Frauen-Bundesliga könnte am 29. Mai weitergehen

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DFB-Präsidium verabschiedet neuen Rahmenterminkalender

Die aufgrund der Corona-Krise unterbrochene Saison in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga könnte – vorbehaltlich der entsprechenden behördlichen Verfügungslagen – am 29. Mai fortgesetzt werden. Das entschied das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in seiner heutigen Sitzung und stimmte der Anpassung des Rahmenterminkalenders der Frauen 2019/2020 zu. Damit folgte das Präsidium der Empfehlung des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball sowie des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen. Zuvor hatten sich bereits die Vereine der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit großer Mehrheit für die Wiederaufnahme der Spielzeit 2019/2020 ausgesprochen. Auch der DFB-Pokalwettbewerb der Frauen könnte, die entsprechenden behördlichen Verfügungslagen vorausgesetzt, mit dem Viertelfinale am 3. Juni 2020 weitergehen.

Der DFB steht in intensivem Austausch mit der Politik und hat sich heute im Rahmen einer außerordentlichen Präsidiumssitzung erneut für die Fortsetzung des Spielbetriebs in der 3. Liga, der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und dem DFB-Pokal ausgesprochen.

Die Fortführung des Spielbetriebs soll dann auf Grundlage des Konzeptes “Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb” durchgeführt werden. Die gemeinsam von DFB und DFL erarbeiteten Vorgaben sehen unter anderem strenge Hygieneauflagen, engmaschige Testungen sowie kontinuierliches Monitoring vor. Das Konzept für die FLYERALARM Frauen-Bundesliga und den DFB-Pokalwettbewerb entspricht grundsätzlich den Inhalten für die beiden Ligen der DFL. Unterschiede bestehen lediglich in organisatorischen Nuancen, beispielsweise bei der Personenzahl für die festgelegten Zonen im Innen- und Außenbereich der überwiegend kleineren Stadien.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg sagt: “Ich freue mich sehr, dass sich die Vereine in großer Geschlossenheit für die Fortführung der Saison in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und im DFB-Pokalwettbewerb ausgesprochen haben. Durch die Anpassung des Rahmenterminkalenders haben wir nun die Voraussetzungen geschaffen, die Spielzeit, sofern wir positive Signale aus der Politik erhalten, unter Einhaltung der strengen Auflagen des vorliegenden Hygienekonzepts wiederaufzunehmen. Der Spielraum für die Austragung der restlichen Begegnungen in der Liga und dem DFB-Pokal ist nicht groß. Dennoch ist es möglich, die Saison mit nur einem kompletten Spieltag unter der Woche zum Abschluss zu bringen. Dies wird von den Gremien als machbar und von den Vereinen als realisierbar eingeschätzt.”

Siegfried Dietrich, der Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen, sagt: “Ich wünsche mir sehr, dass nach dem DFB-Präsidiumsbeschluss nun auch der Countdown für den Restart der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit einem baldigen grünen Licht der Politik in die finale Phase kommt. Da es nach und nach in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens deutliche Lockerungen gibt, halte ich es nach dem Startschuss für die DFL-Ligen auch unter dem Aspekt der Gleichberechtigung für angemessen, dass auch in der Frauen-Bundesliga unter Auflagen der Ball wieder rollen darf. Das anzuwendende Hygienekonzept wurde von DFB und DFL für die Profiligen der Männer und der Frauen entwickelt, und ich bin davon überzeugt, dass auch unsere Vereine, gestärkt durch den DFL-Solidarfonds, die behördlichen Vorgaben mit großer Disziplin und Verantwortung umsetzen werden. Auch unsere Klubs wollen nicht am grünen Tisch, sondern auf dem grünen Rasen mit größtmöglicher Sicherheit für Spielerinnen und Mitarbeiter die sportlichen Entscheidungen realisieren. Genauso wollen wir aber auch mit der Fortführung des Spielbetriebs die wichtigen Sponsorenverpflichtungen erfüllen und die wirtschaftliche Stabilität unserer Liga für die Zukunft sichern.”

