Wagenburgtunnel bleibt mindestens noch eine Woche gesperrt

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Ein Schutzgerüst soll Verkehr ermöglichen

Stuttgart.| Das Tiefbauamt arbeitet mit Hochdruck daran, den Wagenburgtunnel wieder für den Verkehr öffnen zu können. Bei einer im Drei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Bauwerksprüfung sind vergangenen Woche Schäden an der Stahlbetonkonstruktion des Abluftkanals rund 20 Meter vom Westportal des Tunnelbauwerks entfernt festgestellt worden. Die Schäden sind altersbedingt. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 oder quellfähigen Bodenschichten (Anhydrit). Laut Claus-Dieter Hauck, zuständiger Abteilungsleiter beim Tiefbauamt, hängen die Schäden auch mit der filigranen Bauweise aus der Nachkriegszeit zusammen. „Damals wurde sehr materialschonend gebaut“, so Hauck.

In den kommenden Tagen wird ein Schutzgerüst erstellt, das verhindern soll, dass schadhafte Teile der Betonkonstruktion des Abluftkanals herabfallen. Für diese Arbeiten wird der Tunnel nach Einschätzung des städtischen Tiefbauamtes noch eine Woche gesperrt bleiben. Möglich ist, dass das Schutzgerüst die Durchfahrtshöhe für passierende Fahrzeuge vorübergehend begrenzt. In einem weiteren Schritt wird die Reparatur des Abluftkanals vorbereitet. Dazu wird der Abluftkanal momentan untersucht.

Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und verkehrliche Belange sind wichtige Aspekte, die den Bauablauf maßgeblich beeinflussen. Noch ist unklar, ob die Sanierung des Abluftkanals in nächtlichen Sperrungen oder unter Vollsperrung umgesetzt werden können. Aussagen zum weiteren zeitlichen Ablauf und den Kosten sind daher erst nach Erstellung eines Sanierungskonzepts möglich.

Die Umleitungsstrecke ist ausgeschildert. Während der Sperrung wird empfohlen, den Wagenburgtunnel großräumig zu umfahren. Als großräumige Umleitungsstrecke wird die Bundesstraße B14 empfohlen. Für die entstehenden Verkehrsbeeinträchtigungen bittet das Tiefbauamt um Verständnis.

In der Zeit der Sperrung des Tunnels werden seitens der SSB die Buslinie 40 und die Nachtbuslinien N5 und N7 durch S-Ost über die Route der Linie 42 umgeleitet. Die Haltestelle Tunnel Ostportal kann während dieser Umleitung nicht bedient werden. Die Reisezeit verlängert sich nur geringfügig.

Der Wagenburgtunnel verbindet seit seiner Eröffnung im Jahr 1958 die Stadtbezirke Mitte und Ost. Der Tunnel ist 824 Meter lang. Das westliche Tunnelportal befindet sich nahe des Gebhard-Müller-Platzes, am östliche Portal mündet der Verkehr in die Wagenburgstraße, die in der Talstraße ihre Fortführung findet.


Bietigheim mit viel Leidenschaft

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von Bernhard Gaus

Die SG BBM Bietigheim sichert sich die ersten Auswärtspunkte. In einem von beiden Seiten leidenschaftlich geführten Match setzten sich die Schwaben nach mehreren Führungswechseln am Ende beim HSC Coburg mit 28:30 (13:16) Toren durch.

Was für ein wichtiger Erfolg für die Jungs von Iker Romero. Mit zwei Siegen aus den ersten drei Spielen bleibt Bietigheim in der 2. Liga bei der Musik. Die Crunchtime ging diesmal an die SG BBM, die nach einem 27:26- Rückstand das Spiel in den letzten fünf Minuten drehte. „Die Konzentration ist hoch geblieben, egal ob wir in Rückstand waren oder nicht“, freute sich Iker Romero über die Leistung seines Teams. „Das Spiel hat gezeigt, das man in dieser Liga immer mit 110 Prozent kämpfen muss. Ein Unentschieden wäre sicher ein gerechtes Ergebnis gewesen, aber am Ende entscheiden Kleinigkeiten für uns.“

Auch HSC-Coach Brian Ankersen sieht die Entscheidung in der umkämpften Schlussphase. „Zwei Spiele sind jetzt sehr eng gegen uns gelaufen. Das war sicher sehr unglücklich.“

