gebäude einen Ort, der Mitarbeitende und Besucher freundlich empfängt und auf kurzem Wege zum Ziel führt – sei es zum Termin in einem der Ämter, dem eigenen Arbeitsplatz, dem Sitzungssaal oder der Kantine. Dabei ist der Entwurf so flexibel geplant, dass er auch in Zukunft auf veränderte Anforderungen reagieren und langfristig zeitgemäße Arbeitsumgebungen bieten kann. Neben den verbauten und recycelten Materialien ist dieser Aspekt essenziell für die Nachhaltigkeit des Gebäudes, das bereits jetzt schon im Landkreis und darüber hinaus Beachtung findet.


Stuttgart Reds gehen beim Tabellenführer leer aus

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Am dritten Spielwochenende der 1. Baseball-Bundesliga gingen die Stuttgart Reds erstmals leer aus. Das Team des TV Cannstatt nutzte seine Chancen zu wenig und unterlag auswärts beim Tabellenführer der Süd-Gruppe, den Guggenberger Legionären aus Regensburg, zweimal knapp mit 3:6 und 1:2.

Im einem Regen-Spiel am Freitagabend, das eine Stunde verspätet und vor fast leeren Rängen stattfand, starteten die Reds mit Kevin Riello auf dem Mound, für die Legionäre trat der Ex-Stuttgarter Joe Cedano de Leon an. Drei Hits im zweiten Inning reichten den Hausherren, um mit 3:0 in Führung zu gehen. Einen Spieldurchgang später konnten sie auf 4:0 erhöhen, bevor die Bats der Stuttgarter erwachten: Fünf Hits von Austin Bull, Jack Barrie, Danilo Weber, Moritz Köhler und Jonas van Bergen brachten die Reds auf 4:3 heran. Mehr ging an diesem kalten, feuchten Abend leider nicht.

Die Legionäre erhöhten gegen Riello im 6. Inning auf 6:3. Die beiden sehr effizienten Stuttgarter Auswechselpitcher Robert Blesing und Neuzugang Eduardo Peluso ließen dann nichts mehr zu, das galt allerdings auch für Legionäre-Reliever Nick Miceli. Offensiv hatte Jonas van Bergen mit drei Hits, darunter einem Triple, einen guten Auftritt. Dies gilt auch für Moritz Köhler, der mit einem schönen Double ins Leftfield zwei RBI verbuchte.

Spiel 2 am Samstagnachmittag bestritt seitens der Reds Yaferson Lopez, der sich mit Legionäre-Starter Scott Harkin ein sehenswertes Pitching-Duell lieferte. Die Führung der Reds im 1. Inning glich Regensburg nur wenig später aus. Im 6. Inning hatte Stuttgart eine Großchance, das Spiel an sich zu reißen: Bei null Aus waren zweite und dritte Base besetzt, als die Reds versuchten, auf ein Ground Out zu punkten. Der Runner wurde an der Home Plate ausgeworfen – Double Play. Im Anschluss ging Jack Barrie durch einen von vielen umstrittenen Strike Calls an diesem Nachmittag Strike Out. Der Australier im Reds-Trikot ließ seinem Frust freien Lauf: als sein weggeworfener Schläger unglücklich auf der Zuschauertribüne landete, wurde er des Feldes verwiesen.

Verloren ging das Spiel für die Reds erst im 9. Inning. Nachdem Yaferson Lopez über 8 Innings gezeigt hatte, dass er zu den Top-Pitchern der Bundesliga gehört, übernahm Eduardo Peluso und erlaubte gleich dem ersten Regensburger Batter einen Walk. Ein Defensivfehler der Reds und ein Hit der Legionäre reichten aus, um den 2:1-Sieg der Gastgeber zu besiegeln.

Am kommenden Samstag, 27. April 2024, empfangen die Stuttgart Reds ab 13 Uhr im Ballpark auf dem Cannstatter Schnarrenberg die Disciples aus München-Haar zu einem Double Header. Das zweite Spiel soll gegen 16:30 Uhr starten.


Frühlingsfest: „Wasenboje“ bietet sichere Anlaufstelle

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Stadt bietet mit der „Wasenboje“ sichere Anlaufstelle für Mädchen und Frauen auf dem Frühlingsfest an

Zum Start des Stuttgarter Frühlingsfestes am 20. April nimmt auch die „Wasenboje“ der Stadt Stuttgart wieder ihren Betrieb auf als sichere Anlaufstelle für Mädchen und Frauen und alle, die sich entsprechend identifizieren. Mit der „Wasenboje“ bietet die Stadt einen „Safer Space“ auf dem Frühlingsfest an, wo speziell geschulte und ausschließlich weibliche Fachkräfte bei Unsicherheit, Belästigung oder in anderen kritischen Situationen helfen. Mädchen und Frauen finden bei der Wasenboje auch niedrigschwellige Unterstützung, beispielsweise wenn der Akku vom Handy leer ist oder sie Hilfe für den Nachhauseweg benötigen.

Die „Wasenboje“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Roten Kreuz und der Wasenwache. Während der gesamten Festzeit ist der Container mit dem neongrünen Logo täglich ab 13 Uhr geöffnet.

