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Holzheizkraftwerk: Revisionsarbeiten garantieren Versorgungssicherheit

LokalesLudwigsburgHolzheizkraftwerk: Revisionsarbeiten garantieren Versorgungssicherheit

LUDWIGSBURG.| Das Holzheizkraftwerk der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) macht derzeit Sommerpause. Was aber nicht bedeutet, dass nicht gearbeitet wird. Denn während der jährlichen Revision laufen im Hintergrund viele Prozesse ab, die allesamt darauf abzielen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Mit ihrem im Ludwigsburger Südwesten gelegenen Holzheizkraftwerk produziert die SWLB jährlich rund 10.000 Megawattstunden Strom und etwa 50.000 Megawattstunden Fernwärme – und zwar ausschließlich über den Einsatz regionaler Biomasse in Form von Holzhackschnitzeln und Grünschnitt. Während mit dem Strom rechnerisch 3.000 Haushalte versorgt werden, deckt die gewonnene Wärme circa 50 Prozent des im Verbundnetz Ludwigsburg benötigten Fernwärmebedarfs ab.

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Um seinen zuverlässigen Betrieb und damit Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist es notwendig, das Holzheizkraftwerk jährlich im Rahmen einer mehrwöchigen Anlagenrevision auf Herz und Nieren durchzuprüfen. Dies erfolgt im Sommerstillstand zwischen Mitte Mai und Mitte September“, erläutert der bei der SWLB für Wärme und Erzeugung zuständige Bereichsleiter Stefan Seele. Was problemlos möglich sei, da die Solarthermieanlage SolarHeatGrid auf dem Römerhügel in diesem Zeitraum höchst produktiv ist und über den Sommer hinweg quasi den Gegenpart zum Holzheizkraftwerk bildet.

Für Betriebsmeister Simon Schneider und sein elfköpfiges Team, die das Holzkraftwerk sonst rund um die Uhr am Laufen halten, bedeutet der etwa viermonatige Anlagenstillstand aber keinesfalls Müßiggang, sondern Kontrolle, Reinigung, Reparaturen und Instandsetzungen, also den Austausch von Verschleißteilen. „Da wir das ohne fremde Hilfe gar nicht schaffen würden, unterstützen uns in dieser Zeit insgesamt rund 50 Arbeitskräfte aus 20 Firmen verschiedenster Gewerke“, plaudert Schneider aus dem Nähkästchen. Eine Aufgabe, die so planungsaufwändig sei, dass er bereits im Januar damit beginnen muss, die Weichen zu stellen.

Besonders eindrucksvoll ist die Wartung des Holzgreifers, der etwa alle fünf Jahre ausgebaut, ins Herstellerwerk gebracht und dort überprüft wird. Das Schwergewicht bewegt im besagten Zeitraum rund 100.000 Tonnen Biomasse und füttert die Anlage konstant mit Brennmaterial.

Mittlerweile befindet sich der Greifer wieder vor Ort, sodass das Holzheizkraftwerk Ende September hochgefahren werden und im Oktober in seine 16. Saison gehen kann.

Als damals modernstes und größtes seiner Art in Baden-Württemberg – Stichwort Organic Rankine Cycle-Technik (ORC) – ging das Holzheizkraftwerk der SWLB 2010 ans Netz. Schon zu seinem zehnjährigen Jubiläum im Jahr 2020 hatte es über 100 Millionen Kilowattstunden Strom und 452 Millionen Kilowattstunden Wärme aus Biomasse erzeugt. Im Rahmen des Fernwärmeverbundnetzes Ludwigsburg bildet das Holzheizkraftwerk als bislang größte Erzeugungsanlage das Führungsheizwerk, das von den anderen Heizzentralen bei Bedarf durch Einspeisung eines entsprechenden Heizwasservolumenstroms unterstützt wird. Ab der kommenden Heizperiode wird es um die großen Biomethan-Motoren am neuen Erzeugungsstandort Waldäcker III im Ludwigsburger Westen ergänzt.


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