Die erste Hälfte gehörte dabei eindeutig den Gästen. Nach der Coburger 4:3-Führung war die SG BBM hellwach. „Das war eine sehr gute Abwehrarbeit von Bietigheim“, gab es Lob von Gästecoach. Viel körperliches Engagement wurde mit Balleroberungen belohnt. Da konnte Iker Romero auch verschmerzen, dass sein Team drei Zeitstrafen mehr zu überstehen hatte als die Oberfranken. Im Angriff findet der Ball immer wieder den Weg zu Jonathan Fischer an den Kreis, Nikola Vlahovic nimmt sich erfolgreich viele Bälle im Rückraum. Neuzugang Tom Wolf schnappt sich das Leder, nachdem zuvor Alexander Velz nur das Holz trifft und verwandelt drei Strafwürfe. Bietigheim führte am Ende von Halbzeit Eins mit 13:16 Toren und Ankersen meint: „Sehr gute Abwehrarbeit von Bietigheim, wir sind in der ersten Halbzeit nicht gut ins Spiel gekommen. Wir kriegen das Kreisspiel nicht gut in den Griff, wenn Fischer sechs Tore macht.“

Doch damit war noch nichts entschieden. Zehn Minuten benötigte Coburg im zweiten Abschnitt, um auszugleichen und durch Merlin Fuß zum 19:18 in Führung zu gehen. Bietigheim bleibt stabil, weil in solchen Phasen dann die Stunde von Spielmacher Juan del la Peña und von Dominik Claus im linken Rückraum schlägt. Und weil die im Fanbus mitgereisten Anhänger der SG BBM ihre Mannschaft unermüdlich nach vorne treiben. Claus holt die Führung zurück, nach dem Treffer von Neuzugang Tom Wolf steht es plötzlich wieder 20:23. Aber auch dieser Vorsprung hat eine Viertelstunde vor dem Ende noch keinen Bestand, Coburg legt mit 26:25 und 27:26 erneut vor.

„Das Momentum war für uns, wir können auf +2 stellen, doch ‚Konsti‘ war hart gegen uns“, sollte Brian Ankersen nach dem Schlusspfiff feststellen. Gemeint war SG BBM-Torhüter Konstantin Poltrum, der Mann mit Coburger Vergangenheit und elf Paraden. Iker Romero bewies mit seinen Torhüterwechseln ein glückliches Händchen. Zwischenzeitlich hatte er Fredrik Genz ins Tor beordert, der nach dem 19:18 eine höhere Coburger Führung vereitelte. Die letzten Minuten gehörten jedoch wieder der Defensivarbeit der SG BBM und Konstantin Poltrum, der nach dem 26:25 nur noch zweimal hinter sich greifen musste. SG BBM-Blitztransfer Tom Wolf krönte seinen gelungenen Einstand mit dem Tor zum entscheidenden 27:29.

HSC 2000 Coburg: Kulhánek, Jochens; M. Jaeger (1), Dettenthaler, Mund, Glatthard (1), Fuß (3), Siegler, Ossowski (2), Billek (6/2), Herzig (5), Knauer (2), Schäffer (5), F. Jaeger (3), Schröder.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Genz; Vlahovic (4), Claus (4), Lòpez (3), Öhler (3), Wolf (5/3), de la Peña (5), Wiederstein, Velz, Hejny, Asmuth, Fischer (6).

Spielverlauf: 5:5 (12.), 7:9 (23.), 12:13 (26.), 13:16 (30.), 19:18 (40.), 20:23 (46.), 26:25 (53.), 27:29 (59.), 30:28 (60.).
Zeitstrafen: Öhler (6.), Vlahovic (12., 36.), Hejny (25.), Wolf (51.) – Herzig (13.), Glatthard (26.)
Siebenmeter: 2/2 – 3/4
Schiedsrichter: Sascha Schmidt / Frederic Linker (DHB Elitekader)
Coburg, 17.09.2022 Zuschauer: 1803 (HUK-COBURG arena, Coburg)


 

Premiere: Erstes vollelektrisches Abfallsammelfahrzeug

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Stuttgart.| Mit dem eEconic starten das zum weltgrößten Nutzfahrzeughersteller gehörende Unternehmen Mercedes-Benz Special Trucks und der Eigenbetrieb AWS (Abfallwirtschaft Stuttgart) während der zweiten Stuttgarter Mobilitätswoche ein Pilotprojekt der besonderen Art: Dr. Ralf Forcher, Leiter Mercedes-Benz Special Trucks, hat das vollelektrische Abfallsammelfahrzeug am Samstag, 17. September, an den Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper übergeben. Die Übergabe vor dem Rathaus markierte den Startschuss für ein Novum in der Abfallwirtschaft.

OB Nopper sagte: „Ich freue mich, dass mit Mercedes-Benz Special Trucks ein Unternehmen mit starken Stuttgarter Wurzeln und unser AWS partnerschaftlich zusammenarbeiten. Damit tragen beide dazu bei, dass wichtige städtische Services für unsere Bürgerinnen und Bürger klimafreundlicher und nachhaltiger werden.“ Er reichte den Schlüssel für den eEconic an Markus Töpfer, Geschäftsführer des AWS, weiter. „Mit dem eEconic betreten wir spannendes Neuland bei den schweren Nutzfahrzeugen für die Abfallsammlung“, erklärte Töpfer. Denn der eEconic aus dem Lkw-Montagewerk in Wörth ist einer der ersten vollelektrischen schweren Lkw am Markt für die Abfallsammlung. „Wir sind schon seit 2011 dabei, die Emissionen unserer Fahrzeuge konsequent zu reduzieren. Speziell in der Abfallsammlung ist das bislang schwierig mangels Alternativen zum Verbrenner mit herkömmlichen Kraftstoffen. Gasfahrzeuge sind aus verschiedenen Gründen nur bedingt geeignet. Der eEconic ist deshalb ein wichtiger Meilenstein für uns“, so Töpfer weiter.