Die „Wasenboje“ ist ein Projekt der Kommunalen Kriminalprävention und der Abteilung für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart. Sebastian Bürkle, Leiter der städtischen Stabsstelle Kommunale Kriminalprävention, sagt über das Projekt: „Die ‚Wasenboje‘ hat bezüglich der Sicherheit von Frauen vor allem präventiven Charakter: Der ‚Safer Space‘ ist dazu da, rechtzeitig Hilfe anzubieten, bevor etwas passiert. Deswegen sind auch zunächst harmlose Situationen wie ein leerer Handy- Akku im Zweifel ein guter Grund, um sich an die ‚Wasenboje‘ zu wenden. So können die Freundinnen und Freunde wiedergefunden und der Heimweg gemeinsam angetreten werden.“

Barbara Straub, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit, sagt: „Mit der ‚Wasenboje‘ wollen wir neben der Hilfe vor Ort auch darauf aufmerksam machen, was Mädchen und Frauen beim Feiern regelmäßig erleben: Sexistische Sprüche, körperliche Belästigungen bis hin zu sexualisierter Gewalt. Diese Geringschätzung von Frauen beziehungsweise das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern müssen wir als Gesellschaft zwingend weiter aufbrechen.“

Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, sieht in der „Wasenboje“ ebenfalls einen Mehrwert: „Mit der Polizei, dem Ordnungsdienst, der Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz sorgen viele Menschen dafür, dass es auf dem Wasen sicher ist. Ich begrüße es sehr, dass wir mit der ‚Wasenboje‘ nun erstmals auch auf dem Frühlingsfest eine Anlaufstelle haben, die sich speziell an Frauen und Mädchen wendet und die schon bei kleineren Nöten weiterhilft.“


Rivalisierende Gruppierungen im Visier

Intensivierte Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Polizei gegen gewalttätige Gruppierungen im Landkreis Esslingen

Reutlingen| Der Grundstein für den engen Schulterschluss von Kommunen und des Polizeipräsidiums Reutlingen gegen gruppenbezogene subkulturelle Gewaltkriminalität im Landkreis Esslingen wurde bei einer regionalen Sicherheitstagung am 17.04.2023 in Wernau gelegt. Auf Einladung von Landrat Heinz Eininger und Polizeipräsident Udo Vogel nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Kreisverwaltung, der Städte und Gemeinden, der Justiz, der Polizei sowie weiterer relevanter Behörden und Netzwerkpartner an der Veranstaltung teil, um sich über eine gemeinsame, wirkungsvolle Gesamtstrategie gegen kriminelle Gruppen auszutauschen.

Auch im Landkreis Esslingen kommt es seit 2022 verstärkt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zweier rivalisierender Gruppierungen, die in Teilen auch mit Schuss- und Kriegswaffen ausgetragen werden. Neben den seit längerer Zeit im Raum Esslingen durchgeführten polizeilichen Präsenz- und Kontrollmaßnahmen sowie konsequenter Strafverfolgung durch Polizei und Justiz, die inzwischen zu über 60 Festnahmen geführt hat, können behördliche Verbote, Beschränkungen und Auflagen gegen Personen aus den Gruppen flankierend den Nährboden für kriminelles Verhalten entziehen. Die Kommunen können hier unter anderem auf ordnungs-, gewerbe- und fahrerlaubnisrechtliche Möglichkeiten zurückgreifen. In Bezug auf ausländerrechtliche Maßnahmen gab ein Vertreter des Sonderstabs “Gefährliche Ausländer” beim Justizministerium Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Arbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei der Sicherheitstagung außerdem zu präventiven Hilfs- und Unterstützungsangeboten für den Gruppen nahestehende, junge Menschen informiert, die diese vor einem Abrutschen in kriminelle Strukturen bewahren können.

Polizeipräsident Vogel bilanzierte: “Die Veranstaltung war ein erfolgreicher Auftakt für eine noch stärkere Zusammenarbeit mit unseren Partnern. Wir haben gemeinsam unsere Strategie geschärft und weitere Schritte festgelegt, um mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Wirkungskreis dieser Gruppen nachhaltig einzudämmen.”

Landrat Eininger ergänzte: “Diese für uns alle neue Form der subkulturellen Kriminalität macht es erforderlich, dass Polizei und Verwaltung noch näher zusammenrücken. Gemeinsam stehen wir für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landkreis Esslingen ein. Der Austausch war hierfür ein erster wichtiger Schritt.”


Auch Darlehenstilgung der verstorbenen Ehefrau wird gefördert

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Der Staat fördert das mietfreie Wohnen im Alter über die sogenannte Eigenheimrente (Wohn-Riester). Bausparbeiträge auf diese Verträge werden staatlich gefördert und können unter anderem für die Anschaffung und Herstellung einer selbstgenutzten Immobilie, aber auch für die Tilgung eines dafür aufgenommenen Darlehens verwendet werden. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hatte vor Kurzem zu entscheiden, ob gefördertes Guthaben aus einem Wohn-Riester-Vertrag auch verwendet werden darf, wenn nicht das eigene Immobiliendarlehen, sondern das einer verstorbenen Ehefrau getilgt werden soll (Az.: 15 K 15045/23). Darauf verweist die Wüstenrot Bausparkasse AG.

