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Haus für Film und Medien soll weiter gebaut werden

LokalesStuttgartHaus für Film und Medien soll weiter gebaut werden

OB Nopper zum Haus für Film und Medien: „Wir sollten den fahrenden Zug nicht mehr stoppen.“

Stuttgart.| Nach intensiver Abwägung spricht sich OB Nopper dafür aus, den Bau des Hauses für Film und Medien fortzuführen. Der Gemeinderat wird am 29. Januar 2026 darüber entscheiden. Mit dem Haus für Film und Medien soll eine neuartige Kulturinstitution entstehen, als Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Kunst, Technologie und Wissenschaft.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper schlägt dem Gemeinderat trotz der äußerst angespannten Haushaltslage vor, am Projekt Haus für Film und Medien festzuhalten. Er erklärt: „Wir standen vor einer ganz schwierigen Entscheidung. Einerseits passen die enormen Baukosten und die prognostizierten Betriebskosten nicht mehr in die Haushaltslandschaft, andererseits sind schon millionenschwere Vorlaufkosten entstanden und die Tiefbauarbeiten zum Teil schon abgeschlossen. Zudem würde im Falle eines Baustopps an dieser Stelle für mehrere Jahre eine Baulücke klaffen. In einer Gesamtabwägung sind wir deswegen zu der Überzeugung gekommen, dass es richtig ist, den fahrenden Zug nicht mehr zu stoppen und die begonnene Baumaßnahme fortzuführen.“

Die Beschlussfassung steht am kommenden Donnerstag, 29. Januar, auf der Tagesordnung des Gemeinderats. OB Nopper wird dem Gemeinderat empfehlen, einen Baubeschluss zu fassen, mit der Auflage, dass bei den Baukosten alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden müssen und dass die prognostizierten Betriebskosten deutlich zu senken sind.

Nopper betont, dass die geplanten Baukosten in Höhe von 115 Millionen Euro „nicht mehr in die aktuelle Haushalts- und Finanzlandschaft passen“. Es sei auch schwierig, in einer Zeit, in der bei den etablierten Kultureinrichtungen gekürzt werde, neue Betriebskosten zu erzeugen. „Gegen einen Baubeschluss spricht auch die Kreditobergrenze, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit das Regierungspräsidium bei der Genehmigung des Doppelhaushalts ins Stammbuch schreiben wird. Diese Kreditobergrenze kann dazu führen, dass nach einem Baubeschluss für das Haus für Film- und Medien im Finanzplanungszeitraum andere Investitionsprojekte nicht mehr umgesetzt werden können.“ Dies gelte aber für jeden Baubeschluss der kommenden Zeit. Eine Priorisierung der Projekte sei extrem schwierig, weil diese unterschiedlich weit fortgeschritten seien.

Demgegenüber sprechen aus Sicht der Verwaltung gewichtige Argumente für die Fortführung des Projekts, die in einer Gesamtschau schwerer wiegen als die Argumente dagegen: Im Falle eines Baustopps wären Vorprojektkosten in Höhe von mindestens 10 bis 15 Millionen Euro unmittelbar verloren, die bereits angefallen sind. Die ca. neun Meter tiefe Baugrube einschließlich des rückverankerten Fundaments ist bereits weitgehend fertiggestellt. Dies ist im Stadtbild deutlich sichtbar. „Gegen eine Vollbremsung spricht auch, dass der Bebauungsplan nur die Nutzung für ein Haus für Film und Medien vorsieht. Für eine anderweitige Nutzung müsste er geändert werden – was zur Folge hätte, dass für mindestens drei Jahre, möglicherweise auch länger, eine Baulücke in prominenter Lage inmitten der Innenstadt bestehen würde“, so Nopper.

Auch aus städtebaulicher Sicht bedeutet das neue Haus für Film und Medien eine erhebliche Aufwertung an einer markanten Stelle in der Innenstadt. Neben dem im Bau befindlichen Mobility Hub von Breuninger wird an dieser Stelle ein bedeutsamer Betrag zur Stadtbildreparatur geleistet.

Eine zeitnahe Entscheidung des Gemeinderats ist deswegen erforderlich, weil für die Beauftragung von fünf Baugewerken für das Haus für Film und Medien gute Angebotsergebnisse erzielt wurden, die rund acht Millionen Euro günstiger sind als bislang kalkuliert.

Inhaltlich bietet das Haus für Film und Medien die Chance, in Stuttgart ein modernes kulturelles Zentrum zu etablieren: ein offenes Haus des Erlebens, Lernens und Experimentierens. Es wird einerseits einer breiten Öffentlichkeit offenstehen und andererseits Schaufenster des Stuttgarter Medienclusters sein, das sich durch eine herausragende Verbindung aus Kreativwirtschaft, Wissenschaft und etablierten Medieninstitutionen auszeichnet.

Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer sagt: „Mit dem Stuttgart Moving Image Center – Haus für bewegte Bilder Stuttgart“ (SMIC) soll eine neuartige Kulturinstitution entstehen, die sich der zentralen Prägung unseres Zeitalters widmet: Unser aller Alltag ist in zunehmendem Maße durch Medien beeinflusst. Gleichzeitig gibt es für dieses Phänomen noch keinen öffentlichen Ort der Reflexion, der Pädagogik und des Experimentierens. Das SMIC ist nicht als Museum mit eigener Sammlung, nicht als Forschungszentrum, sondern als hybrider und wandelbarer Raum konzipiert, der eine aktive und kritische Auseinandersetzung mit technischen Bildern in all ihren unterschiedlichen mediengeschichtlichen Ausgestaltungen erlaubt. Als öffentliche Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Kunst, Technologie und Wissenschaft soll das Haus Kinosäle, Studios, Labore, Lern- und Spielräume sowie Gastronomie unter einem Dach vereinen und als Dritter Ort den Raum schaffen für Begegnung und Innovation im Bereich der bewegten Bilder. Unser renommierter Gründungsdirektor arbeitet bereits mit zwei weiteren Kollegen an einem attraktiven und zukunftsgerichteten Betriebs- und Nutzungskonzept.“

Das neue Haus für Film und Medien soll an der B14 zwischen der Leonhardskirche und dem aktuell in Bau befindlichen Mobility Hub von Breuninger entstehen. An den Mobility Hub schließt es nach der Planung direkt an, mit einer gemeinsamen Zwischenwand. Im Oktober 2025 entschied sich der Gemeinderat auch für einen neuen Namen: Künftig heißt es Stuttgart Moving Image Center (SMIC). Getragen wird das SMIC von der Stadt Stuttgart und dem Verein Haus für Film und Medien Stuttgart, in dem sich 25 in Stuttgart und der Region ansässige nicht-kommerzielle Institutionen zusammengeschlossen haben, darunter das Haus des Dokumentarfilms, das Filmbüro Baden-Württemberg, die Filmakademie Baden-Württemberg, die Universität Stuttgart, die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart, der Südwestrundfunk und die Film- und Medienfestival gGmbH, die alljährlich u. a. das Internationale Trickfilmfestival Stuttgart veranstaltet.


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