Von Gina Meimann
Die Softballerinnen des TV Cannstatt haben auch das dritte Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft denkbar knapp in Extra Innings verloren. Nach einem ereignisreichen 9. Inning ging die Partie mit 7:6 an die Neunkirchen Nightmares, die damit erstmals den deutschen Meistertitel holten. Die Stuttgart Reds treten nun am kommenden Feiertagswochenende als Vizemeister beim „Final Four“ um den Deutschlandpokal in Köln an.
Nach den beiden knappen Niederlagen auf heimischem Boden – 4:3 und 2:0 – ging es im dritten Finalspiel in Neunkirchen-Seelscheid um alles. Trotz eines durch College-Aufenthalte und Verletzungen reduzierten Kaders stiegen die Stuttgarterinnen kampfbereit in ihren Teambus.
Reds starten stark
Entsprechend erwischen die Reds einen starken Start. Ein harter Ball an der 3rd Base vorbei brachte Lead-Off Annie Stepniak zunächst bis zur 3rd Base. Nach einem Walk für Alia Petzold und ihrem anschließenden Steal nutzten die Reds den Wurf zur 2nd Base, um Stepniak zum 1:0 nach Hause zu bringen. Kurz darauf erhöhte Makea Al-Kaluau trotz ihrer anhaltenden Verletzung mit einem platzierten Hit ins Right Field auf 2:0.
In der Defensive pitchte Annie Stepniak auf Catcherin Laura Hartmann. Die Nightmares konnten zwar mit zwei starken Hits ihrer Power-Hitterinnen auf 2:1 verkürzen, doch die Reds verhinderten mit einer konzentrierten Defensive weiteren Schaden. In den folgenden Innings glichen die Gastgeberinnen zunächst aus und gingen im 4. Inning kurzzeitig in Führung. Die Reds antworteten jedoch direkt: Ada Kaschl erreichte mit einem weiten Kontakt ins Centerfield die 3rd Base und wurde anschließend durch einen Sacrifice Fly von Annie Stepniak zum 3:3 nach Hause gebracht.
Spannung bis ins 9. Inning
Bis zum regulären Spielende nach sieben Innings ließen beide Defensiven keine weiteren Runs zu. Damit ging die Partie in die Extra Innings.
Da ein Softballspiel nicht unentschieden enden kann, startet in jedem Extra Inning bereits ein Runner auf der 2nd Base. Beide Teams nutzten diese Möglichkeit und brachten ihren “automatischen Runner” nach Hause. Ganz nach Reds-Tradition erhielt Hope Cornell hier ihren ersten Intentional Walk des Tages – und bereits den achten in den Play-offs. Im oberen 9. Inning gingen die Reds dann erneut in Führung. Leticia Homberg, die auf der 2nd Base gestartet war, scorte durch einen RBI-Single von Gina Meimann. Ein ungenauer Wurf der Nightmares ermöglichte Meimann anschließend den Weg auf die 2nd Base, sodass Annie Stepniak sie kurz darauf mit einem weiteren RBI-Single zum 5:3 nach Hause bringen konnte. Doch die Nightmares gaben sich nicht geschlagen. Trotz zwei Outs fanden sie mit mehreren platzierten Hits die Lücken in der Reds-Defensive und erzielten schließlich den entscheidenden Winning Run zum 7:6.
Damit endete eine bis zum Schluss ausgeglichene und hochspannende Partie denkbar knapp zugunsten der Gastgeberinnen. Für die Reds blieb trotz der Enttäuschung die Erkenntnis, auch unter unerwartet schwierigen Bedingungen über die gesamte Partie hinweg auf Augenhöhe gekämpft zu haben.
Ausblick
Mit der Niederlage im Finale sichern sich die Reds-Damen wie bereits im vergangenen Jahr die deutsche Vizemeisterschaft. Gleichzeitig qualifizieren sie sich für das Final Four des Deutschlandpokals am 3. und 4. Oktober in Köln. Dort treffen sie erneut auf Mannschaften, gegen die sie bereits im Viertel- und Halbfinale erfolgreich waren. Mit dem Gewinn des Deutschlandpokals könnten sich die Reds zudem einen Startplatz für einen der europäischen Pokal-Wettbewerbe im Jahr 2027 sichern.