Im betreffenden Fall waren beide Ehegatten jeweils zur Hälfte Eigentümer einer gemeinsam genutzten Immobilie. Nach dem Tod der Ehefrau übernahm der Mann als Alleinerbe deren Eigentumsanteil sowie das Darlehen, welches die Frau zum Bau der betreffenden Immobilie aufgenommen hatte.

Der Ehemann hatte staatlich gefördertes Altersvorsorgevermögen angespart. Dieses Guthaben einschließlich der gewährten staatlichen Zulagen wollte er für die teilweise Tilgung des übernommenen Darlehens der Verstorbenen einsetzen. Die Finanzverwaltung lehnte den Antrag des Mannes jedoch ab. Sie vertrat die Ansicht, eine Verwendung des Guthabens aus dem Wohnriester-Vertrag des Ehemanns und der dazu gewährten Förderung sei nur für eigenes Eigentum und darauf entfallende Darlehensverbindlichkeiten möglich.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg sah dies anders: Denn durch die Regelungen zur Gesamtrechtsnachfolge trete ein Alleinerbe – in diesem Fall der Ehemann – rechtlich an die Stelle der verstorbenen Ehefrau. Das ursprünglich von der Frau aufgenommene Darlehen sei daher nun, wie das Gericht betonte, dem Ehemann zuzurechnen. Gleiches gelte auch für den Eigentumsanteil, der ursprünglich der Ehefrau gehörte. Dass dieser dem Ehemann aufgrund des Todesfalls unentgeltlich zufiel, spiele keine Rolle.

Das Finanzgericht entschied, dass dem Ehemann die Verwendung des eigenen Altersvorsorgevermögens einschließlich der hierzu erhaltenen staatlichen Zulagen zur teilweisen Tilgung des Darlehens seiner verstorbenen Frau zu gewähren sei. Die enthaltene staatliche Förderung werde hierbei nicht zweckwidrig verwendet. Allerdings betonte das Gericht auch, dieses Urteil gelte nicht in Fällen, in denen Eigentumsanteile an einer Immobilie nach einem Todesfall mehreren Erben zustehen.


Bosch setzt auf Innovationen, Partnerschaften und Zukäufe

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Kostensenkung bleibt im Fokus – Wachstumsziele erfordern hohe Ertrags- und Finanzkraft

  • Im Geschäftsjahr 2023 vorangekommen: Umsatz stieg auf 91,6 Milliarden Euro / operative EBIT-Rendite mit 5,3 Prozent über Vorjahr.
  • Ausblick 2024 bleibt verhalten: Umsatzanstieg von fünf bis sieben Prozent erwartet / EBIT-Rendite höchstens auf Vorjahresniveau.
  • Wachstumsfelder gezielt ausbauen: Beispiel Medizintechnik – Investitionen von 300 Millionen Euro mit zwei neuen Partnern.
  • Bosch-Chef Hartung: „Wir wollen mit Innovationen, Partnerschaften und Zukäufen in der Transformation unserer Branchen trotz konjunkturellem Gegenwind wachsen und unsere Chancen nutzen.“
  • Bosch-Finanzchef Forschner: „Unsere Ziele für 2024 sind sehr ambitioniert – wir erwarten keinen konjunkturellen Rückenwind und müssen weiter Kosten senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Stuttgart / Renningen.| Die Bosch-Gruppe hat ihren Umsatz und Ertrag 2023 gesteigert und setzt ihre Wachstumsstrategie auch in schwierigem Umfeld erfolgreich um: „Wir haben im Geschäftsjahr 2023 unsere wirtschaftlichen Ziele erreicht und in einer Reihe von Geschäftsfeldern unsere Marktposition gestärkt, sei es bei Halbleitern oder integrierten Gebäudesystemen“, sagte Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzvorlage des Unternehmens. „Mit Innovationen, Partnerschaften und Zukäufen wollen wir in der Transformation unserer Branchen trotz konjunkturellem Gegenwind wachsen.“ Langfristig will das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen eine durchschnittliche jährliche Umsatzsteigerung von sechs bis acht Prozent bei einer Rendite von mindestens sieben Prozent erreichen. Zudem soll es in allen Weltregionen zu den führenden drei Anbietern in wesentlichen Märkten gehören.

Gezielt baut Bosch auch Innovationsfelder mit Wachstumschancen aus und kündigte zum Beispiel in der Medizintechnik den Einstieg in eine neuartige BioMEMS-Technologie an, die Molekulardiagnostik mit der Mikrosystemtechnik verbindet. Diese ermöglicht auf einem Chip gezielte Tests auf bis zu 250 genetische Merkmale wie etwa Erreger oder genetische Mutationen – und das direkt am Point-of-Care, zum Beispiel in einer Arztpraxis. „BioMEMS verbindet die Molekulardiagnostik mit der Mikrosystemtechnik, wie Bosch sie in Smartphones ebenso wie im ESP-Schleuderschutz einsetzt“, sagte Hartung. Ein erster BioMEMS-Test soll auf verschiedene Erreger der Sepsis zielen, bekannt auch als Blutvergiftung. Dafür ist Bosch kürzlich eine Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaft mit Randox eingegangen. Eine weitere strategische Partnerschaft mit R-Biopharm soll die Entwicklung eines vollautomatisierten Tests auf multiresistente Bakterien voranbringen. Dafür will Bosch mit den beiden Partnern gemeinsam rund 300 Millionen Euro bis 2030 investieren.