„Städte und Kommunen wünschen sich CO2-neutrale und sichere Fahrzeuge für ihren Fuhrpark. Gerade in Großstädten mit hohem Verkehrs- und Lärmaufkommen besteht der Bedarf nach leisen und sauberen Logistik- und Entsorgungslösungen“, sagte Forcher. Und ergänzte: „Mit dem vollelektrischen eEconic mit aufeinander abgestimmten Sicherheitsassistenz-Systemen bieten wir hierfür genau den passenden Lkw.“

Der E-Lkw wird zunächst für ein Jahr Reststoffe in der Stuttgarter Innenstadt einsammeln. Dabei soll sich unter anderem zeigen: Wie kommt der eEconic mit Stuttgarts hügeliger Topografie klar? Inwieweit genügen die Reichweite der Batterie und das Schnellladesystem den Anforderungen der Routen? Wie zuverlässig und standfest erweist sich die neue Technologie im realen Einsatz?

Erkenntnisse, von denen beide Projektpartner profitieren werden. Mercedes-Benz Special Trucks wird wichtige Rückschlüsse zum Verhalten des Fahrzeugs im Kommunaleinsatz unter den besonderen topografischen Bedingungen in Stuttgart ziehen können. Und der AWS kann fundiert entscheiden, ob E-Lkws die Zukunft der Stuttgarter Abfallsammlung sein können.

Alternative Antriebe sind beim AWS längst angekommen. Der AWS betreibt den städtischen zulassungspflichtigen Fuhrpark mit über 800 Fahrzeugen. „Ein Viertel dieser Fahrzeuge fährt bereits mit alternativen Antriebskonzepten. Wir erreichen damit heute schon die gesetzliche Vorgabe von 2025“, erklärte Töpfer. „Wir wollen aber mehr! Natürlich muss dieses Mehr einsatztauglich und bezahlbar sein. Bis 2025 wollen wir bis zu 40 Prozent alternative Antriebe erreichen.“ Strom, Gas, Wasserstoff – seit 2011 bereits hat der AWS nachhaltige Mobilität im Blick, testet Alternativen zu Benzin und Diesel, stellt den Fuhrpark sukzessive um und treibt so den Klimaschutz voran.

Was sich gut in die Ziele der Landeshauptstadt einfügt. Bis 2035 will Stuttgart klimaneutral sein. „Entscheidend ist, wie sich die Mobilität in der Stadt entwickelt“, unterstrich Töpfer. Der Abschied von den fossilen Rohstoffen bedeute weniger Emissionen und damit einen geringeren CO2-Ausstoß. Die Luft bleibt sauberer, und der Verkehr rollt leiser durch die Straßen. „Damit steigt unser aller Lebensqualität.“

Hintergrund
Der eEconic hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 27 Tonnen. Technologisches Herzstück ist die Antriebseinheit: eine E-Achse mit zwei integrierten Elektromotoren und einem Zwei-Gang-Getriebe. Die Batterie besteht aus drei Batteriepaketen, die jeweils eine installierte Kapazität von 112 kWh und eine nutzbare Kapazität von rund 97 kWh bieten. Die beiden flüssigkeitsgekühlten Motoren generieren eine Dauerleistung von 330 kW sowie eine Spitzenleistung von 400 kW. Der eEconic punktet im urbanen Einsatz vor allem in den frühen Morgenstunden mit geringeren Geräuschemissionen. Im Stop-and-Go-Betrieb, wie zum Beispiel beim Abfallsammeln, wird bei vorausschauender Fahrweise elektrische Energie zurückgewonnen (Rekuperation). Weitere besondere Merkmale des eEconic sind die
tief gezogene Panoramascheibe des „DirectVision-Fahrerhauses“ mit niedriger
Sitzposition. Damit hat der Fahrer direkten Sichtkontakt zu anderen
Verkehrsteilnehmern und einen sehr guten Überblick auf den Straßenverkehr. Die
beschichtete und beheizte Thermocontrol-Windschutzscheibe verhindert ein
witterungsbedingtes Beschlagen der Scheibe und ein Aufheizen des Innenraums
durch Sonneneinstrahlung. Des Weiteren verfügt der eEconic über eine Vielzahl
von intelligent aufeinander abgestimmten Sicherheitsassistenzsystemen, wie zum Beispiel den Notbremsassistent Active Brake Assist 5. Seit Juli 2022 befindet sich
der eEconic in Serienproduktion.