Die Liga würde am 29. Mai 2020 mit dem 17. Spieltag fortgesetzt werden, das Saisonfinale ist für den 28. Juni 2020 geplant. Insgesamt sind noch sechs Spieltage zu absolvieren, hinzu kommen zwei Nachholpartien. Im DFB-Pokalwettbewerb der Frauen würde das Viertelfinale am 3. Juni 2020 gespielt. Das Halbfinale könnte am 10. und 11. Juni 2020, das Endspiel in Köln am 4. Juli 2020 stattfinden.

Die Termine der 2. Frauen-Bundesliga sowie der B-Juniorinnen-Bundesliga wurden bei der Anpassung des Rahmenterminkalenders nicht berücksichtigt. Hier hatten sich die betroffenen Vereine und die zuständigen Gremien bereits mehrheitlich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. Auf Grundlage dieses Meinungsbildes wird der Außerordentliche Bundestag des DFB am 25. Mai final über diese Empfehlung entscheiden.


Volleyball: Allianz MTV Stuttgart setzt nächstes Ausrufezeichen

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Stuttgart.| Nach den bereits bekanntgegebenen Verlängerungen und Neuverpflichtungen zeigt Allianz MTV Stuttgart auch mit der Allerneusten, dass sie in der kommenden Saison wieder vorne mitmischen wollen. Außenangreiferin Michaela Mlejnkova kehrt zurück an den Neckar.

Es scheint fast, als habe Sportdirektorin Kim Renkema hellseherische Fähigkeiten. Als die beiden ehemaligen Teamkameradinnen vergangenes Jahr nach einem CEV-Spiel zufällig am Flughafen in Bergamo aufeinandertrafen, scherzte Renkema, dass es an der Zeit sei, dass Michaela Mlejnkova wieder für Stuttgart spiele. Zum damaligen Zeitpunkt hatten weder die beiden noch sonst irgendjemand auf dem Schirm, dass diese Äußerung schon bald Realität werden würde.

Nun ist die 23-jährige Tschechin wieder zurück am Neckar, wo sie im Jahre 2015 schon die Fans begeisterte. Mit gerade einmal 19 Jahren kam die junge Außenangreiferin damals in die Landeshauptstadt, die auf dem Spielfeld geradezu explodierte und schnell zu einem wichtigen Eckpfeiler des Teams wurde. Der 184cm großen Mlejnkova gefiel es so gut in ihrem neuen zuhause, sodass dass sie ihren Vertrag noch zwei weitere Jahre verlängerte. In dieser Zeit entwickelte sich das noch schüchterne Talent zu einer gestandenen und nicht mehr wegzudenkenden Führungsspielerin, die mit Allianz MTV Stuttgart ein Finale nach dem nächsten erreichte. Neben dem Super-Cup-Sieg 2016 und dem Pokalsieg 2017 wurde Mlejnkova mit dem Stuttgarter Team drei Mal Deutsche Vize-Meisterin. Auch auf internationalem Niveau konnte die tschechische Nationalspielerin schon damals überzeugen, war sie doch ein Teil der allerersten Champions League Teilnahme in der Clubgeschichte. Doch ihre Qualität zeigte sich nicht nur in siegreichen Stunden. Nach dem verpassten Pokalfinale 2018 war sie eine der wichtigen Spielerinnen, die das Team wieder aus dem Loch holte und schlussendlich zu Platz 3 im CEV-Cup führte.

Nach drei Jahren in der deutschen Bundesliga führte ihr Weg Mlejnkova in die polnische Liga. Mit ihrem Club Developres SkyRes Rzeszów erreichte sie in den vergangenen zwei Jahren zweimal das polnische Pokalfinale und holte Bronze und anschließend Silber in der Meisterschaft.

Auch in der tschechischen Nationalmannschaft, der Mlejnkova seit 2015 angehört, ist sie eine feste Größe. Erst vergangenes Jahr konnte das Team die European League 2019 für sich entscheiden. Damals als Head Coach an der Seitenlinie Mlejnkovas alter und nun wieder neuer Vereinstrainer Giannis Athanasopoulos.