Umsatz und Ergebnis 2023 verbessert – 2024 bleibt weiterhin angespannt

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete Bosch trotz ungünstiger Konjunktur- und Marktbedingungen einen Umsatz von 91,6 Milliarden Euro. Dies ist ein Anstieg von 3,8 Prozent, wechselkursbereinigt ein Plus von 8,0 Prozent. Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) betrug 4,8 Milliarden Euro (2022: 3,8 Milliarden Euro). Die operative EBIT-Rendite lag mit 5,3 Prozent einen Prozentpunkt über dem Vorjahr und damit über den Erwartungen, aber weiterhin unter der langfristig erforderlichen Zielrendite von mindestens sieben Prozent. Diese will Bosch 2026 erreichen. „Eine hohe Ertrags- und Finanzkraft ist notwendig, um unsere Wachstumsziele möglichst selbst zu finanzieren“, erklärte Markus Forschner, Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Ein erfolgreicher Endspurt hat dazu beigetragen, dass sich unsere Erwartungen für 2023 insgesamt erfüllt haben. Allerdings wird das Geschäftsjahr 2024 mindestens so herausfordernd wie 2023.“

Für das laufende Jahr sind insgesamt die Aussichten von Bosch auch vor dem aktuellen konjunkturellem Hintergrund weiter verhalten. „Für 2024 erwarten wir keinen konjunkturellen Rückenwind“, sagte Forschner. Demnach rechnet der Finanzchef für 2024 nur mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent und geht von einer stagnierenden Fahrzeugproduktion und einem weiterhin schwachen Maschinenbaumarkt aus. Bei den Konsumgütermärkten könnte es hingegen nach zwei Jahren Zurückhaltung eine leichte Verbesserung geben. Für das eigene Geschäft erwartet Bosch eine Stabilisierung, zu der Innovationen und die verstärkte internationale Aufstellung beitragen sollen. Zum Beispiel entstehen eine Herdfabrik in Ägypten und ein Werk für Kühlgeräte in Mexiko.

Im ersten Quartal 2024 lag der Umsatz der Bosch-Gruppe 0,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, wechselkursbereinigt stiegen hingegen die Erlöse um 2,7 Prozent. „Daran wird deutlich, dass der Umsatzanstieg um fünf bis sieben Prozent, wie wir ihn mit unserer Planung für das Gesamtjahr anpeilen, sehr ambitioniert ist“, sagte Forschner. Der Finanzchef machte deutlich, dass es schwierig sein wird, die operative EBIT-Rendite gegenüber dem Vorjahr zu steigern: „Neben dem verhaltenen Marktumfeld und den voraussichtlich weiter steigenden Vorleistungen für Zukunftsthemen kommen Restrukturierungen und Prozessverbesserungen hinzu, die zunächst belasten und sich erst später positiv auswirken.“ Dazu muss Bosch weiter Kosten senken und Strukturen verändern, um in der Transformation der Branchen wettbewerbsfähig zu bleiben. Forschner sagte: „Wir werden die erforderlichen Maßnahmen konsequent, aber mit Augenmaß umsetzen.“ Notwendige Personalanpassungen sollen dabei möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen und im Austausch mit den Sozialpartnern erfolgen.

Wachstumsfeld: Nachhaltige Mobilität

In seinem Kerngeschäft Mobility treibt Bosch strategische Entscheidungen für kommendes Wachstum zielstrebig voran: Allein in diesem Jahr laufen rund 30 Serienprojekte für Elektrofahrzeuge an. „Die Elektromobilität kommt – die Frage ist nur, wie schnell in den verschiedenen Regionen der Welt“, sagte Hartung. „In Europa werden 2030 nach unserer Einschätzung voraussichtlich 70 Prozent aller Neuwagen reine Elektroautos sein, in China und Nordamerika 40 bis 50 Prozent.“ Wo große Distanzen mit schweren Fahrzeugen zu überwinden seien, blieben laut dem Bosch-Chef Lösungen wie Plug-in-Hybrid und Range-Extender noch einige Zeit gefragt. Weiteren Schub erwartet Bosch Mobility aus der Fahrdynamik-Technologie: Mit neuen und redundanten Bremssystemen, zugeschnitten besonders auf das elektrifizierte und automatisierte Fahren, wächst Bosch jährlich um zehn Prozent – deutlich stärker als der Markt. Mit dem Vehicle Motion Management (VMM) setzt Bosch auf eine innovative Systemlösung, die künftig alle Fahrzeugbewegungen koordiniert, indem es Bremse, Lenkung, Antrieb und Dämpfung ansteuert. Allein für zurückliegende Wintererprobungen hat Bosch mehr als 20 Testfahrzeuge großer Marken mit Varianten des VMM ausgestattet. „Wir sind früh unterwegs und werden in diesem Jahr bereits mit einem ersten Auftrag in Serie gehen“, erklärte Hartung. Insgesamt will das Unternehmen damit im Jahr 2030 bereits einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe erzielen.