Damit die Fahrer des AWS gut auf den Einsatz mit dem eEconic vorbereitet sind und alle Vorzüge nutzen können, werden die Mitarbeiter durch Experten von Mercedes- Benz Special Trucks im Vorfeld eingehend geschult.


6.700 Besucher beim Tag der offenen Tür im Stuttgarter Rathaus

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OB Nopper: „Die Stimmung war außergewöhnlich gut – wir danken allen für das große Interesse an unserer Arbeit“

Stuttgart.| Großer Andrang nach der Corona-bedingten Zwangspause: 6.700 Bürgerinnen und Bürger haben am Samstag, 17. September, den Tag der offenen Tür im Stuttgarter Rathaus besucht und einen Einblick in die Arbeit der Stadtverwaltung erhalten. Neben Gesprächen mit der Bürgermeisterriege und den Beschäftigten der Ämter und Eigenbetriebe lockten Führungen, Konzerte, Vorführungen sowie zahlreiche Mitmach- Angebote die Menschen in und um das Rathaus. Ein besonderer Höhepunkt: Die Höhenretter der Feuerwehr seilten sich vom Rathausturm aus rund 60 Metern Höhe an der Fassade ab. Besonders Mutige hatten die Möglichkeit, auf dem Balkon im dritten Stock zuzusteigen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper freute sich über den großen Andrang beim Tag der offenen Tür: „Nach drei Jahren Pause konnten wir das Rathaus endlich wieder mit viel Programm für die gesamte Bevölkerung öffnen. Es ist großartig, dass sogar mehr Stuttgarterinnen und Stuttgarter unserer Einladung gefolgt sind als beim letzten Mal. Die Stimmung war außergewöhnlich gut. Ich danke allen Beschäftigten der Stadtverwaltung, die die Tätigkeiten der Ämter und Eigenbetriebe heute so begeistert und engagiert präsentiert haben. Und natürlich danken wir auch den Bürgerinnen und Bürgern für ihr großes Interesse an unserer Arbeit.“

Nach der Begrüßung durch das Trompetenensemble der Stuttgarter Musikschule wurde der Tag der offenen Tür um 11 Uhr offiziell von OB Nopper auf der Rathaustreppe eröffnet. Auf allen Etagen des Rathauses wartete danach ein vielfältiges Programm auf die Bürgerinnen und Bürger. Einen Höhepunkt gab es bereits im ersten Obergeschoss: Dort konnte nicht nur das Goldene Buch der Stadt Stuttgart, unter anderem mit dem Eintrag von Queen Elizabeth II bei ihrem Besuch 1965 in Stuttgart, sondern auch das Büro des Oberbürgermeisters in Augenschein genommen werden. Die Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit, mit ihm ins Gespräch zu kommen und auf seinem Bürostuhl Platz zu nehmen. Der OB führte auch eine Besuchergruppe auf den Rathausturm und zum Glockenspiel. Außer ihm waren auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Isabel Fezer, Dr. Fabian Mayer, Thomas Fuhrmann und Peter Pätzold in ihren Büros anzutreffen.

Auf dem Marktplatz präsentierte das Amt für Stadtplanung und Wohnen die Förderprogramme für mehr Grün und Artenvielfalt in der Stadt, das städtische Weingut lud zu Verkostungen ein und die Abfallwirtschaft Stuttgart stellte ihre modernen Abfallsammelfahrzeuge und Kehrmaschinen vor.

Großer Andrang herrschte im Rathaus nicht nur bei den Führungen auf den Rathausturm und zum Glockenspiel, sondern auch an den Stationen der einzelnen Ämter: So konnte man im Festsaal in die Rolle eines Standesbeamten schlüpfen oder ein Foto von sich als Brautpaar machen. Das neue Amt für Digitalisierung, Organisation und IT stellte sich und die Verwaltungsservices vor, die bereits heute online abgerufen werden können. Das Amt für Umweltschutz informierte über Förderprogramme zu Energie und Klimaschutz und das Gesundheitsamt überprüfte mitgebrachte Impfpässe auf Impflücken. Der Bürgerservice Leben und der Eigenbetrieb leben & wohnen beschäftigte sich mit dem Thema Teilhabe im Alter. Die Gäste konnten Lern-Apps für Ältere ausprobieren und in einen Alterssimulationsanzug schlüpfen. Das Haupt- und Personalamt zeigte die vielfältigen Arbeits-, Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der Stadt.

Die jüngsten Gäste kamen auch auf ihre Kosten: Sie konnten an einer Kinder-Rallye teilnehmen, sich schminken lassen und das Rathaus sowie den Marktplatz spielerisch erkunden. Die Gewerbeaufsicht kürte mit Mikrofon und Messgerät den größten Schreihals unter den Kindern und die Brandschutzerziehung der Branddirektion vermittelte mit Handpuppen wichtige Hinweise zum Verhalten bei einem Brand. Groß und Klein zeigten sich begeistert von der kleinen Zeltkuppel des Stuttgarter Planetariums, das zu einer virtuellen Reise ins Universum einlud.