Nun ist Michaela Mlejnkova zurück an ihrer alten Wirkungsstätte in der SCHARRena und unterschreibt einen Einjahresvertrag. Geschäftsführer Aurel Irion: „Ich freue mich, dass wir Michaela wieder in Stuttgart sehen werden. Diese Verpflichtung ist großartig und etwas Besonderes. Ich hatte bei ihr irgendwie immer das Gefühl, dass Stuttgart für sie mehr war als nur ein Verein, vielmehr war es eine Herzensangelegenheit und dass sie hier noch nicht fertig war. In den vergangenen zwei Jahren hat sie sich weiterentwickelt und ist die nächsten Schritte in ihrer Karriere gegangen. Es wird spannend zu sehen, wie sie sich hier wieder zurecht finden wird. Gemeinsam mit Krystal Rivers und Michaela Mlejnkova haben wir unheimlich viel Power auf dem Feld, was Volleyball auf höchstem Niveau garantiert.“

Sportdirektorin Kim Renkema: „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass wir Michaela erneut für uns gewinnen können. Der Spruch am Flughafen war tatsächlich ein Scherz und vielleicht auch ein bisschen Wunschdenken. Nun sind wir tatsächlich ins Gespräch gekommen und nach und nach wurde die ganze Sache auch immer realisierbarer. Ich denke, dass Michaela nicht nur für mich, sondern auch für alle Fans von Allianz MTV Stuttgart eine absolute Wunschkandidatin ist. Sie ist eine immens starke Angreiferin und hat sich, seit sie Stuttgart verlassen hat, nochmals weiterentwickelt. Sie hat zwei gute Jahre in Polen gespielt und wird uns in der neuen Spielzeit auf Außen enorm verstärken. Auch menschlich wird sie eine sehr gute Ergänzung für die Mannschaft darstellen, da sie sich auch in Stuttgart auskennt und sich hier sehr wohlgefühlt hat. Wir freuen uns, dass es uns immer wieder gelingt ehemalige Spielerinnen zurückzuholen, was für unsere Arbeit hier im Verein spricht. Michaela wird uns nicht nur sportlich, sondern auch menschlich viel Freude in der nächsten Saison machen.“


Besuch der Zulassungsstelle ohne Termin ab 13. Mai wieder möglich

  • Besucher müssen sich in den ersten Tagen auf lange Wartezeiten einstellen
  • Landrat Bernhard begrüßt Stärkung der kommunalen Ebene beim Krisenmanagement

Kreis Böblingen.| Ab Mittwoch, 13. Mai, ist es für Bürgerinnen und Bürger wieder möglich, die Zulassungsstelle des Landratsamtes Böblingen in Böblingen und Herrenberg ohne Terminvereinbarung zu besuchen. Eine Terminvergabe findet derzeit nicht mehr statt. In Leonberg bleibt die Zulassungsstelle vorerst nur für Kfz-Händler nach Voranmeldung geöffnet, da die erforderlichen Mindestabstände sonst nicht eingehalten werden können. Dort soll die Außenstelle Ende Mai wieder für unangemeldete Besucher geöffnet werden.

Wer die Zulassungsstelle und generell das Landratsamt betritt, muss sich dennoch an die strengen, allgemeinen Hygienevorschriften halten. Dies betrifft insbesondere den Mindestabstand zu anderen sowie die Maskenpflicht im Landratsamt.

Das Landratsamt bittet darum, Zeit und Geduld für den Besuch der Zulassungsstelle mitzubringen, da vor allem in den ersten Tagen und Wochen mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Um den Andrang und lange Wartezeiten zu reduzieren, empfiehlt es sich, die Zulassung zu Beginn nur aufzusuchen, wenn das Anliegen unaufschiebbar ist.

Empfohlen wird zudem, den Online-Dienst iKfz3 zu nutzen. Die häufigsten Dienstleistungen lassen sich hier bequem von zu Hause aus erledigen, ohne Wartezeiten. Den Online-Dienst und Informationen zu den technischen Voraussetzungen findet man unter www.lrabb.de/zulassung.

