Der Gemeinderat hat mit 41 zu 14 Stimmen den Bau des Stuttgart Moving Image Center beschlossen. Ab März 2026 entsteht ein bundesweit einmaliges Haus für Film und Medien. Das SMIC wird Ort für Ausstellungen, Bildung und Innovation, stärkt den Medienstandort und setzt architektonisch wie städtebaulich neue Impulse.
Stuttgart.| Stuttgart baut weiter an seiner Zukunft – und das an einer der sichtbarsten Stellen der Stadt: Der Gemeinderat hat am 29. Januar 2026 den Bau des Stuttgart Moving Image Center (SMIC) beschlossen und damit den Startschuss für ein neues Haus für Film und Medien gegeben. Mit dem SMIC entsteht eine Kultur- und Bildungseinrichtung, die in dieser Form bundesweit einmalig ist. Die Baugrube ist im Wesentlichen fertiggestellt und mit diesem Beschluss ist ein Start der Hochbauarbeiten bereits im März 2026 vorgesehen. Laut Plan wäre das Gebäude im Frühjahr 2029 fertiggestellt und könnte dann in Betrieb gehen.
Als offenes Haus des Erlebens, Lernens und Experimentierens widmet sich das SMIC der zentralen Prägung unserer Zeit: der wachsenden Bedeutung bewegter Bilder und digitaler Medien für Gesellschaft, Kultur, Bildung und Demokratie. Das Haus wird eine hybride, wandelbare Plattform für Ausstellungen, Film, Vermittlung, Produktion und Diskurs – mit Kinosälen, Studios, Laboren, Lern- und Experimentierräumen sowie öffentlichen Aufenthaltsbereichen.
Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper erklärt: “In einer Gesamtabwägung sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir den bereits fahrenden Zug nicht mehr stoppen sollten. Wir haben dem Gemeinderat deswegen empfohlen, einen Baubeschluss zu fassen – allerdings mit der Auflage, dass die laufenden Betriebskosten unter anderem in Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg deutlich reduziert werden müssen sowie verbunden mit der Auflage, dass bei den Baukosten alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden müssen.”
Der Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer sagt: “Das SMIC schließt eine Lücke in der deutschen Kulturlandschaft. Es wird ein Haus für das prägende Phänomen unserer Zeit: Ein offener und einladender Ort, an dem sich alle Menschen unserer Stadtgesellschaft kritisch, kreativ, experimentell und neugierig mit Medien und bewegten Bildern auseinandersetzen können. Zudem wird es ein Schaufenster für die Kreativwirtschaft, ein Cluster, dessen Bedeutung gerade in der Region immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Relevanz eines Hauses dieser Art ist im Informationszeitalter offensichtlich und zentral für einen Kulturbegriff, der Bildung und Teilhabe ganz neu fasst.”
Architektur, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit
Im Gefüge der Stuttgarter Kulturlandschaft nimmt das SMIC damit eine neue, eigenständige Rolle ein: Es erweitert die bestehende Infrastruktur um einen zukunftsorientierten Ort für Medienkompetenz, Kreativwirtschaft und kulturelle Innovation. Zugleich stärkt es den Medien- und Filmstandort Stuttgart und die Region, die mit der Filmakademie Baden-Württemberg, der Hochschule der Medien oder dem Internationalen Trickfilmfestival sichtbar ist.
Ein besonderer Akzent liegt auch auf der Architektur des Neubaus. Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Delugan Meissl Associated Architects (Wien) und Wenzel + Wenzel (Karlsruhe) sieht ein offenes, transparentes Gebäude vor, das die vielfältigen Nutzungen sichtbar miteinander verbindet. Die szenografische Ausgestaltung des Gebäudes durch das Stuttgarter Atelier Brückner bildet seine symbiotische Einheit mit der Gebäudearchitektur. Prägende Elemente sind unter anderem die Medienfassade, die das Gebäude selbst zum Kommunikationsmedium macht, sowie ein innovatives Tragwerkskonzept, das den scheinbar schwebenden Charakter des Gebäudes ermöglicht. Das Haus wird als IBA’27-Baustellenprojekt bereits während der Bauphase neue Perspektiven auf zeitgemäßen Kulturbau und die hochspannende Tragkonstruktion sichtbar machen.
Städtebaulich setzt das SMIC ein starkes Signal an einer der markantesten Stellen der Innenstadt – zwischen Leonhardskirche und einem Mobilitäts-Hub von Breuninger. Hier entsteht ein neues verbindendes Element, das zur Aufwertung und Belebung der Leonhardsvorstadt und zur Verlängerung der Kulturmeile beiträgt. Das Gebäude leistet einen wichtigen Beitrag zur Stadtbildreparatur entlang der B14 und wird künftig mit öffentlichen Nutzungen, Gastronomie und neuen Aufenthaltsqualitäten in den Stadtraum ausstrahlen.
Der Neubau wird zudem hohe ökologische Standards erfüllen: Rund 25 Prozent der Gebäudehülle werden begrünt, Photovoltaik wird in Dach und Fassade integriert, und das energetische Konzept unterschreitet die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes deutlich.
Bislang sind schon Leistungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro vergeben, wovon rund zehn Millionen Euro ausgezahlt sind. Die veranschlagten Gesamtkosten für den Bau des SMIC betragen nach aktuellem Stand rund 115 Millionen Euro brutto. Darin enthalten sind neben den eigentlichen Baukosten auch Risikopuffer und Prognosen für Baupreissteigerungen. Eine erste Tranche aus mehreren Bauaufträgen kann rund acht Millionen Euro unter der Kostenerwartung vergeben werden.