Wachstumsfeld: Wasserstoff

Im Wachstumsfeld Wasserstoff bekräftigt Bosch seine geschäftliche Erwartung: 2030 kann der Umsatz mit Wasserstoff-Technik voraussichtlich fünf Milliarden Euro erreichen. „2023 ist unsere Produktion von Brennstoffzellen-Systemen in Stuttgart und im chinesischen Chongqing angelaufen“, sagte Hartung. Leitmarkt werde voraussichtlich zunächst China sein, in Europa und Nordamerika erwartet Bosch erst in der nächsten Dekade größere Zuwächse. Aus technischer Sicht ist der schnellste Weg zum klimaneutralen Nutzfahrzeug-Verkehr mit dem Wasserstoff-Motor möglich. Für die entsprechende Technik sieht Bosch 2030 ein Marktvolumen von nahezu einer Milliarde Euro. Der Bosch-Chef erklärte: „Schon in diesem Jahr kommt in Indien ein Wasserstoffmotor mit unserer Einblastechnik auf die Straße, und wir arbeiten bereits an fünf Serienaufträgen namhafter Lkw-Hersteller aus allen Teilen der Triade.“ Auch an der kräftig zunehmenden Wasserstoff-Erzeugung will Bosch teilhaben: Weltweit wird bis 2030 die Kapazität für die Wasserstoff-Elektrolyse gut 170 Gigawatt installierter Leistung erreichen – rund 25-mal so viel wie heute. „Mit unserem Elektrolyse-Stack sind wir auf Kurs zum Markteintritt im nächsten Jahr“, erläuterte Hartung. „Bosch soll künftig nicht nur als Name für Wasserstoff-Antriebe, sondern auch für die Wasserstoff-Produktion stehen. Wir werden als Zulieferer den Zukunftsmarkt aktiv mitgestalten.“

Wachstumsfeld: Wärmepumpen

Wachstumschancen nutzt Bosch konsequent auch im Bereich Heizungstechnik. Obwohl der europaweite Wärmepumpen-Markt 2023 stagnierte, konnte Bosch sein Geschäft um nahezu 50 Prozent steigern. In den kommenden Jahren will Bosch in dem Segment deutlich stärker als der Markt wachsen. „Wir haben nicht nur in unsere Produktion investiert, sondern auch unser Produktportfolio ausgebaut – von kostengünstigen bis hin zu leisen und effizienten Wärmepumpen“, sagte Hartung. Von Hybridheizungen, der Kombination aus Wärmepumpe für den Grundbetrieb und einer Gastherme für die Spitzenlast, verspricht sich der Bosch-Chef weiteres Absatzpotenzial. Diese ermöglichen die effiziente Dekarbonisierung für Millionen von Bestandsgebäuden. Eine entsprechende Lösung hat Bosch erstmals für Mehrfamilienhäuser mit bis zu 100 Wohneinheiten umgesetzt. Zugleich erinnerte Hartung an die kontroverse Debatte zum Heizungsgesetz in Deutschland, die langfristige Kaufentscheidungen behinderte und damit einen starken Einbruch im Heizungsmarkt zur Folge hatte. „Wo Klima- und Energiepolitik widersprüchlich ist, werden Investoren nicht investieren, sondern warten“, verdeutlichte Hartung. „Wachstum setzt eine klare und berechenbare Förderpolitik voraus.“

Klimapolitik: CO2-neutrale Zukunft erfordert anhaltende Investitionen

Insgesamt spielt der Klimaschutz für Bosch weiterhin eine zentrale Rolle. Er bietet aus Sicht von Stefan Hartung große Wachstumschancen, auch wenn sich Märkte wie die Elektromobilität verzögert entwickeln würden. „Allerdings sehen wir, dass der Klimaschutz nicht mehr allein an der Spitze der politischen Agenda steht – unter dem Eindruck komplexer Geopolitik und zunehmender sozialer Spannungen in unserer Gesellschaft“, erklärte Hartung. Bosch halte jedoch an den hohen Vorleistungen für Technologien einer CO2-neutralen Zukunft fest, um seinen Beitrag zu leisten und die Transformation an der Spitze mitzugestalten. Hartung appellierte: „Die Förderung CO2-effizienter Technologien steht zwar unter Spardruck. Klimaschutz erfordert jedoch anhaltende Investitionen – vom Staat, von Unternehmen und von jedem Einzelnen.“

Geschäftsjahr 2023: Verbesserter Free-Cash-Flow, hohe Vorleistungen

War bei Bosch die Vorratshaltung im Vorjahr noch stark durch Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie und der Halbleiterengpässe geprägt, stellte sich mittlerweile eine Normalisierung ein. Auch dadurch verbesserte sich der Free-Cash-Flow auf 2,2 Milliarden Euro und lag mit 2,4 Prozent vom Umsatz über dem Mindestziel von 1,0 Prozent. Die Eigenkapitalquote betrug 44,2 Prozent (2022: 46,6 Prozent). Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben blieben mit 7,3 Milliarden Euro stabil auf einem hohen Niveau (2022: 7,2 Milliarden Euro) und resultieren in einer F&E-Quote von acht Prozent (2022: 8,2 Prozent). Die Investitionen in Sachanlagen erreichten mit 5,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand (2022: 4,9 Milliarden Euro). Forschner sagte: „Wir achten bei den Vorleistungen, die sich 2023 insgesamt auf mehr als zwölf Milliarden Euro summierten, auch entschlossen auf Wirtschaftlichkeit und steuern bei den Projekten gegebenenfalls nach.“