Mit der Öffnung der Zulassungsstelle unternimmt das Landratsamt erste Schritte zu mehr Öffentlichkeit. Die Lockerungen, die Bund und Länder diese Woche beschlossen haben, sehen weitere Schritte vor. Kompetenzen in der Corona-Krise sollen wieder stärker vom Bund auf die Länder und auf die kommunale Ebene rücken. Nach einem noch nicht genauer definierten Notfallplan, sollen verschärfte Maßnahmen in einem Landkreis getroffen werden, sobald die Infektionen innerhalb von sieben Tagen um mindestens 50 pro 100,000 Einwohner steigen. Für den Landkreis Böblingen mit fast 400.000 Einwohner liegt die kritische Kennziffer somit bei etwa 200 Neuinfektionen pro Woche. Landrat Roland Bernhard begrüßt die Entscheidung: „Nun warten wir auf die genauen Spielregeln seitens des Landes. Diese Rollenverteilung rückt die kommunale Basis in den Fokus. Der Landkreis kümmert sich mit seinem Gesundheitsamt, den Kreiskliniken und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden um die Eindämmung der Pandemie. Die Macher vor Ort haben sich bislang bestens bewährt.“

An die Bevölkerung gerichtet bittet Roland Bernhard dringend, sich weiterhin vorsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten und sich gewissenhaft an die Hygienevorschriften und Maskenpflicht zu halten. „Sonst waren unsere Anstrengungen der vergangenen Woche vergebens, wenn wir sorglos werden sind und das Virus sich wieder stärker verbreitet.“


Cannstatter Volksfest nicht in diesem Jahr

Wirtschaftsausschuss beschließt Verzicht für 2020 wegen der Corona-Pandemie einstimmig

Stuttgart.| Der Wirtschaftsausschuss der Landeshauptstadt Stuttgart hat am Freitag, 8. Mai, einstimmig beschlossen, im Jahr 2020 auf das Cannstatter Volksfest zu verzichten. Die Großveranstaltung kann aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und des damit verbundenen Risikos einer Ansteckung in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Verwaltungsspitze hatte die Beschlussvorlage bereits am 29. April bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte am Freitag, 8. Mai: „Es ist sehr bedauerlich, dass es das Cannstatter Volksfest 2020 nicht geben wird. Es hat einen hohen gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Wert.“ Der OB betonte aber auch, dass der Gesundheitsschutz nichts anderes zulasse, als auf das Volksfest mit mehreren Millionen Menschen zu verzichten. „Wir werden noch längere Zeit mit dem Virus umgehen müssen“, so Kuhn.

Das Cannstatter Volksfest hätte vom 25. September bis zum 11. Oktober 2020 stattfinden sollen. Veranstalter des Volksfestes ist die Landeshauptstadt Stuttgart in Zusammenarbeit mit der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG. Laut einem Beschluss von Bund und Ländern sind Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Neben dem Oktoberfest in München haben nahezu alle Großstädte in Deutschland Großveranstaltungen wie das Cannstatter Volksfest abgesagt.

Wie es mit dem Autofreien Sonntag am 20. September sowie dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt und der Silvesterfeier weitergeht, wird noch geklärt.


Deutsche Handball-Meisterschaften fallen aus

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Durchführung aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich

Die Deutschen Meisterschaften im Beachhandball fallen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie und damit verbundener, weiterhin strenger Auflagen aus. Die Turniere der Männer und Frauen sowie der männlichen und weiblichen Jugend hätten vom 31. Juli bis zum 2. August in Cuxhaven stattfinden sollen. Sowohl das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August als auch die örtlichen Auflagen zu Hygienekonzepten lassen keine verantwortungsvollen Freiräume.