Der Tag der offenen Tür im Rathaus findet alle zwei Jahre statt – zuletzt im Jahr 2019. Damals nahmen rund 6.000 Menschen teil. Pandemiebedingt wurde der Termin im Jahr 2021 auf 2022 verschoben.


Nopper signalisiert Interesse an Vonovia-Wohnungen

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SWSG wäre bereit zum Erwerb

Stuttgart.| Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper hat sich in die Diskussion um die Zukunft von Wohnungen des privaten Wohnungsunternehmens Vonovia eingeschaltet. Medienberichten zufolge beabsichtigt Vonovia, deutschlandweit tausende Wohnungen zu verkaufen. Deswegen hatte der Mieterverein Stuttgart sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann als auch Stuttgarts OB Frank Nopper aufgefordert, dass das Land Baden-Württemberg beziehungsweise die Stadt Stuttgart zum Verkauf stehende Wohnungen erwerben sollten. Die stadteigene Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) hat daraufhin gegenüber Vonovia grundsätzliches Interesse am Erwerb von Wohnungen bekundet. Der Vonovia- Vorstand teilte der SWSG nunmehr jedoch mit, dass die Vonovia nicht beabsichtige, ihr gesamtes Portfolio in Stuttgart zu veräußern, sondern wohl nur einzelne Wohnungen. Ob in und welchem Umfang es in Stuttgart zu Verkäufen komme, sei noch nicht entschieden.

Nopper hält den Kauf von Vonovia-Wohnungen für denkbar und sagte: „Die SWSG will nicht nur bis zum Jahr 2025 ihren Bestand von derzeit rund 19.000 Wohnungen um rund 2.400 Wohnungen erhöhen und damit zu einem noch kraftvolleren Motor des Stuttgarter Wohnungsneubaus werden. Vielmehr hat sie auch Interesse, Wohnungen aus dem Bestand der Vonovia zu erwerben, zumal bei einer Vielzahl dieser Wohnungen bis zum Ende der Jahre 2024 und 2025 offensichtlich die Sozial- und Mietpreisbindung ausläuft. Deswegen wollen wir – wenn möglich – auch bestehende Wohnungen der Vonovia erwerben, um damit mehr bezahlbare Wohnungen in städtischer Hand zu halten.“


Wagenburgtunnel bis auf Weiteres gesperrt

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  • Akute Gefährdung des Verkehrs
  • Tiefbauamt arbeitet an baldiger Wiedereröffnung

Stuttgart.| Der Wagenburgtunnel bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Grund sind massive Schäden am Westportal des Tunnels, die jetzt bei einer Kontrolle zu Tage traten. Der Tunnel bildet seit seiner Eröffnung 1958 eine wichtige Achse zwischen Stuttgart-Mitte und Ost.

Risse am Abluftkanal gefährden die Standsicherheit des Portals – Betonteile könnten sich lösen und herabstürzen. Schadhafte Teile des Abluftkanals müssen daher umgehend entfernt und ersetzt werden, was eine Vollsperrung erforderlich macht.

Das Tiefbauamt arbeitet mit Hochdruck an einer baldigen Wiedereröffnung. Vordringlich wird versucht, den Verkehr der Buslinie 40 zu ermöglichen.


Eiswelt Stuttgart startet wie geplant

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Schließung bei Zuspitzung der Energiekrise aber weiterhin möglich

Stuttgart.| Erleichterung unter den Eissportfans: Die Eiswelt Stuttgart startet am 7. Oktober in beiden Hallen in die Hauptsaison, die Halle 2 mit einer Verzögerung von zwei Wochen. Die Stadtverwaltung hat die eissporttreibenden Vereine jüngst über die Entscheidung informiert. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper sagte: „Uns ist bewusst, dass die Eiswelt viel Energie verbraucht. In einer Gesamtabwägung sind wir dennoch trotz der Energiekrise zu der Überzeugung gekommen, auch mit der zweiten Halle an den Start zu gehen – im Interesse der Eissportvereine und aller Eissportbegeisterten, die den öffentlichen Eislaufbetrieb nutzen wollen. Allerdings wurde allen Beteiligten deutlich gemacht, dass die Öffnung jederzeit widerrufen werden kann: Sollte sich die Energiekrise zuspitzen und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung in Gefahr geraten, müssten wir die Eiswelt schließen.“