Geschäftsjahr 2023: Entwicklung nach Unternehmensbereichen

Der Unternehmenssektor Mobility erzielte ein Umsatzwachstum von 6,9 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt beträgt das Plus 10,9 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug 4,4 Prozent (2022: 3,4 Prozent). Im Unternehmensbereich Industrial Technology stiegen die Erlöse auf 7,4 Milliarden Euro. Der Anstieg um 6,8 Prozent und wechselkursbereinigt um 10,2 Prozent resultiert aus der erstmaligen Konsolidierung der Zukäufe HydraForce und Elmo Motion Control. Die EBIT-Rendite blieb stabil mit 9,1 Prozent (2022: 9,8 Prozent). Im Unternehmensbereich Consumer Goods lag der Umsatz 6,6 Prozent unter dem Vorjahr und erreichte 19,9 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt ein leichtes Minus von 1,2 Prozent. Die operative EBIT-Rendite blieb unverändert bei 4,5 Prozent. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology legte der Umsatz um 10,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu, wechselkursbereinigt ein Wachstum von 13,2 Prozent. Die operative EBIT-Rendite erreichte neun Prozent (2022: sechs Prozent).

Geschäftsjahr 2023: Entwicklung nach Regionen

In Europa erreichte der Umsatz 46,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wechselkursbereinigt von 7,9 Prozent. In Nordamerika stiegen die Erlöse um 6,2 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Das Plus beträgt wechselkursbereinigt acht Prozent. In Südamerika lag der Umsatz bei 1,7 Milliarden Euro gegenüber 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang belief sich auf 6,2 Prozent, wechselkursbereinigt ist das ein Wachstum von 1,8 Prozent. Asien-Pazifik einschließlich übriger Regionen verzeichnete einen Umsatz von 27,9 Milliarden Euro. Das ist ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent und wechselkursbereinigt ein deutliches Plus von 8,6 Prozent.

Geschäftsjahr 2023: Mitarbeiterzahl steigt um etwa zwei Prozent

Weltweit beschäftigte das Unternehmen zum Jahresende 429 416 Menschen, das sind 8 078 mehr als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschäftigten in allen Regionen gestiegen – auch in Deutschland. Der regional stärkste Zuwachs erfolgte in Amerika.


Reds zeigen ihr Potential

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 Siegteilung mit den Heidenheim Heideköpfe

Am zweiten Spieltag der Baseball-Bundesliga stand für die Stuttgart Reds das Derby gegen die Heidenheim Heideköpfe an. In beiden Spielen zeigte das Team des TV Cannstatt sein Potential, konnte aber nur einen Sieg einfahren.

Bei bestem Baseballwetter kamen am vergangenen Freitagabend über 600 Zuschauer zum ersten Heimspiel der Stuttgart Reds an den Cannstatter Schnarrenberg. Sie sollten über lange Zeit ein spannendes Duell zu sehen bekommen. Die ersten Punkte für die Gäste kamen gleich im ersten Inning zustande, die Reds glichen aber postwendend per Homerun von Reds Neuzugang Jack Barrie zum 1:1 aus. Die folgenden fünf Innings waren geprägt von starkem Pitching und Defensivaktionen beider Teams. Es blieb bis zum Ende des sechsten Innings beim Gleichstand. Reds Pitcher Kevin Riello ließ dabei nur einen weitern Base-Hit zu. Erst im siebten Inning konnten die Reds wieder punkten. Nach einem Base-Hit von Moritz Köhler entschied sich Headcoach Rick Jacques sich dazu, dass die folgenden Schlagmänner jeweils Bunten, also den Ball nur vom Schläger abtropfen lassen, sollten. Dabei zeigte sich, dass dieses Spiel sehr erfolgreich sein kann und eine Menge Druck auf die Defensive ausgeübt wird. Die Heideköpfe schafften es nicht, auch nur einen der drei Bunts der Reds zu einem Out zu verwandeln. Damit konnten die Reds drei Runs zum zwischenzeitlichen 4:1 erzielen.

Allerdings schafften die Reds es ihrerseits nicht den Schwung in die letzten beiden Innings mitzunehmen. Die Pitcher der Reds hatten Probleme die Strikezone konstant zu treffen, was zu sieben Base-on-Balls und auch sieben Runs im achten Inning für Heidenheim führte. Auf ähnliche Weise kamen im letzten Inning nochmals zwei Runs hinzu, womit die Reds das Spiel nach sehr starkem Beginn noch mit 10:4 abgeben mussten.

Bereits am nächsten Tag stand das zweite Spiel des Spieltags, dieses Mal in Heidenheim, auf dem Plan. Das Spiel begann für die Reds furios. Direkt im ersten Inning konnten durch vier Base-Hits zwei Runs erzielt werden. Die Heideköpfe sorgten im dritten Inning für ein Déjà-vu bei den Reds. Erneut wackelte das Pitching der Reds kurzfristig und ließ 3 Runs für Heidenheim zum 2:3 zu. Im fünften Inning konnte Austin Bull das Spiel nach einem Base-Hit von Jack Barrie aber ausgleichen.