„Wir hatten uns sehr auf die Rückkehr nach Cuxhaven gefreut, aber die Deutsche Meisterschaften im Beachhandball sind mit allen Altersklassen und Zuschauern als Großveranstaltung konzipiert und daher in diesem Jahr nicht durchführbar. Auch ein späterer Termin kommt leider nicht in Frage“, sagt Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbundes.

Zuvor hatte bereits der Handball-Verband Niedersachsen seine Beachturniere in Cuxhaven abgesagt. Dies gilt auch für zahlreiche Veranstalter von Beachturnieren im gesamten Bundesgebiet.

In der kommenden Woche beschäftigt sich der Ausschuss Beachhandball mit der aktuellen Ausgangslage. Auf der Agenda stehen unter anderem die Aufarbeitung der Situation und mögliche Beachhandball-Lehrgänge im Herbst sowie die Chancen, die sich für den Handballsport durch Beachhandball in der aktuellen Zeit bieten. Als Outdoorsportart mit wenig Körperkontakt und spezifischen Bewegungen wie Kempa und Pirouette bietet die Sandvariante besondere Möglichkeiten für Handballer, die aktuell keine Hallen nutzen oder Zweikämpfe führen dürfen.


Stadt erlässt Auflagen für Kundgebung auf dem Wasen

Bürgermeister Schairer: „Ausübung eines Grundrechts muss verantwortbar sein“

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart erlässt strenge Auflagen für eine Kundgebung, die für kommenden Samstag auf dem Wasen angemeldet ist. Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, sagte am Donnerstag, 7. Mai: „Der Bescheid der Versammlungsbehörde weist dem Verantwortlichen klare Grenzen für seine Versammlung auf. Nach einem telefonischen Kooperationsgespräch mit ihm begrenzen wir die Zahl der Teilnehmer der Kundgebung auf höchstens 10.000. Entscheidend ist, dass sich niemand, der an einer Versammlung teilnimmt, ansteckt oder dort angesteckt wird. Deshalb ist die Einhaltung des Mindestabstands zwingend – darauf hat der Veranstalter hinzuwirken.“ Schairer appellierte an die Teilnehmer, auch schon bei der Anreise mit dem Öffentlichen Nahverkehr Abstand zu wahren.

Schairer argumentierte: „Wir sind in einer schwierigen Lage. Die Öffentlichkeit diskutiert intensiv über den Umgang mit dem neuartigen Coronavirus. Auf der einen Seite dürfen sich laut aktueller Landesverordnung nicht mehr als zwei Personen treffen. Zudem finden keine Konzerte, Vorführungen oder Sportveranstaltungen statt, weil sich kein Publikum einfinden soll. Auf der anderen Seite hat das Bundesverfassungsgericht uns aufgetragen, Kundgebungen zu ermöglichen. Das Gericht betont die Bedeutung der Versammlungsfreiheit.“

Die Verwaltung habe sich auch im Einvernehmen mit der Polizei für diesen Weg entschieden. „Dies scheint uns juristisch tragfähig. Und das ist der Gradmesser bei der Prüfung von angemeldeten Versammlungen“, so Schairer abschließend.


Verkehrsunternehmen fahren nahezu kompletten Fahrplan

  • Ab Montag, 11. Mai 2020, ist die S-Bahn Stuttgart wieder mit vollem Angebot unterwegs
  • Nachtverkehr entfällt weiterhin

Stuttgart.| Nach mehrwöchigem Ausnahmezustand haben die Verkehrsunternehmen im VVS nach und nach ihr Fahrplanangebot wieder hochgefahren. Der nächste Schritt zum regulären Fahrplan folgt nun am Montag, 11. Mai 2020. Dann fährt die S-Bahn Stuttgart abgesehen vom Nachtverkehr wieder wie gewohnt.

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG, die regionalen Busse in den Verbundlandkreisen und die Nebenbahnen fahren schon seit letzter Woche wieder den vollen Fahrplan. Da viele Veranstaltungen abgesagt worden sind, Bars und Kneipen noch nicht öffnen dürfen, entfällt im ganzen VVS jedoch nach wie vor der Nachtverkehr.