Die Stadtverwaltung hatte im Sommer eine Liste mit denkbaren Energiesparmaßnahmen erstellt, um den Energieverbrauch von Stadtverwaltung und städtischen Eigenbetrieben spürbar zu senken. Auch die Nichtinbetriebnahme der zweiten Eishalle der Eiswelt wurde diskutiert. Vor diesem Hintergrund wurde die Beeisung in der Halle 2 vorerst zurückgestellt.
Eine Schließung hätte nicht nur den Spielbetrieb und die Wettkämpfe der eissporttreibenden Vereine, sondern auch das ehrenamtliche Engagement in der Nachwuchsarbeit in Gefahr gebracht. Aktuell trainieren rund 1.000 Kinder und Jugendliche regelmäßig in der Eiswelt. Sportbürgermeister Dr. Clemens Maier gab deshalb zu bedenken: „Gerade die Kinder und Jugendlichen waren die Verlierer der Corona-Pandemie. An sie müssen wir deshalb besonders denken. Jetzt die zweite Halle der Eiswelt zu schließen, wäre das Aus für viele Vereinsangebote gewesen. Während andere Vereine ihre Sporthallen bis auf Weiteres nutzen können, wäre eine Schließung der Eishalle ein einseitiges Sonderopfer der Eissportvereine gewesen.“

Langfristiges Ziel ist die Klimaneutralität der Eiswelt

Die Stadtverwaltung hat in den zurückliegenden Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Energieverbrauch der Eiswelt zu reduzieren. Langfristiges Ziel ist die Klimaneutralität der Eiswelt. So wurde in den

letzten Jahren die komplette Beleuchtung durch LED-Technik ersetzt, die Kältemaschinenregelung optimiert und die Kälteanlage durch ein effizienteres Rückkühlwerk verbessert. Außerdem wurden Eiswelt und die neue Sporthalle Waldau miteinander verbunden, so dass selbst erzeugter Strom der Sporthalle in der Eiswelt abgenommen werden kann. Aktuell wird die Eiswelt über ein Blockheizkraftwerk, einen Gaskessel und eine Solarthermieanlage beheizt. Um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu ermöglichen, soll der Gaskessel künftig durch eine Wärmepumpenanlage ersetzt werden. Als Wärmequelle wird dann für die Wärmepumpe die Abwärme aus den Kältemaschinen verwendet. Zudem wird auf dem Dach der Halle 1 eine PV-Anlage angebracht.


 

Freie Fahrt mit Bus und Bahn in ganz Stuttgart

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  • Freie Fahrt am Samstag, 17. September, in ganz Stuttgart
  • Tag der Schiene mit vielen tollen Aktionen

Stuttgart.| Am Samstag, 17. September, ist die Fahrt im Nahverkehr in Stuttgart kostenlos. Die Freifahrt ist die Topaktion der Landeshauptstadt im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September. Parallel dazu feiert Deutschland das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn mit dem „Tag der Schiene”. Vom 16. bis zum 18. September gibt es viele Events wie Sonderfahrten, Ausstellungen und auch kostenlosen Eintritt ins Straßenbahnmuseum in Bad Cannstatt.

Kostenloser ÖPNV in Stuttgart

Wer an dem Wochenende in der Zone 1 – dazu gehört neben Stuttgart auch Fellbach und Korntal-Münchingen – unterwegs ist, braucht in Regionalbahn, S-Bahn, Stadtbahn, Zacke, Standseilbahn und Busse nichts zu bezahlen. Das gilt auch in der gesamten Stadtbahn-Linie U6 von Gerlingen bis zum Flughafen, die mitten in der Hochphase der Corona-Pandemie in Betrieb gegangen ist und daher nicht wie andere Neubaustrecken ordentlich gefeiert werden konnte.

Auch alle, die aus der Region zum Beispiel zum Shoppen in die Stuttgarter Innenstadt kommen, zahlen weniger. Wer normalerweise zum Beispiel ein EinzelTicket für zwei Zonen braucht, um nach Stuttgart zu kommen (z. B. von Esslingen, Ludwigsburg oder Waiblingen), dem reicht am 17. September 2022 ein Ticket für eine Zone.

Mit dieser Aktion sollen die Menschen dazu angeregt werden, Bus und Bahn in die Innenstadt zum Beispiel zum Einkaufen und Bummeln zu fahren. Die Mindereinnahmen in Höhe von 250.000 Euro werden von der Stadt Stuttgart übernommen. Der Gemeinderat hat insgesamt vier kostenlosen ÖPNV-Samstagen zugestimmt. Die letzte Freifahrt in diesem Jahr ist in Stuttgart am 5. November anlässlich der langen Einkaufsnacht.

Der VVS ist bei der Mobilitätswoche mit Infostand vor Ort – Busbemalung für Kinder

Der VVS beteiligt sich an der europäischen Mobilitätswoche mit einem Infostand auf der Königstraße gegenüber dem Kunstmuseum. Dort können Kinder von 9.30 Uhr bis 17 Uhr einen Bus der Firma Knisel bemalen.

