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StartAktuellGegen Hass und für Verkehrssicherheit

Gegen Hass und für Verkehrssicherheit

AktuellGegen Hass und für Verkehrssicherheit

Landratsamt Rems-Murr-Kreis verurteilt Schmierereien gegen Motorradfahrer

  • Straßenmeistereien entfernen hetzerische Schriftzüge umgehend
  • Landkreis setzt weiterhin auf Dialog, gezielte Sicherheitsmaßnahmen und Sensibilisierung

Rems-Murr-Kreis.| Am vergangenen Wochenende wurden auf mehreren Kreis- und Landesstraßen im Rems-Murr-Kreis Schmierereien angebracht, die sich in drastischer Weise gegen Motorradfahrer richten (siehe auch Polizei-Report Rems-Murr). Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis verurteilt diese Vorfälle aufs Schärfste. Gleichzeitig verweist die Kreisverwaltung auf ihr langjähriges Engagement für Lärmschutz und Verkehrssicherheit, das auf Kooperation und gezielte Maßnahmen statt auf Ausgrenzung setzt.

„Gewaltandrohungen und Sachbeschädigung haben auf unseren Straßen keinen Platz“, stellt das Landratsamt klar. Die zuständigen Straßenmeistereien haben nach dem Bekanntwerden der Schmierereien unverzüglich reagiert und die hetzerischen Schriftzüge beseitigt. Die Verwaltung ruft alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nachdrücklich zu einem respektvollen Miteinander auf.

Engagement gegen Motorradlärm im Rahmen der Möglichkeiten

Gleichzeitig ist sich der Rems-Murr-Kreis der Belastungen durch Motorradlärm für die Anwohnerinnen und Anwohner bewusst und nimmt dieses Thema seit Jahren sehr ernst. Obwohl die rechtlichen Rahmenbedingungen für Landkreise eng gesteckt sind, schöpft die Verwaltung alle zur Verfügung stehenden Mittel aus, um unnötigen Verkehrslärm einzudämmen und die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Der Fokus liegt dabei primär darauf, die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren und zu rücksichtsvollem Verhalten anzuhalten, statt pauschal zu verurteilen.

Konkrete Sicherheitsmaßnahmen an Unfallschwerpunkten

Dazu gehören auch weitreichende bauliche und technische Maßnahmen an bekannten Streckenabschnitten.

  • Landesstraße L1199 (Maßnahme 2025): Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im kurvenreichen Bereich des Aussichtspunkts (zwischen Kernen-Stetten und der Kreisgrenze Esslingen) wurde die Haltebucht am Aussichtspunkt „Tor ins Remstal“ geschlossen. Die dahinterliegende Fläche wurde entsiegelt, renaturiert und mit Schutzplanken versehen. Diese Maßnahme erfolgte in enger Abstimmung mit der Gemeinde Kernen im Rahmen der Strategie „Vision Zero“, die das Ziel verfolgt, schwere Verkehrsunfälle langfristig zu vermeiden.
  • Sulzbacher Steige (Maßnahme 2024): Hier wurden moderne Geschwindigkeitsmessanlagen, sogenannte „Enforcement-Trailer“, in Betrieb genommen. Ergänzend brachte das Straßenbauamt in den Kurvenbereichen Doppelstrich-Mittelmarkierungen und reflektierende Markierungsknöpfe an, um das Überholverbot deutlicher hervorzuheben und das gefährliche Schneiden der Kurven zu verhindern.
  • Sensibilisierung und Kontrollen: Neben baulichen Maßnahmen setzt der Landkreis seit 2019 auf eine sympathische Ansprache: Rund 30 tierische Lärmschutzschilder wie „Fahr nicht wie die Sau“ und „Lärm nicht wie ein Esel“ mahnen im Kreisgebiet charmant zu rücksichtsvoller Fahrweise.

Gegen unbelehrbare Raser arbeitet das Ordnungsamt eng mit der Polizei zusammen. Da die Identifikation unter dem Helm sowie das Fehlen einer Halterhaftung bei Geschwindigkeitsverstößen die Verfolgung erschweren, bewähren sich gemeinsame Kontrollaktionen: Während das Ordnungsamt die Geschwindigkeit misst, zieht die Polizei die betroffenen Fahrzeuge für eine direkte Ansprache und Ahndung sofort aus dem Verkehr. Zudem kommen zwei semistationäre Enforcement-Trailer zum Einsatz.

Unterstützung der landesweiten Initiative Darüber hinaus ist der Rems-Mur-Kreis aktiver Teil der landesweiten Initiative gegen Motorradlärm. Auf politischer Ebene fordert die Initiative dringende Gesetzesanpassungen mit klaren Zielen: Motorräder müssen bereits ab Werk leiser konstruiert und im Alltag leiser gefahren werden, zudem muss rücksichtsloses Fahrverhalten spürbare rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Das Landratsamt wirbt abschließend für gegenseitiges Verständnis: Ziel aller Bemühungen bleibt ein sicheres und rücksichtsvolles Miteinander, das die Interessen von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern gleichermaßen schützt.


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