Bei einem Teil der Regionalzüge gibt es ab 11. Mai ebenfalls weitere Aufstockungen. Ab 18. Mai gilt beim Abellio-Zug RB 18 (Stuttgart – Osterburken) wieder der reguläre Fahrplan. Die Linie RB 17 (Stuttgart – Pforzheim/Heidelberg) fährt ab dann infolge der Sperrung auf der Schnellfahrtstrecke nach dem eingeschränkten Fahrplan.

Die anderen Züge fahren in den nächsten Wochen weiterhin grundsätzlich im Stundentakt. Einige Bahnen sind in den Hauptverkehrszeiten zweimal pro Stunde im Einsatz oder werden durch einzelne Züge verstärkt. Die Schusterbahn fährt ab 11. Mai wieder nach dem Regelfahrplan.

Die Freizeitbusse in den Verbundlandkreisen gehen erstmals am 16. Mai 2020 auf die Strecke. Allerdings sind sie vorerst ohne Fahrradanhänger unterwegs.

Auch wenn die Nachfrage bei Weitem nicht so hoch ist wie vor der Pandemie fahren die Verkehrsunternehmen im VVS trotz massiven Kostendrucks wieder ihren nahezu vollen Fahrplan. Damit tragen die Verkehrsunternehmen dazu bei, dass das öffentliche Leben wieder normale Züge annimmt und die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weitestgehend eingehalten werden können.

Da es in Bus und Bahn naturgemäß immer wieder zu Situationen kommt, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, appelliert der VVS weiterhin dringend an seine Fahrgäste, die Maskenpflicht in den Fahrzeugen und an den Haltestellen und Stationen dringend einzuhalten. Außerdem sollten die bekannten Hygienevorschriften unbedingt beachtet werden.

Um die Kontaktmöglichkeiten so weit wie möglich zu reduzieren, empfiehlt der VVS seinen Fahrgästen, VVS-Tickets übers Handy zu kaufen, beispielsweise über die App „VVS mobil“. Damit können sie vermeiden, in einer Verkaufsstelle oder am Automaten in der Schlange stehen oder Bargeld abzählen zu müssen.

Verbindungen ab 11. Mai schon jetzt in der VVS-Fahrplanauskunft
Fahrgäste können ihre individuellen Verbindungen in der VVS-Fahrplanauskunft unter vvs.de oder über die App „VVS mobil“ abrufen. Der Fahrplan ab 11. Mai ist dort bereits hinterlegt.


Letzter Tunneldurchschlag am Südkopf

Bahn erreicht mit der vierten Röhre den Hauptbahnhof
  • Fildertunnel verkürzt mit S21-Inbetriebnahme Fahrtzeit zwischen Stuttgarter Talkessel und Flughafen um 20 Minuten
  • DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Ein starkes Symbol für die starke Schiene“
  • 85 Prozent der Stuttgart-21-Tunnel sind vorgetrieben

Stuttgart.| Die Deutsche Bahn hat beim Projekt Stuttgart 21 ein weiteres bedeutendes Etappenziel erreicht: Mit dem Durchschlag der Oströhre des 9,5 Kilometer langen Fildertunnels ist die letzte von vier Tunnelröhren am künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen. Die Verbindung zwischen der Filderebene im Süden von Stuttgart und dem Stuttgarter Talkessel steht damit. Der Tunnel macht die Verbindung zwischen dem künftigen Hauptbahnhof und dem Flughafen Stuttgart besonders schnell: Nur noch acht Minuten wird die Fahrzeit betragen. Heute benötigt man für die Verbindung eine knappe halbe Stunde.