Tag der Schiene mit vielen Veranstaltungen in Stuttgart und Umgebung

In ganz Deutschland wird vom 16. bis 18. September eine faszinierende Art der Fortbewegung gefeiert. Egal ob Klein oder Groß, die Eisenbahn fasziniert die Menschen, ob als Transportmittel, im Güterverkehr auf dem Weg zur Arbeit oder in den Urlaub. Auch in Stuttgart und Umgebung zeigt die Branche, was in ihr steckt:

  • Im Infoturm Stuttgart ITS am Hauptbahnhof direkt neben Gleis 16 finden am 16. und 17. September spannende Führungen statt. Zu jeder vollen Stunde geht es zu einer einstündigen Einführung in das Gesamtprojekt los, bei der das Konzept sowie die Technik rund um den Digitalen Knoten Stuttgart erklärt wird. Anschließend haben Besucher die Möglichkeit, die Infrastrukturbaustelle im Bereich des Tunnelzulauf Nord zu besichtigen. Hierfür ist eine Anmeldung untershop.its-projekt.de erforderlich. Außerdem ist die Ausstellung “Stuttgart 21: Digitaler Knoten Stuttgart – Vorreiter für eine starke Schiene und vernetzte Mobilität” im Turm geöffnet.
  • Die S-Bahn Stuttgart und der Verband Region Stuttgart (VRS) stellen am 17. September einen neuen Triebzug der Baureihe 430 am Stuttgarter Hauptbahnhof aus. Auf Gleis 1 steht von 10 bis 16 Uhr der nagelneue Zug. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm reicht von Informationen rund um den S-Bahn-Ausbau, einer Virtual Reality Tour über Mitmachaktionen wie Glücksrad und Fotobox bis hin zu Musik und leckerem Essen.
  • Im Stuttgarter Straßenbahnmuseum in Bad Cannstatt haben Besucher am Sonntag, 18. September, von 10 bis 18 Uhr freien Eintritt. Außerdem gibt es Oldtimerfahrten, Live-Musik, Kinderprogramm mit Kinderschminken und Glitzertatoos und vieles mehr.
  • Mit dem Dampfzug können Fahrgäste am 18. September direkt von Stuttgart in den Schwäbischen Wald: Mit Volldampf bringt Sie der Sonderzug über Schorndorf und Rudersberg bis nach Welzheim
  • Der “Strohgäu-Bummler” der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen unternimmt ebenfalls am 18. September Sonderfahrten auf der Strohgäubahn zwischen Korntal und Weissach.
  • Am Hauptbahnhof können Interessierte am Freitag, 16. September, die vielfältige Arbeit der Bahnhofsmission Stuttgart kennen lernen und dabei eine frisch gebackene Waffel genießen.
  • Wer künftig beruflich in der faszinierenden Brache „Schiene“ arbeiten möchte, für den ist der Bewerbertag von Go-Ahead Baden-Württemberg das richtige: online am Freitag, 16. September.
  • Auch auf den Fildern wird gefeiert: In Leinfelden-Echterdingen können Besucher am 17. September von 11 bis 17 Uhr die multimodale Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel am Mobilitätspunkt Stadionstraße entdecken und testen. Es wartet ein Rahmenprogramm mit Infos, Spiel und Spaß auf die Teilnehmer.

DFB-Frauen spielen zweimal gegen Weltmeister USA

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Hochkarätiger Jahresabschluss für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft: Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg trifft im Rahmen der letzten Länderspielmaßnahme 2022 zweimal auswärts auf Weltmeister USA. Am 11. November (ab 1 Uhr MEZ) messen sich die beiden Führenden der FIFA-Weltrangliste zunächst im DRV PNK Stadium in Fort Lauderdale/Florida, am 13. November (ab 23 Uhr MEZ) in der Red Bull Arena in Harrison/New Jersey.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sagt: “Spiele gegen die USA – und dann auch noch im Land der Weltmeisterinnen, wo der Fußball der Frauen einen sehr hohen Stellenwert hat – sind immer etwas ganz Besonderes. Wir erwarten gegen ein Weltklasseteam eine tolle Atmosphäre in beeindruckenden Arenen vor euphorisierten Fans. Einen schöneren Abschluss für dieses denkwürdige Jahr kann man sich nicht wünschen. Auch wenn wir wissen, dass es angesichts der hohen Beanspruchungen in dieser Phase vor allem auf Vereinsebene eine Herausforderung für uns werden wird: Wir wollen diesen Jahresabschluss genießen und gegen einen außergewöhnlichen Gegner mit Willenskraft, Leidenschaft und Teamspirit unseren besten Fußball zeigen.”

Vizeeuropameister Deutschland hatte sich souverän für die WM 2023 in Australien und Neuseeland qualifiziert. Am 7. Oktober (ab 20.30 Uhr, live in der ARD) trifft das DFB-Team zunächst in Dresden auf Frankreich. Für die Wiederauflage des EM-Halbfinales sind schon mehr als 20.000 Eintrittskarten verkauft. Tickets sind weiterhin im DFB-Ticketportal erhältlich.