Im siebten Inning stellte das Team des TV Cannstatt dann die weichen auf Sieg: Weitere fünf Base-Hits durch Fabian Beck, Austin Bull, Moritz van Bergen, Jack Barrie und Danilo Weber ließ die Reds drei Runs zum 6:3 scoren. Ein Homerun der Heideköpfe zum 6:4 war nur noch Ergebniskosmetik für die Heideköpfe, die Reds sicherten sich den zweiten Sieg der noch jungen Saison.

Auch im zweiten Spiel gab es auf beiden Seiten starkes Pitching. Besonders Reds Pitcher Yaferson Lopez zeigte sein können und warf neben 14 Strike-Outs auch rekordverdächtige 182 Pitches!

Für die Reds geht es am nächsten Wochenende zum Tabellenführer nach Regensburg. Gegen das Top-Team gilt es für die Stuttgart Reds an die gezeigten Leistungen anzuknüpfen und auch bei den Legionären Siege einzufahren. Die Spiele finden am Freitag um 19 Uhr und Samstag um 14 Uhr statt. Die Legionäre zeigen beide Spiele live bei YouTube.


Drei ordentliche Viertel reichen gegen Duisburg nicht

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Das letzte Vorrundenspiel beim ASC Duisburg mit 19:12 verloren – die SVL-Wasserballer landen nur auf Tabellenplatz sechs. Im Viertelfinale treffen die Ludwigsburger deshalb wieder auf Duisburg.

Mindestens Platz fünf nach der Vorrunde – dieses Ziel haben die Ludwigsburger Bundesliga-Wasserballer verpasst. Sie haben die letzte Partie am Samstag gegen den ASC Duisburg auswärts recht deutlich mit 19:12 verloren. Die nötigen Punkte für Tabellenplatz fünf oder vier indes hat das Team aus Schwaben nicht an diesem Wochenende vergeben, sondern in den vielen, unnötig verlorenen Spielen im Winter. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel sagt nach dem Abpfiff in Duisburg: „Fünf Siege nach 14 Spielen – das ist zu wenig, wir alle haben mehr erwartet. Schade, es ist mehr drinnen.“ Das Team habe in dieser Saison in den zwei Spielen gegen Duisburg in sechs Vierteln ordentliche Leistungen abrufen können. „In zwei Vierteln waren wir aber deutlich unterlegen.“ In den nächsten Playoff-Spielen (Sechster SVL gegen den Dritten ASC) gelte es nun, über die gesamte Partie mitzuhalten.

Drei gute Viertel reichen nicht aus, um sich den 5 Platz nach der Vorrunde zu sichern

Gut eine Stunde vorher, der Anpfiff des Duisburg-Spiels. Unglücklicher Start für Ludwigsburg. Der Kapitän Blazevic verursacht einen Strafwurf. Treffer Duisburg. 1:0. Dann Überzahl SVL und die Antwort: Sergio Prieto Hernandez macht den schnellen Ausgleich. 1:1. Und weil das so schön war, gleich noch ein Treffer des Goalgetters aus Spanien. 1:2. Wieder Foul SVL, diesmal Mattia Ruggeri. Treffer ASC. 2:2. Ein turbulenter Start der Partie. Keine 30 Sekunden später: das 3:2, obwohl die Gastgeber in Unterzahl sind. Nach weiteren gut zwei Minuten ohne Tor: Überzahl SVL. Und der Ludwigsburger Nationalspieler Zoran Bozic macht – an seinem Geburtstag – den Ausgleichstreffer zum 3:3. Der ASC legt nach. 4:3. Was für ein erstes Viertel! Schön für die Zuschauer im Schwimmstadion Duisburg.

Im zweiten Viertel macht der Ludwigsburger Tobias Bauer den Ausgleich zum 4:4. Aber Duisburg kontert sofort – und es steht 5:4. Foul ASC, Strafwurf und Treffer SVL. Timotej Filo erzielt den neuerlichen Ausgleich zum 5:5. Und wieder legt Duisburg sofort nach. 6:5. Und dann auch noch das 7:5. Die erste Zwei-Tore-Führung eines Teams in diesem Spiel. Konter SVL, Treffer Mattia. 7:6. Diese Partie bleibt weiter super spannend. Der Tabellendritte Duisburg kann sich bis dato nicht wirklich absetzen vom Fünften, macht indes bald das 8:6. Foul Duisburg, Strafwurf SVL, Tobi trifft zum 8:7. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff noch das 9:7.

Das dritte Viertel, von dem alle später sagen werden, es habe die Entscheidung gebracht. Der ASC schießt fünf Tore, dem SVL hingegen gelingt nicht ein einziger Treffer – 14:7. Die letzten acht Minuten, sieben Tore Rückstand, dieses Spiel ist für den SVL nicht mehr zu gewinnen. Foul ASC, Strafwurf und Treffer SVL. 14:8. Und das 14:9, wieder Sergio. Diese SVL-Treffer kommen zu spät. Treffer Duisburg. 15:9. Schöner Angriff SVL, Tobias zieht ab – und trifft. 15:10. Ludwigsburg ist nun wieder gut im Spiel, fängt aber trotzdem – ein bisschen unglücklich – das 16:10. Und dann auch noch das 17:10. Gut eine Minute vor Schluss wieder Tobias, er macht das 17:11. Doch der ASC legt schnell nach. 18:11. Foul ASC, Strafwurf SVL, vergeben. Noch ein paar Sekunden auf der Uhr, Treffer Duisburg. 19:11. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff: der SVL-Kapitän erzieht das 19:12.