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Wir sind durch! Alle Tunnelröhren zum Stuttgarter Hauptbahnhof sind vollständig aufgefahren. Das ist ein Meilenstein auf dem Wege zum neuen Bahnknoten Stuttgart und ein starkes Symbol für eine starke Schiene. Stuttgart schafft eine wichtige Voraussetzung für schnellere, bessere Verbindungen in der Region und in ganz Deutschland, für einen attraktiven Deutschland-Takt. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die den heutigen Tunneldurchschlag trotz der schwierigen Bedingungen der Corona-Krise planmäßig geschafft haben.“

„Beim innerstädtischen Tunnelvortrieb stehen die Mineure und Ingenieure stets vor besonderen Herausforderungen, die sich nur gemeinsam und mit viel Herzblut für die Arbeit unter Tage meistern lassen. Das war hier in hervorragender Weise gegeben“, sagt Günter Osthoff, der verantwortliche Projektleiter der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH für den Fildertunnel.

„Natürlich ist es ungewöhnlich, den Erfolg eines Vortriebs-Durchschlages nicht gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort feiern zu können. Der höchste Respekt und Dank gebührt hier unseren Mineuren und Ingenieuren, die auch in den letzten Wochen mit außerordentlicher Umsicht diese herausfordernden Vortriebsarbeiten zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben“, sagt Andreas Rath, Geschäftsführer der bauausführenden Firma Arbeitsgemeinschaft ATCOST 21.

„Der heutige Tag ist ein großer Erfolg. Als Tunnelpatin bin ich froh und dankbar dafür, dass unsere unermüdlichen Mineure den Fildertunnel so verlässlich bauen konnten. Ich wünsche mir von Herzen eine weiterhin unfallfreie Vollendung des Fildertunnels in den letzten Arbeitsabschnitten“, sagt Tunnelpatin Tülây Schmid.

Insgesamt sind bei Stuttgart 21 von 59 Kilometern Tunnelröhren jetzt 50 Kilometer und damit 85 Prozent vorgetrieben.

Stuttgart 21 ist die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2009 mit dem Finanzierungsvertrag von Bund, Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Flughafen Stuttgart GmbH und der Deutschen Bahn beschlossen. Gebaut werden:

vier neue Bahnhöfe
57 Kilometer neue Schienenwege, die mit bis zu 250 km/h befahren werden
59 Kilometer Tunnelröhren
16 Tunnel und Durchlässe
44 Brücken
Stuttgart 21 trägt dazu bei, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen, schließt den Flughafen an die Fernbahn an und verlagert so Verkehr von der Straße auf die Schiene. Beispiele:

Stuttgart Hbf–Flughafen: 8 Minuten statt heute 27 Minuten
Ulm–Flughafen: 30 Minuten statt heute 1:35 Stunden
Rottweil–Flughafen: 59 Minuten statt heute 2:02 Stunden
Tübingen–Flughafen: 35 Minuten statt heute 65 Minuten
Der künftige Durchgangsbahnhof ermöglicht zudem viele neue umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr und entlastet so auch die an der Belastungsgrenze fahrende S-Bahn.


27. Stuttgart-Lauf im Juni abgesagt

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Verlegung in den Herbst angedacht

Stuttgart.| Entsprechend den mit den Ländern abgestimmten Richtlinien der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bis mindestens zum 31. August untersagt. Dies schließt den Stuttgart- Lauf am 27. und 28. Juni mit ein, sodass die 27. Auflage der Traditionsveranstaltung in der Landeshauptstadt an diesem Wochenende nicht auf die bekannte Art und Weise stattfinden kann.

„Wir haben uns riesig auf eine tolle Laufveranstaltung gefreut! Wir bedauern die Absage sehr und wissen, dass nicht nur Teilnehmer des Stuttgart-Laufs jeden Alters, sondern auch viele Zuschauer dem Lauf entgegengefiebert haben“, sagt Jürgen Scholz, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes e.V (WLV). „Die Eindämmung des Coronavirus, die Gesundheit und der Schutz der Menschen haben jedoch oberste Priorität und wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Teilnehmer, Helfer und Zuschauer“, so Scholz ergänzend.

