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StartLokalesStuttgartVerkehrsunfallbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Stuttgart

Verkehrsunfallbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Stuttgart

LokalesStuttgartVerkehrsunfallbilanz 2025 des Polizeipräsidiums Stuttgart

Gesamtzahl der Unfälle steigt leicht an, Zahl der Verkehrstoten erhöht sich

Stuttgart.| Das Polizeipräsidium Stuttgart veröffentlicht die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025. Die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle hat sich im Stadtgebiet zum wiederholten Male leicht erhöht, bewegt sich jedoch insgesamt auf einem stabilen Niveau. Allgemeine Verkehrsunfalllage in Stuttgart Insgesamt wurden im Jahr 2025 auf der Gemarkung Stuttgart 23.371 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 1,8 Prozent (plus 409 Unfälle) im Vergleich zum Vorjahr.

Die Verteilung der Unfallschwere im Vergleich der Jahre 2024 bis 2025 stellt sich wie folgt dar:

  • Verkehrsunfälle mit Personenschaden: Nach 1.780 Unfällen im Jahr 2024 sank die Zahl im Jahr 2025 auf 1.682 Fälle (- 5,5 Prozent).
  • Verkehrsunfälle mit schwerwiegendem Sachschaden: Hier ist ein Anstieg von 6.175 (2024) auf 6.290 Unfälle im Jahr 2025 (+ 1,9 Prozent) zu verzeichnen.
  • Übrige Sachschadensunfälle: Die Zahl stieg von 15.007 (2024) auf 15.399 Unfälle im Jahr 2025 (+ 2,6 Prozent).

Die Gesamtzahl der verunglückten Personen ist um 5,6 Prozent auf 2.032 gesunken. Dennoch stieg die Zahl der Schwerverletzten um 6,2 Prozent auf 205 Personen an. Die Anzahl der Leichtverletzten sank um 6,9 Prozent auf 1.818 Personen. Festzuhalten ist jedoch bedauerlicherweise, dass die Anzahl der im Straßenverkehr Getöteten von 7 auf 9 anstieg (+ 28,6 Prozent).

“Die aktuellen Zahlen zeigen uns, dass wir in unseren Bemühungen um die Verkehrssicherheit nicht nachlassen dürfen”, betont Polizeipräsident Markus Eisenbraun. “Auch wenn der Anstieg der Gesamtunfallzahlen mit 1,8 Prozent moderat ausfällt, macht uns die Zunahme der getöteten und schwerverletzten Menschen große Sorge. Neun Verkehrstote sind neun zu viel. Unsere Analysen zeigen deutlich, dass Unachtsamkeit und gravierende Regelverstöße – wie die Missachtung der Vorfahrt oder das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss – nach wie vor Hauptursachen für schwere Unfälle sind. Wir werden deshalb auch 2026 den Kontrolldruck hochhalten. Mit gezielter Verkehrsüberwachung und konsequenter Ahndung von Verstößen, gepaart mit intensiver Präventionsarbeit, wollen wir das Bewusstsein für ein rücksichtsvolles Miteinander stärken und das Unfallgeschehen nachhaltig senken.”

Unter den neun tödlich verunglückten Personen befanden sich sechs Fußgänger, zwei Autofahrer und eine Pedelecfahrerin. In vier Fällen setzten die tödlich Verunglückten die Ursache selbst, bei fünf Fußgängern wurden die Unfälle von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht.

Hauptunfallursachen: Der Faktor Mensch

Die Hauptunfallursachen bleiben jährlich wiederkehrend gleich und sind stark durch das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmenden geprägt. Die drei häufigsten Ursachen waren 2025: 1. Nichtbeachten der Vorfahrt: 891 Fälle (+ 8,1 Prozent). 2. Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren: 852 Fälle (+ 10,4 Prozent). 3. Fehler bei der Fahrbahnbenutzung: 271 Fälle (+ 28,4 Prozent). Allein die beiden erstgenannten Ursachen dominieren das Unfallgeschehen mit einem Anteil von zirka 22 Prozent.

Verkehrsunfälle nach Deliktsbereich

  • Alkoholeinfluss: Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sank um 7,7 Prozent auf 215 Fälle. Dabei kam eine Person ums Leben, elf Personen wurden schwer und 68 leicht verletzt. Zudem registrierte die Polizei 1.143 folgenlose Trunkenheitsfahrten.
  • Drogeneinfluss: Im Gegensatz dazu stiegen die Unfälle unter Drogeneinfluss deutlich um 51,1 Prozent auf 71 Fälle an. Hierbei gab es zwei Getötete, 9 Schwer- und 24 Leichtverletzte. In nahezu 60 Prozent der Fälle wurde eine Beeinflussung durch THC nachgewiesen. Außerdem stellte die Polizei 588 folgenlose Fahrten unter Drogeneinfluss fest.
  • Unfallflucht: Die Polizei nahm 5.393 Unfälle mit unerlaubtem Entfernen auf (+ 2,8 Prozent). Diese führten zu 11 Schwerverletzten und 175 Leichtverletzten. Michael Saur, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, zeigt sich vor dem Hintergrund der gravierenden Steigerung der Unfälle unter Drogeneinfluss kritisch: “Die Teil-Legalisierung von Cannabis hat leider deutlich gezeigt, dass der erleichterte Zugang zum Konsum keineswegs zu einem verantwortungsvollen und sicherheitsbewussten Verhalten im Straßenverkehr führt. Weil die Gefahr von Fahrten unter THC-Einfluss überaus real bleibt, werden wir dieser Entwicklung mit weiter intensivierten Verkehrskontrollen entschlossen entgegentreten und Drogenfahrten konsequent verfolgen.”