Nach der Vorrunde stehen nun die Viertelfinals auf dem Programm, der SVL muss sich also wieder mit dem ASC messen – in maximal drei Parteien. Wer zwei Spiele für sich entscheidet, gewinnt diese Runde. Matthias Nagel sagt, die erste Partie gegen den ASC werde im Sportbad Stuttgart ausgetragen, voraussichtlich am Samstag, 27. April. Dieser Termin sei aber noch nicht bestätigt. Spiel zwei – und gegebenenfalls auch Spiel drei – werden dann vermutlich Anfang Mai in Duisburg ausgetragen. Die vier Gewinner der vier Viertelfinals spielen in der oberen Hälfte weiter, in dieser Runde geht es um die Meisterschaft. Die Verlierer der Viertelfinals spielen maximal um Platz fünf, der für die Qualifikation für den Euro Cup reichen sollte. Matthias Nagel: „Wir haben alle Chancen, aber klar, es geht gegen Duisburg, einen stärkeren Gegner als Potsdam.“ Der OSC Potsdam wäre der SVL-Gegner gewesen – wenn Ludwigsburg in der Vorrunde Platz f&uum l;nf erreicht hätte.

Duisburg geht zwar als Favorit in die Playoffs, Max Vernet Schweimer ist jedoch überzeugt, dass alles möglich ist

Der SVL-Jugendnationalspieler Ivo Dzaja ist einer der wenigen Ludwigsburger, die nach der Niederlage in Duisburg überhaupt was sagen wollen zum Spiel: „Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung.“ Das Team werde sich intensiv auf die nächsten drei Spiele vorbereiten, Ivo spricht von drei Partien – er geht also davon aus, dass der SVL eins der ersten beiden Spiele gewinnt. Ganz ähnliche Worte findet das Geburtstagskind Zoran: „Wir sind nicht zufrieden und werden uns jetzt noch intensiver auf die nächsten Spiele vorbereiten.“ Der SVL-Torwart Max Vernet Schweimer sagt: „Wir wollten das Spiel in Duisburg definitiv enger gestalten – aber ohne Geduld und ohne klare Referenzen im Angriff haben wir die Duisburger mit ihren besten Waffen spielen lassen.“ Die jetzt anstehenden Spiele gegen den ASC „werden auf jeden Fall sehr hart – Duisburg ist der Favorit, aber in den Playoffs ist alles möglich, wenn wir unsere Fehler beheben.“

Der SVL-Trainer Raul de la Pena ist mit der ersten Hälfte des Duisburg-Spiels ganz zufrieden, „wir haben gut mitgespielt“. Die nun anstehenden Partien gegen den ASC „werden schwer“. Der Ludwigsburger Betreuer Dieter Gscheidle ist im Ägyptenurlaub und hat das Spiel gegen Duisburg live im Internet verfolgt, sein Kommentar aus der Ferne: „Durch das 5:0 im dritten Viertel bringen wir uns drum rum, etwa Zählbares aus Duisburg mitzunehmen.“ Und dann erklärt er noch mit Blick auf das Parallelspiel Potsdam (Platz vier) gegen die White Sharks Hannover (vor dem Anpfiff noch Platz sechs): Potsdam habe auf „wunderliche Weise“ gegen die Sharks verloren. Hätte Potsdam – wie erwartet – gewonnen, dann stünde der SVL nach wie vor auf Platz fünf und spielte das Viertelfinale gegen den Vierten, gegen Potsdam. Aber egal, „wir haben jetzt die Chance zur Wiedergutmachung gegen Duisburg“.


Handball-WM 2027: Stuttgart bewirbt sich als Austragungsort

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Stuttgart.| Nach dem großen Erfolg der Handball-EM in Deutschland steht 2027 das nächste Highlight an: Der Deutsche Handball-Bund wird die Weltmeisterschaft der Herren ausrichten. Die Landeshauptstadt hat heute gegenüber dem DHB ihr Interesse bekundet, die Porsche-Arena als Spielort zu stellen.

Der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen Thomas Fuhrmann sagte: „Stuttgart bietet mit dem NeckarPark exzellente Bedingungen für viele Sportarten. Hier finden fast wöchentlich Spiele auf höchstem Niveau statt. Ich denke hier nicht nur an den VfB, sondern auch an den TVB Stuttgart und Allianz MTV Stuttgart, die hier ihre Bundesligaspiele austragen. Wir haben – wie etwa zuletzt mit der Turn-WM – viele Erfahrungen mit internationalen Events gesammelt. Außerdem steht die UEFA 2024 vor der Tür. Diesen Schwung können wir nutzen, um vor einer tollen Kulisse Spielort für die Handball-Männer zu sein.“