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart, sagt: „Ein Sportjahr ohne Stuttgart-Lauf – das kann man sich kaum vorstellen. In der aktuellen Situation ist die Absage unseres größten Breitensportevents aber dennoch die richtige und konsequente Entscheidung. Ich hoffe sehr, dass die Läuferinnen und Läufer dem WLV die Treue halten und mögliche Alternativen, an denen die Stuttgart-Lauf-Veranstalter zurzeit arbeiten, wahrnehmen.“

Aktuell wird das weitere Vorgehen geprüft und verschiedene Überlegungen in Betracht gezogen. Dazu gehört eine Verschiebung des 27. Stuttgart-Laufs in den Herbst ebenso wie ein virtuelles Ersatz-Event am ursprünglich angedachten Stuttgart- Lauf-Wochenende, 27. und 28. Juni.

„Wir werden uns zu gegebener Zeit mit bereits gemeldeten Teilnehmern in Verbindung setzen“, sagt Gerhard Müller, Geschäftsführer des WLV und Projektleiter des Stuttgart-Laufs. „Zunächst möchten wir unsere Teilnehmer aber um Verständnis und noch etwas Geduld bitten. Am Stuttgart-Lauf hängen sehr viele Partner, Zulieferer aber konkret auch Arbeitsplätze. Alles muss mit großer Sorgfalt betrachtet und entsprechend entschieden werden. Das weitere Vorgehen richtig einzuschätzen und dementsprechend zu entscheiden, benötigt daher noch etwas Zeit. Wir danken allen Teilnehmern, Helfern und Sponsoren für das uns bis dato entgegengebrachte Vertrauen und hoffen auf Verständnis“, so der WLV-Geschäftsführer.


Coronavirus: Verwaltung plant weiter Verzicht auf Kita-Beiträge

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Befreiung für Mai und Juni

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart will Eltern auch weiterhin von Gebühren für die Kinderbetreuung befreien. Ein Vorschlag der Verwaltung sieht vor, im Mai und Juni auf Kita- und Essensbeiträge zu verzichten. Über den Vorschlag entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 14. Mai.

Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, sagte: „Nach wie vor sind Familien durch die Schließung von Betreuungseinrichtungen schwer belastet. Einige der Eltern, die in systemrelevanten Bereichen arbeiten oder die an ihrem Arbeitsplatz unabkömmlich sind, können von der Notfallbetreuung Gebrauch machen.“ Auf viele Eltern treffe dies jedoch nicht zu. Fezer weiter: „Sie müssen die Betreuung ihrer Kinder neben der Arbeit weiterhin selbst organisieren. Durch den Verzicht auf die Betreuungsgebühren möchten wir ihnen zumindest eine finanzielle Belastung nehmen.“

Wie bereits für den April schließt der Vorschlag der Verwaltung weiterhin auch freie Träger und die Kindertagespflege mit ein. Die Entscheidung, auf Kostenbeiträge ganz oder teilweise zu verzichten, liegt in der Entscheidungshoheit des jeweiligen Trägers. Wenn sich Träger dazu entscheiden, erhalten sie von der Landeshauptstadt eine Erstattung. Ein breites Bündnis von Gemeinderatsfraktionen hat ebenfalls beantragt, die Gebühren zu erlassen.

Für den weiteren Verzicht auf Beträge sind rund 7,4 Millionen Euro auszugleichen. Im Gegensatz zur Regelung im April soll der Verzicht nur für die Tage gelten, an denen keine Notbetreuung in Anspruch genommen wurde.
Erweiterte Notbetreuung

Für die Zeit des Betriebsverbots bieten die Kita-Träger eine erweiterte Notbetreuung für Kinder an, deren Erziehungsberechtigte entweder im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig und unabkömmlich sind oder die eine präsenzpflichtige berufliche Tätigkeit außerhalb der Wohnung wahrnehmen und dabei unabkömmlich sind. Die Erziehungsberechtigten müssen erklären, dass eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich ist. Dies gilt jeweils für beide Elternteile und Alleinerziehende.

Die Schließung der Kitas ist aufgrund der Corona-Verordnung des Landes zum 17. März in Kraft getreten. Anfang April hatte der Gemeinderat den Verzicht auf die Gebühren für den Monat April beschlossen. Nach aktuellem Stand sind die Kitas noch bis 14. Juni geschlossen.