Rund 100 Feuerwehreinsätze – Stadt arbeitet Schäden auf
Vaihingen/Enz.| Das Unwetter mit Starkregen und Sturmböen von bis zu 105 km/h hat am gestrigen Abend auch das Stadtgebiet Vaihingen an der Enz erheblich getroffen. Feuerwehr, Bauhof und Stadtverwaltung waren bis in die Nacht sowie ab dem frühen Morgen im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu bewältigen.
Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen an der Enz verzeichnete insgesamt nahezu 100 Einsätze. Der Erstalarm ging um 19:54 Uhr ein, als zeitgleich drei Brandmeldeanlagen am Perfekten Standort auslösten. Im weiteren Verlauf folgten zahlreiche Einsätze aufgrund umgestürzter Bäume sowie weiterer sturmbedingter Schäden.
Oberste Priorität hatte zunächst das Freiräumen der Straßen, um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen und Rettungswege freizuhalten. Anschließend konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die Sicherung absturzgefährdeter Gebäudeteile und anderer Gefahrenstellen. Der städtische Bauhof unterstützte die Feuerwehr bereits am Abend bei den Aufräumarbeiten und war seit den frühen Morgenstunden erneut im Einsatz. Die Feuerwehr beendete ihre Einsätze gegen 2:00 Uhr.
Auch an städtischen Liegenschaften entstanden Schäden. Mehrere Gebäude verzeichneten kleinere Wassereintritte sowie vereinzelt beschädigte oder gelockerte Dachziegel. Besonders betroffen ist die Halle im See in Kleinglattbach. Dort trat Schmutzwasser über die Duschabläufe in das Gebäude ein. Vor einer regulären Nutzung ist daher eine umfassende Grundreinigung erforderlich.
Auswirkungen hatte das Unwetter auch auf die laufende Sanierung des Regenüberlaufbeckens unter der Gerberstraße beim Kaufhaus Sämann. Dort rissen die Sturmböen die Abdeckfolie vom frisch eingebrachten Beton und trugen sie in das Bauwerk. Der Bereitschaftsdienst der städtischen Abwasserbeseitigung sowie die beauftragte Baufirma waren jedoch umgehend vor Ort und konnten die Folie bergen. Der durch das Unwetter angespülte Straßenschmutz wird im Laufe des heutigen Tages beseitigt.
Die Auswertungen des Tiefbauamts zeigen zudem, wie unterschiedlich sich das Unwetter innerhalb des Stadtgebiets ausgewirkt hat. Während in der Kernstadt 32 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen wurden, waren es im nördlichsten Stadtteil Gündelbach 22 Liter und im südlichsten Stadtteil Riet lediglich 17 Liter pro Quadratmeter. Dies verdeutlicht, dass sich die Gewitterzellen nur lokal auswirkten und die Niederschlagsmengen selbst innerhalb des Stadtgebiets erheblich voneinander abweichen konnten.
Erschwerend kam hinzu, dass örtlich Hagel niederging. Gemeinsam mit großen Mengen an Laub führte dies dazu, dass zahlreiche Straßeneinläufe innerhalb kurzer Zeit verstopften und das Regenwasser nicht mehr wie vorgesehen abfließen konnte. Bemerkenswert war außerdem der rasche Temperatursturz: Innerhalb kurzer Zeit sank die Lufttemperatur von 27 Grad auf 15,7 Grad Celsius.
Für Vaihingens Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth hat das Unwetter einmal mehr gezeigt, wie wichtig das gute Zusammenspiel aller Beteiligten ist: „Wenn innerhalb kürzester Zeit so viele Einsätze anfallen, kommt es auf das reibungslose Zusammenwirken aller Kräfte an. Dafür danke ich den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehr ebenso wie den Mitarbeitenden des Bauhofs, der städtischen Abwasserbeseitigung und allen weiteren Beteiligten. Mein Dank gilt außerdem den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis während der notwendigen Einsatz- und Sicherungsmaßnahmen.“
Die Schadensaufnahme an den städtischen Einrichtungen dauert derzeit noch an.