Wasserstoff auch für leichte Nutzfahrzeuge

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Bosch testet Brennstoffzellen-Transporter
  • Zwei Demonstrator-Fahrzeuge liefern umfassende Daten für die Weiterentwicklung des alternativen Antriebssystems.
  • Bosch setzt für die Tests auf eigene Brennstoffzellen-Komponenten.
  • Erste Erkenntnisse zu Reichweite und Tankzeiten überzeugen.
  • Fahrversuche auf der IAA Transportation in Hannover machen Testfahrzeuge für jedermann erlebbar.

Stuttgart.| Transporter bringen Waren schnell ans Ziel – idealerweise mit einem lokal emissionsfreien Antrieb. Aber je länger die Fahrt dauert und je schwerer das Fahrzeug ist, desto mehr stößt ein batteriebasierter Elektroantrieb an seine Grenzen. Hier spielt die Brennstoffzelle ihre Stärken aus. Bosch hat jetzt zwei Transporter mit dieser Technik ausgerüstet und den Testbetrieb auf der Straße gestartet. „Die Brennstoffzelle ermöglicht große Reichweiten und kurze Tankzeiten, was lange Fahrten wirtschaftlicher macht“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. „Mit den beiden Brennstoffzellen-Transportern erweitern wir unser Systemverständnis und zeigen, dass die Brennstoffzelle auch bei leichten Nutzfahrzeugen eine passende Antriebslösung sein kann.“ Partner im Projekt ist die Abt eLine GmbH, die zusammen mit Bosch Engineering den Umbau der Fahrzeuge konzipiert und durchgeführt hat. Auf der IAA Transportation in Hannover bietet Bosch interessierten Besuchern die Möglichkeit, die Testfahrzeuge und die Bosch-Brennstoffzellentechnik in Aktion zu erleben.

„Die Brennstoffzelle ermöglicht große Reichweiten und kurze Tankzeiten, was lange Fahrten wirtschaftlicher macht“ sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

Überwiegend Bosch-Komponenten im Einsatz

Für das Brennstoffzellensystem konnten die Entwickler fast durchgängig auf Bosch-Komponenten zurückgreifen. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes Fuel Cell Kit, welches den Stack, das Anoden-Versorgungsmodul inklusive Wasserstoff-Dosierventil und Rezirkulationsgebläse, das Steuergerät, den elektrischen Luftkompressor und Speicherkomponenten bis zu einer Vielzahl an Sensoren umfasst. Die technische Basis beider Fahrzeuge bilden frei am Markt erhältliche, rein elektrisch angetriebene Transporter. Die Batterien samt Peripherie wurden nun durch die Brennstoffzelle, fünf Speichertanks für insgesamt über zehn Kilogramm Wasserstoff und einer kleineren Lithium-Ionen-Batterie ersetzt. „Die Brennstoffzellen-Komponenten im vorhandenen Bauraum unterzubringen war eine große Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Gackstatter, Vorsitzender des verantwortlichen Bosch-Geschäftsbereichs Powertrain Solutions. Der Partner ABT eLine hat dabei unter anderem die Kühlung sowie die Fahrzeugsteuerung und das elektrische Bordnetz angepasst. Bosch hat das Brennstoffzellen-System ausgelegt, es zusammen mit dem Wasserstoff-Speichersystem ins Fahrzeug integriert und die zugehörige Ansteuerung entwickelt. Nach den erforderlichen technischen Prüfungen ist den Fahrzeugen die Straßenzulassung erteilt worden.

Das Projekt liefert bereits wichtige Erkenntnisse: Auch beladen kommen die Fahrzeuge bis zu 540 Kilometer weit, nach sechs Minuten sind sie wieder vollgetankt. Für Flottenbetreiber, deren Transporter besonders weite Strecken am Tag zurücklegen und abends auf den Betriebshof zurückkehren, kann die Brennstoffzelle künftig damit eine gute Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb sein.

Brennstoffzelle und Wasserstoff bereit für den nächsten Schritt

Erste Bosch-Komponenten für Brennstoffzellen sind bereits in Serie. Doch damit ist die Arbeit nicht getan. „Für die Weiterentwicklung brauchen wir möglichst viele Daten aus dem realen Fahrbetrieb“, erklärt Gackstatter. Dank Cloud-Anbindung liefern die beiden Testfahrzeuge diese nun in Echtzeit auf die Rechner der Entwickler und ergänzen damit die Messwerte der Prüfstände. Mit diesem Wissen kann Bosch Kunden künftig noch früher erprobte Komponenten sowie umfassende Unterstützung bei der Systemauslegung anbieten.

Für den Durchbruch der Brennstofftechnik bedarf es allerdings noch weiterer Schritte. „Industrie und Politik müssen gemeinsam Hindernisse für Wasserstofftechnologien aus dem Weg räumen“, mahnt Gackstatter. So bleiben unter anderem der Aufbau einer Tank-Infrastruktur und die Produktion von grünem Wasserstoff in größeren Mengen Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können.