Entwicklung und Folgen des Unfallgeschehens der Jahre 2024 bis 2025: Zweiräder und Elektrokleinstfahrzeuge

  • Motorisierte Zweiräder: Das Unfallgeschehen ging auf 335 Fälle zurück (- 9,7 Prozent). Dabei wurden 40 Personen schwer und 198 leicht verletzt. Todesopfer waren in dieser Gruppe im Jahr 2025 nicht zu beklagen. In 82 Fällen verursachten die Zweiradfahrer die Unfälle selbst, in 64 Fällen waren sie alleinbeteiligt.
  • Fahrrad: Auch hier reduzierte sich die Zahl der Unfälle auf 405 (- 7,1 Prozent). 42 Radfahrer wurden schwer, 274 leicht verletzt; es gab keine Getöteten. Etwas mehr als die Hälfte der Unfälle verursachte der Radverkehr selbst. Hauptursachen waren hierbei eine falsche Fahrbahnbenutzung, das Nichtbeachten der Vorfahrt und eine nicht angepasste Geschwindigkeit.
  • Pedelec: Bei den Pedelecs sank die Zahl der Unfälle um 9,3 Prozent auf 225. Eine alleinbeteiligte Fahrerin erlag ihren schweren Verletzungen. Zudem gab es 34 Schwer- und 163 Leichtverletzte. Auch hier waren die falsche Fahrbahnbenutzung, Vorfahrtsverstöße und unangepasste Geschwindigkeit die häufigsten Eigenursachen.
  • Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter): Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich bei den E-Scootern ein Anstieg auf 168 Unfälle (+ 14,3 Prozent). Neun Nutzer wurden schwer, 103 leicht verletzt. In 78 Prozent der Fälle verursachten die Nutzer den Unfall selbst. Dominiert wurden die Ursachen von mangelnder Verkehrstüchtigkeit (Alkoholbeeinflussung) und Fehlern bei der Fahrbahnbenutzung, gefolgt von Überladung (verbotenes Fahren zu zweit), Geschwindigkeit und Vorfahrtsmissachtungen. Fußgänger und Stadtbahnverkehr
  • Zu Fuß Gehende – eine traurige Bilanz: Verkehrsunfälle mit Fußgängerbeteiligung nahmen um 18,3 Prozent auf 291 Vorfälle zu. Sechs Fußgänger wurden getötet, 40 schwer und 208 leicht verletzt. In 67 Prozent der Fälle wurden diese Unfälle durch den Fahrverkehr an Überwegen, Furten oder beim Abbiegen verursacht. Bei rund 33 Prozent lag ein Fehlverhalten der Fußgänger vor.
  • Stadtbahn: Die Zahl der Unfälle mit Stadtbahnbeteiligung sank leicht auf 104 Fälle (- 2,8 Prozent). Ein Fußgänger wurde beim verbotenen Queren der Gleise tödlich verletzt. Zudem gab es 18 Schwer- und 61 Leichtverletzte. In rund 72 Prozent der Fälle waren andere Fahrzeugführende verantwortlich, häufig durch Missachten der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen oder Wenden sowie Nichtgewähren des Vorrangs.

Risikogruppen im Straßenverkehr

  • Kinder (0-13 Jahre): Die Unfälle unter Beteiligung von Kindern stiegen auf 92 an (+ 9,5 Prozent). Dabei wurde ein Kind getötet, 10 erlitten schwere und 63 leichte Verletzungen.
  • Junge Erwachsene (18-24 Jahre): In dieser Gruppe registrierte die Polizei 1.207 Unfälle (+ 1,9 Prozent). Todesopfer gab es nicht, jedoch 16 Schwer- und 214 Leichtverletzte.
  • Senioren (ab 65 Jahren): Hier kam es zu 1.442 Unfällen (+ 2,3 Prozent). Sechs Senioren wurden getötet, 39 schwer und 166 leicht verletzt. Um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern und Unfälle zu reduzieren, wird das Polizeipräsidium Stuttgart auch 2026 die gezielte Verkehrsüberwachung – insbesondere mit Fokus auf das regelkonforme Fahrverhalten, die Überwachung an Kreuzungen sowie die Bekämpfung von Alkohol- und Drogenfahrten – konsequent fortsetzen.

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